E-Book, Deutsch, 600 Seiten
Washington 666
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-4329-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Gruselige
E-Book, Deutsch, 600 Seiten
ISBN: 978-3-7448-4329-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit seiner Kindheit schreibt Pit Gedichte und Geschichten. Doch dabei blieb es nicht, denn sein Interesse weitete sich bis zum Schreiben und Dokumentieren von unerklärlichen Vorkommnissen aus. So entstanden erste Bücher aus dem Bereich der Fantasie. Als dann auch noch sein Interesse für Kinderliteratur auflebte, entstanden Pits erste Kinderbücher. (Sunnys Hollywoodstern Serie) Vielleicht ist es der Weg eines Journalisten, denn Pit war auch mal beim Radio. Jedenfalls brennt in ihm das Feuer der Schreibleidenschaft. Ja und nun gibt es ein neues Buch von Pit voller Fantasie, Abenteuer und Poesie.
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Geisterhaus
Rea wollte dieses alte Haus. Es gefiel ihr und sie wollte auch weg aus ihrer alten, nicht sehr schönen Umgebung in der Stadt. Diese hohen Wohnblocks jagten ihr in der letzten Zeit sogar Angst ein. Und in ihrem Job fühlte sie sich auch nicht mehr wohl. Deswegen suchte sie sich eine neue Umgebung und sie fand dieses wunderschöne Haus am Wald.
Sie wunderte sich, dass dieses malerisch gelegene Haus sehr lange Zeit leer stand. Es hatte einfach keinen Käufer gefunden und eine ältere Dame, die gerade vorüberlief, meinte nur, dass es in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zuging. Rea jedoch ließ sich dadurch nicht beirren. Sie hatte es satt noch länger in ihrem Wohnsilo zu vegetieren. Weil sie auch einen neuen Job gefunden hatte, den sie sogar online erledigen konnte, stand dieser Veränderung nichts mehr entgegen.
Der Tag des Umzugs kam und Rea freute sich auf die Zeit in ihrem neuen Hause. Und die ersten Tage verliefen genauso, wie sie es sich vorgestellt hatte. So langsam richtete sie sich ein, kaufte sich neue Gardinen und neue Möbel. Sie gestaltete sich dieses kleine Haus genau nach ihren ganz speziellen Wünschen und glaubte, dass sie dort viele Jahre, vielleicht sogar bis ins hohe Alter, leben würde. Doch sie irrte sich!
Es begann an einem Abend im November. Sie kam aus der Stadt und hatte sich ein neues Besteck mitgebracht. Gerade wollte sie es auspacken, da rumorte es in den Küchenschränken. Zunächst glaubte sie, dass sie sich verhört habe. Doch das Rumoren wurde stärker und stärker. Sie wollte der Sache nachgehen und suchte die ganze Küche ab. Doch sie konnte nicht herausfinden, woher dieser Krach kam.
Als sie sich an den Tisch setzte, um etwas zu essen, öffnete sich wie von Geisterhand eine Schublade. Noch hatte sie es nicht bemerkt, doch plötzlich flogen Besteckteile durch die Luft und Rea erschrak fürchterlich. Sie wollte sich in Sicherheit bringen, doch da bemerkte sie, dass nicht sie attackiert wurde. Die Besteckteile flogen bis zu ihrem Tisch und legten sich dann neben ihren Teller.
Rea glaubte, zu träumen, sie konnte nicht glauben, was sie da sah. Was ging in diesem Hause nur vor? Doch es wurde immer schlimmer. Die Gardinen zogen sich von allein auf und wieder zu. Fenster öffneten sich und schlossen sich nach einigen Minuten wieder und schließlich schaltete sich das Licht ein und dann wieder aus. Rea glaubte, verrückt zu werden. Unmöglich konnte sie noch länger in diesem verrückten Hause bleiben. Sie hatte die vage Hoffnung, dass es wenigstens die Nacht über ruhig blieb.
Doch da lag sie falsch, denn gegen Mitternacht hörte sie Schritte, die auf dem Gang vor dem Schlafzimmer und in der oberen Etage auf und ab liefen. Es hörte sich derart gespenstisch an, dass sie kein Auge schließen konnte und panisch die Schlafzimmertür verriegelte.
Und plötzlich kam ein Gefühl, welches sie in ihrem Wohnsilo in der Stadt selten hatte, Angst! Sie fürchtete sich und die alten Bilder an den Wänden, die noch vom Vorbesitzer des Hauses stammten, bewegten sich und aus den Augen der dort abgebildeten Personen lief Blut die Wand hinunter. Nein, dieses Haus schien verflucht zu sein. Nur konnte sie diesen rätselhaften Fluch nicht brechen. Sie musste ihn ertragen oder eben ausziehen.
Schließlich kam es soweit, dass der Tisch in ihrer Küche eines Morgens komplett gedeckt war. Die Kaffeemaschine bereitete selbständig den Kaffee zu und als Krönung backte sogar ein köstlich duftender Kuchen in der Backröhre des alten Herdes. Und immer und überall fiel Rea ein kleines Foto von einer fremden jungen Frau auf. Mal stand es neben der Kaffeekanne und mal neben ihrem Essteller. Es war überall dabei und Rea konnte sich absolut keinen Reim darauf machen. Irgendwann fürchtete sie sich sogar davor.
Weil sie es einfach nicht mehr aushielt, nahm sie sich eine kleine Zweitwohnung in der Stadt. Sie musste erst einmal wieder zu sich kommen und den Spuk in ihrem Haus hinter sich lassen. Nur ging das nicht so einfach. Immer wieder fuhr sie hinaus, um es doch noch einmal zu versuchen. Sie konnte nicht glauben, dass möglicherweise ein Geist in ihrem Haus umging, der anscheinend nicht zur Ruhe kam. Doch sie konnte diesen Gedanken nicht mehr loswerden. Jedes Mal, wenn sie im Haus war, drängte sich dieser Gedanke auf und der Spuk ließ auch nicht lange auf sich warten.
Eigentlich glaubte sie nicht so recht an Geister und paranormale Phänomene, doch sie erkundigte sich in ihrem Lieblingsrestaurant in der Stadt nach einem Parapsychologen oder einem Geisterjäger. Schon nach kurzer Zeit erhielt sie eine Adresse in Downtown und fuhr sofort dorthin.
Mr. Jenkins war ein netter, älterer Herr. Sofort bemerkte Rea die Gelassenheit und die Ruhe, welche der alte Mann ausstrahlte. Noch zweifelte sie ein wenig, glaubte nicht, dass er im Stande sei, Geister aufzuspüren. Doch als er zu erzählen begann, wie er vorgehen wollte, schöpfte sie Vertrauen. Sie wollte endlich wissen, wer oder was in ihrem Hause umging.
Jenkins brauchte keine Gerätschaften, als er sich für eine Woche in Reas Haus einmietete. Er meinte, dass er lediglich sein Gespür benutzte, welches er angeblich von seiner geliebten Mutter geerbt hatte.
Rea unkte, dass möglicherweise der Geist nicht mehr kommen würde. Doch da hatte sie sich geirrt. Schon am ersten Abend nach Erscheinen des Geisterjägers fing es wieder an.
Besteckteile flogen durch die Luft und das Licht im Haus schaltete sich ein und wieder aus.
Jenkins schloss seine Augen und meinte dann, dass er eine starke Energiequelle im Hause verspürte, die sich ständig durch alle Zimmer bewegte. Er sagte, dass er sie genau lokalisieren konnte. Rea beobachtete misstrauisch Jenkins´ Spielchen. Doch sie hatte Vertrauen und hoffte, dass Jenkins wusste, was er da tat.
Und nachdem er eine ganze Nacht im Keller des Hauses verbracht hatte, bat er Rea am darauf folgenden Morgen zu einem Gespräch. Er wollte der jungen Frau von seinen Beobachtungen berichten und seine Ansichten und Erkenntnisse zu diesem Fall schildern. Er meinte, dass er eine junge Frau gesehen habe, die das Besteck auflegte und durch die Türen ging. Auch habe sie die Lampen im Haus ein- und ausgeschaltet. Von dem rätselhaften Foto, welches Rea andauernd erschienen war, sagte er nichts. Offenbar hatte sich dieses Bild vor ihm bisher nicht gezeugt.
Aufgeregt erkundigte sich Rea bei Jenkins, ob er das Foto schon gesehen habe. Doch der schüttelte nur den Kopf. Aber kaum hatte er das getan, da erschien das Foto vor ihm auf dem Tisch. Jenkins schien gar nicht erstaunt, er sagte nur, dass es diese junge Frau war, die er im Keller gesehen habe.
Rea konnte das alles nicht begreifen. Was passierte da nur? Doch dann wackelte das Foto und fiel schließlich vom Tisch. Es fiel geradewegs auf eine lockere Diele. Jenkins wollte das Foto aufheben, da betrachtete er sich die undichte Stelle in den Dielen. Dann zog er kräftig an der losen Diele und hatte sie schließlich in der Hand. Darunter lag ein altes zerfetztes Buch. Es sah aus wie ein Tagebuch. Rea hob es auf und betrachtete es interessiert.
, hauchte sie leise. Und Jenkins nahm es ihr aus der Hand. Neugierig schlug er es auf. Darin fand er jede Menge Gekritzel, welches nur sehr schwer zu entziffern war. Doch eines konnte er ganz deutlich lesen: den Namen Mary Miss.
Rea traf beinahe der Schlag, als sie das hörte. Und sie bat Jenkins, das Buch noch am selben Abend so gut wie möglich zu entziffern. Die beiden setzten sich an den Tisch und hielten sich mit starkem Kaffee wach. Gegen Mitternacht hatte Jenkins die ersten Sätze entziffern können. Gespannt wartete Rea auf seine Ausführungen. Er hatte sich Notizen gemacht und las diese nun vor:
Rea glaubte, sich verhört zu haben. Sprach Jenkins etwa von Rea? Dann hieß die Tochter von dieser rätselhaften Agnes also Rea, genau wie sie. Und nun wollte sie es genau wissen. Vor lauter Aufregung konnte sie nicht ins Bett gehen und am nächsten Morgen fuhren die beiden schon sehr früh zu einer Polizeistation.
Sie musste unbedingt herausfinden, ob es eine Mary Miss gab und ob ihr etwas zugestoßen war. Der Polizeibeamte fand tatsächlich heraus, dass vor dreißig Jahren eine Mary Miss als vermisst gemeldet wurde. Doch sie konnte nie gefunden werden.
Es stellte sich schließlich heraus, dass es sich bei Mary Miss um die Mutter von Rea handelte. Agnes´ Leiche wurde im Keller von Reas Haus, welches einst dem Ehepaar Tom und Mary Miss gehörte, gefunden. Agnes wurde von ihrem Mann ermordet und im Keller vergraben. Vorsorglich hatte sie ihre Tochter Rea bei einer fremden Frau vor die Tür gelegt.
So erfuhr Rea nie von ihrer richtigen Mutter. Über all die vielen Jahre hatten es ihre Pflegeeltern nicht gesagt. Rea war erleichtert und doch auch traurig, dass diese furchtbaren Dinge nun ans Licht gekommen waren. Aber sie konnte fortan ruhig in ihrem Hause leben, denn der Geist von Mary...




