Watson | Kopf aus, Herz an | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 01, 316 Seiten

Reihe: Destination Love

Watson Kopf aus, Herz an


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7363-0422-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 01, 316 Seiten

Reihe: Destination Love

ISBN: 978-3-7363-0422-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hör auf dein Herz und tanz unter den Sternen!

Lillys schlimmster Albtraum wird wahr, als ihr Verlobter sie vor dem Traualtar stehen lässt. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, beschließt sie, die Hochzeitsreise nach Thailand trotzdem anzutreten - und zwar allein. Noch im Flugzeug lernt sie den attraktiven Damien kennen, der mit seinen Tattoos und der spontanen Art eigentlich genau die Art Mann ist, um die Lilly sonst einen großen Bogen machen würde. Doch jetzt, wo es nichts gibt, was sie zurückhält, lässt sie es zu, dass er sie auf eine Reise entführt - eine Reise, die ihr zeigt, was es bedeutet, auf sein Herz und nicht auf seinen Kopf zu hören ...

Band 1 der Destination-Love-Reihe

Watson Kopf aus, Herz an jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog


Es tut mir leid, ich kann nicht.

Es tut mir leid, ich kann nicht.

Es tut mir leid, ich kann nicht.

Auch wenn ich noch so lange auf die gekritzelten Worte starrte, ihre Bedeutung veränderte sich dadurch nicht. Ich hielt den Zettel in der Hoffnung gegen das Licht, die Sonne möge andere Worte erscheinen lassen, Worte, die mit unsichtbarer Zaubertinte geschrieben waren.

Aber nichts erschien.

Nur diese sieben kurzen Worte … die jedoch die Macht besaßen, meine ganze Welt in Sekundenschnelle zum Einsturz zu bringen. Sodass sie in eine Million kleiner Splitter zerfiel und zerbarst.

Endlich schaffte ich es, meine Augen von dem Zettel zu lösen, und begegnete den entsetzten Blicken meiner Stiefschwester und meiner beiden besten Freundinnen. Sie starrten mich an, als könnte ich jeden Moment einen Promi-Ausraster bekommen, mir den Schädel rasieren und jemandem mit dem Schirm ein Auge ausstechen. Sie sahen wirklich besorgt aus. Als wäre ich eine tickende Zeitbombe, die jeden Moment explodieren konnte.

Womit sie recht hatten.

Ich war eine Zeitbombe.

Tick. Tick.

Ich taumelte am Rande des Wahnsinns entlang. Ich spürte, dass er darauf wartete, mich wie ein alles verschlingendes Schwarzes Loch einzusaugen. Der Sog war beinahe zu stark, um ihm zu widerstehen.

Wollte ich überhaupt widerstehen?

Aber was würde passieren, wenn ich nachgab? Ich wusste, dass ich mich in einem Schockzustand befand, dass ich von einem Gefühl der Taubheit, der Losgelöstheit durchdrungen war. Und doch spürte ich bereits andere, feindselige Emotionen, die an die Oberfläche drangen und Herrschaft über mich gewinnen wollten.

Ich blinzelte. Meine Augen brannten.

Ich versuchte, etwas zu sagen.

Aber mein Mund war staubtrocken. Kein Ton drang heraus.

Ich schaute meine besten Freundinnen Jane und Val an, meine Felsen in der Brandung, die beiden Menschen, auf die ich stets bauen konnte … Doch sie schwiegen. Sagten keinen Ton. Nur der Schrecken stand ihnen ins Gesicht geschrieben.

Ich richtete den Blick auf meine Stiefschwester Stormy-Rain. Anders als ihr Name vermuten ließ, strahlte sie so hell wie die Sonne auf ihrem Batikkleid. Stormy-Rain besaß das Talent, selbst schlimmste Lebenslagen in etwas Positives umzuwandeln. Aber auch von ihr kam … nichts. Sie war ganz bleich geworden und vor Entsetzen wie vor den Kopf geschlagen.

Ich schaute auf meine zitternden Hände; sie hatten die Ecken des Zettels bereits merklich zerknittert. Mein Herz klopfte so stark, als wollte es die Grenzen meines Brustkorbs sprengen und Magen und Lunge gleich mit herausreißen.

Heißer Zorn mischte sich mit Schock und qualvoller Trauer. Meine Gefühle überwältigten mich, sie stiegen aus dem primitivsten Teil meiner Seele empor, wo Logik, Gesetze und Intellekt keine Macht besaßen.

Und so schrie ich aus voller Lunge, bis ich heiser wurde und nur noch krächzen konnte.

»Holt mich aus dem Kleid. Helft mir aus dem Ding raus. Jetzt!«

Wie rasend zerrte ich an meinem Brautkleid herum – einem Kleid, in das meine beiden Freundinnen mich zehn Minuten lang mühsam hineingezwängt hatten, weil das Mieder mit sich überkreuzenden Bändern geschnürt wurde. Und nun war ich in dem Teil gefangen.

Jane und Val griffen beherzt zu, aber es dauerte einfach zu lange. Die Luft um mich herum wurde zu schwer zum Atmen, ich hatte das Gefühl zu ertrinken.

»Ich kriege keine Luft. Ich kann nicht atmen. Es ist zu eng.«

Val schnappte sich das Messer, das der Zimmerservice am Morgen gebracht hatte, und säbelte kühn durch die komplizierte Verschnürung. Das Geräusch des Sägemessers, das die Satinbänder durchschnitt, war wie das Kratzen von Fingernägeln auf einer Schiefertafel, ich bekam eine Gänsehaut davon. Aber ich spürte, wie der Druck des Mieders nachließ, bis es schließlich an meinem geschundenen Körper hinabglitt und als elendes Häufchen auf dem Boden lag.

Endlich war ich von diesem Kleid befreit.

Und dann kamen die Tränen. Heiß strömten sie über meine Wangen und hinterließen schwarze Mascarastreifen auf meiner geröteten Haut. Bald schon ging mein Weinen in Schluchzen über.

Ich schaute auf das klägliche Häuflein, das einmal mein Brautkleid gewesen war, und nun wie eine Lache aus Bändern, Satin und Perlen zu meinen Füßen lag. Doch noch immer kam ich mir wie eingesperrt vor. Mein Haar! Die komplizierte Hochsteckfrisur, die von zierlichen Perlenspangen zusammengehalten wurde. Plötzlich kam es mir so vor, als zöge sich jede einzelne Strähne um meinen Kopf zusammen wie eine Boa constrictor, die ihr Opfer langsam, aber sicher zu Tode würgte. Ich zerrte wie wild an meiner Frisur herum und versuchte, meine Haare zu befreien.

Ich wollte die Perlenspangen loswerden. Fort. Weg. Ich wollte jede Spur dieser Hochzeit auslöschen.

Ich riss die Ohrringe ab, schnappte mir ein Kosmetiktuch und rieb mir den roten Lippenstift ab, bis mir der Mund wehtat. Wie einen hässlichen Ausschlag verschmierte ich die Farbe übers Gesicht.

Hätte in diesem Augenblick jemand zufällig durchs Fenster gespäht, dann hätte er mich für verrückt halten müssen. Und ich hätte ihm das nicht einmal zum Vorwurf gemacht. Denn irgendwo in meinem auf Abwege geratenen Kopf wusste ich sehr wohl, dass ich wie eine Geisteskranke aussah, die gerade aus der Anstalt entwischt war und dringend eine Zwangsjacke und Behandlung mit Elektroschocks brauchte. Aber wie konnte ich denn vernünftig sein …

Wenn er …

Wenn Michael Edwards – seit einem Jahr mein Verlobter, seit zwei Jahren der beste Freund der Welt – mich, Lilly Swanson, verlassen hatte, und zwar knapp zehn Minuten vor der Trauung. Die Flasche mit dem Parfüm, das ich heute für ihn tragen sollte, da es sein »Lieblingsparfüm« war, stand auf der Frisierkommode und schien mich zu verhöhnen. Ich packte sie und schleuderte sie gegen die Wand, wo sie in eine Million Teile zerschellte, genauso wie mein Leben. Der Duft von Jasmin fiel mich an, und mir wurde speiübel.

Was sollte ich den fünfhundert Gästen sagen, die in der Kirche auf uns warteten? Manche waren sogar von Australien nach Südafrika geflogen.

»Hallo, ihr Lieben. Danke, dass ihr gekommen seid. Ich habe übrigens eine ÜBERRASCHUNG für euch! Die Hochzeit fällt aus!«

Eine Hochzeit, für die mein Vater ein kleines Vermögen ausgegeben hatte.

Eine Hochzeit, die hatte perfekt werden sollen.

Perfekt, verdammt. Perfekt!

Dafür hatte ich gesorgt. Ich hatte mich akribisch um jedes noch so kleine Detail gekümmert. Es hatte Monate und Monate sorgfältiger Planung erfordert, um diesen Tag zu gestalten – und jetzt das?

Plötzlich wurden die Dinge unscharf. Ich erinnere mich noch, dass mein Bruder James ins Zimmer gestürzt kam, mit Schimpfworten um sich warf und schwor, er werde Michael umbringen. Er schlug sogar den Trauzeugen, als der behauptete, nicht zu wissen, wo Michael sich momentan aufhielt. Mein vernünftiger, stets logisch denkender Vater versuchte, einen legitimen Grund für Michaels Verhalten zu finden, und bestand darauf, dass wir mit ihm reden müssten, bevor wir voreilige Schlüsse zögen. Und dann folgte eine Flut von Telefonaten: Wo ist er? Wer hat ihn gesehen? Wohin ist er verschwunden?

Irgendwann wurden die Gäste informiert, und sogleich wurden die wildesten Vermutungen aufgestellt …

Er hatte eine Affäre.

Er war mit einer anderen durchgebrannt.

Er war ein gesuchter Verbrecher.

Er war schwul.

Er war von Aliens in ein Raumschiff raufgebeamt worden und diente ihnen als Versuchskaninchen. (Hoffentlich tat es richtig weh!)

Die Leute warfen mit Ausdrücken wie Bastard, Arschloch und Lügner um sich. Ebenso mit Schande, Bedauern und Mitleid. Sie überlegten, ob sie die Hochzeitsgeschenke wieder an sich nehmen oder aber dalassen sollten. Was war das angemessene Verhalten in solch einer Situation?

Während die Welt um mich herum in Wahnsinn versank, breitete sich in mir eine merkwürdige Ruhe aus. Nichts schien mehr real zu sein, und ich kam mir vor wie ein Voyeur, der sein Leben aus einer gewissen Distanz betrachtet. Es war mir egal, dass ich nur in Unterwäsche auf dem Boden saß. Es war mir egal, dass Wimperntusche und Lippenstift derart verschmiert waren, dass ich aussah wie Batmans Joker. Mir war schlicht und ergreifend alles egal.

Ein paar Minuten später platzte mein anderer Bruder Adam, der Arzt, ins Zimmer und zwang mich, eine kleine weiße Tablette mit einem Schluck Cola runterzuwürgen. Zur Beruhigung, wie er sagte.

Kurz danach rauschte meine oberdramatische Mutter, die Theaterschauspielerin, herein und genoss den Auftritt ihres Lebens in vollen Zügen.

»Warum, oh warum, oh warum?« Hand aufs Herz. »Was ist dies: Verständige Raserei? Ein schnöder Ruch?« Sie hielt sich theatralisch den Kopf und setzte noch ein schrilles »Waruuum?« hinzu.

»Zum Donnerwetter, Ida, das ist doch kein verdammtes Shakespeare-Stück!«

Ich hörte meinem Vater an, wie zornig er war. Selbst achtzehn Jahre nach ihrer Scheidung konnten meine Eltern immer noch nicht höflich miteinander umgehen.

»Falls ich dich daran erinnern darf: Die ganze Welt ist eine...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.