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Wallon | Die Forts am Bozeman Trail 07: Die Wagenkastenschlacht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 220 Seiten

Reihe: Die Forts am Bozeman Trail

Wallon Die Forts am Bozeman Trail 07: Die Wagenkastenschlacht


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-337-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 7, 220 Seiten

Reihe: Die Forts am Bozeman Trail

ISBN: 978-3-95719-337-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Dies ist das siebte Buch in der Serie Die Forts am Bozeman Trail Der Winter des Jahres 1866 hat den Oglala-Sioux einen ersten Erfolg im Kampf gegen die Blauröcke gebracht. Nach dem Fetterman-Massaker ist es im Frühjahr 1867 still geworden am Bozeman Trail. Auch die vielen Goldsucher, die noch im Jahr davor zu Tausenden durch das Sioux-Land nach Montana gezogen sind, warten erst einmal ab. Sie wollen ihr Leben nicht riskieren. Darin sieht der Oglala-Häuptling Red Cloud eine weitere Chance. Erneut richtet sich sein Zorn gegen die verhassten Blauröcke Sein Ziel ist jedoch nicht direkt Fort Phil Kearny, sondern ein befestigtes Holzfällerlager einige Meilen außerhalb, das von einer Kompanie Soldaten bewacht wird. Am 2. August 1867 schlagen Red Cloud und Hunderte von Sioux-Kriegern mit erbarmungsloser Härte zu. Sie greifen auf breiter Front todesmutig an. Fünfzig Soldaten und Zivilisten müssen um ihr Leben kämpfen. Dieser von beiden Seiten erbittert geführte Kampf ging unter dem Namen Wagenkastenschlacht in die amerikanische Geschichte ein und markierte an diesem Tag einen dramatischen Wendepunkt in den Auseinandersetzungen am Bozeman Trail. Die Printausgabe umfasst 220 Buchseiten Eine Exklusive Sammlerausgabe des Titels als Taschenbuch können Sie nur direkt über den Versabdshop des Blitz-Verlages beziehen.

Alfred Wallon wurde am 20.05.1957 in Marburg / Lahn geboren und interessierte sich schon sehr früh für das Western-Genre. Im Dezember 1981 erhielt er seinen ersten Autorenvertrag für einen historischen Western. Im Laufe der letzten 40 Jahre war Wallon auch in anderen Genres präsent. So veröffentlichte er bei verschiedenen deutschen Verlagen um die 200 Romane incl. eBooks und Neuauflagen in allen gängigen Genres der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. Sein favorisiertes Genre ist der historische Western. So entstanden für den BLITZ-Verlag die Serien DIE FORTS AM BOZEMAN TRAIL und TEXAS RANGER, beides Serien mit historischem Hintergrund. Alfred Wallon setzt darüber hinaus die Serie KAPITÄN NEMOS NEUE ABENTEUER bei BLITZ fort und wirkt auch mit neuen Romanen bei RED ROCK RANCH und LOBO mit. Bei BLITZ erscheinen auch Regionalkrimis von ihm und abgeschlossene historische Western. Seit Januar 2014 lebt und arbeitet Alfred Wallon in Augsburg. Weitere Projekte sind für den BLITZ-Verlag in Planung.
Wallon Die Forts am Bozeman Trail 07: Die Wagenkastenschlacht jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 2: Der Tod kennt kein Mitleid

1. Oktober 1858

Pearl / Mississippi

Im Haus von Mary Wilkins

Am Morgen gegen 8:30 Uhr

„Du solltest besser nicht rübergehen, Steve“, sagte der Schmied Abner Coleman zu dem zwölfjährigen blonden Jungen. „Behalte deine Mutter besser so in Erinnerung, als sie noch gesund war. Das ist besser für dich.“

Steve Coleman nickte zwar, war aber dennoch fest entschlossen, den Ratschlag des breitschultrigen Mannes nicht zu befolgen. Er wusste, dass in dem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite etwas Schlimmes geschehen war – aber tief in seinem Inneren gab es etwas, das sich weigerte, zu akzeptieren, dass er bald ganz allein sein würde. Allein in einer Welt, in der es weder Gerechtigkeit noch irgendetwas gab, das man mit Liebe und Geborgenheit vergleichen konnte.

„Ich weiß, Mister Coleman“, sagte Steve mit trotzig klingender Stimme. „Aber ich muss das jetzt tun. Verstehen Sie?“

Er schaute den Schmied so eindringlich an, dass dieser schließlich nur seufzte. Weil er wahrscheinlich genau wusste, dass er Steve von seinem Vorhaben nicht abbringen konnte. Steve konnte Abner Coleman gut leiden. Er hatte ihn ohne Widerworte zu sich genommen, als es mit seiner Mutter zu Ende ging. Im Grunde genommen hatte sich das schon sehr früh abgezeichnet. Angefangen hatte es im Frühjahr. Da waren die ersten Anzeichen einer schleichenden Krankheit unübersehbar geworden. Eine Krankheit, die die ohnehin schon sehr schlanke Frau immer weiter auszehrte und ihr mit jedem weiteren Tag immer mehr Kraft raubte.

Der Arzt hatte irgendetwas von einem schleichenden Fieber erzählt, das man nur sehr schwer in den Griff hätte bekommen können – höchstens in einer der größeren Städte im Osten hätte es noch Chancen auf Heilung gegeben. Aber Mary Wilkins war arm und führte ein sehr bescheidenes Leben. Alles, was sie mit Nähen und Waschen verdiente, ging dafür drauf, um sich und ihren Sohn irgendwie durchzubringen.

Steve hatte begriffen, dass es da irgendetwas in ihrer Vergangenheit gab, wovon er nichts wusste. Aber jedes Mal, wenn er seine Mutter darauf ansprach, verwandelte sich ihr Gesichtsausdruck, und ihr Blick wurde traurig und sehr melancholisch. Später weinte sie – und zwar immer dann, wenn sie glaubte, dass Steve es nicht mitbekam. Aber der Junge war sehr feinfühlig und wusste, dass seine Mutter etwas vermisste, was er ihr trotz allem nicht geben konnte. Auch wenn sie es nie direkt zur Sprache brachte.

Sein Herzschlag beschleunigte sich, als er die Schmiede verließ und die Straße überquerte. Er war so in Sorge, dass er den Frachtwagen mit den beiden Pferden fast zu spät bemerkte. Der schnauzbärtige Fahrer, der auf dem Bock des Wagens hockte, konnte die Pferde gerade noch so unter Kontrolle bringen, dass sie Steve nicht überrannten und ihn mit ihren Hufen in den Boden stampften.

„Du gottverdammter Bengel!“, hörte er hinter sich die fluchende Stimme des Fahrers, der jetzt das Gespann unter Kontrolle gebracht hatte und schließlich anhielt. „Bleib stehen, du Rotzlöffel! Mit dir habe ich noch zu reden!“

Steve ging einfach weiter. Die wütenden Rufe des Mannes nahm er nur ganz nebenbei wahr. Stattdessen konzentrierte er sich auf das Haus, in dem seine Mutter lebte und das sie schon seit über vier Wochen nicht mehr verlassen hatte. Weil es mit ihr rapide zu Ende ging. Eigentlich wusste das Steve ja auch. Trotzdem weigerte sich sein Verstand, zu akzeptieren, dass die Lebenszeit seiner Mutter sehr begrenzt war und es nun mit jedem weiteren Tag rasch zu Ende gehen konnte.

Er musste schlucken, als er vor der Haustür stand, nahm all seinen Mut zusammen und ging dann hinein. Sekunden später blickte er in die besorgten Gesichter von Emily Lawrence, der Frau des Pfarrers, und Heather Thorne, die im Store nebenan arbeitete.

„Ich wusste doch, dass der Junge kommen würde“, vernahm Steve die besorgte Stimme der Pfarrersfrau. „Mein Gott, wie tragisch ist das alles ...“

Heather Thorne versuchte mit einer raschen Geste, die andere Frau zu beruhigen.

„Komm ruhig näher, Steve“, sagte sie zu ihm. „Der Doc ist gerade bei deiner Mutter.“

„Wie geht es ihr?“, fragte der Zwölfjährige mit stockender Stimme.

„Nicht gut“, lautete Emily Lawrences Antwort. „Aber ich glaube, das dürftest du wissen. Ihr Leben ist nun in Gottes Hand.“

Steve nickte und ging einfach an den beiden Frauen vorbei. Das Zimmer, das seine Mutter schon lange nicht mehr verlassen hatte, befand sich im angrenzenden Raum. Besonders an diesem Morgen roch er förmlich die Krankheit, die von diesem Zimmer ausging. Er ging weiter, öffnete die Tür und betrat das Zimmer.

Der grauhaarige Doc Walters hatte sich gerade über seine Mutter gebeugt und ihr mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn gewischt. Er trat jetzt einen Schritt zur Seite, damit Mary Wilkins ihren Sohn sehen konnte.

„Steve“, murmelte die todkranke Frau. „Es ist ... gut, dass du gekommen bist.“

Der Junge hatte Mühe, seine Tränen zurückzuhalten, als er an das Bett seiner Mutter trat. Sie sah so schwach und abgemagert aus – wie jemand, der schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu sich genommen hatte. Fast wie bei einer Kerze, die schon fast abgebrannt war und deren flackerndes Licht sich gegen das endgültige Verlöschen noch zu wehren versuchte.

Steve tat, was seine Mutter gesagt hatte, und setzte sich zu ihr an den Bettrand. Mary Wilkins’ Hand tastete nach Steve, aber der Junge musste ihr ein Stück entgegenkommen, weil sie selbst dazu schon zu schwach war.

„Lassen Sie uns beide allein, Doktor“, bat sie den Arzt. Der runzelte die Stirn und schien kurz zu überlegen, ob das wirklich so eine gute Idee war. Aber der Blick der Sterbenden hatte einen flehenden Ausdruck angenommen – diese letzte Bitte konnte und durfte er ihr nicht abschlagen.

„Deine Mutter darf sich nicht so anstrengen, Steve“, sagte er zu ihm und strich ihm im Vorbeigehen mit der rechten Hand durchs Haar. „Hast du verstanden?“

Steve nickte nur. Er konnte jetzt nicht sprechen, weil die Emotionen ihn daran hindern. Er fühlte einen dicken Kloß im Hals, der ihn entsetzlich quälte. Mehrmals musste er tief durchatmen, bis das wieder nachließ.

„Da drüben liegt ein Brief für dich, Steve“, sagte seine Mutter zu ihm. „Er liegt gleich auf ... dem Stuhl. Siehst du ihn?“

Steves Blick richtete sich auf die betreffende Stelle. Er nickte stumm.

„Nimm ihn – er gehört dir“, fuhr seine Mutter fort. „Aber lies ihn ... erst, wenn ...“

Sie brach mitten im Satz ab, als sie ein plötzlicher Hustenanfall überkam und erneuter Schweiß auf ihre Stirn trat. Steve nahm das Tuch und versuchte, ihr Linderung zu verschaffen. Als sie das sah, lächelte sie ihm warmherzig zu.

„Ich werde nicht ... mehr sehen können, wie du aufwächst, Steve“, sprach sie dann weiter. „Aber Abner Coleman ... wird sich um dich kümmern. Tu das, was er dir sagt ... und bleib immer ehrlich ... das musst du mir versprechen. Ich liebe dich, Steve ... auch wenn ich ...“

Wieder geriet ihre Stimme ins Stocken, und die Luft zum Atmen wurde allmählich knapp. Mary Wilkins bemühte sich, die in ihr aufsteigende Panik zu ignorieren, und mobilisierte noch einmal sämtliche Kräfte, die noch in ihr steckten.

„Wäre dein ... Vater noch hier, dann hätte ... ich es womöglich geschafft, Steve“, sprach sie weiter. „Aber es war ... zu viel für mich. Viel zu viel ...“

„Bleib ganz ruhig“, sagte Steve und drückte ihre Hand. „Du musst dich ausruhen.“

„Ich werde mich ... ausruhen, Steve“, flüsterte sie. „Vergiss mich nie ... ich bin immer ganz nah ... bei dir ...“

Was sie ihm sonst noch sagen wollte, konnte Steve nicht mehr hören. Ihre Stimme verlosch genauso schnell wie das Leben, das noch zu einem ganz geringen Teil in ihr steckte. Aber nun war der Moment gekommen, den er so sehr gefürchtet hatte – und Steve spürte, wie ihm salzige Tränen die Wangen herunterliefen und seine Hände zu zittern begannen. Er fühlte sich so leer und einsam wie noch niemals zuvor – es war einfach nur schrecklich für ihn. Und es würde jetzt immer so bleiben. Das ängstigte ihn, weil er nicht wusste, wie er damit umgehen sollte und ob er überhaupt damit klarkam.

Er wusste nicht, wie lange er auf das wachsbleiche Gesicht seiner Mutter gestarrt hatte, als er hinter sich jetzt plötzlich leise Schritte hörte. Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Es war Doc Walters, und seine Stimme klang sehr ernst.

„Du musst jetzt sehr stark sein, Steve“, murmelte er. „Aber versteh bitte auch, dass deine Mutter jetzt keine Schmerzen mehr hat. Sie ist nun bei Gott.“

„Und warum tut Gott das?“, begehrte Steve auf. „Warum hat er sie mir genommen? Ich weiß es jedenfalls nicht!“

Die letzten Worte hatte er voller Trotz ausgestoßen, und das beinhaltete auch eine große Wut, die ihn ergriffen hatte. Aber es nutzte nichts, dieser Wut freien Lauf zu lassen. Es änderte nichts mehr daran, dass seine Mutter nicht mehr lebte und demzufolge auch niemals mehr zurückkommen würde. So hart es auch klang – er war jetzt allein und musste damit irgendwie klarkommen.

„Junge, keiner von uns weiß, warum manche Dinge geschehen“, sagte Doc Walters. „Manchmal verstehen wir das erst viel später.“

Was hätte Steve darauf erwidern sollen? Er nickte nur und erhob sich vom Bett. Aber bevor er den Raum verließ, nahm er den Brief an sich, auf den ihn seine Mutter hingewiesen hatte. Der Arzt...



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