Ward | Star Trek – The Next Generation: Perspektiven | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Ward Star Trek – The Next Generation: Perspektiven


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98666-670-5
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

ISBN: 978-3-98666-670-5
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein aufregendes neues Crossover-Abenteuer mit den Helden aus "Star Trek: The Next Generation" und "Star Trek: Deep Space Nine", von New-York-Times-Bestseller-Autor Dayton Ward!

2369: Kurz nachdem die Sternenflotte einen Angriff der Cardassianer auf ein System der Föderation vereitelt hat, gibt die Regierung auf Cardassia den Befehl, die fünfzigjährige Besatzung des Planeten Bajor zu beenden. Die neu eingesetzte bajoranische Regierung bittet die Föderation um Hilfe. Sie soll eine Vermittlerrolle einnehmen, den Abzug regeln und klären, welche Reparationszahlungen die brutalen Unterdrücker Bajor schuldig sind. Obwohl er selbst noch immer mit seinem jüngsten Trauma, der Festnahme und Misshandlung durch einen cardassianischen Verhörspezialisten, zu ringen hat, wird Captain Jean-Luc Picard vom Sternenflottenoberkommando abgestellt, die heiklen Verhandlungen auf Terok Nor zu führen, der mächtigen cardassianischen Raumstation, die nach wie vor im Orbit von Bajor schwebt.
Während diese wichtigen Friedensgespräche ihren Lauf nehmen, erhält Ensign Ro Laren einen Hilferuf von einem längst tot geglaubten Freund, der ein gefährliches Geheimnis aus dem Inneren des cardassianischen Raums zutage bringt. Picard und die Besatzung des Raumschiffs Enterprise müssen verhindern, dass ein interstellarer Zwischenfall den tödlichen Konflikt zwischen der Föderation und den Cardassianern erneut ausbrechen lässt und damit alle Hoffnung auf Gerechtigkeit für das Volk von Bajor zunichtemacht …

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KAPITEL 1


Als Panat Hileb mit einem riesigen Felsbrocken auf der Schulter aus dem Bergwerksstollen kam, bemerkte er den dünnen Streifen orangen Himmels, der die Sonne vom fernen Horizont trennte. Gleich müsste das Signalhorn erklingen, das den Schichtwechsel verkündete. Doch jegliches Trödeln vor diesem höchst willkommenen Geräusch würde nur eine sofortige Bestrafung nach sich ziehen. Panat hatte gesehen, wie andere diesen Fehler gemacht und dafür gelitten hatten, daher hielt er weder inne noch nahm er sich die Zeit, den atemberaubenden Anblick zu genießen.

Mit gerade genug Eifer, um die Wachen nicht zu provozieren, schlurfte er vom Stolleneingang weg und an anderen Arbeitern vorbei auf die Minenbahn zu. Dort warf er seinen Brocken auf eine der Ladeflächen, auf denen noch Platz war. Die Lore erzitterte auf ihren Antigrav-Lagern, dank denen sie knapp über dem Pfad aus gestampfter Erde schwebte, der als Transportweg diente. Da Panat wusste, dass schon der nächste Arbeiter hinter ihm wartete, drehte er sich um und begab sich zurück zum Stollen, wo noch mehr Steine auf ihn warteten. Das war die eine Konstante in seinem Arbeitstrupp: dass immer noch weitere Steine darauf warteten, aus der Mine geschleppt zu werden, damit sie zum nahe gelegenen Abraumplatz gebracht werden konnten, der kaum mehr als eine Müllgrübe war.

, rief sich Panat in Erinnerung, . Das schloss auch Arbeiter ein, die es kurz vor Ende ihrer Arbeitsschicht an Eifer hatten mangeln lassen.

Abraum aus den Arbeitsbereichen der Mine zu schaffen, gehörte zu den schlimmsten Aufgaben, die die Cardassianer, die diese Gefängniskolonie leiteten, ihnen auferlegten. Im Inneren der Mine mühten sich derweil andere Bajoraner damit ab, Uridiumerz aus den Tiefen des Planeten abzubauen. Sobald das wertvolle Mineral vom umliegenden Gestein befreit worden war, wurde es in Container verladen, um zu einem Ort gebracht zu werden, der Panat und den anderen Arbeitern unbekannt war. Keiner der Bajoraner wusste, ob das Erz vor Ort verarbeitet oder auf Frachtschiffe verladen wurde, um zu Erzraffinerien auf anderen Planeten transportiert zu werden.

Das war nur eine der vielen offenen Fragen, die Panat und seine Gefährten beschäftigten, zusammen mit dem Namen dieser Welt, ihrer Lage oder ihrer strategischen Bedeutung. Befanden sie sich nah einer Grenze, die das Territorium der Cardassianer von einem ihrer interstellaren Nachbarn oder Feinde trennte? Trotz aller Bemühungen des Netzwerks, das die Bajoraner eingerichtet hatten, blieben diese Informationen gut gehütete Geheimnisse. Das ergab für Panat durchaus Sinn. Angenommen, jemand fand eine Möglichkeit, um Hilfe zu rufen, war damit nichts gewonnen, wenn man keine Ahnung hatte, wohin man seine Retter lotsen sollte.

Während Panat zum Mineneingang zurücktrottete, wechselte er Blicke mit einigen der anderen Zwangsarbeiter. Ein paar von ihnen waren seine Freunde, andere kannte er nur dem Namen nach. Es war eine Frage der Abstufung. An einem Ort wie diesem waren sie alle, die unter demselben Joch litten, Kameraden, Vertraute und – wenn die Zeit endlich reif war – Waffengefährten. Und während sie hier ihren Herren dienten, erfüllte alle Arbeiter der gleiche brennende Wunsch, sich der Cardassianer zu entledigen. Selbst jene, die wie Panat während der Besatzung geboren worden waren, sehnten sich nach Freiheit.

, dachte er. .

Er bemerkte die langen Schatten, die sich vor ihm auf dem Boden und den Felswänden rund um den Stolleneingang erstreckten, der während einer früher in diesem Jahr abgeschlossenen größeren Grabungsoperation in die Hügelflanke getrieben worden war. Die Schatten um diese Uhrzeit verrieten ihm, dass die Tage kürzer wurden. Schon bald würden die Temperaturen wieder fallen und selbst hier, in der gemäßigten Zone des Planeten, würden sie den Winter zu spüren bekommen.

.

»Sieh zu, dass deine Schritte etwas zielgerichteter wirken, mein Freund.«

Die leise gesprochenen Worte erklangen links von ihm, und als er aufsah, erkannte er Ranar Ehu, der mit einem eigenen großen Felsbrocken in den Armen an ihm vorbeiging. Genau wie Panat trug Ranar zerschlissene Kleider aus Stoffresten oder anderen Materialien, die ihnen die Cardassianer in unregelmäßigen Abständen hinwarfen. Vielleicht hatte er sie auch aus nicht mehr gebrauchten Gewändern angefertigt. Sein früher dunkles langes Haar war inzwischen ergraut und dünn. Was davon noch übrig geblieben war, hatte er mit einem Stoffstreifen im Nacken zusammengebunden. Bis zu dem Tag, an dem sie gemeinsam zu dieser Welt verschifft worden waren, hatten sie sich nicht gekannt. In den vergangenen Jahren allerdings waren sie enge Freunde geworden. Sie teilten eine Menge Vorlieben aus ihrem alten Leben vor der Deportation von Bajor. So waren beide stets gern draußen in der freien Natur gewesen, sie liebten Musik und Kunst und schmiedeten unablässig Pläne, um ihre Unterdrücker zu bekämpfen.

Panat nickte ihm mit einem vorsichtigen Lächeln zu. »All meine Schritte sind zielgerichtet.« Es mochte eine unverfängliche Antwort auf einen harmlosen Tadel gewesen sein, aber für jene Bajoraner, die auf dieser Welt dem Widerstand angehörten, wie Ranar Ehu und er, war dieser Austausch von großer Bedeutung.

Panat, der während der cardassianischen Besatzung auf Bajor geboren worden war, hatte sich immer damit begnügt, nur das zu tun, was notwendig war, um selbst zu überleben und seine alt und gebrechlich werdenden Eltern am Leben zu erhalten. Es war kein perfektes Leben gewesen, aber er hatte dafür sorgen können, dass seine Eltern etwas zu essen, ein Dach über dem Kopf und ihre Medikamente hatten. Eine Zeit lang hatte das Panat genügt. Dann war in einer einzigen grauenvollen Nacht seine gesamte Welt in Flammen aufgegangen, als ein cardassianisches Sturmkommando in Panats Dorf in der Lonar-Provinz gekommen war und jeden getötet hatte, den die Cardassianer für eine Verschwendung von Ressourcen hielten. Seine Eltern hatten in einem Disruptorfeuerhagel ihr Leben verloren.

Panat hatte noch unter Schock gestanden, als man ihn zu einem Transportschiff geschleppt und zu dieser elenden Welt verfrachtet hatte. Vom ersten Augenblick an hatte er seine Fühler nach allen Bajoranern ausgestreckt, die Teil der Widerstandsbewegung sein mochten, die, wie er wusste, auf seinem Heimatplaneten damals an Einfluss gewann. Doch es hatte fast ein Jahr gedauert, bis Ranar auf ihn zugetreten war und ihn in ihren Kreis aufgenommen hatte. Das war der Beginn ihrer Freundschaft und ihres gemeinsamen Kampfes gewesen.

.

Tatsächlich trafen sich Panat und Ranar in unregelmäßigen Abständen mit einigen anderen vertrauenswürdigen Mitgliedern des Widerstands, nachdem sie von der Arbeit ins Lager zurückgekehrt waren und bevor zur Sperrstunde geläutet wurde. Dann besprachen sie mögliche Sabotageakte. Angesichts der isolierten Lage ihres Arbeitslagers und der vergleichsweise kleinen Anzahl Bajoraner vor Ort – weniger als zweihundert nach Panats Zählung – konnten sie nicht zu viel riskieren, denn es war praktisch unmöglich, in der Menge unterzutauchen. Ihr Hang zur Übervorsicht zwang sie dazu, sich auf kleinere Akte des Widerstands zu konzentrieren, die nicht unmittelbar auf einen Aufstand hindeuteten. Werkzeug zu beschädigen etwa gehörte regelmäßig dazu, aber auch das musste mit Bedacht und zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Das Gleiche galt, wenn es darum ging, Methoden auszutüfteln, um den allgemeinen Arbeitsablauf zu stören, ohne dadurch Misstrauen zu erregen. Zu den größten Herausforderungen zählte jedoch, eine Wache zu eliminieren.

Wenn alles nach Plan verlief, sollte genau das hier und heute geschehen.

Das Signalhorn erklang, hallte von der Hügelflanke wider und sorgte dafür, dass alle Arbeiter von ihren Aufgaben aufblickten. Diejenigen, die gerade einen Stein zur Transportbahn schleppten, marschierten weiter, erpicht darauf, diese letzte Bürde des Tages auf einer der Ladeflächen loszuwerden.

»Werdet fertig«, brummte eine der cardassianischen Wachen, Lubak, ein älterer Soldat, dessen Desinteresse an alldem hier seit Langem bekannt war. Sein Befehl war nicht unwirsch, sondern die bloße Wiederholung einer Anordnung, die jeden Tag um diese Zeit gegeben wurde. »Ladet die letzten Steine in die Loren und stellt euch dann auf.«

Im Lager ging das Gerücht um, dass Lubak so oft bei Beförderungen übergangen worden war, dass er entschieden hatte, den Rest seines Pflichtdiensts beim Militär so ruhig und ereignislos wie nur möglich hinter sich zu bringen. Dabei musste man ihm zugutehalten, dass er seinen Frust nicht an den Bajoranern ausließ und stattdessen nur das...



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