Wagers | Sternenkrone | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 464 Seiten

Reihe: Der Indrana-Krieg-Reihe

Wagers Sternenkrone

Der Indrana-Krieg - Roman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-641-21129-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Indrana-Krieg - Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 464 Seiten

Reihe: Der Indrana-Krieg-Reihe

ISBN: 978-3-641-21129-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hail Bristol, die ehemalige Kopfgeldjägerin und neuerdings Herrscherin des Indrana-Imperiums, hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur warten drängende Regierungsgeschäfte, die sie lieber mit dem Blaster als mit dem Datenpad erledigen würde, sondern sie muss sich auch gegen Palastintrigen und Mordanschläge behaupten. Und dann ist da noch der drohende Krieg. Aber Hail wäre nicht sie selbst, wenn sie sich davon schrecken ließe …

K. B. Wagers wuchs in Colorado auf, studierte Russisch und wurde für ihre Sachbücher bereits zweimal mit dem Air Force Space Command Media Contest Award ausgezeichnet. Mit ihrer großen neuen Weltraum-Saga um die mutige Space-Piratin Hail Bristol hat sie sich in die Herzen ihrer Fans geschrieben. K. B. Wagers lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn am Fuße der Rocky Mountains.
Wagers Sternenkrone jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


· 1 ·

Die Hinrichtungen wurden in einem unscheinbaren Gebäude innerhalb des Regierungsbezirks am anderen Ende der Stadt vollstreckt. Als ich den Raum mit meinen BodyGuards betrat, wurde es still. Nur eine Woche war seit dem Putschversuch vergangen, der vielen meiner BodyGuards das Leben gekostet hatte, und noch immer herrschte einige Unruhe in meinem Team. Mein Ekam und mein Dve, Emmory und Cas, waren beide an meiner Seite. Zin, Willimet und Kisah standen hinter mir.

Ich trug eine schwarze Uniform – keinen Sari, kein Trauerpulver auf meinem Gesicht. Ein bewusstes Signal an die Verräter, deren Hinrichtung ich bald beiwohnen würde: meine Cousine Ganda und mein Neffe Laabh.

»Eure Majestät.«

Jeder der Anwesenden machte einen Hofknicks oder verbeugte sich tief.

»Erhebt euch, bitte.« Während ich durch den Raum schritt, grüßte ich den Richter, die Anwälte und die anwesenden Polizeibeamten.

»Majestät.« Premierminister Eha Phanin vollführte eine perfekte Verbeugung und streckte mir zum Gruß die Handflächen entgegen. »Wir sind froh, Euch wohlauf zu sehen.«

»Ganz meinerseits, Eha. Ich bin erleichtert, dass Ihr in dem ganzen Chaos nicht zu Schaden gekommen seid.«

Phanin wedelte mit einer schlanken Hand. »Ich war in meinem Büro, als es passiert ist. Zum Glück wurde das Gebäude sofort abgeriegelt. Ich glaube nicht, dass sie es auf mich abgesehen hatten – wenn man bedenkt, wie unwichtig meine Position ist.«

Darauf fiel mir keine gute Erwiderung ein. Er war das Oberhaupt der Generalversammlung, doch diese selbst war eher repräsentativer Natur. Phanin hatte keine wirkliche Macht innerhalb der indranischen Regierung. Seine Aufgabe war es, das Volk ruhig zu halten.

Auch wenn ich dies ändern wollte, würde ich es ihm nicht auf die Nase binden.

»Eure Majestät.« Zwei Flottenoffiziere erschienen gerade rechtzeitig, um mich aus dieser unangenehmen Situation zu befreien. Phanin murmelte einen Abschiedsgruß und verschwand.

»Kommandant Timu Stravinski.« Der Befehlshaber, ein Mann mit ergrauten Schläfen und klaren grauen Augen, salutierte und nickte Emmory zu.

»Kommandant.«

Die junge Frau neben ihm war kaum achtzehn Jahre alt. Ihre Augen waren tiefblau, und sie trug ihr blondes Haar in einem eleganten Knoten über dem Kragen ihrer Marineuniform. Ich wusste, noch bevor sie ihren Namen nannte, wer sie war: Meine Cousine. Ein Familienmitglied – ebenso wie die Frau, die ich nun hinrichten lassen würde.

»Oberleutnant Jaya Naidu, Majestät.« Sie salutierte.

»Lieutenant.« Auch wenn Gandas jüngere Schwester meiner verräterischen Cousine nicht allzu ähnlich sah, erkannte ich dennoch ihre Züge in ihr wieder. Ich spürte, wie Emmory sich in Erwartung einer unangenehmen Szene anspannte.

»Ich habe mich freiwillig als Zeugin gemeldet, Eure Majestät – um meinen Eltern weitere Qualen zu ersparen. Sie haben den Namen der Verräterin aus dem Stammbaum entfernt. Ich komme nicht aus Mitleid oder um ihr den Abschied zu erleichtern. Ich bin nur hier, um zu sehen, wie der Gerechtigkeit Genüge getan wird.« Jaya verbeugte sich knapp.

»Richte deinen Eltern mein Beileid aus.« Meine Tante hatte ich einige Male bei Zusammenkünften des Matriarchinnenrats gesehen, aber nie mit ihr gesprochen. Meinen Onkel hatte ich nicht mehr zu Gesicht bekommen, seit ich meine Heimat verlassen hatte. Ich erinnerte mich an den einzigen Bruder meiner Mutter als liebenswürdigen Mann mit einem fein geschnittenen Gesicht.

»Meine Familie ist Euch treu ergeben, Majestät.«

»Selbstverständlich, ich danke dir.« Meine Stimme war tonlos, mir fiel keine bessere Antwort ein. Lieutenant Naidu nickte mir noch einmal zu und ging.

Für Laabh war niemand außer seinem Anwalt gekommen, der sich tief vor mir verbeugte. Der Vater meines Neffen war zu den Saxoniern geflohen. Seine Mutter und Schwester waren bei einem Bombenanschlag der radikalen Upjas gestorben, bei dessen Planung er geholfen hatte. Leenas Familie hatte sich längst von ihm losgesagt, um sich nicht den Unmut des Throns zuzuziehen. Ich war die einzige Familie, die ihm noch geblieben war. Und ich hatte gerade an diesem Morgen veranlasst, seinen Namen für immer aus unseren Annalen zu tilgen.

Ich sah, wie Leena Surakesh durch die Tür schlüpfte. Sie war bereits in das Weiß der Witwen gekleidet und hatte dunkle Ringe unter den Augen. Die Hände krallte sie so fest in ihren Sari, dass die Fingerknöchel sich scharf abzeichneten. Ihr großer gesellschaftlicher Coup – die Ehe mit einem Mitglied des Kaiserhauses – hatte sich in einen Albtraum verwandelt.

Ich murmelte eine an Laabhs Anwalt gerichtete Entschuldigung, lief zur Tür und umarmte Leena, bevor sie einen Hofknicks zustande brachte. Sie erstarrte vor Schreck, um sich dann einen Moment lang an mich zu klammern.

»Ich habe Taran zu Hause gelassen«, sagte sie, als sie sich von mir löste. »Ich dachte, es wäre nicht angemessen, ihn mitzubringen. Er versteht das alles noch nicht.«

»Das war eine gute Entscheidung, er gehört ja nach wie vor zur Familie. Sein Bruder trägt die alleinige Schuld. Taran werden wir nicht zur Rechenschaft ziehen.«

Wir hatten einige Daten aus Dr. Satirs smati retten können. Sie bestätigten Laabhs Aussage, dass das lokum, das Taran meiner Mutter wöchentlich als Geschenk mitgebracht hatte, mit Amanita virosa indus versetzt gewesen war. Und es war nicht ausgeschlossen, dass Dr. Satir davon gewusst hatte, doch dieses Geheimnis hatte sie mit ins Grab genommen. Jedenfalls war die Süßigkeit nicht gescannt worden, bevor Taran sie überbrachte. Und auch mein Argwohn gegenüber Mutters Ekam, der spurlos verschwunden blieb, wuchs beständig. Aber das Rätsel um Bial würde ich heute nicht lösen. Am Tag des gescheiterten Putsches war er von Pashati geflohen – nachdem er mir das Leben gerettet hatte.

»Bitte nehmt ihn mir nicht weg, Majestät. Ich habe Taran lieb gewonnen.«

»Das liegt nicht in meiner Absicht, Leena. Ich habe die Bittschrift deiner Mutter erhalten, und ich stimme mit euch überein, dass der beste Platz für ihn fern der Öffentlichkeit ist. Taran wird bei dir bleiben.«

»Ich danke Euch.«

Leenas Blick wanderte über meine Schulter hinweg zu der Kammer am anderen Ende des Raumes. »Ich habe meinen Mann früher einmal geliebt. Und ich hatte mir so viel mehr von ihm erhofft.«

»Das kann dir niemand verdenken.« Ich beobachtete, wie ein Gerichtsdiener Laabh und Ganda in die Kammer eskortierte. »Du hast noch nie jemanden sterben sehen, oder?«

»Nein, ich … Nein, Majestät.«

Ich fasste sie sanft an der Schulter. »Du brauchst dich nicht zu schämen, wenn du lieber nicht zusehen möchtest. Diese Todesart ist zwar wesentlich humaner als andere, aber trotzdem wirst du Zeuge, wie ein Leben ausgelöscht wird. So etwas zu sehen lässt niemanden unberührt.«

»Ihr habt den Tod gesehen.«

Ein kaum merkliches, freudloses Lächeln umspielte meine Mundwinkel. »Öfter, als es für einen Menschen gut ist.«

»Dann werde ich stark sein wie Ihr, Majestät.«

Ich wusste nicht, wie ich ihr beibringen sollte, dass Stärke hier nicht half. Dass selbst die Stärksten nachts schweißgebadet aufwachten, weil die Erinnerungen sie heimsuchten. »Wenn sie den Raum verlassen möchte, gehe mit ihr«, befahl ich Willimet.

»Ja, Majestät.«

»Eure kaiserliche Hoheit, verehrte Anwesende.« Richterin Sita Claremont war eine hochgewachsene, schlanke Frau. Während sie sprach, wurden Ganda und Laabh in der Kammer von mehreren Bediensteten auf Liegen festgeschnallt, was aufgrund der Trennscheibe völlig geräuschlos vonstattenging. »Wir haben uns heute hier als Zeugen der Vollstreckung des Urteils versammelt, das das Imperium von Indrana gegen Ganda Rhonwen Naidu und Laabh Albin ausgesprochen hat.«

Laabh schien ruhig, aber als er mich ansah, brannte fanatischer Hass in seinen dunklen Augen. Gandas Blick dagegen irrte im Raum umher. Als der Tisch etwas nach oben geklappt wurde, damit die Anwesenden ihr Gesicht sahen, verriet das rasche Heben und Senken ihrer Brust, wie schnell sie atmete.

Richterin Claremont wandte sich den Gefangenen hinter der Glasscheibe zu. »Ihr wurdet beide aufgrund der Beweislast und Eurer Geständnisse für schuldig befunden, einen Krieg gegen das Imperium angestiftet zu haben, dazu seid Ihr des versuchten Herrschermords und des Hochverrats überführt. Das Recht auf einen Prozess wurde auf Wunsch Ihrer Majestät ausgesetzt. Es ist der Wille Ihrer Majestät, dass Ihr heute hingerichtet werdet und die Strafe der Dunklen Mutter empfangt.«

Ganda zuckte, während Laabh weiterhin wie erstarrt schien.

»Eure Majestät, ist es Euer Wunsch, die beiden Verräter zu begnadigen?«

Mit dieser Frage hatte ich...


Wagers, K.B.
K. B. Wagers wuchs in Colorado auf, studierte Russisch und wurde für ihre Sachbücher bereits zweimal mit dem Air Force Space Command Media Contest Award ausgezeichnet. Mit ihrer großen neuen Weltraum-Saga um die mutige Space-Piratin Hail Bristol hat sie sich in die Herzen ihrer Fans geschrieben. K. B. Wagers lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn am Fuße der Rocky Mountains.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.