Weber | Honor Harrington: Der letzte Befehl | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 26, 480 Seiten

Reihe: Honor Harrington

Weber Honor Harrington: Der letzte Befehl

Bd. 26. Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8387-1115-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Bd. 26. Roman

E-Book, Deutsch, Band 26, 480 Seiten

Reihe: Honor Harrington

ISBN: 978-3-8387-1115-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seit Honor denken kann, sind das Sternenkönigreich Manticore und die Republik Haven verfeindet. Und jetzt geht auch noch ein unaufhaltsamer Moloch, die Solare Liga, auf Kollisionskurs mit Manticore. Die Millionen, die bereits ihr Leben ließen, sind vielleicht nur ein bitterer Vorgeschmack auf die künftigen Opfer. Diesmal sind Honors schlimmste Alpträume nichts im Vergleich zum drohenden Krieg. Sie wird alles riskieren, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Denn eines haben Manticores Feinde womöglich nicht bedacht: Wenn Honor Harrington untergehen soll, reißt sie ihre Gegner mit in die Tiefe ...

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Kapitel 2


»Na«, sagte Elizabeth Winton trocken, »dann lautet die Frage, die sich jetzt stellt, ja wohl: ›Was zur Hölle machen wir jetzt?‹«

»Das stimmt, Eure Majestät«, erwiderte William Alexander. »Andererseits wurden sämtliche denkbaren Entscheidungsbäume gerade brutal gekappt. Wenn man erst einmal auf dem Rücken des Hexapumas sitzt, dann bleiben einem nur noch zwei Möglichkeiten: sich festhalten oder gefressen werden!«

»Nicht unbedingt, Willie«, widersprach sein Bruder. Baron Grantville blickte ihn an, die Augenbrauen gewölbt, und Hamish Alexander-Harrington stieß ein bellendes Lachen aus. Es war ein kalter Laut, ohne jeglichen Humor, und die blauen Augen des Admirals waren noch kälter.

»Meinst du wirklich, es gibt noch eine andere Option, Hamish?«, erkundigte sich der Premierminister skeptisch.

»Aber natürlich« Wenn man an seinen Pulser kommt, dann kann man diesem sechsbeinigen Mistvieh auch einfach einen Bolzen durch das Hirn jagen«, versetzte der Earl von White Haven barsch.

Grantvilles Miene verfinsterte sich, als er den Zorn, die Rachsucht und zugleich auch das Selbstbewusstsein in der Stimme seines Bruders bemerkte. Das aufbrausende Temperament der Alexanders war in der gesamten Royal Manticoran Navy berüchtigt, und Grantville hatte damit noch mehr Erfahrung sammeln dürfen als die meisten von White Havens Offizierskollegen. Außerdem neigte er selbst zu exakt dem gleichen Verhalten. Und er kannte seinen Bruder gut genug, um sofort zu verstehen, wie jemand, der die Männer und Frauen der Royal Navy bereits in zahllosen Schlachten befehligt hatte, über einen Gegner denken musste, der bereit war, mit einer ganzen Flotte Superdreadnoughts kaltblütig gegen eine Hand voll Schlachtkreuzer und Schwerer Kreuzer vorzugehen. Dass es letztendlich nicht ganz so gelaufen war, wie sich Admiral Sandra Crandall das vorgestellt hatte, war nicht gerade dazu angetan, White Havens Zorn zu lindern. Und das sollte es auch nicht.

Schließlich geht es hier darum, was sie eigentlich beabsichtigt hatte, nicht wahr?, sinnierte Grantville. Andererseits …

»Weißt du, Ham, nachdem uns Mikes erste Berichte über New Tuscany erreicht haben, habe ich selbst ein bisschen historische Recherche betrieben«, sagte er. »Du hattest ganz recht, als du mich auf Lincoln hingewiesen hast. Aber es gibt da noch ein paar andere interessante Kleinigkeiten in der Geschichte von Alterde. Du bist doch gewiss mit dem Begriff ›Victory Disease‹ vertraut, oder?«

»Ja, das bin ich tatsächlich.« Kurz blitzten White Havens Zähne auf, eine Mimik, die beinahe schon einem Lächeln gleichkam. Samantha legte die Ohren an; White Havens Baumkatze lag angespannt und unverkennbar zornig auf der Rückenlehne seines Sessels. »Natürlich kann man arg selbstgefällig und selbstsicher werden, wenn man einfach gewohnt ist, immer und überall zu siegen. Andererseits hätten eigentlich wir diejenigen sein sollen, die einen Pearl-Harbor-artigen Angriff über sich ergehen lassen mussten. Wir waren es nicht, die töricht genug waren, einen solchen Angriff durchzuführen. Und ich will auch gar nicht vorschlagen, das Ausmaß der Bedrohung kleinzureden. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass es keinen Sinn hätte so zu tun, als wäre das alles nie passiert oder als würde die Liga die völlige Zerstörung von dreiundzwanzig ihrer Superdreadnoughts und das Aufbringen von achtundvierzig weiteren einfach so hinnehmen – ganz zu schweigen von all den anderen Geleitschiffen, die Crandall ins Spindle-System mitgebracht hat. Die werden jetzt ihr Bestes tun, das ganze Sternenimperium in Schutt und Asche zu legen. Meines Erachtens hat Mike genau das getan, was unter den gegebenen Umständen auch erforderlich war. Schließlich hatte sie es mit einer Streitmacht zu tun, deren Oberkommandierende zu dämlich war, um Wasser aus einem Stiefel auszuschütten, selbst wenn ihr dafür eine ausführliche Dienstanweisung vorlag. Aber dass sich Mike für das richtige Vorgehen entschieden hat, bedeutet noch lange nicht, dass das auch gut war. Aber alternative Optionen standen ihr leider nicht offen!«

Er hielt inne und forderte auf diese Weise seine Zuhörer wortlos auf, ihm zu widersprechen. Königin Elisabeth schwieg, und so gerne Grantville der Argumentation des Admirals etwas entgegengesetzt hätte: Er konnte es nicht. Sir Anthony Langtry schien hin und her gerissen zwischen seiner Pflicht als Diplomat, eine Möglichkeit zu finden, weitere Kampfhandlungen zu vermeiden, und der blutrünstigen Rachsucht eines ehemaligen Marines. Sir Thomas Caparelli und Admiral Patricia Givens hingegen waren ganz offenkundig völlig einverstanden mit White Havens Argumentation.

»Also gut«, fuhr der Earl fort, als niemand das Wort ergriff. »Da die Sollys zu dem Schluss kommen werden, das Sternenimperium sei ein Nagel und sie müssten nun nach dem größten gottverdammten Hammer suchen, den sie nur haben – genau wie Ihre Majestät es schon ausgedrückt hat, bevor diese Crandall überhaupt im System aufgetaucht ist –, hat es überhaupt keinen Sinn, jetzt vor diesem Vollidioten Kolokoltsov und seinen widerlichen, ebenso arroganten Kumpeln einen Kotau zu machen. Die haben auf diesen Green-Pines-Mist ja geradezu panisch reagiert. Sie verlangen eine ›unvoreingenommene interstellare Untersuchung‹ der ›offensichtlichen Verwicklung des Sternenimperiums in terroristische Aktivitäten‹ – und die soll dann auch noch ausgerechnet vom Amt für Grenzsicherheit durchgeführt werden! Das zeigt doch ziemlich deutlich, in welche Richtung deren Gedanken gehen! Und das war auch schon so, bevor Mike dieser Crandall in den Arsch getreten hat! Deswegen denke ich, das Beste, was wir tun können, wäre ihnen geradeheraus zu sagen, dieser ganze Schlamassel sei nur die Folge davon, dass deren Leute Schei … öhm, Mist gebaut haben, und zwar so richtig! Und dass wir nicht mehr bereit sind, das einfach so hinzunehmen. Wir sollten denen die taktischen Aufzeichnungen aus dem Spindle-System schicken und sie fragen, wie viele ihrer Superdreadnoughts unsere Kreuzer noch zerstören sollen. Irgendwann werden auch wir unsere Schlachtkreuzer hinzuziehen – von unseren Wallschiffen ganz zu schweigen –, und dann geht’s erst richtig los. Und während wir das tun, bereiten wir hier vor Ort schon einmal Fall Laokoon vor.«

Bei diesem letzten Satz spannten sich die Mienen seiner Zuhörer sichtlich an. ›Fall Laokoon‹ war die Bezeichnung des Plans der Royal Manticoran Navy, dem solarischen Schiffsverkehr den Zugang zu jedem einzelnen durch Manticore gesicherten Wurmloch-Nexus zu verwehren. Genauer gesagt war das die erste Phase von Laokoon. Zur zweiten Phase gehörten dann auch aktive Angriffe auf solarische Handelsschiffe und die Ausweitung der manticoranischen Herrschaft über jeden anderen Nexus, der für sie überhaupt nur erreichbar war – ganz egal, in wessen Zuständigkeitsbereich besagter Nexus formal fiel.

»Ich weiß, worüber wir hier reden«, fuhr White Haven grimmig fort. »Und mir ist auch klar, dass die Sollys schreien werden wie am Spieß, wir würden uns ›in den freien Handel einmischen‹, selbst wenn wir mit Laokoon Zwo noch gar nicht angefangen haben. Aber wenn sie erst einmal erkennen, wie sehr wir ihnen auf diese Weise wirtschaftlich schaden können, dann ist das vielleicht sogar für die Sollys abschreckend genug – vor allem, wenn man dann noch betrachtet, was im Spindle-System passiert ist. Auf jeden Fall ist Laokoon das Wirksamste, was uns offen steht, von einer Generaloffensive einmal abgesehen. Deswegen denke ich, wir sollten ausprobieren, ob das nicht vielleicht schon reicht. Viel zu verlieren haben wir ja nun wirklich nicht. Schlimmstenfalls wird die Liga einfach mit dem weitermachen, was sie ohnehin schon geplant hatten. Dann werden wir ja herausfinden, ob Honor recht hat mit ihrer Abschätzung, die gesamte Navy der Sollys sei geradezu erschreckend angreifbar. Im Idealfall – auch wenn ich mich wirklich nicht darauf verlassen würde, dass dieser Idealfall tatsächlich eintritt! – entwickelt irgendjemand in Chicago spontan einen IQ, der über Zimmertemperatur liegt, und kommt dann zu dem Schluss, es sei vielleicht doch keine so gute Idee, ein paar Millionen ihrer Militärangehörigen einfach zu verheizen.«

Er zuckte mit den Schultern.

»Ich behaupte ja nicht, das sei eine gute Idee. Ich will nur sagen, dass uns, genauso wie Mike, einfach keine guten Alternativen offenstehen. Deswegen ist es meines Erachtens an der Zeit, endlich damit aufzuhören, das Unvermeidbare doch noch irgendwie abwenden zu wollen, und uns so aufzustellen, dass wir in der Lage sind, so effektiv wie nur möglich gegen die Liga zu kämpfen, wenn – sobald – es dazu kommt.«

Drückendes Schweigen legte sich über den Konferenzsaal in Mount Royal Palace. Mit steinerner Miene lehnte sich White Haven in seinem Sessel zurück.

»Ich spreche das wirklich nicht gerne aus«, ergriff schließlich Langtry das Wort, »aber ich denke, dass Hamish wirklich nicht unrecht hat. Niemand hat jemals zuvor ein solarisches Wallschiff aufgebracht, geschweige denn, gleich dreiundzwanzig von den Dingern aus dem All gefegt! Und wenn ich mich recht erinnere, hat noch nie jemand einen Superdreadnought ausgeschaltet und dabei nichts Größeres als Schwere Kreuzer zum Einsatz gebracht. So viel zum Thema ›Salz in die Wunden reiben‹.«

Er schüttelte den Kopf und dachte darüber nach, wie wohl die Arroganz der Solarier mit dieser Beleidigung zurechtkam, beiläufig – und gänzlich – von jemandem derart verprügelt zu werden, der dafür noch nicht...



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