Weber Honor Harrington: Honors Krieg
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8387-0968-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Bd. 14. Roman
E-Book, Deutsch, Band 14, 688 Seiten
Reihe: Honor Harrington
ISBN: 978-3-8387-0968-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Niemand will einen Krieg. Weder Thomas Theisman, noch der Baron von High Ridge oder seine Kaiserliche Majestät Gustav von Anderman. Auch Protector Benjamin hat kein Interesse am Krieg. Die Mitgliedschaft in der Manticoranischen Allianz hat sein Volk einen zu hohen finanziellen und menschlichen Preis gekostet, als dass er nun riskieren will, den Frieden aufs Spiel zu setzen. Und Honor Harrington, die ganz genau weiß, was Krieg bedeutet, wünscht ganz sicher keinen neuen. Doch sie alle sind machtlos gegen das Netz aus Korruption, internem Machtgerangel und politischen Intrigen, die letztlich zum Unausweichlichen führen ...
Abschluss des zweiteiligen Romans.
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" (S. 149-150)
»Wie schön, Sie zu sehen, Arnold«, log Eloise Pritchart, als ein Angehöriger der Präsidentenschutzabteilung Außenminister Giancola in ihr Büro führte. »Vielen Dank, Madame Präsidentin. Wie immer freut es mich, Sie zu sehen«, antwortete Giancola wegen des Leibwächters ebenso glatt. Nicht dass jemand, den Kevin Usher persönlich als Leibwache der Präsidentin aussuchte, sich von einem oberflächlichen Austausch von Liebenswürdigkeiten hätte täuschen lassen. Dennoch gab es einen Anschein zu wahren. Der Außenminister nahm im gleichen Sessel Platz, den Thomas Theisman bei seinen Besuchen im Büro der Präsidentin bevorzugte, und der PSA-Mann zog sich zurück. »Kann ich Ihnen eine Erfrischung anbieten?«, fragte Pritchart. »Nein danke.«
Giancola verzog das Gesicht. »Gleich im Anschluss esse ich bei dem erewhonischen Botschafter zu Abend. Ich fürchte, dass ich mir dieses ekelhafte Pökelfischgericht, auf das sie so stolz sind, reinstopfen und so tun muss, als würde es mir schmecken. Ich hätte deshalb lieber nichts im Magen, was mir überraschend hochkommen könnte.« Pritchart lachte auf, und zu ihrem Erstaunen empfand sie echte Erheiterung. Zu schade, dass sie Giancola nicht so weit über den Weg trauen durfte, wie sie spucken konnte. Sowenig sie den Mann leiden konnte und sosehr sie ihn beargwöhnte, auch sie war für seinen Charme und seine magnetische Persönlichkeit empfänglich, die er auszustrahlen wusste, wann immer es seinen Zwecken diente. »Wenn das so ist, kommen wir zum Geschäftlichen«, sagte sie nach einem Augenblick, und in ihrer Stimme lag kein weiterer Hang zur Heiterkeit.
»Ja, das sollten wir wohl«, stimmte Giancola zu und sah sie schief an. »Darf ich davon ausgehen, dass Sie meinen Bericht bereits gelesen haben?« »Allerdings.« Pritchart runzelte die Stirn. »Und ich kann nicht sagen, dass er mir besonders gefallen hat.« »Mir gefallen meine Schlussfolgerungen selber nicht«, entgegnete er ihr, doch das war nur die halbe Wahrheit. »Dem Ton von Descroix Note nach zu urteilen verhärtet sich die manticoranische Position eher noch.«
Pritchart blickte ihn forschend an. »Ist das auch Ihre Schlussfolgerung?« »Ja«, antwortete er. »Natürlich«, fügte er mit einer Stimme hinzu, die einen Hauch von Befriedigung barg, »könnte ich in dieser Hinsicht ein wenig voreingenommen sein - bedenken Sie nur meine früheren Einschätzungen darüber, welche außenpolitischen Prioritäten die Mantys setzen.« »Es schadet nie, sich bewusst zu sein, dass Erwartungen uns manchmal in die Irre führen«, stellte Pritchart freundlich fest. Ihre Blicke trafen sich einen Moment lang. Die Herausforderung schwebte zwischen ihnen in der Luft, und das Büro schien vor Spannung zu summen. Doch dieser Moment währte nur kurz. Keiner von beiden machte sich Illusionen über ihre Beziehungen, und noch war niemand von ihnen bereit, dem anderen offen den Krieg zu erklären."




