Vlcek | Perry Rhodan 2093: Requiem für einen Ewigen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2093, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Vlcek Perry Rhodan 2093: Requiem für einen Ewigen

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2092-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"

E-Book, Deutsch, Band 2093, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2092-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Architekt von ZENTAPHER - sein Leben ist Höherem geweiht Nach einer unglaublichen Reise durch Raum und Zeit operiert die SOL im Frühjahr 1304 Neuer Galaktischer Zeitrechnung im Sektor CLURMERTAKH der Galaxis Dommrath. Der Besatzung der SOL ist klar, daß man nur hier weitere Hinweise über Thoregon erhalten kann. Ebenso weiß jeder, daß diese Informationen für die Bevölkerung der Milchstraße von lebenswichtiger Bedeutung sind. Mittlerweile ist eine kleine Expedition unter dem Kommando des Arkoniden Atlan in das Innere der Dunklen Null vorgestoßen. Jenes seltsame Gebilde, das sich auf dem Planeten Clurmertakh befindet, scheint der Ausgangspunkt für alle seltsamen Phänomene zu sein. Die Dunkle Null entpuppt sich als eine Art Miniaturuniversum, das ZENTAPHER genannt wird. Was ZENTAPHER genau ist, konnten Atlan und seine Begleiter allerdings noch nicht herausfinden. Sie erkannten jedoch, daß hier seit langem ein kosmisches Geheimnis wartet - und daß ZENTAPHER zahlreiche Gefahren birgt, die zwar noch niemand genau überblicken kann, die aber imstande wären, die Galaxis Dommrath zu verheeren. Torr Samaho, der ehemalige Diener der Materie, hat zudem die Kontrolle über das gigantische Gebilde übernommen. Der Feind der Menschheit hegt dunkle Pläne - es kommt zum REQUIEM FÜR EINEN EWIGEN...

ERNST VLCEK Ernst Vlcek ist 1941 in Wien geboren. Nach der Schulausbildung und Absolvierung einer kaufmännischen Lehre war er in verschiedenen manuellen Berufen tätig. Schon in jungen Jahren begeisterte sich der Autor für die Science Fiction. Eine seiner ersten Kurzgeschichte hatte den Titel 'Es kommt eine kleine Überraschung'. Für Ernst Vlcek bot sich zunächst die Möglichkeit, seine Werke innerhalb des Fandoms zu veröffentlichen. 1966 erschien sein erster Roman 'Der kosmische Vagabund', weitere Veröffentlichungen folgten. Zwei Jahre später ergab es sich für den Österreicher, bei den PERRY RHODAN-Taschenbüchern mitzuschreiben. Mit diesem erfolgreichen Roman 'Planet unter Quarantäne' (46) schaffte er den Einstieg in die PERRY RHODAN-Heftserie. Sein erster Roman war 'Die Banditen von Terrania'. 1970 folgte der Einstieg bei ATLAN, parallel dazu konzipierte er mit seinem Schriftstellerkollegen Kurt Luif die Horrorserie 'Dämonenkiller'. In den darauffolgenden Jahren seines Schaffens entwickelte er den bekannten SF-Zyklus 'Sternensaga'. 1980 wurde ihm die Exposéarbeit der Fantasyserie 'Mythor' anvertraut und auch an 'Dragon' hat er mitgearbeitet. Bei PERRY RHODAN stieg er ab 'Der gute Geist von Magellan' (1211) mit Thomas Ziegler in die Exposéarbeit ein. Zwei Jahre später bekam er mit Kurt Mahr einen neuen Exposéautor zur Seite gestellt, auf den Robert Feldhoff folgte. Auf dem PERRY RHODAN WeltCon 2000, erklärte er seinen Rücktritt aus der Exposé-Redaktion, im Jahre 2004 schließlich zog er sich schließlich auch aus dem Autorenteam zurück - in einen von eigenen schriftstellerischen Projekten Ruhestand. Am Vormittag des 22. April 2008 ist der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek unerwartet in Wien gestorben.
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2.


Der Architekt

»Bin ich tot?«

»Nein, du fühlst dich nur so. Das ist ganz normal für Wesen wie dich, wenn sie aus der Negasphäre in ihr Kontinuum zurückkehren. Man bezeichnet das als Strangeness-Schock.«

Ich wusste natürlich, was man unter einem Strangeness-Schock verstand, aber ich hatte einen solchen noch nie am eigenen Leib erfahren. Ich fühlte mich grässlich, badete in Wogen von Schmerz und hatte keine Kontrolle über meinen Körper und meine Sinne.

»Dein Zustand wird sich bald wieder bessern«, sagte die Stimme. »Dann wirst du dich wie neugeboren fühlen. Und in Zukunft wird dir keinerlei Strangeness mehr etwas anhaben können. Wer die Negasphäre überlebt, ist immun.«

Ich konnte nur verschwommen sehen, Kreise tanzten vor meinen Augen, Sterne explodierten. In meinen Ohren war ein Rauschen, durch das die Stimme verzerrt und dumpf klang.

»Wo bin ich? Wer bist du?«, hörte ich mich fragen.

»Du bist wieder zurück in deinem Universum, das von Kosmonukleotiden und deren kosmischen Messengers geprägt wird. Ich bin dein Diener Zen-Skogo.«

»Ich war also in der Negasphäre … Für wie lange? Und warum habe ich keine Erinnerung daran?«

»Versuche, wieder in geordneten Bahnen zu denken, Kintradim Crux«, sagte Zen-Skogo, den ich noch immer nur als Schemen wahrnehmen konnte, dessen Stimme ich jedoch klarer hörte. »Und stelle nicht alle Fragen auf einmal. Du warst für tausend Jahre in der Negasphäre und hast dort eine gediegene Ausbildung genossen, die dich erst zum Crux geformt hat.«

»Wirklich?«, staunte ich benommen. »Ich merke nichts davon.«

»Du wirst dich immer dann an dein neues Wissen erinnern, wenn du es benötigst«, versicherte mir Zen-Skogo.

Ich konnte bereits klarer sehen. Mir gegenüber stand ein Roboter, der mich an die Mentoren von Harcoy-Maranesh erinnerte. Er war von ähnlicher Bauart, jedoch größer als sie – um Haupteslänge größer als ich – und wuchtiger, und er besaß statt vier Spinnenbeinen nur zwei, die mich von der Gelenkigkeit und Beweglichkeit her an meine eigenen erinnerten. Insgesamt wirkte Zen-Skogo jedoch nicht wie ein Lehrer, sondern eher wie eine Kampfmaschine.

Wir befanden uns in einem kreisrunden Raum, dessen technische Einrichtung mich an die Kommandozentrale eines Raumschiffes erinnerte.

Ich entsann mich, was mir der Richter zum Abschied in Aussicht gestellt hatte, und daraus ergab sich meine nächste Frage. »Bin ich in der Negasphäre dem Chaotarchen Xpomul begegnet?«

»Nicht nur das. Der Chaotarch Xpomul hat dich für eine bedeutungsvolle Aufgabe ausersehen. In der Galaxis G-Ayscham wird ein Chaotender gebaut. Du wurdest als Gewährsmann der Chaotarchen dazu bestimmt, den Bau dieses Chaotenders zu leiten. Du wirst der Schutzherr von ZENTAPHER sein!«

»Was ist ein Chaotender? In der Akademie habe ich nichts darüber erfahren. Wurde ich wenigstens in der Negasphäre aufgeklärt, und wann werde ich dieses Wissen abrufen können?«

»Mit solchen Marginalien geben sich die Chaotarchen nicht ab. Du warst zu dem einzigen Zweck in der Negasphäre, zu einem Crux – dem Gewährsmann der Chaotarchen – geformt zu werden. Und auch ich habe in der Negasphäre meinen besonderen Imprint bekommen.«

»Und was ist das Besondere an dir, Zen-Skogo?«

»Ich bin ein Geschöpf der Negasphäre mit n-dimensionalem Bezug. Das bedeutet, dass ich gewissermaßen ein Grenzgänger zwischen den Dimensionen bin. Wenn du also willst, kannst du mich als einziges Geschöpf des Standarduniversums wahrnehmen. Kein anderer kann mich dann sehen oder hören. Ich kann durch herkömmliche Technik auch nicht geortet werden. Nur wenn du willst, kann ich für andere Wesen sichtbar werden.«

Ich war beeindruckt, zugleich ein wenig irritiert. »Demnach bist du bloß ein Gespenst«, sagte ich enttäuscht. »Was bringt das für Vorteile für mich?«

»Das wird sich noch weisen. Doch du profitierst davon, dass ich ein ungeheures Wissenspotenzial besitze. Dieses beschränkt sich längst nicht auf die Gegebenheiten des Standarduniversums. Man könnte sagen, dass ich das Element der Finsternis in mir trage.«

»Was ist also ein Chaotender?«, fragte ich, um das Gespräch auf ein verständlicheres Gebiet zu verlagern.

»Chaotender sind die Gegenstücke zu den Kosmischen Fabriken der Kosmokraten«, antwortete Zen-Skogo. »Chaotender wie ZENTAPHER sind weitaus mächtiger als Kosmische Fabriken wie MATERIA, KYMBRIUM oder WAVE. Aber so mächtig Chaotender auch sind, gehen im Laufe der Jahrmillionen doch immer wieder welche verloren. Sie fallen Experimenten zum Opfer oder werden in Schlachten gegen die Kosmokraten zerstört. Der Chaotender, der in G-Ayscham gebaut wird, ist der 37. ZENTAPHER. An dieser Zahl kannst du ermessen, in welchen Zeitmaßstäben die Chaotarchen operieren.«

Ich versuchte nicht erst, mir das vorzustellen. Das hatte Zeit für später. »Und wie ging der 36. ZENTAPHER verloren?«, fragte ich.

»Willst du das wirklich wissen, Kintradim Crux?«

»Würde ich sonst fragen?«

»Dann muss ich dich einer Hypnoschulung unterziehen, um dir diese Informationen in einer vertretbaren Zeitspanne zu vermitteln.«

»In Harcoy-Maranesh wurde uns gelehrt, dass Hypnoschulung nicht so tiefgreifend ist wie selbst erarbeitetes Wissen.«

»Dieser Lehrsatz mag für die Akademie Gültigkeit haben«, sagte Zen-Skogo. »Aber ich wende eine spezielle Art der Hypnoschulung an. Ich werde dabei gewissermaßen mit dir verschmelzen, eins mit dir werden, so dass mein Wissen direkt mit deinem Bewusstsein korrespondiert. Das ist, als hättest du es dir selbst erarbeitet. Doch ich muss dich warnen, das ist mit großem Schmerz verbunden.«

»Na und? Wenn ich die Negasphäre überstanden habe, kann kein Schmerz dieser Welt mich schrecken.«

»Dann mache dich auf das furchtbarste und auch unglaublichste Erlebnis gefasst!«

Er fuhr aus seinem Oberkörper einen Greifarm aus, der meinen Hinterkopf umfasste, gleichzeitig klappte eine weitere Halterung auf, die mir die Stirn einfasste. Zuerst spürte ich überhaupt nichts. Dann drang mir etwas wie unzählige Nadeln von allen Seiten in den Schädel. Im nächsten Moment schien mein Gehirn zu explodieren … und aus den Myriaden von Atomen formten sich Bilder …

*

Es war vor 3,3 Millionen Jahren, Torr Samaho, dass zwischen den Chaotarchen und den Kosmokraten eine jener großen Schlachten tobte, deren Ausgang die Weichen für die zukünftige kosmische Entwicklung stellen sollte.

Die Auseinandersetzung fand in einer Galaxis statt, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Erranternohre lag. Für die Kosmokraten war diese Sterneninsel von besonderer strategischer Bedeutung, denn sie war nicht nur Standort von Laires Ebene, sondern auch der Burgen der sieben Mächtigen wie Bardioc, Kemoauc oder Ganerc. Um ihr Hoheitsgebiet gegen die Chaosmächte abzusichern, veranlassten die Kosmokraten die Materiequelle GOURDEL, sich hier niederzulassen. Diese »Übersiedlung« von GOURDEL war ein ungewöhnlicher, überraschender Schachzug, denn die eigentliche Mächtigkeitsballung dieser Superintelligenz, aus der die Materiequelle hervorgegangen war, lag in beträchtlicher Entfernung zu Erranternohre. Doch waren die Ordnungsmächte fest entschlossen, hier eine uneinnehmbare Bastion zu erschaffen.

Die Chaotarchen mussten darauf reagieren, um zu verhindern, dass der Einfluss der Kosmokraten in diesem Sternensektor übermächtig wurde. Als erste Maßnahme setzten sie als Gegengewicht zu GOURDEL die Materiesenke JARMITHARA in Marsch. Auch JARMITHARA war nicht in diesem Sternensektor entstanden; diese Parallelität der Fälle war beabsichtigt und, wie sich später zeigen sollte, eine strategische Meisterleistung der Chaotarchen. Denn GOURDEL und JARMITHARA hielten einander die Waage, so dass keine der beiden Parteien aus ihrer Existenz Vorteile ziehen konnte. Dieser Zustand eines Unentschiedens muss für die Kosmokraten als Niederlage gewertet werden.

Nun hatten andere Kräfte über Sieg oder Niederlage zu entscheiden. Die Kosmokraten schickten ihre Kosmischen Fabriken in die Schlacht, und die Chaotarchen parierten mit ihren Chaotendern. Der darauffolgende Krieg wogte eine Ewigkeit hin und her, keine der Parteien konnte entscheidende Vorteile für sich verbuchen, obwohl jede ihre stärksten Waffen einsetzte. Die namenlose Galaxis wurde dabei völlig zerstört, so dass sich die Kräfte über Erranternohre verteilten. Doch blieb Erranternohre das Schicksal ihrer Nachbargalaxis erspart, denn die Gegner einigten sich darauf, hier ein Gleichgewicht der Kräfte zu etablieren.

Die Auseinandersetzung endete schließlich mit einem Patt. Und es entstand in Erranternohre die besondere Situation, dass in einer völlig intakten Galaxis sowohl eine Materiequelle als auch eine Materiesenke zugegen waren. Eine im Kosmos einmalige Konstellation!

In der vorausgegangenen Schlacht verloren die Kosmokraten zwei ihrer Kosmischen Fabriken und die Chaotarchen ebenfalls zwei ihrer Chaotender. Einer der Chaotender war ZENTAPHER 36, für den nun Ersatz geschaffen werden musste. Und Kintradim Crux war ausersehen worden, den Bau des 37. ZENTAPHER zu leiten.

*

Die Erfahrung des »lehrreichen Schmerzes« war für mich überaus einprägsam, ja sogar lebensbestimmend. Der Schmerz hatte hier nicht die Funktion der Bestrafung, sondern eindeutig die einer Stimulierung. Er regte an, schärfte die Sinne und machte sie empfänglich für feinste Nuancierungen. Und da ich diese Erfahrung noch öfter machen sollte...



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