Vámos | Meine zehn Frauen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

Vámos Meine zehn Frauen

Roman
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-05196-9
Verlag: btb
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

ISBN: 978-3-641-05196-9
Verlag: btb
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die höchst amüsanten Irrungen und Wirrungen eines Schürzenjägers

Der Goethe-Spezialist János Mester hat weder in der Forschung noch bei den Frauen wirklich Fortune: als Wissenschaftler wartet er bisher vergebens auf den großen Durchbruch, und seine dritte Ehe steht vor dem Aus. Umso willkommener ist ihm da ein Forschungsaufenthalt in Berlin. Endlich wird er sein Buch über den Dichterfürsten und dessen Romanzen zum Abschluss bringen können. Aber statt zu arbeiten, lässt Janos lieber sein eigenes Leben und seine Lieben Revue passieren. Im Gegensatz zu dem verehrten Meister hat er es jedoch nur auf ganze zehn Frauen gebracht. Und nur eine davon hat er wirklich geliebt.

Miklós Vámos, geboren 1950 in Budapest, ist gelernter Jurist. Er war Dramaturg und Verlagsleiter, hat Theaterstücke und Drehbücher verfasst, seine Romane und Erzählungen sind vielfach preisgekrönt und in mehrere Sprachen übersetzt. Vámos lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Budapest. In Ungarn ist Vámos ein Star, nicht zuletzt durch seine Fernsehserie Lehetetlen (Unmöglich), die in Ungarn zu den beliebtesten TV-Ereignissen zählt.
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" (S. 246-248)

Warum verliebt man sich in jemanden? Warum gerade in diese und nicht in jene Person, warum gerade jetzt und nicht später oder früher? Welche unsichtbare Macht mischt da die Karten?

Nun, ich weiß es nicht. Weiß das überhaupt jemand? Dann soll er es bitte verraten. Wusste es Goethe? Den Wahlverwandtschaften nach zu urteilen hatte er zumindest eine Ahnung. Wie auch von der Möglichkeit, mit zwei Frauen gleichzeitig. Auch wenn es tödlich ausging.

Im Krankenhaus verlegte ich mich wieder darauf, mein Tagebuch mit der Hand zu schreiben. Ich benutzte ein Heft, genauer gesagt einen Blindband. Eine Buchattrappe, die ich vom Akademischen Verlag geschenkt bekommen hatte. Bevor ein Werk gedruckt wird, wird eine Attrappe hergestellt, die die gleichen Maße hat wie die endgültige Ausgabe, den gleichen Einband, das gleiche Papier – nur sind die Seiten leer. Aus dem von mir verwendeten Blindband sollte einmal ein Fremdwörterbuch im Taschenformat werden, dahinein schrieb ich, und zwar mit Füller und grüner Tinte, wie Kosztolányi.

Mittlerweile dürfte das Wörterbuch längst erschienen sein.Wegen des vielen Arbeitens mit dem Computer hatte ich im Laufe der letzten Jahre buchstäblich verlernt, mit der Hand zu schreiben. Zunächst fiel mir auf, dass ich nicht mehr in der Lage war, meinen eigenen Namen mehrmals hintereinander gleich hinzuschreiben. Meine Bank bat mich, meine Unterschrift nicht zu variieren, weil sonst mein Konto gesperrt werden würde. Also kramte ich meinen alten Füller hervor, besorgte mir eine Flasche mit grüner Tinte und begann zu üben. Ich kam rasch zurecht. War ja auch toll, wie die farbige Tinte in gleichmäßigem Fluss aus der Feder strömte. Nachdem ich Lila, Blau und Rot ausprobiert hatte, beschloss ich, bei Grün zu bleiben.

Nach vielen, vielen Jahren erschien Gabi Huszár eines Tages plötzlich wieder auf der Bildfläche. Er war Urologe geworden. Da ich nicht in Arztkreisen verkehrte, waren wir uns nie über den Weg gelaufen. Nun führte uns der Zufall in der Bank zusammen. Er hatte ordentlich zugenommen, sein Bauch quoll über die Hose, und ich erkannte ihn kaum. »Na du?«, riefen wir zweistimmig. »Ich habe meine Konten hier.« »Und ich – nebbich – arbeite hier.« Nebbich verstand er nicht. »Das ist Jiddisch und heißt etwa leider.« »Ich wusste gar nicht, dass du Jude bist!« »Warum sollte ich Jude sein?« »Nun ja … bei diesen Ausdrücken!«"


Vámos, Miklós
Miklós Vámos, geboren 1950 in Budapest, ist gelernter Jurist. Er war Dramaturg und Verlagsleiter, hat Theaterstücke und Drehbücher verfasst, seine Romane und Erzählungen sind vielfach preisgekrönt und in mehrere Sprachen übersetzt. Vámos lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Budapest. In Ungarn ist Vámos ein Star, nicht zuletzt durch seine Fernsehserie Lehetetlen (Unmöglich), die in Ungarn zu den beliebtesten TV-Ereignissen zählt.



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