Wallner / Eibner / Kufsteiner | Heimat-Roman Treueband 2 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Bastei Lübbe

Wallner / Eibner / Kufsteiner Heimat-Roman Treueband 2

5 Romane in einem Band
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7325-8226-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

5 Romane in einem Band

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-7325-8226-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lesen, was glücklich macht. Und das zum Sparpreis!

Seit Jahrzehnten erfreut sich das Genre des Heimat-Bergromans sehr großer Beliebtheit. Je hektischer unser Alltag ist, umso größer wird unsere Sehnsucht nach dem einfachen Leben, wo nur das Plätschern des Brunnens und der Gesang der Amsel die Feierabendstille unterbrechen.

Zwischenmenschliche Konflikte sind ebenso Thema wie Tradition, Bauernstolz und romantische heimliche Abenteuer. Ob es die schöne Magd ist oder der erfolgreiche Großbauer - die Liebe dieser Menschen wird von unseren beliebtesten und erfolgreichsten Autoren mit Gefühl und viel dramatischem Empfinden in Szene gesetzt.

Alle Geschichten werden mit solcher Intensität erzählt, dass sie niemanden unberührt lassen. Reisen Sie mit unseren Helden und Heldinnen in eine herrliche Bergwelt, die sich ihren Zauber bewahrt hat.

Dieser Sammelband enthält die folgenden Romane:

Alpengold 160: Hanna Waldeggers stille Hoffnung
Bergkristall 241: Gitti - süßes Sorgenkind
Der Bergdoktor 1677: Ein geheimer Ort zum Träumen
Der Bergdoktor 1678: Hast du ein Herz aus Stein, Bauer?
Das Berghotel 97: Drei Schwestern und ihr Plan vom Glück

Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 320 Taschenbuchseiten.
Jetzt herunterladen und sofort sparen und lesen.

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Weitere Infos & Material


»Wie hältst du das nur aus, Antje?« Die Anruferin schnappte nach Luft. »Ich würde schleunigst meine Koffer packen und wäre verschwunden. Adieu. Goodbye. Auf Nimmerwiedersehen!«

»So einfach ist das net, Nina.« Antje Strobl presste ihr Mobiltelefon fester ans Ohr. Es hatte geklingelt, als sie ihr Auto gerade vor dem Supermarkt geparkt hatte. Während die Sonne nun auf das Wagendach brannte, kurbelte die junge Bäuerin die Seitenscheibe herunter, um frische Luft hereinzulassen.

Ihre Freundin war Journalistin und selten länger als eine Woche im Monat daheim. Den größten Teil ihrer Zeit war Nina für ihre Reportagen und Interviews unterwegs. Das tat ihrer Freundschaft jedoch keinen Abbruch.

Nina und sie hatten zusammen studiert. Wenige Jahre nach ihrem Abschluss hatten sich ihre Wege getrennt. Während Nina beruflich ständig auf Achse war, war Antje ins Zillertal gezogen und bewirtschaftete den Bauernhof ihres Mannes mit.

»Es könnte einfach sein«, gab ihre Freundin zu bedenken. »Du musst nur einen Schlussstrich unter alles ziehen, was dich stört, und nach vorn schauen. Bloß net zurück.«

»Ich bin eigentlich glücklich …«

»Da höre ich ein dickes Aber heraus.«

»Na ja, du weißt ja, wie es mit meiner Schwiegermutter ist.«

»Ah, jetzt kommen wir zum springenden Punkt. Macht sie dir das Leben immer noch schwer?«

»Ich fürchte, wir machen uns gegenseitig das Leben schwer. Barbara ist net glücklich, dass ich da bin.«

»Ich frage mich nur, warum. Du hilfst von früh bis spät mit und reibst dich auf. Was verlangt sie denn noch von dir?«

»Ein Enkelkind.« Antje seufzte tonlos.

Ihre Schwiegermutter war seit vielen Jahren Witwe und hatte bis vor zwei Jahren das Leben auf dem Hof bestimmt. Nun musste sie sich diese Aufgabe mit Antje teilen, und sie machte keinen Hehl daraus, dass sie einer Städterin nichts Gutes zutraute.

»Ich mache immer noch Fehler bei der Arbeit, und die hält sie mir natürlich vor.«

»Was denn für Fehler?«

»Ich vergesse, die Kühe heimzutreiben, weil ich gerade am Kochen bin. Oder ich wende das Heu net ordentlich, sodass es noch feucht ist, wenn wir es einbringen. Ich habe keine Ahnung, worauf ich dabei achten muss.«

»Solche Sachen passieren, wenn man eine Arbeit net gewohnt ist. In ein paar Jahren wird dir alles leichter von der Hand gehen. Deine Schwiegermutter hält dir deine Fehler nur aus einem Grund vor: Sie hat Angst, das Zepter auf dem Hof an dich zu verlieren. Sie befürchtet, dass du alles an dich reißt.«

»Aber das habe ich net vor. Ich möchte nur, dass wir alle friedlich miteinander auskommen.«

»Sie glaubt sicherlich, du würdest ihr den Sohn und den Hof wegnehmen«, vermutete Nina.

»Und wie kann ich ihr klarmachen, dass ich das net will?«

»Gar net, schätze ich.«

»Danke. Du machst mir wirklich Mut.«

»Ich meine ja nur, dass es vielleicht net der richtige Weg ist, dich zu ducken und stillzuhalten. Womöglich solltest du lieber durchgreifen und die Organisation des Hofes tatsächlich an dich nehmen. Drück eurem Leben deinen Stempel auf. Und weise deiner Schwiegermutter einen festen Platz darin zu. Dann weiß sie, wo sie hingehört. Das könnte euch helfen.«

»Ich will mich aber net aufdrängen«, wandte Antje ein.

»Schmarrn. Du bist jetzt die Bäuerin. Immerhin hast du den Bauern geheiratet. Also steh auch dazu und tritt die Flucht nach vorn an.«

Antje schwieg verunsichert. Auch zwei Jahre nach ihrer Hochzeit hatte sie immer noch das Gefühl, auf dem Hof nichts als eine Zuschauerin zu sein.

»Vielleicht wäre es leichter, wenn Hannes und ich ein Baby hätten, aber es klappt einfach net.«

»Kein Wunder, bei dem Druck, unter dem ihr steht. Deine Schwiegermutter wartet ja wie ein Fuchs am Hühnerstall, dass es endlich passiert. Es würde mich gar net wundern, wenn sie jeden Monat deinen Tamponvorrat durchzählen würde.«

»Nina!«, rief Antje halb bestürzt, halb belustigt aus.

»Ist doch wahr. Lass dich bloß net unter Druck setzen. Setz dich lieber durch.«

»Und wie stelle ich das am besten an? Ich will Barbara doch nix wegnehmen.«

»In ihren Augen hast du das aber schon getan. Du hast ihren Sohn geheiratet. Du musst klare Grenzen setzen, sonst werdet ihr alle zusammen net glücklich.«

Antje seufzte hörbar. »Seit wann bist du so weise?«

»Das war ich schon immer. Es ist dir nur nie aufgefallen.« Ein Lachen schwang in der Stimme ihrer Freundin mit.

»Wir müssen uns bald wieder zum Essen treffen.«

»Auf jeden Fall. Ich melde mich, wenn ich wieder im Lande bin. Morgen fliege ich erst einmal nach Köln. Dort soll ich eine Reportage über einen Verlag schreiben, der neue Wege in der Vermarktung seiner Bücher geht.«

»Das wird bestimmt spannend.«

»Das glaube ich auch. Ich hoffe auf ein paar Leseexemplare. Im Moment habe ich wirklich eine Durststrecke, was neue Bücher angeht.«

»Gut zu wissen. Immerhin hast du bald Geburtstag.« Antje machte sich in Gedanken eine Notiz.

Wie immer brauchten ihre Freundin und sie mehrere Anläufe, um sich zu verabschieden, denn sie fanden stets noch etwas, über das sie reden wollten. Als Antje schließlich auflegte, stellte sie erschrocken fest, dass der Supermarkt in einer halben Stunde schließen würde.

Rasch kurbelte sie das Fenster hoch und eilte mit ihrem Korb in das Geschäft. Nach dem Gespräch mit ihrer Freundin war ihr das Herz leichter.

Nina kannte sie so gut wie kaum ein anderer Mensch. Seit dem viel zu frühen Tod ihrer Eltern war die Freundin ihre engste Vertraute. Nicht einmal Hannes wusste so viel über sie. Nina hatte eine patente Art, die Dinge ins rechte Licht zu rücken und sie aufzumuntern.

Antje brauchte noch einige Zutaten für das Abendessen und erledigte ihre Einkäufe. Der Strobl-Hof stand einsam auf einer Anhöhe und war einigermaßen abgelegen, deshalb war jede Fahrt zum Supermarkt eine kleine Weltreise.

Die Bäuerin erledigte ihre Einkäufe und ging anschließend noch in den Laden mit französischen Spezialitäten. Hier wurden nicht nur Lebensmittel angeboten, sondern auch Dekorationen und Heimtextilien. Antje war noch nie in Frankreich gewesen, aber eines Tages würde sie mit ihrem Schatz einmal hinfahren. Davon träumte sie schon lange.

Eine halbe Stunde später fuhr sie zurück nach Hause. Sie hatte mehr Tüten im Kofferraum, als sie eingeplant gehabt hatte. Zum Glück war der Wagen ihres Mannes groß genug, um alle Einkäufe aufzunehmen.

Es war ein sonniger Abend. Die Berge hüllten sich in leichten Dunst, ein Zeichen, dass es auch am nächsten Tag wieder schön werden würde. Der Duft von frischem Heu lag in der Luft, als Antje das Fenster herunterkurbelte, um frische Luft hereinzulassen.

An der Ausfahrtsstraße von Mayrhofen stand ein Mann und hielt den Daumen hoch.

»Dominik?« Die Bäuerin stoppte und ließ den Anhalter einsteigen. »Was machen Sie denn hier? Noch dazu zu Fuß?«

»Ich habe frische Farben eingekauft und darüber den letzten Bus nach Hause verpasst.« Dominik Lugner deutete auf die Tragetasche, die er zwischen seinen Füßen abgestellt hatte. Dann schnallte er sich an und warf ihr ein dankbares Lächeln zu. »Ich bin froh, dass Sie angehalten haben.«

»Freilich, ich kann Sie doch net den ganzen Weg zurück zum Dorf laufen lassen.« Antje lächelte.

Der Künstler wohnte ebenfalls in St. Christoph. Er hatte ein Atelier und lebte von den Landschaftsbildern, die er an Urlauber und Ausflügler verkaufte.

Seine dunkelblonden Haare wurden im Nacken von einem Lederband gehalten. Sie ließen sein markantes Gesicht mit den leuchtend blauen Augen frei, denen kein Detail zu entgehen schien. Er war kräftig gebaut, aber seine Hände waren schmal und feingliedrig. Es waren Künstlerhände.

»Was malen Sie gerade?«, fragte Antje ihn, während sie ihr Auto die steil gewundene Straße bergauf steuerte.

»Meistens male ich mehrere Bilder gleichzeitig. Zurzeit sind es unterschiedliche Ansichten vom Rautenstein. Die Bilder sind bei den Urlaubern ziemlich beliebt. Die Farbe ist kaum trocken, dann werden mir die Bilder schon aus den Händen gerissen.«

»Wirklich? Das ist schön. Ich freue mich für Sie.«

»Danke.« Dominik nickte bedächtig und sah sie von der Seite an. »Sie sind bildhübsch, wissen Sie das? Ich würde Sie sehr gern einmal malen.«

»Oh.« Antjes Wangen begannen zu glühen. »Wer weiß, vielleicht komme ich irgendwann darauf zurück. Mir geistert nämlich schon eine Weile eine Idee durch den Kopf.«

»Sie sind mir jederzeit willkommen.«

Antje warf dem Mann auf dem Beifahrersitz einen Blick von der Seite zu. Er sah sie so intensiv an, dass ihr ein wenig seltsam zumute wurde. Da erreichten sie jedoch schon sein Atelier, und sie hielt an.

»Da wären wir also.«

»Vielen Dank, dass Sie mich mitgenommen haben.« Dominik Lugner nahm seinen Beutel auf. »Dafür haben Sie etwas gut bei mir.«

»Ach, das war doch nix weiter.«

»Doch, ich finde schon. Bis bald, Antje.«

»Ja, bis bald!« Sie winkte ihm kurz zu, ehe sie Gas gab und nach Hause fuhr.

Der Strobl-Hof lag auf einer Anhöhe. Dominiert wurde das Anwesen von einem Bauernhaus, an das sich der Stall und eine Scheune anschlossen. Auch eine Garage gab es, in der der Traktor, eine Egge und noch weitere...



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