E-Book, Deutsch, 1184 Seiten
Watson Das Lächeln der Medusa -
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-641-12994-1
Verlag: C. Bertelsmann
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Die Geschichte des modernen Wissens
E-Book, Deutsch, 1184 Seiten
ISBN: 978-3-641-12994-1
Verlag: C. Bertelsmann
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Das Standardwerk zur Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts
Malerei und Physik, Philosophie und Anthropologie, Literatur und Medizin, Architektur und Theater - Peter Watson hat jene Ideen und Erkenntnisse zusammengetragen, die das letzte Jahrhundert nicht nur entscheidend geprägt haben, sondern auch nachhaltigen Einfluss darauf hatten, was und wie wir heute denken. Eine Enzyklopädie der Geistesgeschichte, eine Tour d'horizon durch die Jahrzehnte, eine unerhörte Fülle des Wissens, spannend und unterhaltsam präsentiert.
Peter Watson, geboren 1943, studierte an den Universitäten von Durham, London und Rom. Er war stellvertretender Herausgeber von 'New Science' und arbeitete vier Jahre lang für die 'Sunday Times'. Er war Korrespondent in New York für die 'Times' und schrieb für den 'Observer', die 'New York Times', 'Punch' und 'Spectator'. Er hat weit über ein Dutzend Bücher veröffentlicht, darunter »Das Lächeln der Medusa« (2001), »Ideen« (2006) und 'Der deutsche Genius' (2010). Von 1997 bis 2007 war er als Lehrbeauftragter am McDonald Institute for Archaeological Research der Universität Cambridge tätig.
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Vorwort
Mitte der achtziger Jahre besuchte ich im Auftrag des Londoner Observer die Harvard University. Willard van Orman Quine führte mich herum. Es war Februar und der Boden mit Schnee und Eis bedeckt. Wir rutschten beide aus. Dass ich den größten lebenden Philosophen ein paar Stunden ganz für mich allein hatte, war eine seltene Ehre. Später, als ich anderen von dieser Begegnung erzählte, stellte ich zu meiner großen Überraschung fest, wie wenige von diesem Mann überhaupt je gehört hatten. Nicht einmal lang gedienten Kollegen vom Observer war er ein Begriff. Mit dieser Erkenntnis wurde dieses Buch gewissermaßen geboren. Ich hatte mir schon immer gewünscht, eine literarische Form zu finden, mit der ich das Schlaglicht auf Personen der Zeitgeschichte und jüngsten Vergangenheit lenken könnte, die sich um den heute so allgegenwärtigen Prominentenkult niemals scherten, aber deren Leistungen meines Erachtens häufig weit mehr Aufmerksamkeit gebührte. Dann las ich um 1990 Richard Rhodes’ Die Atombombe oder Die Geschichte des 8. Schöpfungstages. Dieses Buch, das ohne Frage den 1988 zuerkannten Pulitzer-Preis verdiente, liefert auf den ersten dreihundert Seiten einen unglaublich spannenden Bericht über die frühen Tage der Teilchenphysik. Zuerst kann man sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich Elektronen, Protonen und Neutronen als Hauptdarsteller einer Geschichte eignen. Weder scheinen sie Kandidaten für Bestsellerlisten abzugeben, noch sind sie im oben genannten Sinne prominent. Doch Rhodes gelang es, sogar die schwierigsten Geschichten nicht nur verständlich, sondern auch fesselnd zu erzählen. Am Beginn des Buches schildert er, wie Leo Szilard 1933 an einer Ampel die Southampton Row in London überquert und ihm dabei zum ersten Mal die Idee von einer atomaren Kettenreaktion und damit einer Bombe mit unvorstellbaren Kräften in den Sinn kommt. Diese Szene ist ein kleines Meisterwerk. Sie führte mir beispielhaft vor Augen, wie man – bei ausreichender Begabung – sogar die trockenste und schwierigste Materie in höchst lesbare Geschichte verwandeln kann. Gestalt anzunehmen begann dieses Buch dann allerdings erst nach langen Diskussionen mit meinem alten Freund und Kollegen W. Graham Roebuck, Professor emeritus für Englisch an der McMaster University in Kanada, der nicht nur Historiker, sondern auch ein großer Theaterliebhaber und Experte für Literatur ist. Wir planten, Das Lächeln der Medusa gemeinsam zu schreiben. Zusammen wollten wir nach den großen prägenden Ideen des zwanzigsten Jahrhunderts Ausschau halten und deren Geschichten historisch zusammenhängend und nicht als Aneinanderreihungen einzelner Essays erzählen. Wir wollten mit narrativen Mitteln versuchen, die Funken des lebendigen Geistes dieses Jahrhunderts auf den Leser überspringen und all jene Menschen mitsamt ihren Fehlern und Rivalitäten wieder aufleben zu lassen, welche zu den geistigen Strömungen beitrugen, die aus den einflussreichsten Ideen des Jahrhunderts geboren worden waren. Zu meinem Leidwesen nahmen Professor Roebucks Verpflichtungen dann doch zu viel Zeit in Anspruch, um dieses Projekt gemeinsam verfolgen zu können. Ihm habe ich am meisten zu verdanken, aber er ist bei weitem nicht der Einzige, dem ich Dank schulde. Für ein derart groß angelegtes Unternehmen mit so breit gestreuter Thematik wie Das Lächeln der Medusa brauchte ich den Sachverstand, die Autorität und die wissenschaftlichen Kenntnisse von vielen anderen – von Naturwissenschaftlern und Historikern, Malern und Ökonomen, Philosophen und Bühnenautoren, Filmregisseuren, Dichtern und zahllosen Experten auf den unterschiedlichsten Gebieten. Für ihre Hilfe und ihre Bereitschaft, oft ausgesprochen langwierige Korrespondenzen mit mir zu führen, möchte ich besonders folgenden Personen danken: Konstantin Akinsha, John Albery, Walter Alva, Philip Anderson, R. F. Ash, Hugh Baker, Dilip Bannerjee, Daniel Bell, David Blewett, Paul Boghossian, Lucy Boutin, Michel Brent, Cass Canfield jr., Dilip Chakrabarti, Christopher Chippindale, Kim Clark, Clemency Coggins, Richard Cohen, Robin Conyngham, John Cornwell, Elisabeth Croll, Susan Dickerson, Frank Dikötter, Robin Duthy, Rick Elia, Niles Eldredge, Francesco Estrada-Belli, Amitai Etzioni, Israel Finkelstein, Carlos Zhea Flores, David Gill, Nicholas Goodman, Ian Graham, Stephen Graubard, Philip Griffiths, Andrew Hacker, Sophocles Hadjisavvas, Eva Hajdu, Norman Hammond, Arlen Hastings, Inge Heckel, Agnes Heller, David Henn, Nerea Herrera, Ira Heyman, Gerald Holton, Irving Louis Horowitz, Derek Johns, Robert Johnston, Evie Joselow, Vassos Karageorghis, Larry Kaye, Marvin Kalb, Thomas Kline, Robert Knox, Alison Kommer, Willi Korte, Herbert Kretzmer, David Landes, Jean Larteguy, Constance Lowenthal, Kevin McDonald, Pierre de Maret, Alexander Marshack, Trent Maul, Bruce Mazlish, John und Patricia Menzies, Mercedes Morales, Barber Mueller, Charles Murray, Janice Murray, Richard Nicholson, Andrew Nurnberg, Joan Oates, Patrick O’Keefe, Marc Pachter, Cathrine Palmer, Norman Palmer, Ada Petrova, Nicholas Postgate, Neil Postman, Lindel Prott, Colin Renfrew, Carl Riskin, Raquel Chang Rodriguez, Mark Rose, James Roundell, John Russell, Gref Sarris, Chris Scarre, Daniel Schavelzón, Arthur Sheps, Amartya Sen, Andrew Slayman, Jean Smith, Robert Solow, Howard Spiegler, Ian Stewart, Robin Straus, Herb Terrace, Sharne Thomas, Cecilia Todeschini, Mark Tomkins, Marion True, Bob Tyrer, Joaquim Valdes, Harold Varmus, Anna Vinton, Carlos Western, Randall White, Keith Whitelaw, Patricia Williams, E. O. Wilson, Rebecca Wilson, Kate Zebiri, Henry Zhao, Dorothy Zinberg, W. R. Zku. Besonders danken möchte ich meiner Übersetzerin Yvonne Badal. Da so viele Geistesgrößen des zwanzigsten Jahrhunderts bereits nicht mehr leben, musste ich mich natürlich auch auf Bücher stützen, und zwar nicht nur auf die großen Jahrhundertwerke selbst, sondern oft auch auf Kommentare und Kritiken, die diese nach sich zogen. Ganz besondere Freude bei meinen Recherchen für Das Lächeln der Medusa bereitete es mir, vergessene Autoren, die aus unerfindlichen Gründen aus dem Rampenlicht verschwanden, obwohl sie meist nach wie vor Anregendes, Erhellendes und Relevantes mitzuteilen haben, wieder zu entdecken. Ich hoffe, der Leser wird in diesem Punkt meine Meinung teilen. Da dies keine wissenschaftliche Publikation ist, wäre es nur störend gewesen, den Textfluss mit Verweisen zu unterbrechen. Sämtliche Zitate werden in den über dreitausend Referenzen im Anhang ausgewiesen. Die Autoren und Herausgeber von Werken, denen ich ganz besonders viel schulde, weil ich sie schamlos ausgebeutet, auf ein Minimum verkürzt und paraphrasiert habe, möchte ich an dieser Stelle jedoch gesondert anführen. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Bernard Bergonzi, Reading the Thirties, 1978, sowie Heroes’ Twilight: A study of the Literature of the Great War, 1980; Walter Bodmer und Robin McKie, The Book of Man: The Quest to Discover Our Genetic Heritage, 1994; Malcolm Bradbury, The Modern American Novel, 1983; Malcolm Bradbury und James McFarlane (Hg.), Modernism: A Guide to European Literature 1890–1930, 1976; C. W. Ceram, Gods, Graves an Scholars, 1951 (Götter, Gräber und Gelehrte, 1972), sowie The First Americans, 1971 (Der erste Amerikaner, 1991); William Everdell, The First Moderns, 1997; Richard Fortey, Life: An Unauthorized Biography, 1997 (Leben. Die ersten vier Milliarden Jahre. Eine Biographie, 1999); Peter Gay, Weimar Culture, 1969; Stephen Jay Gould, The Mismeasure of Man, 1986 (Der falsch vermessene Mensch, 1988); Paul Griffiths, Modern Music: A Concise History, 1994; Henry Grosshans, Hitler and the Artists, 1983; Katie Hafner und Matthew Lyon, Where Wizards Stay Up Late: The Origins of the Internet, 1998 (ARPAkadabra oder: Die Geschichte des Internet, 2000); Ian Hamilton (Hg.), The Oxford Companion of Twentieth-Century Poetry in English, 1994; Ivan Hannaford, Race: The History of an Idea in the West, 1996; Mike Hawkins, Social Darwinism in European and American Thought: 1860–1945, 1997; John Heidenry, What Wild Ecstasy: The Rise and Fall of the Sexual Revolution, 1997; Robert Heilbroner, The Worldly Philosophers: The Lives, Times and Ideas of the Great Economic Thinkers, 1953; John Hemming, The Conquest of the Incas, 1970; Arthur Herman, The Idea of Decline in Western History, 1997 (Propheten des Niedergangs. Der Endzeitmythos im westlichen Denken, 1998); John Horgan, The End of Science: Facing the Limits of Knowledge in the Twilight of Scientific Age, 1996 (An den Grenzen des Wissens. Siegeszug und Dilemma der Naturwissenschaften, 2000); Robert Hughes, The Shock of the New, 1991; Jarrell Jackman und Carla Borden, The Muses Flee Hitler: Cultural Transfer and Adaptation 1930–1945, 1983; Andrew Jamison und Ron Eyerman, Seeds of the Sixties, 1994; William Johnston, The Austrian Mind: An Intellectual and Social History 1848–1938, 1972; Arthur Knight, The Liveliest Art, 1957; Nikolai Krementsov, Stalinist Science, 1997; Paul Krugman, Peddling Prosperity: Economic Sense and Nonsense in the Age of Diminished Expectations, 1995 (Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg. Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen, 1999); Robert Lekachman, The Age of Keynes, 1967; J. D....




