E-Book, Deutsch, 215 Seiten
Vogd Das Bild der Psychiatrie in unseren Köpfen
1. Auflage 2001
ISBN: 978-3-89700-259-3
Verlag: Verlag für Wissenschaft und Forschung
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Eine soziologische Analyse im Spannungsfeld von Professionellen, Angehörigen, Betroffenen und Laien
E-Book, Deutsch, 215 Seiten
ISBN: 978-3-89700-259-3
Verlag: Verlag für Wissenschaft und Forschung
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Die Fortschritte in den Neurowissenschaften, die Selbstreflexion der Sozialpsychiatrie, aber auch die Erfahrungen der Bewegung der Psychiatriebetroffenen, lassen es notwendig erscheinen, erneut ein Resümee zu ziehen: Wie stellt sich Psychiatrie heute dar, was kann sie leisten und was könnte sie leisten? Zur Sprache kommen hier unterschiedliche Akteure, die im Feld der Psychiatrie jeweils ihren eigenen Platz einnehmen: Psychiatriebetroffene, Angehörige, Laien, Pflegepersonal, Psychologen, Ärzte und Wissenschaftler. Aus dem Vergleich der unterschiedlichen Perspektiven ergibt sich ein differenzierteres Bild, in dem Widersprüche und Ungleichzeitigkeiten erscheinen, die einer genaueren Analyse bedürfen. Einige dieser Gegensätze liegen in der Natur psychischer Erkrankung selbst begründet und zeigen grundsätzliche Paradoxien der Therapie von Menschen mit geschädigter Autonomie auf. Andere Widersprüche resultieren aus der Geschichte der Psychiatrie: die düstere, schwarze Psychiatrie der ersten Hälfte des Jahrhunderts steht den neueren humanistischen Entwicklungen der Psychiatrie gegenüber. Außerdem zeigen sich in der psychosozialen Versorgung einige Lücken, die oft nur durch therapeutische Entscheidungen "wider besseren Wissens" gefüllt werden können. Fehlbehandlungen sind in dieser Hinsicht auch die Konsequenz einer verfehlten Gesundheitspolitik. In gewisser Hinsicht stellen die Ergebnisse dieser Studie auch eine Bestands- aufnahme der Psychiatrie in Deutschland dar. Ihre Probleme, aber auch ihre Chancen werden deutlich sichtbar.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Danksagung;4
2;Inhaltsverzeichnis;6
3;Einleitung;8
3.1;Qualitativer Zugang: den Spuren des subjektiven Erlebens folgen;11
3.2;Diskursanalystischer Teil: Reflexionen psychiatrischen Lebens;14
3.3;Polykontexturalität: systemische Zusammenschau der Perspektiven;15
4;A. Bilder der Psychiatrie in ausgewählten Köpfen: empirischer Teil;18
4.1;Die Akteure;18
4.2;Transkriptionsregeln;20
4.3;I. Zentrale Bilder;21
4.3.1;Spontane Assoziationen zum Begriff ‘Psychiatrie’;21
4.3.1.1;(a) Negativ-ablehnende Antworten;21
4.3.1.2;(b) Positiv-wertschätzende Antworten;24
4.3.1.3;(c) Ambivalente Antworten;26
4.3.2;Diskussion: Psychiatrie als widersprüchliche Einheit;27
4.3.3;Schutz und Zwang;28
4.3.3.1;(a) Schutzfunktion;29
4.3.3.2;(b) Gewalt;33
4.3.3.3;(c) Verweigerung;35
4.3.4;Diskussion: vom Dilemma geschädigter Autonomie;37
4.3.5;Stigmatisierung und Akzeptanz;39
4.3.5.1;(a) Diagnose und Krankheitsbegriff;39
4.3.5.2;(b) Akzeptanz psychiatrischer Erkrankungen im privaten Umfeld;42
4.3.5.3;(c) Stigmatisierung in der Berufswelt;46
4.3.5.4;(d) Gesellschaftlicher Abstieg;48
4.3.6;Diskussion: Paradoxien der Psychiatrisierung;49
4.4;II. Therapie;54
4.4.1;(a) Aufenthaltslager:;54
4.4.2;(b) Medikamente und Elektroschock;55
4.4.3;(c) Subjektivität und Autonomie;62
4.4.4;(d) Akzeptieren;63
4.4.5;(e) Therapeutische Beziehungen;67
4.4.6;(f) Vertrauen und Wahrhaftigkeit;69
4.4.7;(g) Nichttherapie als Therapie;71
4.4.8;(h) Unterstützung der Angehörigen;72
4.4.9;(i) Heilung der Heiler;75
4.4.10;Diskussion: Therapien in widersprüchlichen Einheiten;77
4.5;III. Gesellschaft;82
4.5.1;(a) Medikalisierung;82
4.5.2;(b) Strukturelle Probleme;85
4.5.3;(c) Richtige Adresse;89
4.5.4;(d) Öffentlichkeit;91
4.5.5;Diskussion: psychiatrische Versorgung innerhalb gesellschaftlicher Kräftefelder;94
5;B. Das Bild der Psychiatrie im wissenschaftlichen Diskurs;98
5.1;Betroffene: Entdeckung der Subjektivität des psychisch Kranken;98
5.1.1;(a) Bedürfnisse psychiatrischer Patienten;101
5.1.2;(b) Biographie psychiatrischer Patienten;101
5.1.3;(c) Rehabilitation;105
5.1.4;(d) Lebensqualität;109
5.2;Die Angehörigen;113
5.2.1;(a) Das Joch der Angehörigen;114
5.2.2;(b) Negatives Image der psychiatrischen Kernberufe;114
5.2.3;(c) Schuldgefühle;115
5.2.4;(d) Wünsche der Angehörigen an die Psychiatrie;115
5.2.5;(e) Bedürfnis nach Ausgrenzung psychisch Kranker;116
5.2.6;(f) Angehörige: Co-Therapeuten oder Multiplikatoren der Krankheit?;117
5.2.7;(g) Die Ressource „Angehörige” nutzen lernen;117
5.3;Das Personal;119
5.3.1;(a) Heilen und Ordnen: Psychiatrie im doppeltem Auftrag:;119
5.3.2;(b) Objekt Mensch: die Seele in medizinischer Codierung;120
5.3.3;(c) Semantik der Macht als Drehpunkt psychiatrischer Institutionen;120
5.3.4;(d) Umkehr der Rollen: Beziehungsfallen psychiatrischer Arbeit;122
5.3.5;(e) Mitfühlende Macht: Gewalt im Dienste des Patienten;123
5.3.6;(f) Emotionale Überforderung;125
5.3.7;(g) Wem dient die Psychiatrie: dem Personal oder dem Patienten?;127
5.3.8;(h) Therapie: Beruhigung der Therapeutenseele?;128
5.3.9;(i) Heilen oder Erziehen: versteckte pädagogische Ziele;129
5.3.10;(j) Nicht mehr leisten können: Therapie im Armutsbewusstsein;130
5.3.11;(k) Der Patient in der Kaste der Unberührbaren: depersonalisierende Kommunikation;131
5.3.12;(l) Vom Schaden der Tabuisierung oder von der Notwendigkeit, Probleme benennen zu dürfen;132
5.4;Gewalt;132
5.4.1;(a) Totale Institution;133
5.4.2;(b) Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung;134
5.4.3;(c) Sanfte Gewalt therapeutischer Programme;136
5.4.4;(d) Patientengewalt: bizarre Reaktion oder verstehbare Aggression;138
5.4.5;(e) Therapeutengewalt: Helfer im Dilemma;140
5.4.6;(f) Gewalt verschleiern oder als notwendiges Übel akzeptieren;141
5.4.7;(g) Trotz Gewalt: es besser machen;143
5.5;Therapie;145
5.5.1;(a) Auflösung der Grenzen zwischen Geist und Materie;146
5.5.2;(b) Biologische Psychiatrie;151
5.5.3;(c) Sozialpsychiatrie;156
5.5.4;(d) Nicht Therapie;159
5.5.5;(e) Antipsychiatrie;161
5.5.6;(f) Phänomenologische und konstruktivistische Zugänge;164
5.5.7;(g) Narrative Dekonstruktion psychiatrischer Objektivität;168
5.5.8;(h) Multidimensionale Psychiatrie;171
5.6;Öffentlichkeit;178
5.6.1;(a) Einstellungstendenzen gegenüber psychisch Kranken;179
5.6.2;(b) Angst vor dem gewalttätigen Verrückten;180
5.6.3;(c) Laientheorien über die Ursache psychischer Erkrankungen;181
5.6.4;(d) Psychiatrie als Institution des Horrors;184
5.6.5;(e) Schöne neue Welt: der Mensch als Marionette totalitärer Technokraten;186
5.6.6;(f) Stereotype Figuren der Verücktheit: dämonisches Monster oder verrücktes Genie?;191
6;C. Psychiatrie der Zukunft -> Wohin soll es gehen?;194
6.1;(a) Abschlieflende Diskussion;194
6.2;(b) Schlussfolgerungen;200
7;Literatur;202




