Wallace | MAD JERRY - der postapokalyptische umherziehende Krieger | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 280 Seiten

Wallace MAD JERRY - der postapokalyptische umherziehende Krieger

Roman
überarbeitete Ausgabe
ISBN: 978-3-95835-080-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 280 Seiten

ISBN: 978-3-95835-080-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mad Max meets Monty Python ... Die postapokalyptische Welt ist gar nicht so schlimm. Sicher, es gibt Mutanten. Aber für die Menschen in New Hope besteht der tägliche Überlebenskampf nicht so sehr aus der Suche nach Nahrung oder Medizin, viel schwieriger ist es, neue Spieler für ihre Kickball-Teams zu finden. Dies macht es einem postapokalyptischen Krieger nicht einfach, Arbeit zu finden. Gott sei Dank ist da eine Armee von Mördern und Brandschatzern auf dem Weg in die friedliche Stadt, um sie dem Erdboden gleichzumachen. Nur eine Handvoll ausgebildeter postapokalyptischer umherziehender Krieger kann sie aufhalten. Gleich zwei haben ihre Dienste angeboten. Einer von ihnen ist eingeladen, zu helfen. Der andere wird zurück in die Einöde geschickt. Doch haben die Stadtbewohner die richtige Wahl getroffen? Werden sie gerettet werden? Und was hat es eigentlich mit den SSB's, den superschlauen Bären, auf sich? Finden Sie es heraus, in MAD JERRY, einem rasanten Action- und Abenteuerroman, der in einer erschreckenden Zukunft spielt, die man allerdings nicht zu ernst nehmen sollte. Fans von Terry Pratchett, Douglas Adams und Monty Python werden ihren Spaß an dieser Apokalypse haben. Inklusive Bonusgeschichte DAS DILEMMA ---------------------------------------------------------- 'Ich will mehr davon! Die Story ist einfach nur cool.' [Lesermeinung] '... eine absolut gelungene Parodie auf Postapokalypse-Romane mit einem ganz eigenen Humor, den man richtig gut finden kann. Alles ist ziemlich übertrieben und abgedreht, macht großen Spaß.' [Lesermeinung] 'Apokalypse kann auch verdammt lustig sein - nur echt mit dem postapokalyptischen umherziehenden Krieger!' [Lesermeinung] 'Flüssig geschrieben und amüsant. Ein Action-Endzeit-Abenteuer, dass dieses Genre mit schrägen Einlagen vermischt und überspitzt.' [Lesermeinung]

Benjamin Wallace ist der Bestseller-Autor von Post-Apocalyptic Nomadic Warriors, der Dumb White Husband-Serie und anderem Unsinn. Er lebt in Dallas, Texas, wo er sich ständig über die Hitze beschwert.
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1

Jimmy Edwards berührte seine erste Brust in der großen stählernen Scheune, die inmitten der Prärie des nördlichen Texas stand. Es war die Brust eines Mädchens, sie gehörte Susan Gilmore, und die Berührung selbst war ein Unfall gewesen.

Die beiden hatten auf einer Geburtstagsparty Fangen gespielt. Jimmy war der Fänger und Susan rannte in die Scheune, der Junge dicht hinter ihr. Rennend und kichernd versuchte sie sich zu entscheiden, ob sie sich von dem Jungen fangen lassen sollte oder nicht. Sie fand ihn süß, und ihr Plan bestand darin, sich in die Enge treiben zu lassen und dann vielleicht, nur vielleicht, hier und da ein wenig „fangen“ zu lassen.

Sie hatte ihren Plan ohne die Wespe gemacht. Als sie um die Ecke in die Scheune abbog, flog diese so nah an ihr Gesicht heran, dass sie hätte schwören können, den Luftzug der Flügel an ihrer Nase gespürt zu haben.

Kreischend machte sie kehrt, um der gelbschwarzen Gefahr zu entkommen.

Jimmy, der mit ausgebreiteten Armen dastand, war auf die plötzliche Kehrtwende nicht gefasst. Seine junge Hand füllte sich mit Brust. Er lächelte kurz, als er begriff, was gerade passiert war, dann prallte sein Kopf gegen Susan Gilmores Gesicht. Sie schlug sich die Nase blutig und knallte auf den Zementboden der Scheune.

Die Entschuldigungen sprudelten nur so von seinen Lippen, als er versuchte, ihr aufzuhelfen, aber Susan Gilmore hatte entschieden, dass sie Jimmy nun doch nicht mehr leiden konnte, und schlug seine Hilfe aus. Mit den Händen vor der blutenden Nase und dem Kopf im Nacken rannte sie zurück zu ihrer Mutter.

Jimmy starrte voller Erstaunen auf seine Hände und schwor, sie niemals wieder zu waschen.

Susan erzählte ihrer Mutter plappernd und keuchend von der Wespe und dem Zusammenprall, der ihre Nase blutig geschlagen, wahrscheinlich ihre Schönheit zerstört und ihr künftiges gesellschaftliches Leben gefährdet hatte.

Jimmy suchte seine Freunde auf und erzählte ihnen von der Brust.

Für viele, viele Jahre waren jenes Begrapschen weiblicher Brüste und die gebrochene Nase die einzig nennenswerten Dinge gewesen, die sich in der großen stählernen Scheune abgespielt hatten. Dann war die Welt in die Luft geflogen.

Nach der Apokalypse jedoch vollzog die Scheune eine wundersame Wandlung: vom berüchtigten Tummelplatz, dessen Ruf ihm vorauseilte, zum Verwaltungsgebäude der Stadt New Hope.

Sehr bald hatten Hochzeiten, Taufen, Wahlen, Chili-Wettessen und vieles mehr das unglückliche Ereignis beim Fangenspielen als wichtigste Begebenheit abgelöst.

In ihren nunmehr heiligen vier Wänden wurde der Grundstein für eine Demokratie gelegt und eine Verfassung unterzeichnet. Das Vertragswerk der drei Dutzend Einwohner hatte man gedruckt, gerahmt und an einer der Wände aufgehängt. Freundlicherweise so, dass es das Graffiti überdeckte, welches lautete:

Jimmys flinke Finger, grabschten pralle Dinger. Susan aber kriegt 'nen Knall, findet das nicht ganz so prall.

Von diesem Tag an wurden alle Geschäfte der Stadt aus der großen Scheune geleitet.

***

»Beruf?«

»Postapokalyptischer umherziehender Krieger.«

»Herumtreiber also«, sagte der Mann mehr zu sich selbst und kratzte mit einem Bleistift-Stummel auf einem Stück Papier herum.

»Entschuldigung, ich sagte nicht »Herumtreiber“. Ich sagte postapokalyptischer umherziehender Krieger.«

»Ist da ein Unterschied?«

»Da besteht ein ganz gewaltiger Unterschied!«

Roy Tinner wurde zusehends kahl, weigerte sich aber, es zuzugeben. Er saß im Stadtrat und hatte sich vor einer Ewigkeit freiwillig dafür gemeldet, alle Neuankömmlinge zu befragen, die beabsichtigten, ihren Fuß in diese schöne Stadt zu setzen. Und obwohl er untersetzt und deutlich übergewichtig war, sah er sich selbst als einzige und wichtigste Verteidigungslinie der Stadt New Hope gegenüber Bedrohungen wie Einwanderern, Idioten oder der Mischung aus beidem.

»Gut, dann schreibe ich »umherziehender Krieger“.«

»Das trifft es aber nicht. Es muss postapokalyptischer umherziehender Krieger heißen.«

Roy schaute von seinem handgeschriebenen Formular auf. «Hören Sie, Ihre Berufsbezeichnung kann keinen zeitlichen Bezug enthalten.«

»Doch, kann sie.«

»Wer tut so etwas? Niemand. Farmer nennen sich doch auch nicht prä-Winter-Erntehelfer. Das macht keinen Sinn! Ein Farmer ist ein Farmer, zu jeder Zeit. Das gilt auch für umherziehende Krieger oder … was auch immer.«

»Guter Mann, ich bin kein Farmer. Ich hätte einer werden können – ich hätte alles Mögliche werden können; beispielsweise jemand, der Wasser reinigt. Ich hätte bei einer Raffineriegesellschaft anfangen können. Ich hätte Plünderer werden können, Jäger, Sammler, postapokalyptischer Zahnarzt … Aber ich habe mich dafür entschieden, postapokalyptischer umherziehender Krieger zu werden. Und um das werden zu können, habe ich mir Fähigkeiten angeeignet, die notwendig sind, um gegen Mutanten, Gifte, Banden und all die anderen Gefahren der Ödnis bestehen zu können. Ich kann in der Großen Wüsten des Westens überleben, am vergifteten Pazifik im Nordwesten oder in Detroit. Ich habe Waffenkunde studiert, Mechanik, Elektronik und Maschinenbau. Ich kann geradliniger schweißen und schießen als die meisten anderen Männer. Ich habe mich eingehend mit Psychologie, Strategie und positivem Denken befasst. Und aus diesen und vielen weiteren Gründen möchte ich Sie bitten, mich unter der Berufsbezeichnung postapokalyptischer umherziehender Krieger zu führen.«

Die Apokalypse hatte eine enorme Menge an Verrückten hervorgebracht und Roy Tinner hatte genügend von der Sorte kennengelernt. Viele waren angesichts der Zerstörung und des Verlustes von Familienmitgliedern oder Freunden einfach durchgedreht. Andere hatten das Ende der Welt zum Anlass genommen, neu anzufangen, sich selbst neu zu erfinden und ein Leben zu leben, das in einer zivilisierten Gesellschaft undenkbar gewesen wäre.

Eine ganze Menge Leute behaupteten, sie seien berühmte Persönlichkeiten. Wenn ihr Äußeres nicht ganz der jeweiligen Berühmtheit entsprach, gaben sie vor, einer der unzähligen Kampfstoffe aus den Raketen hätte sie entstellt.

Ein paar meinten, sie wären blaublütiger Abstammung. Sie ernannten sich selbst zu Königen oder Königinnen weiter Landstriche oder Bundesstaaten, wenn nicht sogar des Landes oder des Kontinents.

Der Mann, der nun vor ihm saß, behaupte das zumindest nicht. Dieser Herumtreiber glaubte aber jedes Wort, dass er sagte.

Die Verätzungen an seinem Mantel belegten, dass er zahllose Tage im Ödland zugebracht hatte. Abgewetztes Leinen zeugte von Nächten auf Felsen und hartem Boden. Schwielige Hände berichteten von einem Leben voll schwerer körperlicher Arbeit. Und die Gerissenheit in den Augen des Wanderers überzeugten den Statthalter, dass sein Gegenüber nicht verrückt war.

Nicht Stolz, sondern innere Überzeugung hatte den Mann vor ihm dazu angespornt, diesen Titel einzufordern. Das konnte der Statthalter sehen. Diesem Mann ging es um Respekt, wie dem Meister einer Freimaurer-Loge oder einem hochdekorierten Soldaten. Respekt vor dem Handwerk, das er gelernt hatte. Anerkennung für die Hingabe, mit der er in den abertausend Stunden die Fähigkeiten erlernt hatte, die seinesgleichen ausmachten, war alles, wonach er verlangte. Anerkennung nicht nur für ihn selbst, sondern auch die anderen, die wie er waren.

Der Stadtrat griff nach einem schmutzigen Taschentuch auf dem Schreibtisch und tupfte sich den Schweiß von der Augenbraue, während er den Mann studierte. Roy könnte dem Herumtreiber Respekt dafür entgegenbringen, einen solchen Aufstand wegen des Eintrags in dem Formular gemacht zu haben – aber er musste es natürlich nicht.

Roy schnappte sich den Bleistift und begann zu schreiben: Umherziehender Krieger.

»Sie können apokalyptischer nicht schreiben, ist es das?«

»Natürlich kann ich apokalyptischer schreiben! Wir alle leben jetzt seit sieben Jahren in einer postapokalyptischen Welt. Glauben Sie, ich muss nicht alle naselang apokalyptisch schreiben?« Er sah zurück auf sein Dokument und hielt inne.

»A-p-o-k-a-l-y-p-t-i-s-c-h-e-r.«

Der Stadtrat atmete geräuschvoll ein, vervollständigte wütend: »-lyptischer umherziehender«, und schrieb dann wie gewünscht die vollständige Beschreibung der Erwerbstätigkeit, wobei er die letzten Buchstaben des Wortes Krieger leicht nach oben ziehen musste, damit sie auf das Formular passten.

»Name?«

»Suchen Sie sich einen aus.«

»Wie bitte?«

»Nun, natürlich nicht Sie allein. Die Stadt.«

»Wovon reden Sie eigentlich?«

»Die erste Regel im Leben eines postapokalyptischen umherziehenden Kriegers lautet, keinen Namen zu haben. Die Menschen, denen ich helfe, geben mir am Ende einen...



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