Watson | Tartan und Schwert | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 830 Seiten

Reihe: Die Dalriada-Trilogie

Watson Tartan und Schwert

Historischer Roman | Die große Schottland-Saga: Die Dalriada-Trilogie 1
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-087-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman | Die große Schottland-Saga: Die Dalriada-Trilogie 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 830 Seiten

Reihe: Die Dalriada-Trilogie

ISBN: 978-3-98690-087-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie sind die letzte Hoffnung Schottlands: Die opulente historische Saga »Tartan und Schwert« von Jules Watson jetzt als eBook bei dotbooks. Schottland im Jahr 79 nach Christus: Immer wieder fallen die Römer aus England heraus in den Norden ein, um auch den letzten Widerstand auf der Insel zu brechen. Einzig die Heirat zwischen der schottischen Prinzessin Rhiann und dem irischen Krieger Eremon könnte die zerstrittenen keltischen Stämme für den Kampf gegen die Römer einen. Doch eine Ehe aus Pflichtgefühl, die niemals vollzogen wurde, reicht nicht aus, um die Stammesführer von ihrem Bund zu überzeugen - sie fordern einen Erben. Nur wenn es Eremon gelingt, Rhianns Vertrauen zu gewinnen und ihr Herz zu erobern, wird es eine Zukunft für ihr Land geben. Aber kann er es schaffen, die Mauern, die Rhiann um ihr Herz aufgebaut hat, niederzureißen? Ein opulentes historisches Epos der Keltenzeit und eine mitreißende Liebesgeschichte! »Geschickt verwebt Watson in ihrem großartigen historischen Romandebüt historische Fakten und die damalige Sagenwelt, Abenteuer und Romantik.« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der faszinierende Kelten-Roman »Tartan und Schwert« von Jules Watson ist der erste Teil ihrer Dalriada-Trilogie - ein Lesegenuss für die Fans von Marion Zimmer Bradley und »Outlander«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Jules Watson wurde 1970 als Tochter englischer Auswanderer in Perth geboren. Sie wuchs in Australien auf und lernte ihren späteren Ehemann Alistair, einen Schotten, bereits an der Highschool kennen. Nach ihrem Studium der Archäologie und PR arbeitete sie unter anderem in diesen Berufen, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie lebte viele Jahre lang abwechselnd in Australien und der UK, bis sie schließlich mit ihrem Mann in ein kleines schottisches Glen an der Westküste zog. Die Website der Autorin: juleswatson.com Von Jules Watson erscheinen bei dotbooks die drei Teile der Dalriada-Trilogie »Tartan und Schwert«, »Das keltische Amulett« und »Die Rose der Kelten«.
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Kapitel 2


Weit draußen auf der dunklen, tobenden See vor Albas Küste zuckte ein gleißender Blitz über den Himmel und tauchte das Boot, das auf den Wellen tanzte, und die Männer, die darin um ihr Leben kämpften, in ein gespenstisches Licht. »Bei den Eiern des Großen Ebers!«, brüllte ihr Anführer Eremon mac Ferdiad verzweifelt. »Haltet euch fest! Passt auf ... jetzt, bei allen Göttern, jetzt!«

Sein Warnruf ging in dem donnernden Getöse unter, mit dem ein weiterer Brecher über den Bug des Bootes hinwegbrandete. Eremon stemmte die Füße mit aller Kraft gegen die Planken des Rumpfes. Als die aufschäumende Gischt wieder in sich zusammengefallen war, wischte er sich Salzwasser aus den Augen.

Angsterfüllt zählte er erneut seine Männer durch. Im schwachen Licht des hinter den Wolken verborgenen Mondes konnte er nicht genau erkennen, wer wer war – mit Ausnahme seines Ziehbruders Conaire natürlich, dessen massige Gestalt unverwechselbar war. Erleichtert stellte er fest, dass keiner seiner zwanzig Männer über Bord gespült worden war. Auch der Fischer, den sie als Führer mit an Bord genommen hatten, kauerte noch an seinem Platz, und sogar Eremons Wolfshund Cù lag immer noch zitternd vor den Füßen seines Herrn.

Eremons Pulsschlag verlangsamte sich, und er spürte, wie sich sein Magen von neuem hob. Nicht schon wieder...

Er beugte sich über die Seite und erbrach grüne Galle in die aufgewühlte See. Die Männer um ihn herum folgten seinem Beispiel; die meisten machten sich nicht einmal mehr die Mühe, den Kopf von der Ruderbank zu heben. Der junge Rori schien trotz seiner geringen Körpergröße einen Magen wie ein Sack zu haben, denn ein ganzer Strom von Erbrochenem quoll aus seinem Mund und verfehlte Eremons Füße nur knapp.

So viel zur Wahrung prinzlicher Würde. Eremon wischte sich mit der Hand über den Mund. Der Gestank von Urin und der Anblick von Blut machten ihm nichts aus; das gehörte zu einer Schlacht und dem Leben eines Kriegers untrennbar dazu. Auch große Mengen Wein und Ale vertrug er ohne Probleme. Aber das hier? Das hier war eine andere Welt. Dieses eine Mal konnte sein eiserner Wille seinen Körper nicht beherrschen, so sehr er sich auch bemühte.

Die nächste Welle türmte sich vor ihnen auf, und Eremon befahl den Männern, mit dem Ausschöpfen des Wassers fortzufahren und zu rudern, was das Zeug hielt. Er war kein Seemann, er hatte bislang kaum je in einem Boot gesessen, aber sein Instinkt sagte ihm, dass sie direkt auf diese Brecher zuhalten mussten, wenn sie verhindern wollten, dass das Boot kenterte.

Absurderweise fiel ihm in diesem Moment ein Satz aus einer alten Legende ein, die der Druide seines Vaters ihm einmal erzählt hatte. Wenn die Götter lächeln, erstrahlt die Sonne; wenn ihre Schwerter aufblitzen, stirbt ein König; wenn sie die Stirn runzeln, zerreißen Blitz und Donner den Himmel.

Ha! Götter!

Gischt schäumte um seine Füße, und Eremon schüttelte sich mit einer heftigen Kopfbewegung das Haar aus den Augen. Wenn der alte Druide Recht hatte, dann wusste er jetzt, was ihnen allen bevorstand, denn nur ein zorniger Gott konnte einen solchen Sturm schicken, der das ruhige Wasser in ein tosendes Inferno verwandelte.

Sogar der Fischer klammerte sich verzweifelt an seiner Ruderpinne fest. Seine Augen waren glasig vor Entsetzen. Eremon empfand einen Anflug von Schuldgefühl. Der Mann hatte bislang lediglich curraghs gesegelt, diese kleinen Boote aus Tierhaut glitten mühelos über solche Wellen hinweg. Aber ihr Boot war größer und schwerer, der Rumpf bestand aus Holzplanken, nicht aus Häuten, es war zu jeder Seite mit zehn Rudern ausgestattet und fuhr unter voll getakelten Segeln. Überdies leistete der Fischer ihnen nur äußerst widerwillig Lotsendienste, denn er war mit Gewalt an Bord des gestohlenen Bootes geschleift worden.

Wenn Eremon geahnt hätte, in was für ein Unwetter sie hineinsegelten, hätte er den Mann vielleicht verschont. Aber der Tag, an dem sie unter einem Pfeilhagel aus Erin geflohen waren, war sonnig und windstill gewesen. Erst am Tag darauf hatte sich der Himmel verdunkelt, Wind war aufgekommen, und der Fischer hatte mit bedenklich gerunzelter Stirn auf die bedrohliche Wolkenbank gedeutet, die sich im Süden zusammenballte.

Die Sturmfront war mit aller Gewalt über sie hereingebrochen; Wind, Wellen und Regen hatten sich in ein entfesseltes Ungeheuer verwandelt, das sie wütend ansprang, das Boot packte und zwischen seinen Kiefern hin- und herschüttelte. Die Männer bemerkten kaum noch, wann der Tag in die Nacht überging, da sie ohnehin nichts mehr um sich herum erkennen konnten. Ihre Welt beschränkte sich nur noch auf Geräusche und andere Sinneswahrnehmungen: das Heulen des Windes, die kalten Regenschwaden, den salzigen Geschmack der Gischt auf ihren Lippen, das Knarren der Takelage, die durch das ewige Rudern entstandenen aufplatzenden Blasen an ihren Händen.

Jetzt schien sich das Sternrad Richtung Morgen zu drehen. Der gesamte Himmel war wolkenverhangen, der gelblich schimmernde Mond schien wie das boshafte, erbarmungslose Auge eines Gottes auf Eremon hinabzustarren. War es Hawen, der Große Eber, der Schutzpatron seines Stammes? Dagda, der Himmelsgott? Nein, wohl eher Manannán, der Herr der Meere und Beschützer Erins. Vielleicht war Manannán ergrimmt, weil Eremon sein Land im Stich gelassen hatte.

Dann nimm nur mich!, rief er dem Auge stumm zu. Verschone meine Männer!

Er erhielt keine Antwort. Weder flaute der Wind ab, noch ließ der Seegang nach. Die nächste Welle erfasste das Boot, ein Wasserschwall drang in Eremons Mund und verstopfte seine Nase. Prustend und schnaubend rang er nach Luft und klammerte sich am Ruderholz fest, bis die Woge das Boot wieder freigab.

Cù presste sich so dicht gegen die Planken, wie es ihm möglich war, die schlanken Läufe breit gespreizt, als wolle er sich am Holz festkrallen. Eremon tätschelte den zottigen Kopf und spürte, wie der Hund ihm dankbar die Hand leckte. Dann drehte er sich zu Conaire um. Dieser ruderte unentwegt; seine dicken, sehnigen Arme bewegten die Holzstange mit solcher Kraft vor und zurück, als wäre er noch genauso frisch und ausgeruht wie vor zwei Tagen. Allerdings war Conaire der Einzige, der von der Seekrankheit verschont geblieben war.

Eremon zwang sich zu einem Grinsen, und obwohl Conaires weiße Zähne zur Antwort im Dämmerlicht aufblitzten, stand in seinen Augen etwas anderes zu lesen. Erschrocken begriff Eremon, dass sein Ziehbruder Angst hatte.

Er beugte sich wieder über seine eigene Ruderstange. Das war ein schlechtes Zeichen. Conaire hatte sein ganzes Leben lang vor nichts und niemandem Angst gehabt – vor keinem Menschen und vor keinem Tier. Er stellte sich jedem Kampf, jeder Herausforderung mit einem unbekümmerten Lachen auf den Lippen. Aber auch Conaire war noch nie zuvor auf dem Wasser gewesen. Er glaubt nicht, dass wir es schaffen, dachte Eremon verzagt.

Dann hämmerte die nächste Welle auf das Boot ein. Die Männer hielten sich an ihren Rudern fest, wie er es ihnen befohlen hatte, nur Aedan, der junge Barde, wollte seine kostbare Harfe nicht loslassen. Doch dieser Brecher war der bislang größte, er fegte Aedan von seiner Bank und riss ihn wie ein Stück Treibholz mit sich. Einen nicht enden wollenden Moment lang hing er im Heck des Bootes hilflos halb über Bord. Sein Hilfeschrei wurde vom Wind davongetragen.

Eremon stieß Cù weg und sprang über die Ruderbänke hinweg, ohne darauf zu achten, dass er dabei auf seine Männer trat. Conaire war schon bei Aedan angelangt und hielt ihn fest. Gemeinsam zerrten Eremon und er an den Beinen des Barden, bis das Wasser ihn freigab und er zu ihren Füßen zusammensackte. Keuchend starrte Conaire mit leerem Blick durch seine tropfnassen Haare hindurch auf einen Punkt hinter Eremons Schulter. Eremon holte tief Atem und drehte sich um.

Der von Sturm und Wellen gebeutelte Mast war nun doch umgeknickt, Segel und Takelage flatterten nutzlos im Wind. Eremon stieß die Luft zischend wieder aus. Seine Verzweiflung wuchs. Wann hatte diese Tortur ein Ende? Dann blickte er über die Trümmer hinweg auf die zwanzig Augenpaare, die alle Rat suchend auf ihm ruhten.

Auf Rori, dessen rotes Haar ihm am Kopf klebte und der das Kinn tapfer vorgeschoben hatte, obwohl seine Unterlippe bebte.

Auf den grauäugigen Aedan, der seine Harfe an sich drückte, während er von Würgekrämpfen geschüttelt wurde.

Auf den stämmigen Finan, der schon in Schlachten gekämpft hatte, als Eremon ein Baby an der Mutterbrust gewesen war, und der jetzt die Ruderpinne umklammerte, die der völlig verängstigte Fischer im Stich gelassen hatte.

Der Rest von Eremons Kriegerschar kauerte geduckt auf den Ruderbänken. Einige waren noch junge Männer, die sich ihrem Prinzen angeschlossen hatten, weil sie auf Heldenruhm hofften; andere, Veteranen wie Finan, hielten seinem verstorbenen Vater Ferdiad von Dalriada die Treue.

Sie folgten Eremon, obgleich dieser selbst erst zwanzig Sommer zählte, weil sie an ihn glaubten. Sie waren überzeugt, dass er den Königsthron von seinem verräterischen Onkel zurückerobern würde, der ihn Eremon mit dem Schwert und lügnerischer Zunge entrissen hatte. Alles, was Eremon hatte retten können, waren diese zwanzig Männer und ein paar Juwelen und Waffen. Sie hatten nach dem letzten Überraschungsangriff nur mit knapper Not von Erins Küste fliehen können.

Nun wird uns der Tod trotzdem ereilen ...

»Lange können wir so nicht weitermachen!«, brüllte Conaire ihm über das Heulen des Sturmes hinweg ins Ohr. »Wir müssen aufhören zu rudern, sonst sind wir morgen früh Fischfutter!«

Eremon...



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