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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 110 Seiten
Vogler / Kühn Auf der Jagd nach dem Bernsteinzimmer
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96058-325-7
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Geheimnis im Leinawald
E-Book, Deutsch, 110 Seiten
ISBN: 978-3-96058-325-7
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mike Vogler wurde 1970 in Dresden geboren und lebt heute mit seiner Frau im Stadtteil Dresden-Klotzsche. Schon seit früher Jugend beschäftigt sich Mike Vogler mit geschichtlichen und grenzwissenschaftlichen Themen. Neben dem Heiligen Gral sind Geschichte und Mythologie unserer germanischen Vorfahren seine bevorzugten Forschungsgebiete. Ergebnisse dieser Forschung waren das Erscheinen der Bücher 'Mysterium Heiliger Gral' (2010) sowie 'Hexen, Teufel und Germanen' (2012). In der Folgezeit wandte sich der Autor verstärkt der historischen Erforschung von Mythen und Legenden zu, die in 'Düstere Legenden' (2014) und 'Legenden des Grauens' (2018) beschrieben wurden. Neben seiner Arbeit als Verlagsautor veröffentlicht Mike Vogler auch Bücher in Eigenregie, ist an verschiedenen Anthologien zu den Geheimnissen der Menschheitsgeschichte beteiligt und schreibt Artikel für Fachmagazine. Heimatforscher und Co-Autor Mirko Kühn, geboren 1978, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Geheimnissen, die sich um den Leinawald ranken. Gemeinsam mit enthusiastischen Mitstreitern und verschiedenen Experten versucht er, die im Leinawald verborgene Bunkeranlage ausfindig zu machen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einleitung
TEIL I
Beutekunst im Dritten Reich
Einführung
Privatsammler Hitler
Der "Führervorbehalt"
Sonderauftrag Linz" – das "Führermuseum"
Kunstraub in Polen
Kunstraub in der Tschechoslowakei
Kunstraub in der UdSSR
Kunstraub in Frankreich
Gurlitt – Das Gesicht des NS-Kunstraubs
Das Bernsteinzimmer
Das "achte Weltwunder"
"Die Deutschen kommen!" – Der Raub des Bernsteinzimmers durch die Wehrmacht
Auf der Jagd nach dem Bernsteinzimmer
Paul Enke und die "Operation Puschkin"
Dietmar B. Reimann und der Poppenwald
Heinz-Peter Haustein und der Fortuna-Stollen in Deutschneudorf
TEIL II
Die Gemeinde Nobitz und der Leinawald
Die Gemeinde Nobitz
Der Leinawald
Der Flugplatz Altenburg-Nobitz
Der Leinawald im Dritten Reich
Der Leinawald nach 1945
Die Rote Armee und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Leinawald
Ein geheimnisvoller Besucher
Ein amerikanischer Schatzjäger im Leinawald
Die Leinawald-Forschung heute
Erkundungsarbeit über die unterirdische Anlage aus der NS-Zeit im Leinawald
TEIL III
Theorie I: Der Totentemper der Nazis
Theorie II: Das Schatzversteck des Dritten Reiches
KAPITEL II
Das Bernsteinzimmer
Das „achte Weltwunder“
Zweifelsohne gehört das legendäre Bernsteinzimmer zu den bedeutendsten Beutestücken des NS-Kunstraubes im Zweiten Weltkrieg.
Der russische Kunsthistoriker Armin von Fölkersam fand im Jahre 1912 folgende treffenden Worte für das unvergleichliche Kunstwerk: „Der Stil des Bernsteinzimmers von Zarskoje Selo ist ein Gemisch von Barock und Rokoko und ist ein wahres Wunder nicht nur durch den großen Wert des Materials, die kunstvolle Schnitzerei und Leichtigkeit der Formen, sondern hauptsächlich durch den schönen, bald dunklen, bald hellen Ton des Bernsteins, der dem ganzen Zimmer einen unaussprechlichen Reiz verleiht.“9
Ein britischer Gesandter in Petersburg bezeichnete das Bernsteinzimmer gar als „achtes Weltwunder“.
Am 18. Januar 1701 ließ Leopold I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. zum preußischen König krönen. Der nunmehrige König Friedrich I., ein Freund von Kunst und Kultur, gedachte dieses Ereignis gebührend zu würdigen. Aus diesem Grund beauftragte er den dänischen Bernsteinschneider Gottfried Wolfram mit einer Wandtäfelung aus Bernstein für ein persönliches Kabinett des frischgebackenen Königs im Berliner Schloss. Anscheinend führte Wolfram seine Arbeit nicht wie gewünscht aus, denn mit der Fertigstellung der Wandtäfelung wurden die Danziger Bernsteindrechsler Ernst Schacht und Gottfried Thurau beauftragt, die dem König Ende des Jahres 1711 das fertige Bernsteinkabinett präsentieren konnten.
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Leider war es Friedrich I. nicht lange vergönnt, sich an dem unvergleichlichen Kunstwerk zu erfreuen, denn er verstarb bereits im Februar 1713. Sein Sohn und Nachfolger, Friedrich Wilhelm I., hatte nichts für den Kunstsinn seines Vaters übrig. Ihm ging es in erster Linie um die militärische Macht Preußens. Um dafür Gelder freizusetzen, war dem neuen König jedes Mittel recht. So ließ er das königliche Tafelsilber einschmelzen, verkaufte den Krönungsmantel seines Vaters und ließ rigoros Hofämter abschaffen.
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Im Jahr 1716 lud der preußische König den russischen Zaren Peter I. nach Berlin ein, um jenen für ein Bündnis gegen den schwedischen König Karl XII. zu gewinnen. Friedrich Wilhelm I. wollte mit russischer Hilfe Vorpommern zurückerobern, das seit dem Westfälischen Frieden von 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendet hatte, unter schwedischer Vorherrschaft stand. Peter I. war prinzipiell mit einem preußisch-russischen Militärbündnis einverstanden, machte jedoch unmissverständlich klar, dass er als Gegenleistung in erster Linie Wertgegenstände erwartete. Ihm hatte es besonders das Bernsteinzimmer angetan. Ohne zu zögern befahl der Preußenkönig die Demontage des Bernsteinzimmers. Sorgfältig in achtzehn Kisten verpackt, wurde die kostbare Wandvertäfelung im April 1717 von Berlin nach St. Petersburg gebracht.
In St. Petersburg wurde das Bernsteinzimmer zunächst im alten Winterpalais, sechs Jahre später dann im neuen Winterpalais installiert. Im Jahr 1755 fand dann der Umzug in das nach Versailler Stil umgebaute Katharinen-Palais in Zarskoje Selo, der Sommerresidenz der Zarenfamilie, statt. Allerdings war der vorgesehene Saal im Katharinen-Palais sechsmal so groß wie das Kabinett des Preußenkönigs im Berliner Schloss, für welches das Bernsteinzimmer ursprünglich gebaut wurde. Der mit dem Einbau beauftragte Hofarchitekt Carlo Rastrelli benötigte gemeinsam mit fünf Bernsteinschnitzern aus Königsberg acht Jahre für die Neugestaltung des Bernsteinzimmers. Es wurden 24 große venezianische Spiegel mit bernsteinverzierten Sockeln und vier florentinische Steinmosaikbilder in die bestehende Komposition eingefügt. Vergoldete Holzornamente an und über den weißen Türen fügten sich ebenso harmonisch in das Gesamtbild ein wie das Intarsienparkett mit Perlmutteinlagen. So blieb das Bernsteinzimmer zwar in seinem Ursprung erhalten, gleichzeitig entstand jedoch ein neues Kunstwerk.
„Die Deutschen kommen!“
Der Raub des Bernsteinzimmers durch die Wehrmacht
Mit dem Beginn des „Unternehmens Barbarossa“, dem Überfall auf die Sowjetunion, begann auch die systematische Plünderung der russischen Kunstschätze. Mitte Juli 1941 erreichte die Heeresgruppe Nord der Wehrmacht den Raum Sankt Petersburg. Während der Belagerung der Stadt waren Soldaten der Wehrmacht auch im Katharinen-Palais in Puschkin, dem früheren Zarskoje Selo, untergebracht. Im Tagebuch der 18. Armee ist dazu folgender Eintrag vermerkt:
Angemerkt sei, dass die Kunsthistoriker Ernstotto Graf zu Solms-Laubach und Hauptmann Dr. Georg Pönsgen zum Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg gehörten und der 18. Armee der Heergruppe Nord unterstellt waren.
Das wertvolle Bernsteinzimmer im Katharinen-Palais war zunächst von den beiden Kunsthistorikern übersehen worden. Russische Kunstfreunde hatten es hinter dicken Pappwänden versteckt, da für Demontage und Abtransport auf Grund der anrückenden deutschen Truppen keine Zeit geblieben war. Entdeckt wurde die kunstvolle Wandvertäfelung nur zufällig von zwei Wehrmachtssoldaten, welche die Pappwände zum Feuermachen verwenden wollten. Glücklicherweise kam ein gewisser Hauptmann Hans Hunsdörfer unmittelbar nach der Entdeckung hinzu und konnte die Soldaten davon abhalten „Erinnerungsstücke“ aus der Bernsteinvertäfelung herauszubrechen.
Ernstotto Graf zu Solms-Laubach und Hauptmann Dr. Georg Poensgen waren begeistert von dem wertvollen Fund. Nach eingehender Untersuchung ließen sie die kostbare Wandvertäfelung von einem Unteroffizier und sechs Soldaten der 3. Kompanie des Nachschub-Bataillons 553 abmontieren und sorgfältig in Kisten verpacken. Anschließend wurde das Bernsteinzimmer auf Anweisung von Erich Koch, dem Gauleiter von Ostpreußen und seit September 1941 „Reichskommissar für das Reichskommissariat Ukraine“, nach Königsberg gebracht. Dort wurde die Verantwortung für das „achte Weltwunder“ dem Direktor der Kunstsammlungen Königsberg, Dr. Alfred Rohde, übergeben. Das Bernsteinzimmer wurde in einem eigens dafür hergerichteten Raum im dritten Stock des Königsberger Schlosses aufgebaut. Leider stellte sich heraus, dass der Raum zu klein war, so dass die venezianischen Spiegel und die dazugehörigen Sockelplatten im Keller des Schlosses eingelagert wurden. Bis zum Frühjahr 1944 war das Bernsteinzimmer auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
Am 27. und 29. August 1944 wurde Königsberg von verheerenden Luftangriffen der Alliierten heimgesucht, die auch das Schloss in arge Mitleidenschaft zogen. Glücklicherweise befand sich der Großteil des Bernsteinzimmers bereits sicher im Keller, so dass es weitgehend unversehrt blieb. Allerdings wurde nun ernsthaft darüber nachgedacht, das Bernsteinzimmer aus Sicherheitsgründen zu evakuieren. Mit Genehmigung des Gauleiters Erich Koch machte sich Rhode auf die Suche nach geeigneten Ausweichquartieren. Dieser entschied sich schließlich nach einer eingehenden Ortsbesichtigung für die Burg Kriebstein im sächsischen Zschopautal.
Nach seiner Rückkehr nach Königsberg am 8. Dezember 1944 organisierte Rhode den Abtransport des Bernsteinzimmers nach Sachsen. Von da an begann das Mysterium des verschwundenen Bernsteinzimmers, welches bis heute anhält.
Am 19. Dezember 1944 erreichten zwei mit...




