E-Book, Deutsch, Band 1, 259 Seiten
Reihe: Marcus von Arbona
Wagner Flucht durch Schwaben
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8392-6888-9
Verlag: Gmeiner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Historischer Roman
E-Book, Deutsch, Band 1, 259 Seiten
Reihe: Marcus von Arbona
ISBN: 978-3-8392-6888-9
Verlag: Gmeiner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Rafael Wagner ist promovierter Historiker und lebt mit seiner Familie nahe des malerischen Städtchens Zofingen im Kanton Aargau. In der Ostschweiz aufgewachsen und maturiert, studierte er in Frankfurt am Main Geschichte, Provinzialrömische Archäologie und Ältere deutsche Literaturwissenschaften. Anschließend war er als Assistent und Dozent für mittelalterliche Geschichte in Basel tätig und arbeitete viele Jahre als Archivar im Stiftsarchiv St. Gallen. Heute ist der Autor für einen Verlag tätig. Das Schreiben begleitet ihn seit Kindertagen und erlaubt ihm, die Lücken in der historischen Überlieferung mit Fantasie zu füllen.
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Glossar
Albgau: Das frühmittelalterliche Allgäu gehörte zu den besser besiedelten Regionen des Herzogtums Schwaben an der Grenze zu Bayern.
Alemannia: Die Bezeichnung Alemannien bezeichnet sowohl die Region des erweiterten Bodenseeraums als auch das alte Herzogtum der Alemannen, das in den Jahrhunderten nach dem Abzug der römischen Truppen entstanden ist. Es wurde von weiterhin dort lebenden Romanen und neu zuwandernden germanischen Alemannen gleichermaßen in meist friedlicher Koexistenz besiedelt.
Alsaza: Das Elsass – dazu gehören der Nord- und der Suntgau – war im frühen Mittelalter offiziell Teil des Herzogtums Schwaben. Aus mangelndem Zugehörigkeitsgefühl verweigerten die Elsässer aber nicht selten die schwäbische Heeresfolge, so auch im Jahr 926.
Alpes: Die Alpen waren seit jeher eine natürliche Barriere und Grenze. Wer die Königskrone von Italien erlangen wollte, hatte erst die gefährlichen Bergpässe zu überwinden und musste sich mit den lokalen Herrschern gut stellen, um beispielsweise an Vorräte, Bergführer und zusätzliches Equipment für den Warentransport zu kommen.
Ara: Die Aare gehört zu den größten Flüssen der heutigen Schweiz und war bereits in Antike und Mittelalter eine wichtige Lebensader Hochburgunds. Als Zufluss des Rheins war sie seit jeher prädestiniert für den Waren- und Personentransport zwischen dem Alpenvorland und Schwaben. Die Aare war namensgebend für den bedeutenden frühmittelalterlichen Aargau.
Arbona: Das römische Militärkastell Arbor Felix am südlichen Bodenseeufer verblieb nach dem Abzug der römischen Soldaten wie viele andere provinzialrömische Siedlungen und Kastelle in Alemannien mehrheitlich romanisch geprägt. So wurden die hohen Amtsträger in Arbon – wie das Kastell schließlich vereinfacht genannt wurde – in den mittelalterlichen Quellen weiterhin mit den alten römischen Militärtiteln bezeichnet.
Augia: Das Kloster Augia (Monasterium Augiensis) auf der Bodenseeinsel Reichenau wurde im Jahr 724 vom heiligen Pirmin gegründet und gehörte in Konkurrenz zur Abtei Sankt Gallen zu den größten karolingischen Reichsabteien.
Augusta: Die schwäbische Bischofsstadt Augsburg wies sämtliche Angriffe der feindlichen Ungarn erfolgreich ab.
Baiuvaria: Bayern war im frühen Mittelalter ein mächtiges Stammesherzogtum, das sich ebenso wie Alemannien/Schwaben mehrfach dem fränkischen Einfluss zu widersetzen wagte. Kein anderes ostfränkisches Herzogtum litt mehr unter den Einfällen der Ungarn.
Basala: Basel stand in römischer Zeit stark im Schatten der Colonia Augusta Raurica, wuchs im frühen Mittelalter aber immer mehr zu einem Zentralort zwischen Alemannien, Elsass und Burgund heran und wurde schließlich Sitz eines Bischofs.
Bodamansee: Der Bodensee wurde in römischer Zeit hauptsächlich als »Bregenzersee« bezeichnet, benannt nach dem damaligen Zentrum Bregenz (Kastell und Flottenstützpunkt). Als sich das Zentrum zunehmend zum Bischofssitz Konstanz (»Konstanzersee«) und der Königspfalz Bodman (»Bodensee«) verlagerte, änderte sich auch die Bezeichnung dieses schwäbisch-alemannischen Identifikationsgewässers.
Brezalauspurc: Der dauernden ungarischen Angriffe überdrüssig, zwang ein Großaufgebot schwäbischer und bayerischer Aristokraten und Krieger diese bei Pressburg, dem heutigen Bratislava, im Jahr 907 zu einer Entscheidungsschlacht. Die ostfränkischen Truppen unterlagen jedoch klar, unzählige Grafen und Krieger fielen, und die ganze Ostmark sowie Teile Karantaniens (Kärnten) ging verloren.
Burg des heiligen Gallus: Die Flur Waldburg bei Häggenschwil im Kanton Sankt Gallen (CH) ist der vermutliche Standort einer sogenannten Ungarnburg des Sankt Gallener Abtes aus dem Jahr 926.
Burgundia: Das Königreich Hochburgund war der Teil Burgunds nördlich der Alpen, während Niederburgund die südlichen Teile umfasste. Insbesondere König Rudolf II. hatte vermehrt eine Machterweiterung auf Kosten von Alemannien versucht, was erst durch die Entstehung des angrenzenden ostfränkischen Herzogtums Schwaben und dem vehementen Einschreiten seines Herzogs Burchard in der Schlacht bei Winterthur 917 unterbunden werden konnte. Durch die Verheiratung von Burchards Tochter Berta mit Rudolf II. gelang nach 922 erstmals eine friedliche, wenn auch unsichere, Nachbarschaft.
Cervisa: Bier gehörte aufgrund der nicht immer keimfreien Wasserqualität zu den Hauptgetränken des Mittelalters. Sehr viel weniger alkoholisch als heutiges Bier, wurde es auch von Kindern getrunken. Aufgrund der Herstellungsprozesse und verwendeten Ressourcen stand es meist im Zusammenhang mit der Brotherstellung. Beides war im Mittelalter Frauensache.
Chanstada: Das heutige Bad Cannstatt (Stuttgart) war im Jahr 746 Schauplatz einer Massenhinrichtung der alemannischen Aristokratie durch den fränkischen Hausmeier Karlmann (Blutgericht von Cannstatt), wodurch das alte Stammesherzogtum Alemannien verschwand und diese Region von nun an durch fränkische Grafen verwaltet wurde.
Constantia: Konstanz war durch seine besondere Lage mindestens seit römischer Zeit ein zentraler politischer und ökonomischer Ort im Bodenseeraum. Als Sitz eines Bischofs wurde es im Laufe des Mittelalters zum Zentrum eines der größten und mächtigsten Bistümer des Ostfrankenreichs.
Francia: Das nördlich von Schwaben gelegene Franken gehörte als fränkisch verwaltete Region – ohne Herzog, allerdings in Grafschaften unterteilt – zum Ostfrankenreich.
Francen: Die Franken hatten sich besonders unter Karl dem Großen ein Reich geschaffen, das seinesgleichen suchte. Ihre Könige und Kaiser sahen sich in der Pflicht der Fortführung des alten Römischen Reiches und weiteten ihre Macht innert kurzer Zeit über das heutige Frankreich, Deutschland und Italien aus. Im Vertrag von Verdun 843 kam es zu einer Teilung des Reiches, an deren Ende sich die Wege des Ost- und Westfrankenreiches sowie Burgunds und Italiens in unterschiedliche Richtungen entwickelten.
Frichgau: Der Frickgau ist eine vergleichsweise kleine politische Landschaft am Rhein östlich des Sisgaus und des Augstgaus. Laut der Chronik von Ekkehart IV. führte ein Hirminger aus dem Frickgau eine Gruppe lokaler Kämpfer in den Kampf gegen die Ungarn.
Galluskloster: Das Kloster Sankt Gallen wurde im Jahr 719/720 durch den heiligen Otmar an der Stelle der einstigen Mönchszelle des heiligen Gallus (um 612) gegründet und gehörte zu den mächtigsten ostfränkischen Reichsklöstern. Durch Sorgfalt, eine einzigartige Archivordnung und eine Menge Glück ist vom ursprünglichen originalen Schriftgut dieser Abtei mehr erhalten geblieben als in jedem anderen Kloster. Das Weltkulturerbe Stiftsarchiv Sankt Gallen bewahrt unter anderem über 870 Originalurkunden aus der Zeit vor dem Jahr 1000 auf, was mehr als zwei Drittel aller weltweit überlieferten Schriftstücke dieser Art für das europäische Mittelalter ausmacht.
Hertun: Herten ist heute Teil der baden-württembergischen Stadt Rheinfelden und gehörte im frühen Mittelalter zu den Besitztümern der Abtei Sankt Gallen im südlichen Breisgau.
Huninga: Nahe der Mündung des Flüsschens Wiese in den Rhein befand sich seit mindestens dem frühen Mittelalter eine kleine Siedlung namens Hüningen. Das heutige Kleinhüningen ist Teil der Schweizer Stadt Basel.
Italia: Durch die Alpen vom Frankenreich abgeschirmt, gehörte das Königreich Italien (Reichsitalien) dennoch meist zu dessen Herrschaftsbereich, ging vereinzelt aber auch eigene Wege.
Laeceboc: Bald’s Leechbook (Balds Arzneibuch) in der British Library in London entstand im frühmittelalterlichen Wessex und enthielt bereits erstaunliches medizinisches Wissen. Darunter befindet sich auch das Rezept einer Salbe, der modernen Tests zufolge tatsächlich eine antibiotische Wirkung nachgesagt werden darf.
Legat: Unter einem Legaten ist im frühen Mittelalter meist ein Gesandter oder ein Bote zu verstehen.
Liubmans Haus: Das heutige Dorf Lömmenschwil im Kanton Sankt Gallen (CH) wird urkundlich bereits im 9. Jahrhundert in den Sankt Gallener Urkunden erwähnt. Hinter dem Namen wird – wie auch sonst häufig anzutreffen – der Gründername (Liubman) mit dem Siedlungszusatz »-wil« vermutet. In diesem Fall wird in einer Urkunde aus dem Jahr 854 gar wörtlich vom »domus Liubmanni«, dem Haus des Liubman, gesprochen.
Loufanperc: Das am Rhein gelegene Laufenburg im Kanton Aargau (CH) war im frühen Mittelalter ein bedeutender Zentralort des Klosters Säckingen.
Niuvora: Das Dorf Neunforn im Kanton Thurgau (CH) wird zwar erst im Jahr 962 urkundlich erwähnt, existierte aber mit Sicherheit schon Jahrzehnte länger.
Ouges: Kaiseraugst, nordöstlich der römischen Koloniestadt Augusta Raurica, hatte als befestigtes Militärkastell die Unruhen der Völkerwanderungszeit ebenso wie Arbon gut überstanden und verblieb mehrheitlich romanisch. Es wurde dank seiner geschützten und ökonomisch vorteilhaften Lage zum Sitz eines Bischofs (später Basel) und Zentrum des...




