E-Book, Deutsch, Band 0017, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
Waters / Mortimer / Fielding Romana Extra Band 17
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-4034-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0017, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7337-4034-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DIE ROTE MUSCHEL von WATERS, JANE
Flirtet der attraktive Skipper im Jachthafen von Teneriffa etwa mit ihr? Beim Blick in Patricios meerblaue Augen ist Justine sofort hin und weg. Sie kann ihm einfach nicht widerstehen! Doch nach einer leidenschaftlichen Nacht muss sie jäh fürchten, dass er nur mit ihr spielt ...
FEURIGE NÄCHTE IN ARGENTINIEN von MORTIMER, CAROLE
Sie ist die lang verschollene Schwester eines argentinischen Milliardärs! Plötzlich darf die freiheitsliebende Beth keinen Schritt mehr ohne den Bodyguard Raphael Cordoba machen. Eine Qual! Denn Raphael ist so arrogant wie attraktiv - und weckt verbotenes Verlangen in ihr ...
KÖSTLICH PRICKELND WIE CHAMPAGNER von FIELDING, LIZ
Der sexy Weltenbummler Alexander West ist absolut nicht der Richtige für eine Karrierefrau wie sie! Das erkennt Sorrel auf den ersten Blick. Warum spürt sie dann in seiner Nähe dieses köstliche Prickeln? Liegt es wirklich nur am Champagnersorbet, von dem sie gerade genascht hat?
VERLIEBT IN EINEN STOLZEN GRIECHEN von LAWRENCE, KIM
Ist der kleine Nicky tatsächlich sein Sohn? Schockiert muss der griechische Multimillionär Angolos Constantine erkennen, dass Georgies Kind ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Hat er seine Ex etwa zu Unrecht für eine Betrügerin gehalten und aus seinem Leben verbannt?
Die erste Schreibmaschine, an der die Zehnjährige Geschichten schrieb, stammte von ihrem Großvater; später schenkten die Eltern ihr ein brandneues Modell, auf dem sogar kleine Bücher entstanden. Heute verdient Jane Waters als Autorin ihren Lebensunterhalt. Ihren Laptop nimmt sie auf viele Reisen rund um den Globus einfach mit, denn Schreiben geht immer und überall! Sie hat für sich den weltbesten Beruf gefunden, den sie mit niemandem tauschen möchte.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Auf dem Meer funkelte gleißend das Licht. Leichter Wind kräuselte das weite Wasser, darüber vollzogen ein paar Möwen kreischend ihre Kunstflüge. Die Schiffe am Horizont muteten an wie zarte Pinselstriche, und den blauen Himmel kreuzte gerade ein in der Sonne glitzerndes Flugzeug.
Die vom Atlantischen Ozean umspülte Insel Teneriffa galt als Ort des ewigen Frühlings und lockte das ganze Jahr über mit angenehmen Temperaturen. An der Ostküste war es rund um die Inselhauptstadt im März aber noch etwas ruhiger, und die meisten Boote lagen fest vertäut an ihren Liegeplätzen.
Nah an der City, im großen Hafen von Santa Cruz, befand sich auch die „Marina del Atlántico“. Eigentlich hatte Justine den Jachthafen gar nicht besuchen wollen … nie mehr!
Doch eben, auf dem Nachhauseweg, hatte sie es sich anders überlegt. Es war wie eine Eingebung gewesen. Nun tastete sie in ihrer Tasche nach der Schatulle, in der sie ihre größte Kostbarkeit stets bei sich trug: Ihr Schatz war nur drei Zentimeter lang, hatte zart geschwungene Klappen von Purpurrot bis Pink, leuchtete im Inneren lavendelfarben und an den flügelartigen Außenlippen strahlend orange. Ein so grandioses Farbspiel bei einer so kleinen Muschel! Sie war eine Rarität, und heute hatte Justine zum ersten Mal ein zweites Exemplar gesehen. Schon hatte sie den Besitzer fragen wollen, ob er etwas über die besonderen Kräfte der Muschel wüsste – aber im letzten Moment hatte sie es sich anders überlegt. Eine Wissenschaftlerin, die daran glaubte, dass diese kleine Muschel ihr irgendwann das große Glück bringen würde … das war doch lächerlich!
Für einen Moment schloss sie die Augen, spürte den warmen Wind über ihr Gesicht streichen wie die zarte Berührung einer unsichtbaren Hand. Leise seufzte sie beim Gedanken an ihren Vater, der ihr immer so präsent erschien, wenn sie am Meer war. Doch alles, was sie daran erinnerte, dass es den Seemann wirklich gegeben und dass er das Herz ihrer Mutter gebrochen hatte, war diese zauberhafte und geheimnisvolle Muschel …
Jetzt war Justine am Wasser angekommen und ging nachdenklich den Quai entlang. Boote aller Größen schaukelten sanft auf und ab. Sie warf einen Blick auf die Uhr. Bis zum Abendessen blieb noch Zeit, und sie verspürte keine Lust, zu Louise zurückzugehen. Dort in der Wohnung war es so bedrückend. Heute brauchte sie mal eine Weile für sich, ohne die Tränen und Probleme ihrer Freundin.
Schließlich musste auch sie gerade gründlich über ihr Leben nachdenken. Und deswegen war es vielleicht doch richtig, an den Ort zurückzukehren, an dem einst auch ein Seemann ihr Herz gebrochen hatte. Genau hier, an dieser Stelle. Fast hätte sie für diesen Lügner sogar ihre rote Muschel hergegeben!
Auf einmal fröstelte sie, und die Kehle wurde ihr eng. Rasch steckte sie eine lose Strähne in ihrem Haarknoten fest und zog ihren Lippenstift nach – fast so, als ahnte sie, dass sie plötzlich beobachtet wurde.
„Die da, Chef!“ Mario sah gebannt durch das Fernglas. „Ich glaube, ich habe schon die Richtige gefunden. Die könnte es sein!“
„Ach, lass deine Scherze.“ Patricio fuhr sich mit einer müden Geste über die Stirn. Seit dem frühen Morgen hatte er auf der „Ocean Star“, seinem schwimmenden Zuhause, im Büro gesessen. In den nächsten Tagen würde er durch den Verkauf einer Superluxusvilla in Barcelona eine schwindelerregende Summe kassieren – auf einen Schlag. Das war phänomenal! Wie lange hatte er auf diesen Coup hingearbeitet, der ihn wieder auf die Sonnenseite des Lebens bringen würde?
Doch statt der erhofften Freude verspürte er nur diese große Leere, die sich durch nichts – weder durch eine heiße Affäre noch durch seine Arbeit und wahrscheinlich schon gar nicht mit dieser Jetset-Party am Abend – füllen ließ.
„Schlägst du nun ein?“, drängelte Mario weiter. „Folgende Wette: Frauen, die nicht nur hübsch, sondern auch intelligent sind, würden sich niemals ernsthaft für dich interessieren, wenn du nur ein normaler Skipper wärst wie ich.“
Nun lachte Patricio auf. „So ein Unsinn!“
Mario ließ das Fernglas sinken und sah ihn fast ein wenig feindselig an. „Unsinn? Von wegen, Chef, darum geht es ja gerade! Ich schwöre dir, die tollen Frauen wollen dich nur haben, weil du Geld hast, das ist alles. Ohne Geld bist du für die wirklich interessanten Frauen überhaupt nicht interessant.“
Patricio schüttelte den Kopf. Mario kam manchmal auf ziemlich seltsame Ideen! Fast ein Jahr war er nun mit ihm unterwegs, er war ein guter Skipper und sein Mädchen für alles. Doch manchmal, wenn sie an langen einsamen Abenden bei ein paar Drinks zusammensaßen und Mario zu redselig wurde, verzog sich Patricio lieber in seine komfortable Kapitänskabine. Am liebsten würde er genau das auch jetzt tun, aber im Moment war er einfach zu erschöpft, um aufzustehen.
Mario blickte wieder durch das Fernglas. „Doch, diese Frau dort hat Klasse. Chef, schau doch mal! Super Figur, sexy, schick angezogen, und dumm ist sie bestimmt nicht. Könnte eine Touristin sein.“ Er hielt ihm nun das Fernglas hin, doch Patricio rührte sich immer noch nicht.
„Nun komm schon! Willst du es dir nicht selbst beweisen? Dann beweise es eben mir! Wenn du eine Frau wie diese auch ohne Euroscheine in der Hand in dich verliebt machen kannst, dann … denk dir selbst was aus. Aber wenn ich gewinne, und du erreichst nicht mehr als einen Flirt oder eine einzige Nacht, dann spiele ich hier auf der Jacht mal den Chef!“
Patricio zog fragend die Augenbrauen hoch.
Übermütig fuhr Mario fort: „Dann darf ich mich hier eine Nacht lang mit der Frau meiner Wahl und dem besten Champagner vergnügen. So wie du das manchmal machst.“
„Langsam, langsam“, warf Patricio nun ein, doch Mario war nicht zu stoppen: „Abgemacht? Los, abgemacht! Und jetzt schau durchs Fernglas!“
Etwas widerwillig folgte Patricio der Aufforderung. Nicht, dass sein Skipper ihm irgendetwas zu sagen hatte. Doch er hatte auch keine Lust, ewig mit dem Burschen zu diskutieren. Außerdem war es fast schon ein wenig amüsant, wie sich dieser in die Wette hineinsteigerte. Andererseits aber musste er zugeben, dass Mario eine wunde Stelle getroffen hatte. Denn hatte er etwas Ähnliches nicht am eigenen Leib erfahren müssen? Die Frauen und das Geld … In seinem Inneren zog sich etwas zusammen.
Er richtete sich auf und stellte das Fernglas scharf. Überrascht hielt er die Luft an. Diese vermeintliche Touristin, die dort den Quai entlanglief, besaß tatsächlich das gewisse Etwas. Sie hatte eine grazile Figur mit sexy Rundungen, die durch ihr eng anliegendes grünes Kostüm dezent betont wurden. Durch den straffen Haarknoten wirkte ihr Gesicht ein wenig streng, doch gleichzeitig war auf tausend Meilen zu erkennen, wie hübsch sie war. Im Gegensatz zu den meisten Ladys, die er kannte, verdeckte sie ihre Augen nicht mit einer Sonnenbrille. Das gefiel ihm.
„Also was ist jetzt? Wenn du dich nicht beeilst, ist sie weg!“, drängte Mario.
Patricio verspürte den seltsamen Impuls, aufzustehen und der Unbekannten tatsächlich zu folgen. Doch das war absurd! Er lief keiner Frau hinterher, niemals wieder. Das hatte er nicht nötig, doch sein Skipper ging ihm mehr und mehr auf die Nerven. Also hörte er sich schließlich sagen: „Aha. Und als wer, bitte, soll ich mich ausgeben?“
„Du bist ich“, sagte Mario wie aus der Pistole geschossen. „Du bist einfach nur der Skipper hier! Ich wette, du wirst die Dame dann nicht besonders beeindrucken können, egal, wie charmant du bist.“
„Das ist lächerlich.“
„Ist es nicht! Ich weiß, wovon ich rede. Ich sehe doch, wie die Frauen dich umschwärmen, weil du diese Jacht besitzt und teure Klamotten trägst. Allein deine neue Uhr! Wie viel ist die wert? Meine Jahresgehalt?“
Nachdenklich sah Patricio auf sein Handgelenk, dann blickte er wieder zu der Frau, die sich gerade entfernte. Dann, plötzlich, begann die Wette, ihn zu reizen. Vielleicht weil er Mario endlich zum Schweigen bringen wollte, vielleicht weil sein Stolz angestachelt war, vielleicht weil er sich einfach nur langweilte. Jedenfalls vergaß er in diesem Moment, dass er sich geschworen hatte, nie wieder um eine Frau zu wetten …
Als er aufstand, streifte er seine Uhr ab und steckte sie in die Tasche. Für seinen Skipper symbolisierte so eine teure Uhr den größten Erfolg, aber eine wirklich intelligente Frau würde sich davon nicht blenden lassen. Oder? Er blickte an sich hinunter. Die legere Freizeitkleidung war von bester Qualität, aber unauffällig. Das würde gehen.
„Also ja?“, fragte Mario, überrascht und erfreut zugleich.
„Okay“, erwiderte Patricio nur und trat auf den Steg, der von der Jacht ans Ufer führte.
„Du hast zwei Wochen, um ihr Herz voll und ganz zu erobern! Vielleicht auch drei. Aber dann muss sie dir zu Füßen liegen, einverstanden?“, rief Mario ihm hinterher und setzte nach: „Chef! Aber was gewinnst du, wenn ich verliere? Das müssen wir noch vereinbaren …!“
Patricio zögerte. Eigentlich hatte er nicht vor, noch so lange auf Teneriffa zu bleiben. Sobald in den nächsten Tagen der entscheidende Anruf aus Barcelona kam, würde er sich nur noch um die Krönung seiner Arbeit kümmern. Doch in der Zeit, in der er mehr oder weniger untätig herumsaß, konnte er ja erst einmal mitspielen.
Er warf Mario über die Schulter einen kurzen Blick zu. „Es reicht mir als Gewinn, wenn du mich künftig nie mehr zu einer solchen Wette aufforderst.“ Dann ging er los, die Augen...




