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E-Book

E-Book, Deutsch, 364 Seiten

Washington Area 51

Merkwürdige Geschichten
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-4409-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Merkwürdige Geschichten

E-Book, Deutsch, 364 Seiten

ISBN: 978-3-7412-4409-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die unglaublichsten Geschichten ranken sich um einen Ort, von dem möglicherweise jeder schon einmal gehört hat: AREA 51! Von Außerirdischen, die man dort gesehen haben will, bis zu unbekannten Flugobjekten [UFOS], die nachts über das steppenartige Gelände driften sollen, reicht das Arsenal des Grauens. Dabei scheint wirklich nichts unmöglich zu sein. Aber sind die Geschichten wahr? Ist irgendetwas dran an all den Mythen? In diesem Buch geht es nicht nur um die 'AREA 51'. Es geht um viele unglaubliche Begebenheiten, die Menschen ganz plötzlich erlebten. Es beleuchtet Situationen, mit denen Menschen umgehen müssen, auch, wenn sie vor wenigen Sekunden noch keine Ahnung davon hatten. Am Ende bleibt jedoch eine Frage, die sich nur jeder selbst beantworten kann: Sind solche Dinge wirklich möglich?

Das ganze Leben ist eine Geschichte - das findet Pit schon seit seiner Kindheit. Und so schreibt er diese Geschichten einfach auf. Das Leben bringt überall und andauernd neue Überraschungen - auch Dinge, die man sich oftmals nie vorzustellen vermag. Planen sollte man nichts - es kommt eh alles anders - so lebt Pit jeden Tag. Wichtig dabei ist nur, dass man den Glauben an Wunder und das Unbegreifliche nie verlieren sollte.
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Schwarzer Rauch


Agatha Higgins hatte gerade erst ihren geliebten Ehemann zu Grabe getragen. Es war ein schwerer Abschied und sie ging danach sehr oft auf den Friedhof.

Eines Tages aber machte sie eine seltsame Beobachtung. Aus einem der Gräber trat dunkler Rauch hervor. Zunächst glaubte sie, irgendetwas auf dem Grab sei in Brand geraten und trat näher an den Stein. Doch dieser stechende Qualm musste aus der Erde kommen. Sie wusste sich einfach nicht anders zu helfen, als einem Friedhofsmitarbeiter Bescheid zu sagen. Als sie in der kleinen Kapelle, nicht weit vom Grab, einen Mitarbeiter fand, schilderte sie ihm ihre äußerst merkwürdige Beobachtung.

Der Mann zog ein beängstigendes Gesicht und sagte dann mit düsterer Stimme:

Agatha gab sich vorerst mit dieser Erklärung zufrieden. Doch in der darauffolgenden Nacht konnte sie einfach nicht einschlafen. Immerzu musste sie an die gespenstische Erscheinung denken. Was, wenn es sich tatsächlich um das Böse handelte? Und was ist, wenn es irgendwann auch die Grabstelle ihres geliebten Mannes heimsuchte? Irgendetwas musste sie tun, nur was? Todmüde schlief sie schließlich doch noch ein.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Doch das hielt sie nicht ab, wieder zum Friedhof zu gehen. Diesmal jedoch lief sie nicht geradewegs zum Grab ihres Mannes, sondern lief über das ganze Friedhofsgelände. Sie lief bis zur hinteren Friedhofsmauer, wo sich mehrere eingeebnete Grabstellen befanden, auf denen nur noch Reste alter Grabsteine herumlagen. Vielleicht fand sie ja irgendwo einen Hinweis auf den merkwürdigen schwarzen Rauch?

Aus der Ferne vernahm sie die vertrauten Stimmen der Friedhofsarbeiter. Das gab ihr die Sicherheit, dass trotz des schlechten Wetters irgendjemand in der Nähe war.

Vorsichtig schlich sie sich durchs Unterholz und betrachtete sämtliche Grabstellen. Doch so sehr sie sich auch mühte, sie konnte einfach keine beunruhigenden Hinweise auf die seltsame Raucherscheinung finden.

Aber plötzlich, wie schon einmal, glaubte sie, dass aus einem Grab, welches sich unmittelbar vor ihr befand, dunkler Nebel hervortrat.

Schnell versteckte sie sich hinter einer dicken Eiche und beobachtete das Geschehen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und die Luft wurde ihr knapp. Was, wenn es ein bösartiger Geist war oder sogar noch etwas viel Schlimmeres? Der Nebel, der aus Erde auf der Grabstelle trat wurde immer stärker.

Plötzlich wurde der pechschwarze Rauch so stark, dass er den Grabstein vollständig einhüllte. Agatha traute kaum, sich zu rühren, stand wie versteinert hinter dem rettenden Baum. Auch der Regen wurde immer heftiger, und obwohl es so stark regnete, hielt sich der schwarze Rauch und schwebte über dem Grab wie ein böses Omen. Agatha verfluchte ihr Alter, weswegen sie sich nie ein Handy zugelegt hatte. Sie meinte, dass das nur jüngeren Leuten vorbehalten sei und bereute nun ihren Irrglauben zutiefst. Zu gern hätte sie in diesem Augenblick jemand von der Friedhofsverwaltung dabeigehabt, dem sie all das zeigen könnte.

Unterdessen hatte sich der schwarze Rauch wie eine Säule über der Grabstelle aufgerichtet. Agatha, die von Natur aus sehr forsch und kein Mensch langer Worte war, musste handeln. Sie war der Ansicht, dass man nicht auf andere warten sollte, wenn man etwas ändern wollte. Und so fasste sie sich ein Herz und trat mutig und entschlossen aus ihrem Versteck hinter der Eiche hervor. Laut rief sie:

Doch es geschah genau das, womit sie eigentlich gar nicht rechnete: urplötzlich und wie eine erschrockene Schnecke zog sich der Nebel zusammen und verschwand in der Erde. Nichts blieb mehr von dem Rauch zurück und Agatha starrte hilflos auf die Grabstelle. Wirre Gedanken gingen ihr durch den Kopf und Fragen drängten sich ihr auf. Sollte sie noch einmal einen Friedhofsmitarbeiter ansprechen? Sollte sie ihn vielleicht sogar ans Grab holen? Doch was war, wenn sich der Rauch nicht mehr zeigte? Sie konnte doch nichts beweisen. Man würde sie sicher verlachen und als abstempeln.

Nein, sie musste sich etwas Besseres einfallen lassen. Da die Grabstelle nicht weit entfernt von jener lag, an welcher sie den Qualm zum ersten Mal gesehen hatte, nahm sie an, dass irgendetwas in der Erde liegen musste, welches das Böse magisch anzog. Aber was konnte das sein, und vor allem, wo war die richtige Stelle? Um das herauszubekommen, begab sie sich doch noch einmal auf die Suche nach einem Friedhofsmitarbeiter. Als sie ihn gefunden hatte, tat sie sehr interessiert und fragte ihn schließlich unter einem Vorwand, ob die Grabstellen an der Friedhofsmauer immer schon bestanden haben. Der Mitvierziger zuckte mit den Schultern und bat sie dann, mit ihm ins Bürogebäude zu kommen. Dort lag ein alter Plan des gesamten Friedhofsgeländes.

Interessiert betrachtete sich Agatha das Gelände auf dem Plan – und zunächst fand sie nichts. Doch dann, als sie noch einmal ganz genau die einzelnen Abschnitte der damaligen Grabstelleneinteilung betrachtete, fiel ihr auf, dass dort, wo sie den Rauch gesehen hatte, einmal eine alte Kapelle stand. Neugierig fragte sie den Mitarbeiter, ob sich noch Trümmer der alten Kapelle unter den Grabstellen befänden. Der Mitarbeiter wusste es nicht und schüttelte ratlos mit dem Kopf. Er meinte, dass man damals die Kapelle einfach plattgewalzt und dann Erde und Sand aufgebracht habe.

Agatha hatte genug gehört! In ihr rumorte eine schwache Ahnung und entschlossenen Schrittes lief sie zurück zu den Grabstellen, welche auf der alten Kapelle eingerichtet wurden. Und tatsächlich, als sie im strömenden Regen vor einem der zahlreichen Gräber stand, bemerkte sie wieder diesen Rauch. Wie ein Geist trat er aus dem Boden der Grabstelle hervor und bäumte sich bedrohlich über dem Grabstein des Verstorbenen auf.

Plötzlich erkannte Agatha eine mysteriöse Gestalt, die in diesem unheimlichen Nebel zu schweben schien. Die Gestalt war in lange schwarze Kleider gehüllt und hatte die Kapuze tief in ihr Gesicht gezogen. In einer Hand hielt die Gestalt irgendetwas – Agatha erschrak – es war eine Sense! Sollte etwa der Teufel schon hier sein? Sie wusste, dass nun guter Rat teuer war und hatte eine Idee. Um ihren Hals trug sie seit vielen Jahren eine goldene Kette, an welcher ein großes goldenes Kreuz hing. Sie zog das Kreuz aus dem Ausschnitt ihres Kleides und hielt es dem vermeintlichen Teufel kurzerhand entgegen. Im selben Moment vernahm sie ein lautes Rauschen, dann knisterte es, beinahe so, als würde ein hölzerner Gegenstand in Flammen stehen und schließlich fiel der Nebel mit einem lauten gespenstischen Schrei in sich zusammen.

Agatha ging zu dem Friedhofsmitarbeiter und bat ihn um ein Gespräch, an welchem auch der Friedhofsverwalter teilnehmen sollte. Der Mitarbeiter schaute Agatha verständnislos an und sagte dann, dass er selbst der Verwalter sei. Dann bat er sie, ihm zu erzählen, was sie auf dem Herzen hatte. Nachdem Agatha von ihren beängstigenden Beobachtungen und von ihrem mehr als gewagten Verdacht berichtete, schien der Verwalter interessiert. Er war nun selbst neugierig geworden und fand den Vorschlag, die Friedhofswege aufzugraben, um nach diversen Relikten zu suchen, gar nicht so verkehrt. Doch alles musste nach der Dienstzeit geschehen, damit die Besucher nichts davon mitbekämen. Agatha war einverstanden und der Verwalter holte noch zwei weitere Mitarbeiter.

Gemeinsam begannen sie nun, die Wege an der Friedhofsmauer aufzugraben. Erst fanden sie nichts. Doch plötzlich entdeckten sie mehrere mannshohe Kreuze, die beim Einebnen der alten Kapelle umgefallen sein mussten. Die Kreuze mussten so gefallen sein, dass sie verkehrt herum im Boden steckenblieben. Auch mehrere Totenköpfe kamen ans Licht.

Agatha hatte sich nicht geirrt und ihre Meinung stand felsenfest: die umgedrehten Kreuze hatten den Teufel, den Satan magisch angezogen. Überall hatte er sich nun breitgemacht und musste unbedingt vertrieben werden.

Die Kreuze wurden ausgegraben und gesäubert. Der Verwalter stellte sie in der neu erbauten Kapelle, die sich an einem anderen Platz befand, auf und schob große Blumenkübel davor. Daraufhin wurde der schwarze Rauch nicht mehr gesehen.

Als die Wege jedoch wieder zugeschüttet und befestigt wurden, hatte einer der Mitarbeiter des Friedhofes erneut eine Erscheinung. Er sah, wie dunkler Rauch aus der Erde trat. Diesmal jedoch kam der Rauch nicht aus einer Grabstelle, sondern aus dem gerade erst zugeschütteten Weg. Was konnte das nur sein? Auch Agatha wusste sich diese neuerliche Sichtung nun wirklich nicht mehr zu erklären. Immer wieder lief sie über die Wege und konnte nichts entdecken.

Weil es schon ziemlich kalt geworden war und sie an einer Halsentzündung litt, hatte sie sich einen warmen Schal um den Hals gewickelt. Wegen der neuerlichen Aufregung wurde es ihr...



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