E-Book, Deutsch, 0 Seiten
Vornholt Star Trek - Classic: Zuflucht
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11723-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
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ISBN: 978-3-641-11723-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Irgendwo in der Galaxis soll der Planet Zuflucht existieren, der allen Verfolgten Schutz und eine neue Heimat bietet. Doch die Sternenflotte weiß nicht genau, wo er sich befindet. Als Kirk mit der Enterprise einen Piraten verfolgt, rettet dieser sich auf Zuflucht. Kirk, Spock und Dr. McCoy folgen ihm. Bei ihrer Ankunft auf dem Planeten müssen sie feststellen, dass sie zwar nicht willkommen sind, den Planeten aber auch nicht mehr verlassen können. Für die drei Offiziere beginnt ein Kampf ums Überleben und um die Rückkehr zum Schiff. Und gerade, als sie glauben, entkommen zu können, entdecken sie das grausame Geheimnis von Zuflucht.
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Kapitel 1
Captain Kirk beugte sich über die Schulter des Steuermannes und blickte auf einen kleinen leuchtenden Punkt auf dem Bildschirm. Er war zwar von den ihn umgebenden Sternen kaum zu unterscheiden, aber diese bewegten sich in Relation zur Enterprise. Der Punkt jedoch nicht.
»Holen wir ihn ein, Mr. Sulu?«, fragte Kirk.
»Negativ, Sir«, antwortete der Offizier und bemühte sich, die Schwere seiner Lider wegzublinzeln. Die Verfolgungsjagd hatte vor etwa zwölf Stunden begonnen, und allmählich forderte sie von allen den Preis der Müdigkeit. »Ihre Höchstgeschwindigkeit passt sich der unseren Warp für Warp an.«
»Wie kann das sein, Captain?«, fragte Chekov frustriert. »Das Schiff hat doch höchstens ein Zehntel der Größe der Enterprise.«
»Ungefähr ein Zweiundzwanzigstel der Enterprise«, sagte eine Stimme hinter ihnen. Spock, der Erste Offizier der Enterprise, richtete sich an der wissenschaftlichen Station auf. »Freilich hat die Größe eines Schiffes nichts mit seiner Geschwindigkeit zu tun. Vor allem dann nicht, wenn es wenig Masse und eine kleine Besatzung hat. Wenn man die Lebenserhaltungssysteme auf das Minimum beschränkt, kann man neunzig Prozent der Schiffsenergie in den Warpantrieb leiten. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Konstrukteure von Auk-rex' Schiff Zugriff zur neuesten Starfleet-Technik hatten.«
»Warum auch nicht?«, murmelte Kirk. »Schließlich plündert er schon seit über fünf Jahren unsere Frachter aus. Der Teufel soll ihn holen. Und ich dachte schon, wir hätten ihn.«
»Entschuldigen Sie die Unterbrechung, aber in achtunddreißig Minuten treten wir in einen Sektor ein, der von der Flotte weder kartografiert noch erforscht wurde«, sagte Chekov. »Wollen Sie die Verfolgung fortsetzen?«
»Auf jeden Fall«, sagte Kirk. »Auk-rex hat im letzten Monat drei unserer Frachter überfallen. Die Flotte will dem endlich ein Ende machen.« Er wandte sich dem verlässlichen Ersten Offizier zu. »Sie müssen rauskriegen, wo er hin will, Spock. Berechnen Sie seinen Kurs.«
Der Vulkanier hob eine Braue. »Es wird nicht einfach sein, seinen exakten Kurs zu berechnen, Captain, da wir keine Informationen über diesen Sektor haben. Aber ich werde es versuchen.«
Kirk rieb sich vor Müdigkeit die Augen. »Lieutenant Uhura, übermitteln Sie der Flotte unsere momentane Position und unsere Absichten.«
»Aye, Captain«, bestätigte die Funkoffizierin, deren Hände schon über die Konsole glitten.
Kirk machte sich auf den Weg zum Turbolift. Die Doppeltür erzeugte das typische Zischen, als sie sich öffnete. »Ich bin im Lazarett zu erreichen«, sagte er, ohne jemanden persönlich anzusprechen. »Vielleicht hat Mr. McCoy ein paar Ideen.«
Dr. McCoy lächelte über sein Brandyglas hinweg. »Er ist dir also entwischt, Jim? Er ist nicht in deine Falle getappt?«
»Die Falle war schon in Ordnung«, erwiderte Kirk leicht beleidigt. Zu den Dingen, die McCoy auszeichneten, gehörte auch, dass es ihm gefiel, wenn Menschen sich menschlich zeigten. Und irren war menschlich. »Es war eine gute Idee«, sagte Kirk. »Aber irgendwie hat der Lump den Braten gerochen und geahnt, dass der Frachter nur eine Attrappe war. Er war zwar nahe an unserem Köder dran, aber angebissen hat er nicht.«
»Deswegen erwischt ihn auch keiner.« McCoy zuckte die Achseln. »Ich weiß zwar, dass er eine echte Pest ist, aber du musst zugeben, dass man ihn auch ein bisschen bewundern muss. Bei all den staatlichen Abkommen und Vorschriften ist es heutzutage schließlich nicht leicht, sein Leben als Pirat zu fristen. Soweit ich weiß, hat er noch nie mutwillig jemanden umgebracht.«
Kirk blickte finster drein. »Nein. Er legt die Frachter nur lahm und stiehlt ihre wertvollsten Güter. Er kriegt heraus, was sie an Bord haben, indem er die Schiffscomputer anzapft. Dann beamt er alles von Bord und verschwindet – noch bevor man kapiert, was eigentlich los ist.«
»Hmm, ich wette, die Computerdaten sind auch einiges wert. Was wissen wir sonst noch über ihn?«
»Nicht gerade viel«, gestand Kirk ein. »Er ist sehr anspruchsvoll, aber auch von Rätseln umgeben. Wir wissen nicht mal, ob er ein Mensch oder ein Klingone ist. Er lässt sich nie auf Ton- oder Bildkommunikation ein. Er sendet nur kodiert. Außerdem treibt er sich stets in der Nähe der Handelsrouten der Flotte herum. Die Föderation möchte ihm so viele Fragen stellen, dass sie ihn nicht töten, sondern nur festnehmen will.«
McCoy schüttelte sichtlich amüsiert den Kopf. »Und indem wir Auk-rex verfolgen, können wir ganz nebenbei testen, wie schnell die Enterprise ist.«
»So ungefähr«, sagte Kirk. Er nahm einen Schluck von seinem lauwarmen Kaffee und runzelte die Stirn. »Ich bin eigentlich gekommen, weil ich dachte, du hast eventuell eine Idee. Aber nach allem, was ich höre, findest du diesen Piraten wohl auch noch sympathisch.«
»Nun ja … Es ist wohl ein Teil meiner Persönlichkeit, dass ich immer für den Bösewicht eintrete«, sagte McCoy grinsend. »Da sitzen wir im modernsten Schiff der Föderation und sind nicht mal in der Lage, einen kleinen Sternenhopser zu fangen.«
»Er ist alles andere als ein Sternenhopser«, sagte Kirk in ruhigem Tonfall. »Sein kleines Schiff kann es mit allem aufnehmen, was die Flotte zu bieten hat.« Er setzte ein Lächeln auf. »Er ist zwar schnell, aber nicht schnell genug, um uns abzuschütteln. Früher oder später muss er den Warp verlassen. Wenn es soweit ist, packen wir ihn mit dem Traktorstrahl. Dann hat er ausgehustet.«
McCoy nickte. »Bleibt nur die Frage, ob er es früher oder später macht.«
»Das wüsste ich auch gern«, sagte Kirk.
Ein hochfrequenter Ton erklang im Raum und wurde alsbald von Spocks Stimme abgelöst. »Brücke an Captain Kirk.«
»Kirk hier. Was ist los?«
»Wir dringen jetzt in den unbekannten Sektor ein«, erwiderte Spock. »Noch keine Statusveränderung, aber ich habe eine Theorie, was Auk-rex' Ziel angeht.«
»Ich bin schon auf dem Weg«, antwortete Kirk und schaltete den Kommunikator aus. Er wandte sich lächelnd zu seinem Freund um. »Willst du mitkommen, Pille, und deinem Bösewicht die Daumen drücken?«
»Ich möchte es um nichts in der Welt verpassen.« McCoy grinste.
Als Kirk und McCoy die Brücke betraten, schauten alle – mit Ausnahme von Spock – in ihre Richtung. Der schlanke Vulkanier stand regungslos über die Konsole der wissenschaftlichen Station gebeugt und studierte auf dem Monitor Daten, die sich so schnell bewegten, dass ein Mensch sie nicht hätte verfolgen können. Kirk wartete geduldig, bis er mit seinen Studien fertig war und sich zu ihm umdrehte.
»Was ist Ihrer Meinung nach sein Ziel?«, fragte er.
»Ich bin mir noch nicht sicher«, sagte Spock, »aber die Langstreckensensoren melden, dass er direkt ein Sonnensystem mit neun Planeten ansteuert, von denen einer eine Atmosphäre aufweist, die menschliches Leben ermöglicht. Da die Flotte diesen Sektor offiziell nie erforscht hat, habe ich einige Meldungen und Gerüchte recherchiert.«
»Gerüchte, Spock?«, fragte McCoy und täuschte große Verblüffung vor. »Ich dachte, die Vulkanier geben sich nie mit Gerüchten ab.«
»Normalerweise nicht, Doktor«, sagte der Vulkanier zustimmend. »Aber alles, was wir über diesen Sektor wissen, ist durch keinerlei Fakten untermauert. Aus diesem Grund sind wir gezwungen, Gerüchte in die Berechnungen einzubeziehen.« Spock schaute Kirk an. »Haben Sie je von einem Planeten namens ›Zuflucht‹ gehört?«
»Klar«, sagte McCoy. »Es ist ein Mythos. Ein Planet, auf dem jeder Verfolgte seine Verfolger abschütteln kann und Zuflucht findet. Es ist so was wie El Dorado oder Atlantis. Hört sich großartig an, aber niemand hat je bewiesen, dass der Planet existiert.«
Spock nickte. »Er wurde in keinem Sektor gefunden, den die Flotte erforscht hat. Allerdings hat die Flotte auch nicht die gesamte Galaxis erforscht. Die Sternkarten der Klingonen listen einen Planeten dieses Namens in dieser Gegend auf, und er wird auch in den Mythen zahlreicher anderer raumfahrender Völker erwähnt. Laut der Legende nimmt dieser Planet alle auf, die schuldig oder unschuldig verfolgt werden und denen anderswo Strafe droht. Zuflucht liefert niemanden aus, und keiner, der den Planeten erreicht hat, wurde später je festgenommen.«
»Was soll das heißen?«, fragte Kirk und schritt zum Kommandosessel. »Wollen Sie damit sagen, dass der Planet wirklich existiert – und dass der Pirat auf ihn zuhält?«
»Ich kann zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass der Planet existiert, aber die Klingonen glauben daran. Und Auk-rex wohl auch.«
Kirk nickte und starrte den kleinen Punkt auf dem riesigen Bildschirm nachdenklich an. »Er hat keine andere Chance, oder?«
»Nein, Captain.«
Kirk richtete sich im Kommandosessel auf. »Wir haben zwar nicht viele Informationen über das Schiff … aber sind Sie der Meinung, dass es auf einem Planeten landen kann?«
»Es ist klein genug«, erwiderte Spock. »Einige Überraschungen hat es uns ja schon bereitet. Die Fähigkeit, auf einem Planeten zu landen, würde ihm noch einen Vorteil vor großen Schiffen wie der Enterprise geben, die in der Kreisbahn bleiben müssen. Selbst wenn sein Ziel nicht der legendäre Planet Zuflucht ist, wäre die Landung auf einem Planeten seine einzige Chance, uns zu entkommen.«
»Wie viel Zeit haben wir noch, bis wir in das namenlose Sonnensystem eintreten, Mr. Sulu?«, fragte Kirk.
»Vierundvierzig Minuten«, antwortete der Steuermann.
Kirk drückte auf...




