E-Book, Deutsch, Band 1903, 144 Seiten
Reihe: Romana
Way Bange Herzen im Herrenhaus
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-171-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1903, 144 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-86349-171-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Garrick Rylance - ihre große Liebe! Bei der Hochzeit ihres Bruders sieht Zara ihn wieder. Bis heute hat sie ihn nicht vergessen können, wie süß seine Küsse schmecken, wie gut sich seine Umarmungen anfühlen ... Aber wird Garrick ihr jemals verzeihen, dass sie ihn nach ihrer leidenschaftlichen Affäre vor fünf Jahren verlassen musste? Voller Hoffnung besucht sie ihn nach der Feier in seinem eindrucksvollen Herrenhaus. Doch als sie schon an das Wiedererwachen ihres Glücks zu glauben beginnt, taucht plötzlich seine Exverlobte Sally auf. Wird Garrick sich für sie entscheiden?
Mit mehr als 110 Romanen, die weltweit über elf Millionen Mal verkauft wurden, ist Margaret Way eine der erfolgreichsten Liebesroman-Autorinnen überhaupt. Bevor sie 1970 ihren ersten Roman verfasste, verdiente sie ihren Unterhalt unter anderem als Konzertpianistin und Gesangslehrerin. Erst mit der Geburt ihres Sohnes kehrte Ruhe in ihr hektisches Leben ein. Die gebürtige Australierin liebte ihre Heimat und vor allem das australische Outback übte dank seiner atemberaubenden Schönheit und fast unendlicher Weite schon immer eine große Faszination auf sie aus. So ist dieses schöne Fleckchen Erde auch fast immer Schauplatz ihrer romantischen, gefühlvollen Familiensagas. Die beliebte Autorin verstarb 2022.
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2. KAPITEL
Die im Mittelmeerstil erbaute Rylance-Villa war von beeindruckender Größe. Sie lag am Ende einer Sackgasse, die Nachbargrundstücke rechts und links waren mit gleich prächtigen Häusern bebaut. Der zwei Hektar große Garten grenzte direkt an den breiten, tiefen Brisbane River. Im Frühling und Sommer neigten sich üppig blühende Zweige über das Ufer, aber zu anderen Zeiten konnte der Fluss auch gefährlich werden.
Als Junge hatte Garrick das Anwesen zum ersten Mal betreten. Mit zehn Jahren wurden Kinder aus dem Outback, deren Eltern sich das leisten konnten, aufs Internat geschickt, um dort die bestmögliche Ausbildung zu erhalten. Das war Tradition. Garrick und Corin waren schon kurz nach der Geburt in demselben prestigeträchtigen Jungeninternat angemeldet worden, das auch ihre Väter und Großväter besucht hatten. Dadurch war eine besondere Bindung zwischen ihnen entstanden.
Zara war ihm wie eine Märchenprinzessin erschienen, denn sie trug weiße, mit Stickerei verzierte Kleider, wie er sie noch nie gesehen hatte. Ihr langes dunkles Haar wurde mit einem blauen Seidenband zurückgehalten, aber nur so weit, dass es ihr noch breit über Rücken und Schultern fiel. Seine Schwester Julianne, die damals sechs Jahre alt war, wurde nie so betont weiblich angezogen. Sie trug T-Shirts und Shorts oder Jeans, wie alle Ranchkinder, und sah mit ihrem dunklen Lockenkopf fast wie ein Junge aus.
Schon damals hatte Zara ihn unwiderstehlich angezogen und eine rätselhafte magische Kraft auf ihn ausgeübt. Heute glaubte er, dass sie schon früh alle Mittel eingesetzt hatte, um ihn über ihren wahren Charakter zu täuschen. Das Leben im Outback war aufregend und gefährlich genug, doch die Begegnung mit der kleinen Zara Rylance hatte zum ersten Mal Glanz in sein junges Leben gebracht.
„Das ist Zara, Garrick … meine süße kleine Tochter.“
Kathryn Rylance hatte sie miteinander bekannt gemacht und vermutlich über sein haltloses Erstaunen gelächelt. Zara selbst hatte ihm gefasst und anmutig die Hand gereicht. Wie zierlich war sie ihm erschienen. Wie erwachsen!
Natürlich hatte sie die vollendeten Manieren von ihrer Mutter gelernt, einer Frau mit Grazie und vollendeter Eleganz. Wer hätte damals ahnen können, dass sie wenige Jahre später nicht mehr am Leben sein würde? Sie hatte die Gewalt über das Steuer ihres hochtourigen Sportwagens verloren und war durch ein Brückengeländer in den Tod gestürzt. Welch ein Schock für die Familie! Garrick erinnerte sich noch an den Ausbruch seiner Mutter, als Dalton kurz darauf wieder geheiratet hatte.
„Sie ist jung genug, um seine Tochter zu sein, Daniel. Einfach unglaublich!“ Ihre blauen Augen, die sie ihrem Sohn vererbt hatte, blitzten vor Empörung. „Was soll jetzt aus den mutterlosen Kindern werden? Der kaltherzige Dalton wird sie kaum über den Verlust hinwegtrösten. Die kleine Zara wird am meisten leiden … glaub mir, Daniel. Hörst du überhaupt zu? Sie wird Dalton und die neue Mrs Rylance durch ihre Ähnlichkeit immer an Kathryn erinnern. Ich weiß, du hörst es nicht gern, aber ich glaube immer noch, dass unsere liebe Kathy so verzweifelt war …“
Helen Rylance war so unvermittelt verstummt, als wäre sie über ihre eigenen Worte erschrocken. Garrick, der an der Tür gehorcht hatte, war von seinem Vater entdeckt und hereingewinkt worden.
„Schon gut, Garrick. Komm nur herein.“
Wie gespannt war er gewesen, auch noch den Rest zu erfahren! Jeder wusste, was seine Mutter von Leila Rylance hielt, denn sie sprach ihre Meinung offen aus. Sie hatte mit Kathryn ihre beste Freundin verloren, und all ihre Sympathie galt jetzt Zara.
Die handgetriebenen Bronzegitter öffneten und schlossen sich automatisch, sobald die Fernbedienung betätigt wurde. Zu beiden Seiten der breiten Auffahrt standen mächtige Kubanische Königspalmen, darunter wuchsen in lang gestreckten Beeten leuchtende Bromelien und bildeten eine farbenprächtige Allee, die auf den runden Vorplatz mündete. Rechts und links davon breiteten sich gepflegte Rasenflächen aus, deren sattes Grün jeden Bewohner aus dem Outback überraschen musste.
Näher zum Haus lagen die mit Buchsbaum eingefassten Rosenrabatten, die Garrick noch in Erinnerung hatte. Hier herrschte die Königin der Blumen ohne Konkurrenz. Jetzt, im Frühsommer, standen alle Sorten in voller Blüte. Jedes Beet war einer besonderen Farbe gewidmet. Alle Rosé- und Rottöne kamen vor, dazu Weiß, Gelb und Orange in feinsten Abstufungen. Über allem lag eine Atmosphäre von Ruhe und Frieden.
Kathryn Rylance hatte diesen Pflanzen immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hatte eng mit dem Chefgärtner, einem Engländer namens Joshua Morris, zusammengearbeitet und die Anlage ständig erweitert. Joshua kannte sich mit Rosen bestens aus und verehrte seine Arbeitgeberin. Niemand wunderte sich, als er sofort nach Kathryns Tod kündigte und den Garten sich selbst überließ.
Garrick hatte seine Müdigkeit inzwischen überwunden und spürte eine wachsende Anspannung. Würde er Zara hier antreffen? Sie besaß ein eigenes Apartment, aber so kurz vor der Hochzeit zog sie die Villa womöglich vor. Platz genug war dort jedenfalls vorhanden. Man hätte eine ganze Armee darin unterbringen können.
Corin hatte ihm gestanden, dass er mit dem Gedanken spiele, das ganze Anwesen zu verkaufen. Es waren für ihn zu viele Erinnerungen damit verbunden. Allerdings würde er trotz seiner finanziellen Möglichkeiten Mühe haben, ein ähnlich wertvolles Grundstück mit Blick auf den Fluss zu finden. Allein das Gebäude musste Millionen wert sein, und Dalton hatte bestimmt für modernste Sicherheitsvorkehrungen gesorgt. Die Entscheidung lag bei Corin. Ob Miranda gewillt war, in das traditionsreiche Haus einzuziehen, blieb abzuwarten. Als Corins Frau würde sie eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Angehende Ärztinnen heirateten normalerweise keine Milliardäre, wenngleich Miranda durchaus in der Lage wäre, den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Garrick ahnte, dass Zara ihm die Tür öffnen würde. Der schmerzhafte Druck auf seiner Brust verriet es ihm.
„Hallo, Garrick.“ Zara war das Ebenbild ihrer schönen Mutter. Ihr zaghaftes Lächeln verriet, wie nervös sie war. Nur in den warm blickenden dunklen Augen lag noch der Zauber von einst.
Wie weh es tat, sie nur anzusehen! War sie sich dessen überhaupt bewusst? Plötzlich war alles wieder wie früher, nur die Erkenntnis, vergeblich geliebt zu haben, kam ihm mit einem Mal.
Inzwischen war er älter und klüger geworden. Der Schmerz hatte sich in eiserne Entschlossenheit verwandelt. Garrick merkte es selber nicht, aber seine Ausstrahlung war entschieden sexfeindlich.
„Hallo, Zara. Ich habe schon überlegt, ob du da sein würdest.“
Das klang so kühl, dass sie errötete. „Du musst mir nicht um den Hals fallen, Rick.“
„Das könnte ich auch gar nicht.“ Garrick verzog keine Miene. Nur sein Herz schlug viel zu schnell. „Du hast es mir abgewöhnt. Darf ich hereinkommen?“
„Natürlich.“ Zara errötete noch mehr und trat zur Seite. Sie besaß eine gertenschlanke, biegsame Figur und hatte das schwarze Haar zu einem kunstvollen Nackenknoten zusammengefasst, sodass ihr schlanker Hals und die zierlichen Ohren voll zur Geltung kamen. Eine ärmellose weiße Bluse mit gekräuselter Knopfleiste hatte sie mit einer engen schwarzen Satinhose kombiniert und – trotz ihrer Größe – hohe Slingpumps angezogen. Alles in allem war sie leger gekleidet, wenngleich ihr Outfit von Qualität zeugte. Zara gehörte zu den Frauen, die alles tragen konnten.
„Corin ist aufgehalten worden“, sagte sie unsicher. Sie musste zu Garrick aufsehen, genauso wie zu ihrem Bruder. Beide waren über ein Meter fünfundachtzig groß. „Miri begleitet ihn. Sie wollten mit Freunden etwas trinken. Zum Essen um sieben Uhr sind sie bestimmt zurück. Soll ich dir dein Zimmer zeigen?“ Zara lächelte zaghaft, sichtlich bemüht, sanft und nachgiebig zu erscheinen.
„Ist das nicht Sache der Hausangestellten?“
„Sie sind alle beschäftigt. Außerdem wollte ich dich persönlich begrüßen.“
„Wirklich?“ Garrick zog die Augenbrauen hoch. „Hast du dich auch gefragt, wie wir die nächsten beiden Tage miteinander überstehen sollen?“
Sein spöttischer Gesichtsausdruck tat ihr weh. „Du verachtest mich immer noch“, stellte sie traurig fest.
„Bilde dir bloß nichts ein. Du hast mich einmal bis in meine Träume verfolgt, aber das ist lange vorbei.“
„Du verfolgst mich immer noch.“
Was für eine Frechheit, dachte Garrick. Und mich dazu auch noch mit großen Augen unschuldig anzusehen!
„Du hast dein Talent zum Schauspielern nicht verloren, Zara, aber was ist mit Hartmann? Gehört er inzwischen zum alten Eisen?“
Sein gehässiger Ton brachte sie auf. „Du redest Unsinn, Rick“, erwiderte sie trotzdem gefasst. „Konrad und ich hatten nie eine Affäre. Wir sind manchmal zusammen ausgegangen. Zum Essen, ins Konzert …“
„Das mag stimmen.“ Garrick zuckte die Schultern. „Göttinnen verlieben sich nicht in...




