E-Book, Deutsch, 244 Seiten
Weber Gleichnisse des Jesus von Nazareth
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-5131-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kreuz und quergedacht
E-Book, Deutsch, 244 Seiten
ISBN: 978-3-6951-5131-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Frank Weber, Jahrgang '67, Handwerksmeister, Bauingenieur, berufliche Versuche als Unternehmer, Handelsvertreter, Kneipenwirt, Kirchenmusiker und Kraftfahrer. Seit 2011 erschienen die "Tausenderlei"-Reihe, die Buchreihe "Taschenbuch-Literatur-Klassiker", Liederbücher und andere. Frank Weber ist verheiratet, er lebt und arbeitet in Marburg.
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2. Vom Sämann
(Mk 4, 3-8; Mt 13, 3-8; Lk 8,5-8)
Das Gleichnis vom Sämann wird wieder von den drei Synoptikern berichtet: Jesus ist ein bekannter Prediger, der mit seinem Gefolge - heute würde man es Fangemeinde nennen. - von einem Ort zum nächsten zieht. Einige wurden von Jesus geheilt, einige haben etwas Vermögen, das sie mit der Truppe teilen. Jede und jeder hat sicher auch so seine Erwartungen, welchen Nutzen und welche Bedeutung die Nachfolge Jesu mit sich bringt. Und manche wollen erleben, was er zu sagen hat, wenn er in ihren Ort kommt und gesellen sich dann zum Publikum hinzu.
An einem Seeufer steigt er in ein Boot und spricht von dem Boot aus zu den Menschen. Dabei erzählt er ihnen das Gleichnis vom Sämann, der den Samen des Getreides, das er anbauen will, aus der Tasche nimmt und mit einem eleganten Schwung auf den Acker wirft und verteilt. In der Zeit, aus der Jesus durch sein Gleichnis zu uns spricht, ist es Stand der Technik, das der Sämann erst den Samen auf dem Feld verteilt und hinterher mit seinem Werkzeug über das Feld geht, um die Aussaat in den Boden einzuarbeiten.
Dabei bleibt einiges ungeschützt obenauf liegen und wird von den Vögeln gefressen. Ein anderer Teil kann nicht wurzeln, da die Erdschicht über den Steinen nicht ausreichend dick ist, und dann verdorrt es in der Sonne. Noch anderer Samen fällt unter Dornen oder unter andere Pflanzen, wo er zwar keimt, aber kein Licht hat, somit nicht wachsen kann und abstirbt. Und ein vierter Teil fällt auf gutes Land, wo der Same wurzeln kann, wo die Pflanzen hochwachsen und dann auch blühen und Früchte tragen können.
Die Einwände seiner Freunde und Zuhörer*Innen, er rede verklausuliert und in Rätseln, beantwortet er damit, dass nur wenige die göttliche Botschaft verstehen wollten oder können. Bereits Jesaja habe angekündigt, dass Menschen sie sehenden Auges nicht erkennen, und sie zwar hören, aber nicht verstehen könnten (Mt.13,14f.).
Dabei bezieht sich Jesus auf Jesaja 6,9f.:
Den Jüngern dagegen sagt er, dass sie in seiner Gegenwart und durch seine Lehre miterleben können, was eine Menge an Propheten und Gelehrten bereits gewünscht hätten, erleben und verstehen zu dürfen.
Dann erklärt er den Inhalt des Gleichnisses: Kein Samen könne wachsen auf dem Weg, auf felsigem Grund und unter den Dornen; wenn der Satan die Saat wegnehme, wenn der Keimling keinen Grund finde oder wenn die Aussaat von Sorgen oder Begierden überwuchert werde. Aber wenn sein Wort von den Zuhörern gehört und verstanden würde, wenn sie es sich zu Herzen nähmen, dann seien sie der gute Boden, auf dem die Saat aufgehen und fruchtbar sein könne.
Wie so manche Botschaft braucht auch die Frohe Botschaft, das Evangelium des Jesus von Nazareth, ein bisschen Zeit zum Keimen und Wachsen. Und es braucht einige verständige Menschen, die der Aussaat wie ein guter Boden Raum und Nahrung geben und sich damit beschäftigen, damit das junge Pflänzchen wachsen kann.
Auf fruchtbaren Boden fallen11
Heutzutage liegen Brot und Backwaren allzeit griffbereit in den Regalen, ob im Supermarkt oder im kleinen Laden. Das gilt auch für die Backzutaten wie z.B. verschiedene Mehlsorten usw., die jederzeit und selbstverständlich verfügbar sind. Und keiner weiß noch, welche Arbeit der Getreidebauer tun muss, wenn er Getreide aussät und später erntet; welche Arbeit der Müller tut, um nur einen Sack voll Getreide zu Mehl zu verarbeiten, und welche Arbeit der Bäcker tut, um Brot und anderes zu backen. – Auch wenn mit modernen Maschinen manche Arbeit leichter von der Hand geht.
Jesus ist Sohn aus der Familie eines Handwerkers, des Zimmermannes Josef. Daher weiß er, was Arbeit ist. In der Zeit, aus der Jesus durch sein Gleichnis zu uns spricht, gab‘s keine Tante-Emma-Läden. Brot wurde selbst gebacken, Getreide selbst angebaut oder gekauft und selbst gemahlen.
Jesus kannte die Arbeit des Getreidebauern. Nachdem er einige Beispiele erzählt, wie die Aussaat misslingt und die Saatkörner verderben, nennt er die Möglichkeiten eines guten Bodens, der dreissig-, sechzig- oder hundertfache Frucht hervorbringen kann. - Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, wie sie/er mit der Botschaft umgeht.
Mt.13,1-9
1 2 3 4 5 6 7 8 9
Ein Bauer sät sein Getreide aus, und wie es damals üblich ist, wird vor dem Pflügen gesät. Dabei können die Samen überall hinfallen, auf recht unterschiedliche Böden. - Quer über den Acker ist ein Trampelpfad ausgetreten worden, auf dem die Körner nicht wurzeln können. Oder der Sämann hat die Steine und das Felsige wegen der dünnen Erdschicht nicht erkennen können, als er die Saat ausgeworfen hat. Einige Körner landen dann auch noch am Rand des Feldes unter den Dornen. Und ein weiterer Teil der Aussaat landet auf gutem Land, wo er Wurzeln schlagen und schlussendlich auch Frucht bringen kann. Zunächst geht der Sämann übers Land und verteilt großzügig das Saatgut, dann arbeitet er die Saatkörner in den Boden ein und darf hinterher eine große Ernte erwarten, wenn die Aussaat, die auf gutes Land gefallen ist, aufgeht12. –
Jesus erklärt das Gleichnis seinen Jüngern in den Versen 18 bis 23: Er selbst und später seine Jünger streuen durch ihr Predigen das Evangelium, die Gute Nachricht vom Reich Gottes, in die Ohren und Herzen der Zuhörenden, wo sie vom Satan ausgerissen, durch Verfolgung verdorrt oder durch Sorgen erstickt werden. Je nach den unterschiedlichen Menschentypen werden die Worte der Verkündigung unterschiedlich aufgenommen, bei manchen durch Lebensfreude oder Gleichgültigkeit, durch Angst und Sorge verdrängt, und bei anderen aber auf den sprichwörtlich guten Boden fallen. Jesus weiß, dass viele Samen ohne Frucht bleiben, andere zu reicher Ernte führen werden13.
Noch heute gilt für alle Verkündigung: Sie ist und sie gilt für alle. Auch wenn die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Tausende hören zu – damals wie heute – und verstehen nichts. Darum die Mahnung, richtig hinzuhören. Jesus weiß wie andere auch um die Misserfolge jeder Aussaat, er weiß um die vielen Gefahren für die Samenkörner und manches zarte Pflänzchen, die Gegenargumente und die drohende Verfolgung. Aber er weiß auch um die Kraft des Wortes; seines Wortes, das fruchtbar sein kann, wenn man das Wort wirken lässt und es reiche Frucht bringt. - Jesus spricht von Frucht, nicht von Erfolg14.
Mk.4,3-8
3 . 4 . 5 . 6 7 8 .
Jesus sitzt in einem Boot wenige Meter vom Ufer entfernt und spricht zu seinen Zuhörern. Er beschreibt, wie ein Bauer seine Saat ausbringt. Die Aussaat fällt auf den Weg oder auf die Felsen, unter die Dornen und auf guten Boden. Die Körner werden von Vögeln gefressen, von der Sonne verbrannt, unter Dornen erstickt. Nur der gute Boden bringt eine reiche Ernte hervor.
Scheinbar handelt es sich um einen ungeschickten Sämann, der so viele Samen vergeudet, weil diese auf unfruchtbaren Boden fallen. Felsiger Boden heißt hier, dass nur eine dünne Erdschicht, wo Pflanzen wenig Halt...




