Wallon | Red Rock Ranch 01: Hogans blutige Fährte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 190 Seiten

Reihe: Red Rock Ranch

Wallon Red Rock Ranch 01: Hogans blutige Fährte


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-95719-339-1
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 1, 190 Seiten

Reihe: Red Rock Ranch

ISBN: 978-3-95719-339-1
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ben Hogan, früher Teil der Harper-Bande, wird verfolgt. Mit der Beute aus dem letzten Überfall versucht er, nach Mexiko zu flüchten. Doch er hat nicht mit der Hartnäckigkeit seiner einstigen Kumpane gerechnet. Als Hogan angeschossen wird, erinnert er sich an Lee Bronson, einen alten Freund aus dem Bürgerkrieg. Dieser ist Vormann auf der Red Rock Ranch in der Nähe von Tucson. Doch wird Lee ihm helfen, wenn er von Hogans blutiger Vergangenheit erfährt?

Alfred Wallon wurde am 20.05.1957 in Marburg / Lahn geboren und interessierte sich schon sehr früh für das Western-Genre. Im Dezember 1981 erhielt er seinen ersten Autorenvertrag für einen historischen Western. Im Laufe der letzten 40 Jahre war Wallon auch in anderen Genres präsent. So veröffentlichte er bei verschiedenen deutschen Verlagen um die 200 Romane incl. eBooks und Neuauflagen in allen gängigen Genres der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. ?? Sein favorisiertes Genre ist der historische Western. So entstanden für den BLITZ-Verlag die Serien DIE FORTS AM BOZEMAN TRAIL und TEXAS RANGER, beides Serien mit historischem Hintergrund. Alfred Wallon setzte darüber hinaus die Serie KAPITÄN NEMOS NEUE ABENTEUER bei BLITZ fort und wirkte auch mit neuen Romanen bei RED ROCK RANCH und LOBO mit. Bei BLITZ erschienen auch Regionalkrimis von ihm und abgeschlossene historische Western.
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Kapitel 1

Er wusste, dass sie ihm immer noch auf den Fersen waren. Vor zwei Stunden hatte er die Staubwolke in einiger Entfernung bemerkt und begriffen, dass er Chet Harper und seine Leute nicht hatte täuschen können. Dabei hatte er so sehr darauf gehofft, dass die Spur, die er gelegt hatte, seine einstigen Kumpane auf eine falsche Fährte locken würde. Sein Plan hatte aber wohl nur kurz den gewünschten Erfolg gebracht, denn jetzt versuchten sie ihn wieder einzuholen. So wie das aussah, würde es ihnen auch irgendwann gelingen, wenn nicht ein unverhofftes Wunder geschah.

Ben Hogan blickte sich um. Er wusste, dass es zu einem Kampf kommen würde, dem er nicht entkommen konnte. Also musste er sich darum kümmern, dass er wenigstens an einem Ort ausgetragen wurde, der ihm etwas Sicherheit vor dem Unvermeidlichen bot.

Er kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, weil die heiße Nachmittagssonne ihm genau ins Gesicht schien. Die Hitze war kaum noch zu ertragen, und er sehnte sich förmlich nach einem Ort, wo er sich ausruhen und erst einmal abwarten konnte, bis die Dunkelheit einsetzte. Tucson war sein Ziel gewesen, eine Stadt, wo er sich ein paar Tage hatte ausruhen wollen, bevor er seinen Ritt in Richtung Grenze fortsetzte. Aber so, wie es jetzt aussah, hatte Chet Harper etwas dagegen.

Er zügelte kurz sein Pferd, blickte sich um und versuchte, seine Gedanken irgendwie zu ordnen. Hogan fühlte, dass er langsam nervös wurde und in Panik geriet. Er musste schnell eine Lösung finden, bevor seine Verfolger auf Schussweite herangekommen waren. Wenn er bis dahin keine geeignete Deckung gefunden hatte, wo er sich zur Wehr setzen konnte, war es ohnehin aus und vorbei mit ihm!

Vor seinen Blicken erstreckte sich eine wilde und zerklüftete Landschaft mit roten Sandsteinfelsen, die von Wind und Wetter geformt worden waren und teilweise eigenartige Formen angenommen hatten. Ein Geröllpfad führte weiter hinauf zu einigen Felsbrocken, wo er sich verbergen und seine Gegner mit gezielten Schüssen auf Distanz halten konnte. Hogan hatte keine Zeit mehr, die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung im Detail abzuwägen. Stattdessen musste er sich rasch entscheiden, und das tat er jetzt.

Er trieb sein Pferd an, und das Tier folgte dem steinigen Pfad, der höher hinauf in die Felsen führte. Schließlich wurde es so steil, dass Hogan absteigen und sein Pferd am Zügel hinter sich herziehen musste. Das Tier protestierte mit einem heftigen Schnauben dagegen, aber Hogan ließ nicht locker, und dem Pferd blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen.

Wenige Minuten später hatte er ein kleines Plateau erreicht, das von zwei Seiten von rauen Felsen geschützt wurde und ihm eine halbwegs sichere Deckung bot. Er band die Zügel des Pferdes an einem verdorrten Strauch fest, nahm seine Winchester aus der Halterung am Sattel, griff nach der Canteenflasche und suchte dann nach einer geeigneten Stelle, von der er alles überblicken konnte und gleichzeitig auch ein gutes Schussfeld hatte.

Die kleine Mulde, die sich knapp fünf Meter entfernt von ihm befand, schien dafür sehr geeignet zu sein. Dort ließ er sich nieder und beobachtete, was weiter geschah. Jetzt verfluchte er die Tatsache, dass er kein Fernglas bei sich hatte, sonst hätte er mehr Einzelheiten erkennen können. So sah er aber nur die Konturen von sechs Reitern, die sich in der Staubwolke abzeichneten, und sie ritten genau in seine Richtung.

Die Reiter verlangsamten jetzt ihr Tempo und schienen unschlüssig zu sein, welche Richtung sie nun einschlagen sollten. Sie waren jetzt so nahe herangekommen, dass Hogan sie genau erkennen konnte: Chet Harper, den aschblonden Anführer, seinen Kumpan Titus Crawford, der direkt neben ihm ritt, und dahinter Mike und Don Thompson, zwei Brüder aus Nevada, die von Anfang an zur Harper-Bande gehörten. Den Schluss bildeten Luke Waymore und Darren Edwards. Sie waren erst später hinzugekommen, genauso wie Ben Hogan. Trotzdem waren sie gefährlicher als Klapperschlangen, und man tat gut daran, ihnen nicht zu lange den Rücken zuzuwenden, sonst würde man dafür die Konsequenzen tragen müssen.

Hogan murmelte einen leisen Fluch, als er die Reiter von seinem Versteck aus beobachtete. Er hatte die Vergangenheit abschütteln wollen und darauf gehofft, dass es Harper und seinen Kumpanen niemals gelingen würde, ihn einzuholen. Dabei hatte er alles so gut vorbereitet, und es gab auch 10.000 gute Gründe, nicht locker zu lassen. Genauer gesagt 10.000 Dollar, die sich in der Satteltasche befanden, die Hogan bei sich hatte. Darin befand sich die Beute aus dem letzten Überfall in einer Bank in Phoenix.

Hogan wusste, dass dies die Chance war, auf die er so lange gewartet hatte. Denn es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Ring aus U.S. Marshals, Pinkerton-Agenten und Kopfgeldjägern irgendwann um die Harper-Bande schließen würde. Ben Hogan war schon zweiundfünfzig Jahre alt und hatte nur selten auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Er wollte auch einmal die unruhigen Zeiten hinter sich lassen und einfach nur leben, ohne sich Sorgen darüber zu machen, dass er irgendwann in den Lauf eines Revolvers blickte, dessen Besitzer um den entscheidenden Bruchteil einer Sekunde schneller war als er selbst. Das war der Moment, wo sein Leben enden würde und man ihn bestenfalls irgendwo verscharrte.

So wollte Hogan aber nicht sterben. Er hatte noch Wünsche und Ziele, und er hatte begriffen, dass ihm nichts geschenkt wurde auf diesem Weg. Chet Harper und seine Kumpane hatten sich nie solche Gedanken gemacht. Sie raubten weiterhin Banken und Postkutschen aus und glaubten, dass das immer so weitergehen würde. Sie dachten nicht eine einzige Sekunde daran, dass sich das mal änderte. Also hatte Hogan beschlossen, auf volles Risiko zu gehen und sich bei passender Gelegenheit abzusetzen. Die Beute aus dem Banküberfall in Phoenix hatte ihm geholfen, diese Entscheidung rasch zu treffen. Er hatte nur auf den richtigen Moment gewartet, hatte das Geld unbemerkt an sich genommen, während seine Kumpane noch geschlafen hatten, und war dann losgeritten.

Das war vor fast drei Tagen gewesen, und eigentlich hatte er gedacht, seine Verfolger abgeschüttelt zu haben. Leider hatte er erkennen müssen, dass dem nicht so war. Chet Harper schäumte vermutlich vor Wut. Hogan konnte sich gut vorstellen, dass Harper ihm Vergeltung geschworen hatte, und das galt erst recht für seine Kumpane. Ein Mann, der seine eigenen Gefährten betrog, war in deren Augen zum Abschuss freigegeben, und deshalb blieben sie immer noch beharrliche Schatten auf seiner Fährte.

Hogans Gedanken kehrten wieder in die Wirklichkeit zurück, während er seine Winchester nahm und abwartete, was weiter geschah. Die unerbittliche Sonne brannte heiß auf ihn nieder, aber das musste er notgedrungen ignorieren. Jetzt standen wichtigere Dinge auf dem Spiel. Er wollte um jeden Preis überleben, selbst wenn er dafür kämpfen und seine einstigen Kumpane erschießen musste.

Angst und Verzweiflung sind manchmal ein starker Antrieb für einen Menschen, der allmählich begreift, dass seine Chancen verschwindend gering sind. Natürlich wusste Hogan, dass seine Gegner in der Überzahl waren. Deshalb musste er die Initiative ergreifen und den ersten Schritt machen. Aber noch wartete er. Harper und seine Kumpane waren noch zu weit entfernt. Er musste einfach noch Geduld haben und sie näher herankommen lassen. So nah, dass er auch sicher sein konnte, dass jeder Schuss ins Ziel traf.

Ausgerechnet jetzt bemerkte er, dass Chet Harper die rechte Hand hob und damit das Zeichen gab, anzuhalten. Hogan runzelte die Stirn und murmelte einen leisen Fluch. Wenn sie jetzt nicht näherkamen, sondern sich in zwei Gruppen aufteilten, dann steckte er wirklich in der Klemme. Dazu durfte es auf gar keinen Fall kommen.

Er sah, wie Harper auf seine Männer einredete. Die Thompson-Brüder schienen mit Harper diskutieren zu wollen, aber der gab ihnen nur mit einer kurzen, aber dafür umso eindeutigeren Geste zu verstehen, dass er entschied, was zu tun war. Das war immer so gewesen. Hogan wusste aber auch, dass Mike und Don Thompson nicht alles guthießen, was Harper entschied. Irgendwann würde es zu einer gefährlichen Auseinandersetzung kommen, bei dem die Führung der Bande neu bestimmt wurde. Auch deshalb hatte Hogan längst beschlossen, eigene Wege zu gehen.

Der hagere Titus Crawford stieg jetzt aus dem Sattel, ging einige Schritte umher, beugte sich immer wieder hinunter und schien nach etwas zu suchen. Und tatsächlich schien er jetzt fündig geworden zu sein. Er redete kurz mit Harper und zeigte dabei mehrmals in die Richtung, wo sich Hogan verborgen hielt. Hogan konnte nicht verstehen, was Crawford zu seinem Boss sagte. Es spielte auch keine Rolle, denn jetzt stand alles auf dem Spiel, als Harper schließlich nickte. Was das bedeutete, wusste Hogan.

Er zwang sich, ganz ruhig zu bleiben, legte den Lauf der Winchester auf eine Felskante und nahm einen der Reiter aufs Korn. Dann atmete er ganz flach und drückte ab. Das Aufbellen des Schusses übertönte die Hufschläge. Don Thompson wurde auf einmal von einer unsichtbaren Faust gepackt und rückwärts vom Sattel gerissen. Er prallte hart auf dem staubigen Boden auf. Mike Thompson konnte sein Pferd gerade noch mal zur Seite reißen, bevor die Hufe seinen Bruder erwischten.

All das registrierte Ben Hogan aber nur ganz am Rande, denn jetzt hatte er bereits den zweiten Gegner anvisiert. Es war Chet Harper, aber diesmal traf Hogans Kugel nicht ins Ziel, denn der Bandenboss hatte plötzlich sein Pferd am Zügel herumgerissen. Einen weiteren Schuss konnte Hogan nicht mehr abfeuern, denn nun erwiderten seine Gegner das...



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