Warren | ENDGAME Buch 1 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Warren ENDGAME Buch 1

Der Bauer
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86552-682-3
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

Der Bauer

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-3-86552-682-3
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Das Schicksal riss meinen Vater mit kalter Grausamkeit in den Abgrund. Er verlor alles: sein Geld, seinen Ruf und seine Gesundheit. Ohne die teure medizinische Betreuung erwartete ihn der Tod.
Doch ich war gewillt, alles zu tun, um ihn zu retten. Und deshalb, verzweifelt wie ich war, betrat ich den Herrenclub.
Dort begegnete ich Gabriel Miller. Dieser gefährliche Mann liebte es, mich leiden zu sehen. Er sah, dass ich etwas besaß, das für einige Männer von Wert war: meine Jungfräulichkeit …
Gabriel Miller und Avery im Schachspiel um Rache und Leidenschaft. Die ENDGAME-Trilogie von der US-Bestsellerautorin Skye Warren.

Laura Kaye: 'Unverschämt sexy und voller dunkler Schönheit. Du wirst die Fortsetzung nicht abwarten können!'
Jodi Ellen Malpas: 'Grandios und düster. Man wird süchtig danach!'
Aleatha Romig: 'Diese Geschichte ist mit der Präzision eines Schachspiels geplant. Gabriel ist der perfekte Alpha und lässt dich erzittern, während seine Dominanz, Kraft und unerwartete Zärtlichkeit die ideale Mischung ergibt.'

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog Die Party ist geradezu überlaufen mit Gästen, sie drängen sich vom Ballsaal bis in den Vorgarten. Es ist Nacht, aber das Gebäude ist taghell erleuchtet. Überall um mich herum funkeln Diamanten. Wir haben den Punkt erreicht, an dem jeder betrunken genug ist, um andauernd zu lächeln, aber noch nicht so schlimm, um zu lallen. Es sind fast schon zu viele Leute, fast schon zu viel Alkohol. Fast schon zu viel Vermögen an einem Ort versammelt. Ich muss an Ikarus denken mit seinen Schwingen aus Federn und Wachs. Sofern Ikarus eine Abschlussfeier mit einer 500 Personen umfassenden Gästeliste hatte. Ich habe das Gefühl, der Sonne viel zu nahe zu kommen. Von einem der Kellner schnappe ich mir eine Champagnerflöte, er wiederum tut so, als hätte er nichts bemerkt. Während ich einen Umweg durch die Küche mache, spüre ich ein sanftes Kitzeln in meiner Nase. Rosita steht am Herd, rührt in ihrer hoch gerühmten Jambalaya, die gemächlich in einem großen Eisentopf vor sich hin blubbert. Der Duft der Gewürze zieht mich magisch an. Ich greife nach einem Löffel. »Ist sie schon fertig?« Sie klopft mir auf die Finger. »Sie werden noch auf Ihr hübsches Kleid kleckern. Sie ist fertig, wenn sie fertig ist.« Für jede unserer Feiern engagieren wir einen Partyservice, aber da es meine Abschlussfeier ist, hat sich Rosita bereit erklärt, mein Lieblingsessen zu kochen. Sie wird es in kleine, lockere Schalen aus Gebäck geben und es als Kanapee bezeichnen. Ich versuche zu schmollen, aber dafür ist alles einfach zu perfekt. Nur eines fehlt. Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange. »Danke, Rosita. Hast du Daddy gesehen?« »Wahrscheinlich ist er dort, wo er immer ist.« Das habe ich befürchtet. Dann bin ich auch schon durch die Pendeltür, die in den Privatbereich des Hauses führt. Ich komme an Gerty, unserer Eventplanerin, vorbei, die was von Gästen murmelt, die nicht auf der Gästeliste stehen. Ich steige die vertraute Eichentreppe hinauf, sauge den Duft unseres Hauses in mich auf. Irgendwas daran ist sehr beruhigend. Das wird mir alles fehlen, wenn ich auf dem College bin. Oben höre ich Stimmen von Männern. Das ist nichts Ungewöhnliches. Um die nächste Ecke liegt Daddys Büro. Es kommen ständig Männer für Besprechungen vorbei. Die Hälfte der Leute, mit denen er geschäftlich zu tun hat, befindet sich gerade unten. Aber er hat mir versprochen, heute nicht zu arbeiten, und ich werde ihn daran erinnern, und wenn ich ihn persönlich runterzerren muss. »Wie können Sie es wagen, mich zu beschuldigen …?« Die Feindseligkeit im Tonfall lässt mich auf dem Treppenabsatz verharren. Das klingt nicht wie ein normales Geschäftsgespräch. Manchmal wird es wegen Einzelheiten in einem Vertrag schon angespannt, aber davor und danach klopft man sich für gewöhnlich auf die Schultern und redet über Football. Noch mehr wütende Worte, die vom Partylärm von unten verschluckt werden, verdächtig und unverständlich. Ich verschränke meine Finger ineinander, will gerade umkehren. Ich störe ihn besser doch nicht. Ein Mann kommt um die Ecke, stößt beinahe mit mir zusammen. Ich keuche erschrocken, trete einen Schritt zurück. Hinter mir ist nichts. Die Treppe! Dann packen zwei Hände meine Arme, ziehen mich auf festen Boden zurück. Ich erhasche nur einen kurzen Blick auf wütende, goldfarbene Augen, fast schon wie die einer Katze, auf alle Fälle wild. Dann stürmt der Mann an mir vorbei die Treppe runter. Mit zitternden Knien klammere ich mich an das geschnitzte Treppengeländer. Es dauert eine Minute, bevor ich die Finger vom Holz lösen kann. Mein Atem zittert noch immer, wegen des Beinahe-Sturzes, wegen der Hände des Mannes auf meinen nackten Armen. Ich gehe in Daddys Büro, er geht auf und ab. Er sieht mich mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen an – fast als wäre er panisch. »Daddy?« »Da bist du ja, Avery. Es tut mir leid. Ich weiß, ich habe dir versprochen, heute nicht zu arbeiten …« »Wer war das?« Seine Miene verfinstert sich. Jetzt erst, im unheimlichen Licht der Lampe, bemerke ich die Falten in seinem Gesicht. Sie sind tiefer als jemals zuvor. »Mach dir seinetwegen keine Gedanken. Diese Nacht gehört dir allein.« Nachdem ich damit angefangen habe, sein Aussehen genauer zu begutachten, kann ich nicht damit aufhören. Sein Haar. Nur noch Weiß. Keine dunklen Strähnen mehr darin. »Du weißt, ich brauche das alles nicht. Diese Party. Alles. Du musst nicht so viel arbeiten.« Ein wehmütiges Lächeln huscht über sein Gesicht. »Was soll ich sonst tun, außer zu arbeiten?« Ich zucke mit den Schultern, weil es egal ist. Der Vater meiner Freundin Krista spielt jeden Tag Golf. Harpers Mutter ist zum vierten Mal verheiratet. Alles ist besser, als sich jeden Tag hinter dem Schreibtisch zu verkriechen und vor Erschöpfung die Augen kaum offen halten zu können. »Du könntest ausgehen oder so was.« Er lacht, wirkt wieder mehr wie er selbst. »Du bist die einzige Frau in meinem Leben, Kleines. Komm, mischen wir uns unter die Leute, bevor noch jemand auf die Idee kommt, alles auf den Kopf zu stellen.« Mit dem Arm um meine Schulter zieht er mich an sich und ich kuschel mich unter seine Jacke. Ich rieche seinen beruhigenden Geruch: den schwachen Geruch von Zigarren, auch wenn er schwört, dass er aufgehört hat. Als wir an dem Schachbrett vorbeikommen, an dem wir gelegentlich gegeneinander spielen, lege ich meine Hand auf seine Schulter. »Unsere Partien werden mir fehlen.« Er gibt mir einen Kuss auf die Schläfe. »Nicht so sehr, wie du mir fehlen wirst.« »Du könntest dir eine App für dein Telefon herunterladen. Wir könnten online spielen.« »Ich habe schon genug Schwierigkeiten damit, mit dem verdammten Ding zu telefonieren«, entgegnet er lachend. Seine Miene verfinstert sich, als er den Text auf dem weißen Hintergrund liest. »Kleines, ich muss jemanden anrufen.« Enttäuschung brennt meine Kehle hinab. Natürlich ist er ein beschäftigter Mann. Die meisten meiner Freunde kennen ihre Väter kaum. Ich habe Glück, dass er sich immer Zeit für mich genommen hat. Egal wie anstrengend seine Geschäfte sind, er findet immer Zeit für unsere Schachspiele. Jede Woche. Ich küsse ihn auf die Wange, bemerke zum ersten Mal die Altersflecken auf seiner ledernen Haut. Unten folge ich einem Lachen und finde Justin. Er lacht laut, hallend und ich vermute, er hat es geübt. Was auch immer der Grund ist, es ist ansteckend. Als ich den Raum betrete, grinse ich bereits. Er hält mir die Hände entgegen. »Die Frau des Abends.« Ich drücke mich an ihn, der Champagner in meinem Blut kitzelt und ich bin erleichtert, wieder unten zu sein. Was auch immer im Büro geschehen ist, es war ernst. Düster. »Ich habe nur nach Daddy gesehen.« »Er arbeitet?«, riet Justin. »Leider.« »Nun, sieht so aus, als müsstest du dich mit mir zufriedengeben.« Er zwinkert dem Pärchen zu, mit dem er sich unterhalten hat. Ich kenne sie, ein berühmter Neurochirurg und seine Frau und zugleich die Eltern eines Mannes, der für einen Sitz im Senat des Staates kandidiert. Ich stelle mich vor. Natürlich findet diese Party nicht nur statt, weil ich meinen Abschluss gemacht habe. Wie bei allen anderen Partys in der feinen Gesellschaft von Tanglewood geht es darum, Verbindungen zu knüpfen. Für meinen Vater. Für Justin, der große Pläne hat, genau wie sein Vater in die Politik zu gehen. »Sie war die Zweitbeste des Jahrgangs«, erklärt Justin. »Sie hätten ihre Rede darüber hören sollen, wie die Dinge, die wir jetzt tun, die Mythen der Zukunft sind.« Der Mann lächelt irgendwie nachsichtig. »Sie wird ein großer Gewinn für Sie sein, mein Junge.« Ich bringe es fertig, mir nichts anmerken zu lassen, obwohl ich hoffe, mehr als nur ein Gewinn zu sein. Ich möchte seine Partnerin sein. Das weiß er, oder etwa nicht? Justin verfügt über ein publikumstaugliches Lächeln, zu strahlend, zu weiß. Eines, das nichts bedeutet. Als wir uns endlich verabschieden, tun mir vom andauernden Lächeln die Wangen weh. Justin zieht mich hinter eine Trennwand, küsst meinen Hals. »Vielleicht können wir uns ja in dein Zimmer verziehen.« »Oh.« Mir stockt der Atem. »Ich glaube, Daddy kommt bald runter …« »Er wird nichts erfahren«, murmelt er, seine Hände gleiten über mein Kleid, darunter. Man sieht uns nicht, aber man könnte uns ertappen. Mein Herz klopft. Seine Hände sind weich und fordernd – und aus irgendeinem Grund muss ich an den Mann auf der Treppe denken, wie er meine Arme festgehalten hat. »Justin, ich …« »Komm schon. Du bist vor zwei Wochen 18 geworden.« Ja, gut, das habe ich bisher als Ausrede benutzt. Weil ich mich nicht bereit gefühlt habe. Und es hat nichts damit zu tun, wie alt ich bin oder wie sehr ich Justin liebe. Würde doch nur meine Mutter noch leben. Wenn sie mir bloß die Geheimnisse verraten hätte, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Das Internet ist ein Furcht einflößender Lehrer. Ich drehe mich in seiner Umarmung, schiebe ihn auf Armeslänge von mir. »Ich liebe dich.« Er runzelt die Stirn. »Avery.« »Aber es ging nicht nur darum, dass ich 17 war. Es ist alles. Ich will … ich will abwarten.« Er verengt die Augen und ich bin sicher, er wird Nein sagen. Er wird davonstürmen. Was, wenn ich alles...



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