Ward | Our Second Chance | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 393 Seiten

Reihe: LYX.digital

Ward Our Second Chance


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1505-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 393 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1505-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie kommen aus unterschiedlichen Welten. Hat ihre Liebe eine Chance?

Über den Sommer arbeitet Raven als Haushaltshilfe bei einer reichen Familie. Als der älteste Sohn für die Ferien aus England nach Hause kommt, braucht es nur einen Blick. Gavin und Raven verlieben sich. Ihre Gefühle sind tief, sie sind echt, doch Gavins Familie tut alles, um die beiden auseinanderzubringen. Mit Erfolg! Mit gebrochenem Herzen versucht Raven, ihr Leben wieder aufzunehmen. Zehn Jahre später steht Gavin auf einmal wieder vor ihr. Hat ihre Liebe eine zweite Chance?
'Einfach perfekt! Von der ersten bis zur letzten Seite.' READ MORE SLEEP LESS

Der neue Roman von Bestseller-Autorin Penelope Ward



Penelope Ward ist eine NEW-YORK-TIMES-, USA-TODAY- und WALL-STREET-JOURNAL-Bestseller-Autorin. Sie arbeitete als Nachrichtensprecherin beim Fernsehen, bevor sie zu schreiben begann. Penelope liebt New-Adult-Romane, Kaffee und ihre Freunde und Familie. Sie ist stolze Mutter zweier Kinder und lebt in Rhode Island. Weitere Informationen unter: penelopewardauthor.com

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1


Raven

Zehn Jahre zuvor

Meine Mutter kam zu mir in die Küche. »Wir müssen ein wenig umplanen, Raven.«

Ich war gerade dabei, die glänzende Granitkücheninsel abzuwischen. »Was ist los?«

»Du musst aufhören zu putzen und stattdessen einkaufen gehen. Die Jungs kommen heute aus London zurück. Ruth hat es mir eben erst gesagt.«

Die Jungs waren Gavin und Weldon Masterson, die Söhne von Ruth und Gunther Masterson – unseren Arbeitgebern. Gavin war etwa einundzwanzig, und Weldon war drei oder vier Jahre jünger. Ich hatte sie nie kennengelernt, weil mich meine Mutter, als ich klein war, nie mit zur Arbeit genommen hatte. Gelegentlich sprach sie allerdings von den Jungs. Nach allem, was ich gehört hatte, war ihre Rückkehr aus London jedes Jahr ein Ereignis wie Christi Wiederkunft. Ich wusste, dass Gavin gerade in Oxford seinen Abschluss gemacht hatte und dass Weldon dort ins Internat ging.

Meine Mutter arbeitete seit mehr als zehn Jahren bei den Mastersons als Haushälterin. Vor Kurzem hatten sie beschlossen, dass sie im späten Frühjahr und in den Sommermonaten eine zusätzliche Hilfe im Haus brauchten, und so hatte mir Mom für dieses Jahr einen Teilzeitjob als Haushälterin dort verschafft. Anders als viele auf der Insel gehörten die Mastersons nicht zu denen, die im Sommer in den Norden flüchteten. Sie blieben das ganze Jahr über hier.

Ihre Villa lag direkt auf der anderen Seite der Brücke, gegenüber von West Palm Beach, wo ich wohnte, aber es war dort wie in einer völlig anderen Welt.

»Um wie viel Uhr kommen die beiden?«, fragte ich.

»Offenbar sind sie gerade am Palm Beach International gelandet.«

Klasse.

Sie reichte mir eine Liste. »Geh damit zum Lebensmittelladen und kauf ja nichts, das nicht bio ist. Ruth kriegt sonst Zustände.«

Das Einkaufen dauerte länger, als mir lieb war. Es war nervig, die ganzen Etiketten lesen zu müssen, um sicher sein zu können, dass alles den Anforderungen entsprach.

Als ich die Lebensmittel in der Küche verstaute, bemerkte ich, dass jemand in der Frühstücksnische am Fenster saß.

Ich erkannte ihn von den Fotos. Es war der jüngere Sohn, Weldon. Mit seinen dunkelblonden Haaren und den feinen Gesichtszügen sah er Ruth sehr ähnlich.

Er schlang gerade eine Schüssel Chili con Carne hinunter, hatte das Gesicht in seinem Handy vergraben und schien mich gar nicht wahrzunehmen.

»Hallo«, sagte ich. »Ich bin Raven.«

Nichts. Nicht ein Wort.

»Hallo«, wiederholte ich.

Nichts.

Bin ich unsichtbar?

Er trug keine Kopfhörer. Ich wusste, dass er mich gehört hatte, trotzdem hatte er nicht einmal aufgesehen.

Ich murmelte leise vor mich hin. Er würde mich garantiert nicht hören, so beschäftigt, wie er mit Scrollen war. »Oh, okay. Schon verstanden. Du bist ein ichbezogener hirnloser Blödmann, der es nicht nötig hat, jemanden mit einem kleineren Bankkonto wahrzunehmen. Stopf dir ruhig weiter das Maul voll und tu so, als gäbe es mich gar nicht. Nun, du kannst mich auch mal.«

»Mich auch«, hörte ich eine tiefe Stimme hinter mir.

Mist!

Ich drehte mich langsam um und sah mich einem Paar faszinierender blauer Augen gegenüber.

Der andere Bruder. Gavin.

Er lächelte mich strahlend an. Anders als Weldon, der keine eigene Persönlichkeit zu haben schien, verströmte Gavin Masterson schon allein durch sein Lächeln einen unglaublichen Charme. Außerdem sah er umwerfend gut aus. Ehrlich, er sah wie ein Filmstar aus – definitiv viel erwachsener als auf den Fotos an den Wänden.

Mir sank der Mut. »Ähm …«

»Schon okay. Ich verrate es niemandem.« Er grinste und richtete den Blick auf Weldon. »Ehrlich gesagt hat er es verdient.«

»Dennoch, das war … unpassend«, stotterte ich. »Ich wollte nur …«

»Ich finde, es war großartig. Wir brauchen hier mehr Leute, die sagen, wie es ist, damit der Bezug zur Wirklichkeit in diesem Haus nicht ganz verloren geht.«

Okay. »Mal ernsthaft, wie konntest du das überhaupt hören?«, fragte ich. »Ich habe geflüstert. Ich könnte nicht mal mit Sicherheit behaupten, dass ich gesprochen habe.«

Er deutete auf sein Ohr. »Man hat mir gesagt, ich hätte ein sehr gutes Gehör.« Er streckte mir die Hand entgegen. »Gavin.«

Ich nahm sie. »Ich weiß.«

Seine Hand war viel größer als meine. Seine langen männlichen Finger fühlten sich warm und elektrisierend an.

»Nett dich kennenzulernen, Raven.«

Ich hatte ihm meinen Namen nicht gesagt.

Mir lief ein Schauer über den Rücken. »Du weißt, wer ich bin …«

»Natürlich weiß ich das. Deine Mutter redet die ganze Zeit von dir. Ich wusste, dass du jetzt hier arbeitest. Ich habe nach dir gesucht … um dich zu begrüßen. Obwohl ich dich eben beinahe Chiquita genannt hätte.«

»Chiquita?«

Ich zuckte zusammen, als er die Hand ausstreckte und einen kleinen Aufkleber von meinem T-Shirt abzog. Bei der leichten Berührung bekam ich eine Gänsehaut. Er legte ihn sich auf den Handrücken. Chiquita. Ein Aufkleber für Chiquita-Bananen. Er musste von dem Bananenbündel abgefallen sein, das ich gekauft hatte.

Mein Gesicht fühlte sich heiß an. »Oh.« Garantiert war ich rot angelaufen.

Ich sah wieder hoch. Gavins Haar war dunkler als Weldons – mittelbraun, vorne etwas länger und zerzaust. Er sah wie eine jüngere Ausgabe seines Dads aus. Gavin war genau mein Typ. Groß, ausdrucksstarke Augen und ein Mörderlächeln, das etwas Schalkhaftes hatte. Er trug eine Lederjacke, was seine mysteriöse Anziehungskraft noch verstärkte.

»Hast du nicht mitbekommen, dass wir hier 32 Grad haben? Du bist angezogen, als wärst du noch in London. Mir wird schon heiß, wenn ich dich nur anschaue.«

Okay, das klang nicht gut.

»Soso.«

Ihm ist es auch aufgefallen. Klasse.

»Nun …«, sagte er. »Ich bin gerade vom klimatisierten Auto direkt ins klimatisierte Haus gekommen, ich habe die Hitze noch gar nicht so bemerkt. Allerdings ist mir durchaus bewusst, dass es draußen brütend heiß ist.« Er zog die Jacke aus. »Aber wenn dir allein bei meinem Anblick heiß wird, ziehe ich sie eben aus.« Er zog sich das T-Shirt über den Kopf und entblößte seine muskulöse Brust. »Besser so?«

Ich schluckte kräftig. »Ja.«

Er verschränkte die gebräunten Arme vor der Brust. »Wo gehst du noch mal zur Schule?«

Ich richtete den Blick wieder auf sein Gesicht. »Ich pausiere gerade. Ich bin in West Palm auf die Forest Hill Highschool gegangen. Im Herbst will ich ein paar College-Kurse belegen.«

»Verstehe.«

»Ich hoffe, nach zwei Jahren mit den Scheinen auf eine größere Universität wechseln zu können«, fügte ich hinzu.

»Cool. Und welches Fach willst du studieren?«

»Krankenpflege. Und du? Hast du nicht gerade deinen Abschluss gemacht?«

»Ja. Meinen Bachelor in Rechtswissenschaften«, erwiderte er.

»Dann studierst du ab Herbst also Jura?«

Er nickte. »Yale.«

Ich hustete und versuchte, einen gleichgültigen Eindruck zu machen. »Keine schlechte Wahl.«

»Harvard hat mich nicht genommen, also muss es reichen.« Er verdrehte die Augen – nicht angeberisch, eher selbstironisch.

»Genau. Yale, echt ein Zugeständnis. Deine Eltern müssen sehr enttäuscht sein.«

Er kicherte und sah mich durchdringend an. Es war nur ein Blick, aber ich konnte ihn spüren.

Wir wurden von Weldon abgelenkt, der aufgestanden war und auf uns zukam. Unterwegs ließ er seine dreckige, Chili-verkrustete Schüssel am Rand der Spüle stehen.

Als er den Raum verlassen wollte, rief Gavin ihm hinterher: »Was tust du da?«

»Was meinst du?«, fragte Weldon.

Kann er also doch hören.

»Spül deine Schüssel aus und stell sie in die Spülmaschine.«

Also wenn ich Gavin nicht sowieso schon gemocht hätte …

Zum ersten Mal nahm Weldon mich zur Kenntnis. »Ist dafür nicht sie da?«

Ich zwang mich, den Mund zu halten, und schaute zwischen den beiden hin und her. Gavin brauchte nichts zu sagen. Sein eisiger Blick sprach Bände.

Erstaunlicherweise gehorchte Weldon, ohne noch einmal zu widersprechen. Es war klar, wer hier das Sagen hatte.

Nachdem Weldon beleidigt abgezogen war, sagte Gavin: »Der bildet sich ein, er wäre Prinz Harry.«

Ich kicherte. »Harry hätte sein dreckiges Geschirr bestimmt weggestellt, ohne dass man es ihm hätte sagen müssen.«

»Da hast du recht. Harry macht echt einen coolen Eindruck. Will ebenfalls.«

»Apropos Royals – ich stelle es mir ziemlich cool vor, in London zu leben.«

»Ja. Wenn einen die Eltern schon ins Internat stecken, gibt es schlechtere Orte. Nachdem ich dort auf die Highschool gegangen bin, wollte ich gar nicht mehr weg, deswegen habe ich erst mal in Oxford studiert. So hatte ich einen Grund, in England zu bleiben. Ich würde gern irgendwann wieder dort leben. Es wird mir fehlen. Es ist das genaue Gegenteil von Palm Beach, und das meine ich positiv. Da drüben ist es meistens bewölkt, aber die Leute sehen nicht alle wie geklont aus.«

»Da verkneife ich mir jetzt lieber jeglichen Kommentar.«

»Oh, es macht aber mehr Spaß, wenn du...


Ward, Penelope
Penelope Ward ist eine NEW-YORK-TIMES-, USA-TODAY- und WALL-STREET-JOURNAL-Bestseller-Autorin. Sie arbeitete als Nachrichtensprecherin beim Fernsehen, bevor sie zu schreiben begann. Penelope liebt New-Adult-Romane, Kaffee und ihre Freunde und Familie. Sie ist stolze Mutter zweier Kinder und lebt in Rhode Island. Weitere Informationen unter: penelopewardauthor.com

Penelope Ward ist eine NEW-YORK-TIMES -, USA-TODAY - und WALL-STREET-JOURNAL -Bestseller-Autorin. Sie arbeitete als Nachrichtensprecherin beim Fernsehen, bevor sie zu schreiben begann. Penelope liebt New-Adult-Romane, Kaffee und ihre Freunde und Familie. Sie ist stolze Mutter zweier Kinder und lebt in Rhode Island. Weitere Informationen unter: penelopewardauthor.com



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