E-Book, Deutsch, Band 0,5, 156 Seiten
Reihe: Firefighters
Ward Into the Heat
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1357-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0,5, 156 Seiten
Reihe: Firefighters
ISBN: 978-3-7363-1357-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sie sind Firefighter mit Leib und Seele - doch das Feuer verzeiht keine Fehler
Anne Ashburn und Danny Maguire arbeiten in derselben Einheit des New Brunswick Fire Departments. Seit Anne vor zwei Jahren zu der Truppe gestoßen ist, knistert es zwischen ihnen, doch private Beziehungen innerhalb eines Teams sind verboten. Als ein Kollege heiratet, kommen sie sich während der Hochzeitsvorbereitungen näher und können sich der Leidenschaft, die zwischen ihnen herrscht, nicht länger erwehren. Aber dann kommt es zu einem Brand, der ihr Leben für immer verändern wird ...
'Eine großartige Mischung aus Romance, Action und Spannung!' ALL ABOUT ROMANCE
Die Novella zum neuen Roman INTO THE FIRE von SPIEGEL-Bestseller-Autorin J. R. Ward
J. R. Ward hat mehr als 20 Romane geschrieben, darunter die Nummer-1-NEW-YORK-TIMES- und SPIEGEL-Bestsellerreihe Black Dagger. Ihre Bücher wurden weltweit mehr als 15 Millionen Mal verkauft und erscheinen in 25 Ländern. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden der USA. Weitere Informationen unter: www.jrward.com
Weitere Infos & Material
1
Donnerstag, 29. Oktober
Countdown: noch 48 Stunden
College Row, New Brunswick, Massachusetts
»Frauen gehören nun mal nicht zur Gruppe des Bräutigams, verdammt! Deshalb bekommt sie keine Rolle bei meiner verfluchten Hochzeit!«
Als Anne Ashburn die Männer-WG durch die Hintertür betrat, hatte sie diesen netten kleinen Wutausbruch nicht nur längst erwartet, sondern er lieferte ihr auch die ersehnte Ausrede. Und wahrscheinlich war dies das erste und letzte Mal, dass sie der Braut bei irgendetwas zustimmte – nicht im Hinblick auf die Rolle von Frauen in Hochzeitsgesellschaften, sondern dass Anne nicht bei der »verfluchten Hochzeit« mitmachen würde.
Alle in der Küche drehten sich zu ihr um: Deandra Cox, die baldige Trägerin des weißen Kleides, Robert »Moose« Miller, Deandras erschöpft aussehender Verlobter und Annes Kollege auf der Feuerwache 499, und … Dannyboy Maguire, den sie als Einzigen wirklich wahrnahm und aus diesem Grund auf gar keinen Fall anschauen wollte.
Nur leider war Danny nicht zu übersehen. Wie die meisten Feuerwehrleute war er top in Form, sein großer Körper muskelbepackt und jederzeit einsatzbereit. Er lehnte lässig an der ramponierten Arbeitsplatte, die breiten Arme vor der Brust verschränkt, die langen Beine an den Knöcheln gekreuzt, und seinen allzu blauen Augen entging nichts. Offensichtlich kam er gerade aus der Dusche, denn sein glänzendes schwarzes Haar war noch nass, und Anne versuchte, ihn sich nicht nackt unter dem Wasserstrahl vorzustellen, wie sich sein tätowierter Oberkörper nach hinten bog, wenn er sich das Shampoo aus …
Sie hielt die Hände hoch, um sich selbst ebenso wie den Streit zu stoppen. »Hört mal, ich will keine Umstände machen. Es ist für mich völlig in Ordnung, bei den anderen Gästen zu sitzen.«
»Dann habe ich eine Brautjungfer zu viel.« Die zukünftige Braut konzentrierte sich wieder auf ihren Auserwählten. »So geht es nicht auf. Du hast mit Absicht bis zwei Tage vor der Hochzeit gewartet, um mir das zu erzählen, weil du weißt, dass es mir nicht passt, und jetzt geht meine Rechnung nicht mehr auf!«
Während der Bräutigam auf den Linoleumboden starrte, war es unmöglich, sich nicht eine Plastikversion des Paars auf einer mehrstöckigen Torte vorzustellen: Deandra in Skinny-Jeans und einem engen Kaschmirpulli, mit blonden Strähnchen in den dunklen Haaren, wie sie sich vorbeugte, als wollte sie dem Mann, den sie heiraten würde, gleich eine reinhauen; Moose in seinem T-Shirt von der New Brunswicker Feuerwehr, mit breiten Schultern und bärtigem Gesicht, der zurückwich, als wollte ihm ein Grippekranker ins Gesicht niesen.
Hach ja, wahre Liebe.
»Ich dachte nicht, dass das ein Problem ist«, murmelte Moose. »Anne gehört zur Crew der 499, und alle anderen sind auch in meiner Gruppe.«
»Sie ist ein Mädchen.« Deandra zeigte auf Anne. »Das bringt alles durcheinander.«
»Ich will wirklich keine Umstände machen.« Anne hielt wieder die Hände hoch. »Ich sitze eben einfach bei der restlichen Hochzeitsgesellschaft.«
Deandra richtete ihren funkelnden Blick auf Anne. »Dann geht es trotzdem nicht auf. Und meine Freundinnen haben ihre Kleider schon bezahlt. Sie haben je hundertzwanzig Dollar gekostet.«
Und das ist mein Stichwort, um von hier zu verschwinden, dachte Anne. Moose tat sich das hier vielleicht freiwillig an, aber außer ihm musste niemand …
»Ich finde, Frauen können sein, was immer sie wollen.«
Als Danny sich zu Wort meldete, sahen ihn alle an – einschließlich Anne, die plötzlich eine ähnliche Wut entwickelte wie Deandra.
Wage es ja nicht, sagte sie hinter dem Rücken der Braut tonlos zu ihm.
Danny zuckte nur die Achseln, als hätte er einen Hosenanzug an und würde Oprah Winfrey, Michelle Obama und Hillary Clinton zugleich in sich vereinen. »Ich meine, Deandra, du stehst doch über diesem ganzen Sexismus, oder? Niemand darf dir vorschreiben, was bei deiner eigenen Hochzeit richtig oder falsch ist. So viel Selbstbewusstsein hast du doch locker.«
Ich bringe ihn um, schwor Anne sich insgeheim. »Ich glaube, Deandra will, dass bei ihrer einzigen Hochzeit alles perfekt ist.«
Danny runzelte scheinbar verwirrt die Stirn. »Du findest es also okay, zwischen Männern und Frauen einen Unterschied zu machen? So wie du dich auf der Wache verhältst, hätte ich das nicht von dir erwartet. Ich dachte, du bist für Gleichberechtigung.«
»Bin ich auch«, entgegnete Anne bissig. »Aber hier geht es nicht um Gleichberechtigung.«
»Bist du dir da sicher? Ich verstehe nicht, wie du bei einer Hochzeitsfeier traditionelle Geschlechterrollen unterstützen und gleichzeitig das Recht verteidigen kannst, dass Frauen bei der Feuerwehr, bei der Polizei und beim Militär an der Front arbeiten.«
»Bitte erspare mir deine Meinung zu Frauenangelegenheiten, solange du noch nie ein Kleid getragen hast, okay?«
»Ich meine ja bloß, dass du Frauen anscheinend nur in Kleidern akzeptierst.«
»Es ist ihre Hochzeit.« Anne zeigte auf Deandra. »Sie ist die Braut. Sie darf sagen, was sie richtig oder falsch findet, und sie braucht ganz sicher keinen Mann, der ihr vorschreibt, was sie zu tun hat.«
»Auch wenn ich die Frauenrechte verteidige?«
»Bis du dir Eierstöcke wachsen lässt, hast du zu unseren Rechten nichts zu sagen!«
Als Annes Stimme in der Küche nachhallte, wurde ihr bewusst, dass sie sich direkt vor Danny aufgebaut hatte – und dass Deandra und Moose sie schweigend beobachteten.
Sie räusperte sich und trat einen Schritt zurück. »Jedenfalls hat Deandra sich entschieden, und ich respektiere ihren Wunsch.«
Deandra kniff die Augen zusammen und musterte Danny, und irgendwas an der Art, wie sie ihn ansah, war merkwürdig.
»Wisst ihr was?«, sagte die Braut. »Vielleicht sollte Anne doch zu den Ehrengästen gehören.«
Anne hoffte, dass ihr Gesichtsausdruck neutral blieb. »Du musst deine Meinung nicht meinetwegen ändern.«
»Werde ich auch nicht.« Deandras Blick war nach wie vor auf Danny fixiert. »Na schön. Dann zieht Anne eben einen Smoking an, wie die anderen Männer. Sie kann meine Schwester zum Altar führen, wie es sich für einen Mann gehört. Ihre Schultern sind sowieso zu muskulös für ein Kleid, und dann geht meine Rechnung wieder auf.«
Anne verdrehte die Augen. Ein Hoch auf Frauenpower.
»Dann wäre das also geklärt«, verkündete Deandra mit einem gequälten Lächeln. »Du brauchst einen Smoking. Falls du noch keinen besitzt.«
Einen Augenblick lang wartete Anne darauf, dass jemand ihr widersprechen würde. Zum Beispiel Moose. Aber der wollte sich bei den Hochzeitsdetails eindeutig nichts mehr vorwerfen lassen, und Danny hatte gerade seinen Willen bekommen, also würde auch er ganz sicher nichts sagen.
Und eigentlich waren diese Männer, mit denen Anne schon seit Jahren Feuer bekämpfte, tatsächlich ihre Brüder, wenn auch nicht blutsverwandt. Sie fand zwar, dass der gute Moose eindeutig verrückt war, diese schöne, aber unerträgliche Frau zu heiraten, die er erst sechs Monate kannte, aber Anne würde trotzdem an seiner Seite stehen, wenn er das wollte – und das tat er. Er hatte sie auf der Wache persönlich darum gebeten.
»Wo habt ihr Jungs denn eure Anzüge her?«, fragte Anne ihn.
»Smokings«, korrigierte Deandra.
Der Bräutigam blinzelte, als hätte er seine Muttersprache vergessen. Allerdings machte er das in letzter Zeit auch auf der Feuerwache immer wieder. »Du willst tatsächlich einen Smoking tragen?«
»Mir doch egal.«
»Ja, sie trägt einen«, mischte Deandra sich ein.
»Ich gehe mit dir hin«, meldete sich Danny. »Ich weiß, wo das ist.«
Danny Maguire machte sich auf einen Todesblick von Anne gefasst, und, oh Mann, dieser war wirklich mörderisch. Annes Augen waren wie das Visier eines Scharfschützengewehrs auf ihn gerichtet, und es überraschte ihn, dass sein Schädel und die Schränke hinter ihm nicht zerbarsten.
Aber Anne hatte schon immer eine solche Wirkung auf ihn gehabt. Seit dem Moment, als sie vor zwei Jahren die offene Garage der 499 betreten hatte, fesselte sie seine Aufmerksamkeit – und zwar nicht nur weil sie die kleine Schwester von Thomas Ashburn junior war, dem Feuerwehrchef von New Brunswick. Schon als Anfängerin, frisch von der Akademie, hatte sie ein beeindruckendes Selbstbewusstsein und eine einschüchternde Kompetenz an den Tag gelegt.
Und dann hatten sie bei Einsätzen zusammengearbeitet.
Anne war seine bevorzugte Teampartnerin, weil er sich nie fragen musste, was sie tun oder wo sie sein würde. Sie dachten dasselbe, reagierten gleich, bewegten sich synchron.
Er konnte immer ihre Gedanken lesen.
So wie gerade in diesem Moment? Jetzt kastrierte sie ihn insgeheim, warf seine Eier in den Abfluss und spülte sie runter.
»Erklär mir einfach, wo der Laden ist«, sagte sie zähneknirschend zu Moose.
Danny wartete die Antwort nicht ab, sondern verließ seinen Platz an der Arbeitsplatte und ging zur Hintertür. Draußen parkte Annes Subaru Outback neben seinem Pick-up, und er ging um ihr Auto herum und setzte sich auf den Beifahrersitz.
Als sie herauskam und sah, wo er war, blieb sie auf der Türschwelle stehen und blickte ihn so finster an, als wollte sie am...




