Waye | Witches of Wick: Das Buch der Verlassenen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 204 Seiten

Reihe: Witches of Wick

Waye Witches of Wick: Das Buch der Verlassenen

Die Vorgeschichte inklusive XXL-Leseprobe zur Reihe (Witches of Wick): Düster-humorvolle Fantasy mit Hexen und Dämonen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7554-2396-6
Verlag: Annie Waye
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Vorgeschichte inklusive XXL-Leseprobe zur Reihe (Witches of Wick): Düster-humorvolle Fantasy mit Hexen und Dämonen

E-Book, Deutsch, Band 4, 204 Seiten

Reihe: Witches of Wick

ISBN: 978-3-7554-2396-6
Verlag: Annie Waye
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kostenlose Hexen-Kurzgeschichte - der perfekte Einstieg in die 'Witches of Wick'-Reihe! 'Es fühlte sich so an, als würde ich ein neues Kapitel aufschlagen - eines, dessen Seiten sich blutrot gefärbt hatten. Bei dem ich mich davor fürchtete, auch nur die nächste davon anzusehen. Das änderte jedoch nichts daran, dass ich es musste, bevor der Wind sie für mich verwehte.' Für die junge Hexe Rowena ist die magische Parallelwelt Wick das einzige Zuhause, das sie je gekannt hat. An ihrem dreizehnten Geburtstag steht das wichtigste Ereignis ihres Lebens bevor: Ihre Taufe, die ihr Dasein als Schwarzmagierin besiegeln wird. Auf Rowena wartet ein hartes Training voller Herausforderungen, Zweifel und Niederlagen. Der Pfad, ihre magischen Kräfte zu meistern, ist lang und beschwerlich - aber nicht annähernd so sehr wie der Weg zu sich selbst. Und sie hat nicht die geringste Ahnung, welches Schicksal die Götter für sie bereithalten ...   /// Der perfekte Einstieg in die Hexen-Fantasy-Reihe für Fans von Supernatural, Chilling Adventures of Sabrina und Chroniken der Unterwelt. Tauche in die magische Welt Wick ein und erlebe die Anfänge der jungen Hexe Rowena, die im Lauf der Fantasy-Reihe noch eine tragende Rolle spielen wird. Die Hauptbände der Wick-Saga in der richtigen Reihenfolge: - Das Buch der Hexen (bereits erschienen) - Das Buch der Dana (03/2023) - Das Buch des Atho (09/2023)  Dieses kostenlose E-Book enthält eine XXL-Leseprobe zu Band 1 ('Das Buch der Hexen'). Der beste Zeitpunkt, 'Das Buch der Verlassenen' zu lesen, ist vor oder nach Band 1.

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2.
MORAX Zwei Wochen später war es so weit. Zwei Wochen, in denen ich mehrere Tage mit meiner Familie am Strand verbracht, mit Ciara Sandburgen gebaut und Schmutz von den schönsten Muscheln gewaschen hatte, um sie als Souvenirs mit nach Hause zu nehmen. Zwei Wochen, in denen meine Nervosität immer größer geworden war. Meine Albträume schlimmer. In denen ich immer öfter schweißgebadet aufwachte, mit wie wild klopfendem Herz und einer Vorahnung im Hinterkopf, die ich nicht genau erfassen konnte, die mir jedoch die Kehle zuschnürte. Es würde sich einfach alles verändern. Und ich wusste nicht, ob ich bereit dafür war. Zumindest war ich nicht allein – die eine Sache, der man sich in Wick stets sicher sein konnte. Die Taufe fand mehrmals im Jahr statt, sodass man möglichst viele Dreizehnjährige in einem Aufwasch abfertigen konnte. Die meisten anderen waren genau wie ich in Wick geboren worden und lebten schon immer in Adria. Wir kannten uns wie Geschwister, weshalb es auch selbstverständlich war, dass wir einander abholten. Als ich am Vormittag vor meiner Familie das Haus verließ, hatte sich bereits eine kleine Traube Caileacha auf der Straße angesammelt und wartete geduldig darauf, dass sich ihnen weitere anschlossen – darunter andere Dreizehnjährige und ihre Familien, ihre Freunde. Es dauerte nicht lange, bis ich ein paar vertraute Gesichter darin erspähte. »Hey!« Ich grinste und sprang die zwei Stufen vor unserem Hauseingang herunter. »Thomas, Zelda!« Die beiden wandten sich zu mir um und lächelten mir entgegen. Zelda Schmitt war ein paar Jahre älter als ich, mit rotblonden Haaren, sodass sie als meine große Schwester durchgehen könnte. Sie trug immer die schönsten Kleider, bei denen alle anderen Menschen um sie herum regelmäßig zu verblassen drohten. Thomas Harris hingegen war wie die Nacht zu ihrem Tag. Er war in meinem Alter, mit rabenschwarzem Haar und einem Faible für Kleidung aus der sterbenden Welt. Er trug immer diese seltsamen blauen Hosen und kurzärmlige schwarze Shirts – egal, zu welcher Tages-, Nacht- oder Jahreszeit. Seine Mutter war gestorben, als er noch klein gewesen war, und sein Vater schleppte ihn regelmäßig in die sterbende Welt, weil er dort irgendein Geschäft mit Häusern aufgezogen hatte, das ihn auf beiden Seiten reich machte. Thomas war allerdings verdammt gut darin, sich nie anmerken zu lassen, dass er aus einem der besseren Häuser stammte. »Na, du?«, begrüßte mich Zelda fröhlich. Sie war jeden Tag gut aufgelegt, wobei sie heute auch keinen Grund hatte, angespannt zu sein: Sie war schließlich längst getauft und in den Lebensabschnitt übergetreten, den Thomas und ich noch vor uns hatten. »Bist du auch schon so aufgeregt wie unser kleiner Held hier?« »Ich bin nicht aufgeregt«, brummte er. »Warum auch? Die Taufe ist doch nur eine Formalität.« Er versuchte wirklich gut, es zu überspielen, aber ich konnte ihm anhören, dass er nervös war. Ich blieb vor ihnen stehen und musterte sie kurz. Keiner von beiden hatte sich für heute besonders in Schale geworfen: Zelda nicht, weil sie immer umwerfend aussah, und Thomas trug dasselbe Outfit wie sonst auch. Auf einmal kam ich mir in dem langen, schwarzen Kleid, das mir meine Mum für den Anlass genäht hatte, overdressed vor. »Er hat recht«, pflichtete ich ihm bei. »Es wird keine großen Überraschungen geben. Schwarzmagierblut ist Schwarzmagierblut«, fügte ich achselzuckend hinzu. Thomas‘ und meine Eltern waren allesamt Schwarzmagier. Wir konnten uns nicht sicher sein, dass Magie wie Haarfarben vererbt wurde, aber zumindest war es ein ziemlich zuverlässiger Anhaltspunkt. Eigentlich. »Na ja«, hob Zelda gedehnt an. »So was in der Art haben sie sich damals bei Magnus Nightingale bestimmt auch gedacht.« Ich schüttelte mich. Auch viele Jahrzehnte später war der Name dieses Verbrechers noch in aller Munde. Als er mit dreizehn getauft worden war, hatte er sich als Schwarzmagier entpuppt – in einer weißmagischen Familie. Diese hatte ihn verstoßen, und er war endgültig vom rechten Weg abgekommen. Brandstiftung, Totschlag, versuchter Mord. Die Liste seiner Vergehen hatte kein Ende genommen. Aber bevor er seiner gerechten Strafe hatte zugeführt werden können, war er in die sterbende Welt geflohen. War wahrscheinlich auch besser so. Sollte er eben mit dieser Welt untergehen. »Kommst du nur mit, um uns Angst zu machen?«, fragte Thomas scharf. »Hab dich nicht so!« Grinsend hob Zelda die Hände. »Ich bin euer emotionaler Beistand.« Er grunzte. »Was würden wir nur ohne dich tun?« »Sind wir alle?«, rief jemand auf der anderen Seite der Traube, und wir setzten uns langsam in Bewegung. Als ich den Kopf drehte, entdeckte ich meine Eltern, die sich mit Thomas‘ Dad und ein paar anderen Erwachsenen unterhielten. Sofort wünschte ich mich an ihre Seite. Andererseits würde ich auch den restlichen Tag allein durchstehen müssen. Adria war die Hauptstadt und die größte Stadt von Wick. Hier gab es alles, was das Herz begehrte: Viele Geschäfte, die Schänke meines Vaters, in der gefühlt ganz Wick Abend für Abend zusammentraf, eine Bibliothek, in der das Wissen der Cailleacha über Jahrhunderte hinweg bewahrt wurde, den großen Stadtplatz, an dem ständig Märkte und Feiern abgehalten wurden, Schmiede, Schuster, Schneider, mehrere Höfe am Rande der Stadt, und und und … Die Stadt war riesig, aber gerade noch groß genug, dass man die meisten anderen Bewohner zumindest vom Sehen kannte. Meine Eltern und Thomas behaupteten jedoch regelmäßig, dass die sterbende Welt noch viel größere Städte beherbergte, und ich erschauderte beim bloßen Gedanken daran. Die Luft war voll von unterschiedlichsten Gerüchen: Hier und da schnappte ich Noten von Gewürzen, Kräutern und Weihrauch auf, dann stieg mir der Duft von frischgebackenem Brot in die Nase, und wenn der leichte Wind in die falsche Richtung abdrehte, war vielleicht auch mal ein Hauch von Pferdemist dabei. Die Sonne stand hoch am klaren, wolkenlosen Himmel, und ich stellte mir vor, wie der gehörnte Gott, dessen Symbol sie war, in diesen Sekunden auf uns herabblickte. »Und?«, fragte Zelda beiläufig. »Habt ihr euch schon eure spirituellen Namen ausgesucht?« Ich straffte die Schultern. »Die vorher zu verraten, bringt doch Unglück!« Während wir unser Leben lang die Namen trugen, die uns unsere Eltern gegeben hatten, wurden wir heute auf unsere selbstgewählten spirituellen Namen getauft. Unsere ganze Kindheit über wurden wir ständig mit Geistern, Dämonen und höheren Wesen konfrontiert, die die Geschichte von Wick geprägt hatten. Es war gang und gäbe, einen ihrer Namen zu wählen – den Namen einer Kreatur, die mächtiger war als man selbst und von deren Kraft man zehren konnte, wenn die eigene nicht ausreichte. »Ich bin doch nur neugierig.« Nachdenklich blickte sie in Richtung Himmel. »Ich weiß noch, am Tag meiner Taufe. Ich hatte echt Schiss davor, dass sich jemand denselben Namen wie ich ausgesucht hat. Ich meine, wie peinlich wäre das denn gewesen?« »Ach, das wäre doch nicht das erste Mal gewesen«, winkte Thomas ab. »Kennt ihr die McKenzie-Familie? Die tragen alle denselben spirituellen Namen. Weil er von ihrem Hausgeist kommt oder so.« »Von ihrem Schutzpatron«, warf ich ein. So etwas hatten nur Familien, die schon seit vielen Generationen in Wick lebten. Thomas‘ und meine gehörten nicht dazu. Adria um uns herum erwachte allmählich zum Leben. Das Klackern von Hufen ertönte in einiger Entfernung auf dem Kopfsteinpflaster, irgendwo über unseren Köpfen wurde ein Fenster aufgerissen, Stimmen erfüllten unsere Umgebung. »Viel Spaß!«, rief uns ein Mann zu, der unsere Gruppe passierte, und auf einmal schlug mein Herz schneller in meiner Brust. Das hier war ein besonderer Tag. Vielleicht sogar der wichtigste unseres Lebens. Nicht zuletzt, weil das ganze Tribunal anwesend wäre! Das Tribunal verwaltete die Cailleacha von Wick und führte uns auch irgendwie an. Es bestand aus einem dreizehnköpfigen Gremium aus Schwarz- und Weißmagiern, das über Recht und Unrecht entschied. Das imposante mehrstöckige Gebäude, in dem das Tribunal regelmäßig tagte, befand sich im Stadtkern von Adria an der Kopfseite des Stadtplatzes – dorthin waren wir unterwegs. Im Südwesten der Stadt prangte ein riesiger schwarzer Tempel, in dem der Hohepriester Wren lebte, arbeitete, betete. Ich hatte mir mein Leben lang ausgemalt, wie es wäre, dort getauft zu werden – aber leider war das Glück nicht auf meiner Seite. Um das Gleichgewicht zu wahren, wurden die Taufen abwechselnd im Schwarzen Tempel und im Weißen Raum abgehalten. Letzterer war genauso unspektakulär, wie er sich anhörte. Offenbar hatten die Weißmagier bisher nicht das Budget gehabt, um einen Tempel für die dreifaltige Göttin zu errichten – oder vielleicht war Dana auch einfach nur so unglaublich bescheiden, dass sie mit einem schmucklosen Raum vorliebnahm, während der gehörnte Gott in einem Ungetüm von Gebäude angebetet wurde. Die Sonne knallte förmlich auf den Stadtplatz, als wir auf das Tribunalsgebäude zugingen. Die Wachleute öffneten schon großzügig vorher die beiden großen Flügeltüren. Mein Puls schoss in die Höhe, während ich hinter Thomas und Zelda nach drinnen trat und die Wärme von draußen einer angenehmen Kühle wich. Der Eingangsbereich des Tribunalsgebäudes war gleichzeitig der imposanteste Raum davon. Der graue Boden und die hellen Wände erweckten einen freundlichen, aber auch ernsten Eindruck. Letztere waren links und rechts von uns mit riesengroßen Porträts übersät, die die dreizehn Tribunalsmitglieder zeigten. Die wichtigsten davon: Niall, das Oberhaupt...



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