Walter | Im Bad der Menge | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 158 Seiten

Walter Im Bad der Menge

Indes 2012 Jg. 1 Heft 03. EBook
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-647-80000-4
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

Indes 2012 Jg. 1 Heft 03. EBook

E-Book, Deutsch, 158 Seiten

ISBN: 978-3-647-80000-4
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection



»Massenveranstaltungen«: Das Heft widmet sich einem höchst zeitgemäßen Thema. Einerseits. Andererseits mutet dieser Schwerpunkt seltsam unzeitgemäß an. Schließlich ist die Ära der großen homogenen gesellschaftlichen Blöcke seit einigen Jahrzehnten vorüber.Klassen, Schichten, auch Milieus zerfasern in immer kleinteiligere Lebensstilgruppen, die Großorganisationen von einst leiden unter einem scheinbar unaufhaltsamen Auszehrungsprozess. Die »Masse« scheint passé - jedenfalls zur Charakterisierung der (europäischen und nordamerikanischen) Gegenwartsgesellschaften. Treffendere Schlagworte lauten stattdessen Individualisierung, Flexibilisierung und Pluralisierung.Es ist insofern kein Zufall, dass Massenereignisse oftmals mit einer abgeschlossenen Vergangenheit oder mit diktatorischen Regimen assoziiert werden. Auch in diesem Heft befassen sich mehrere Texte mit historischen Ereignissen, so Franz Walter und Stine Marg in ihrer Analyse der Wahlrechtsdemonstrationen der deutschen Sozialdemokratie am Vorabend des Ersten Weltkrieges und Lars Geiges mit seinem Porträt des Bonner Hofgartens als Protestort.Wolfgang Kraushaar blickt auf die westdeutsche Linke in den 1960er und 1970er Jahren und fragt nach der biographischen Prägung durch die Teilnahme an -gewaltbehafteten - Großveranstaltungen.Bezüge zu nicht-demokratischen Herrschaftssystemen stellen Roland Hiemann mit einer Schilderung des nordkoreanischen Arirang-Festivals und Ilko-Sascha Kowalczuk mit seiner Darstellung der Massendemonstrationen in der DDR im Jahr 1989 her.Doch wäre es ein Irrtum, zu glauben, dass Massenereignisse in den Demokratien der Gegenwart unbekannt wären. Dies ist mitnichten der Fall, wie seit einigen Jahren die spürbare Häufung von Massenzusammenkünften vor allem im Bereich des Sports, insbesondere bei Fußballturnieren, markant belegt. Lars Deile widmet sich dieser Fußballfestkultur. Einiges spricht sogar dafür, dass gerade in den auf Individualität gründenden Gegenwartsgesellschaften das punktuelle ekstatische Abtauchen im anonymen »Meer von Gleichgesinnten« ein besonders notweniges Ventil sein dürfte, wie z. B. Yvonne Niekrenz am Beispiels des Rheinischen Karnevals illustriert. Zudem verändern sich auch die Beteiligungsformen, man denke nur an Flash Mobs - und reagieren insofern auf die veränderten Partizipationsansprüche, die Johanna Klatt auf die Schlagworte »allein, informell und fl exibel« verdichtet. Und natürlich geht es auch um die jüngsten aufsehenerregenden Massenproteste . Elke Endert analysiert die Rolle von Gefühlen bei Stuttgart 21, Occupy und dem Arabischen Frühling, Thorsten Hasche fragt, was von den Protesten auf Kairos Tahrir-Platz übrigbleibt.Dass die »Macht der Massen« aber auch zu Fehleinschätzungen und Illusionen über die eigene Stärke verleiten kann, über diese Ambivalenz schreibt Franz Walter, der dem kommunistischen Fehlkalkül in der Friedensbewegung nachspürt.

Prof. Dr. Franz Walter war bis 2017 Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung. Er ist einer der profiliertesten deutschen Parteienforscher.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Title Page ;1
2;Table of Contents
;4
3;Editorial - Matthias Micus / Katharina Rahlf
;3
4;Großveranstaltungen und Massenereignisse
;7
4.1;Analyse
;8
4.1.1;Prügel, die prägen? - Wolfgang Kraushaar
;8
4.1.1.1;Die Geburt der Stadtguerilla: Das Rolling-Stones-Konzert in der Berliner Waldbühne
;9
4.1.1.2;Die Geburt der Straßenmilitanz: Die »Schlacht am Tegeler Weg«
;12
4.1.1.3;Das Ende der Sponti-Bewegung und die Geburt der Realpolitik: Die »Ulrike-Meinhof-Demonstration«
;15
4.1.1.4;Kollektive Grenzerfahrungen und ihre Folgen
;20
4.1.2;Mit den Massen von Sieg zu Sieg in die finale Niederlage - Franz Walter ;23
4.1.2.1;Willi Münzenberg, der Rastlose »Energiekoloss«
;24
4.1.2.2;Auf Rausch folgt Routine
;28
4.1.2.3;Das Katapult der Grünen
;31
4.1.3;Denkpause im Bad der Menge - Johanna Klatt
;33
4.1.4;Fußball feiern - Lars Deile
;40
4.1.4.1;Festelemente;41
4.1.4.2;Einschluss und Ausschluss
;43
4.1.4.3;Repräsentation von Macht
;43
4.1.4.4;Das Fest im Zugriff der Aufklärung
;44
4.1.4.5;Große Feste – Kleine Feste
;46
4.1.5;Massenabweichler - Ilko-Sascha Kowalczuk
;48
4.1.5.1;Die Zukunft, inzwischen so fern
;50
4.1.5.2;Symptome einer Gesellschaftskrise
;52
4.1.5.3;Furcht vor der »chinesischen Lösung«
;53
4.1.5.4;Das eigentliche Erdbeben fand in der fernen Provinz statt
;55
4.1.6;Die Ordnung des
Exzesses - Yvonne Niekrenz ;57
4.1.6.1;Ohne Chaos keine Ordnung
;59
4.1.6.2;Aus Sehnsucht nach einer einfachen Weltordnung
;61
4.1.7;Kundgebungen gegen das Klassenwahlrecht - Stine Marg / Franz Walter
;63
4.1.7.1;Ungewöhnlich turbulente Straßendemonstrationen
;65
4.1.7.2;Die Polizei zog blank – Der Vorwärts nannte es ein »Massaker«
;66
4.1.7.3;Triste Trauermärsche statt Militanz der Massen
;69
4.1.7.4;Stark an Zahl – Arm an politischer Macht
;71
4.1.8;Verstand und
Gefühl - Elke Endert ;74
4.1.8.1;Gefühle wirken ansteckend
;76
4.1.8.2;Die Resonanz kollektiver Gefühle
;78
4.1.8.3;Der »Mob« beginnt zu denken
;80
4.1.9;Schritte der
Anpassung - Harald Kleinschmidt ;82
4.1.9.1;Der militärische Gruß als Absage an die Verbeugung vor dem Herrn
;85
4.1.9.2;Wie Tänzer in Uniformen
;87
4.1.10;Was von den Protesten übrigblieb - Thorsten Hasche
;89
4.1.10.1;Wandel der politischen Arenen und Medienlandschaften in der Mena-region und der Zündfunke Tunesiens
;90
4.1.10.2;Der Kairoer Tahrir-Platz: Zentrum und Symbol der Revolte
;92
4.1.10.3;Was bleibt von den Protesten auf dem Tahrir-Platz übrig? Grenzen einer Transnationalen Revolte
;94
4.2;Inspektion
;96
4.2.1;Im Garten der Bewegung - Lars Geiges
;97
4.2.1.1;Herbst 1983: Effektiv, Professionell und mit eigenem Spin
;98
4.2.1.2;»Das Ding hat Saft und Kraft«
;99
4.2.1.3;»Die Anderen Sind für den Krieg. Wir sind für Frieden. Das war’s.«
;100
4.2.1.4;Juni 1982: Heißes Protestfest in den Rheinauen, Reagan in Bonn, die CDU im Hofgarten
;101
4.2.1.5;»Töne wie vor 1933«
;102
4.2.1.6;»So etwas wie ein Scharnier«
;104
4.2.1.7;Herbst 1983: Willy Brandt, militante und der Motorradklub »Kuhle Wampe«
;105
4.2.1.8;»Lieber Fahrgemeinschaften gebildet, als mich von den Kommis vor der Baracke abholen zu lassen«
;106
4.2.2;Olympia auf Steroiden - Roland Hiemann
;108
4.2.2.1;Eine kleine Geschichte des Massensports in Nordkorea
;110
4.2.2.2;»Ein Großer Erfolg unserer Kultur«
;112
4.2.2.3;Botschaften an die Welt
;113
4.2.3;Mobilmachung geglückt Schlacht verloren - Jack Craver
;116
4.2.3.1;Die Vorgeschichte der Wisconsin-proteste
;116
4.2.3.2;Die Proteste;119
4.2.3.3;Die Folgen der Proteste: Der Recall gegen Scott Walker und sein Scheitern
;122
4.3;Kommentar
;126
4.3.1;Alles nur ein Spiel? - Ronny Blaschke
;126
4.3.1.1;Es gibt sie: Diplomatie durch Sport.
;128
4.3.1.2;Demokratie im Sport ist Relativ
;130
4.3.1.3;Das Ergebnis zählt, nicht der Weg dorthin
;132
5;Perspektiven;135
5.1;Kommentar
;136
5.1.1;Die machtpolitische Versuchung - Stephan Klecha
;136
5.2;Analyse
;142
5.2.1;Lob des Vergessens - Robert Lorenz
;142
5.2.1.1;Die traurige Nachricht vom Ableben der Treppenterrier
;144
5.2.1.2;Wiederkehr von Stärke durch Abkehr von Überkommenem?
;146
5.3;Konzept
;149
5.3.1;Ausbruch aus dem Elfenbeinturm - José Félix Tezanos
;149
5.3.1.1;Lesbarer, konkreter, kürzer
;150
5.3.1.2;Die Redaktion als Steuerungsinstanz
;152
5.4;Kontroverse
;154
5.4.1;Die Quote ein Elend? - Heide Oestreich
;154
5.4.1.1;Argument I: »Die Quote ist Undemokratisch«
;154
5.4.1.2;Argument II: »Die Quote diskriminiert«
;155
5.4.1.3;Argument III: »Die Quote ruiniert die Personalpolitik«
;156
5.4.1.4;Argument IV: »Frauen wollen keine Quotenfrauen sein«
;156
5.4.1.5;Kurzer Rückblick: Die Geschichte;157
5.4.1.6;Der soziale Alltag
;158
5.4.1.7;Die Psychologie;158
5.4.1.8;Wer Gegen die Quote ist, muss alternativen parat haben
;159
6;Copyright
;160
7;Body
;3


Walter, Franz
Prof. Dr. Franz Walter ist Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung und einer der profiliertesten deutschen Parteienforscher.



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