Weber | Ich und Welt - Mensch und Gott | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

Weber Ich und Welt - Mensch und Gott

Meditative Betrachtungen zur Lage der Zeit
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-8596-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Meditative Betrachtungen zur Lage der Zeit

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

ISBN: 978-3-7519-8596-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vom persönlichen Leben des Menschen im Erdensein bis zu seinem geistigen Ursprung in einer großen kosmischen Verbundenheit ist es ein sehr weiter Weg. Da gibt es viele Stufen zu erklimmen, die zumeist zahlreiche neue Erkenntnisse und Einsichten benötigen. In unserer heutigen Schwellen- und Prüfungszeit werden daher viele neue und grundlegende Sichtweisenen sehr dringend benötigt, da ein "Immer-weiter-so" in den Abgrund führen müsste. Das kann heute schon sehr deutlich wahrgenommen werden. In der hier vorliegenden Schrift sind nun zahlreiche Verständnishilfen und Wachstumsmöglichkeiten mitgeteilt, die dem spirituell Suchen-den nachvollziehbare und lebenspraktische Wegweisungen anbieten wollen.

Franz Weber ist Kosmosoph, Therapeut und freischaffender Künstler. Im Perceval-Institut wird Forschung und Beratund zu den folgenden Themen getätigt: Spiritueller Schulungsweg und Gral, Partnerschaft und Gesundheit, Religion und Kunst, Gesellschaft, Politik und soziale Frage ...
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Zu einer Kultur des Ich


Oftmals wird in spirituellen Strömungen das Ich im Menschen als ein Störfaktor auf dem Wege zum Geist beschrieben, so dass vor allem in einigen östlichen Geistesschulen versucht wird, das Ich zu negieren. Europäische Geistesströmungen bauen dagegen gerade auf ein freies und mündiges Ich, das sich allmählich immer besser selbst bestimmen lernt. Natürlich kann sich das Ich auch in einem grenzenlosen Egoismus ausleben, wodurch mit der Zeit aber das Gemeinwohl darunter leiden wird.

Wer bin ich?

Nachdem seit einigen Jahrhunderten in der Medizin der physische Leib erforscht wurde, seit etlichen Jahrzehnten in der Psychologie die menschliche Seele, so beginnen in unseren Tagen erste zarte Versuche, vor allem durch die Gehirnforschung, das Bewusstsein und speziell das Ich-Bewusstsein des Menschen zu ergründen.

Die Frage, wer ich bin in meinem Ich, ist ja entscheidend für unser Menschenbild – entweder als „intelligente Maschine“ ohne eigenständiges Ich, in der Weltanschauung des Darwinismus als biologisch determiniertes Wesen oder in einer Weltanschauung, die den Menschen als ein Natur-, ein Sozial- und ein Geistwesen erkennt und begreift. Es gibt eben nicht nur den Kampf ums Dasein, sondern auch die Symbiose, das Mit- und Füreinander, ohne das funktionierende Ökosysteme nicht möglich wären. Somit unterliegt der Mensch auch nicht nur dem Prinzip eines Sozial-Darwinismus, so wie dieser heute hauptsächlich noch im Wirtschaftsleben zum Tragen kommt, denn der Mensch kann fähig werden zur Selbstlosigkeit und damit zu einem „brüderlichen“ und solidarischen Umgang mit seiner Mitwelt.

Ich versuche nun im Folgenden eine Darstellung, die das Ich des Menschen als eine Entwicklungsmöglichkeit, als einen Stufenweg beschreibt, nämlich von einem leiblich organisierten Ich über seelische Ausdrucksweisen bis hin zu einem höheren Geisteswesen, das im Welten-Ich seinen Ursprung findet. Dazwischen gibt es Ebenen, Stufen und Ziele, die der Mensch in freier Entscheidung beschreiten kann.

  • Auf der leiblichen Ebene spricht man in der anthroposophischen Terminologie von der Ich-Organisation, die ihren Ausdruck im Blut, im Herz-Kreislauf-System und in der Aufrichtung der Wirbelsäule wiederfindet. Darin wirken Mars- und Sonnenkräfte ein; Mars im Bluteisen, die Sonne in der Aufrichte und im Herz-Kreislaufgeschehen.
  • Auf der ätherischen Ebene zeigt sich die sogenannte Persona, astrologisch ausgedrückt im Aszendenten. Die Persona weist hin auf die Rolle, die wir im Leben spielen und zwar durch Einflüsse aus Vererbung, Erziehung, Umwelt und Kultur, die uns so prägten, wie wir nun einmal geworden sind. Man kann hier noch nicht von einem eigentlichen Ich sprechen, denn der Einzelne fühlt sich hier eher noch als Glied einer Familie, eines Stammes, einer Heimat, eines Volkes und so weiter. Ich traf selbst in meiner Jugend noch Menschen, die nicht richtig „Du“ und „Ich“ sagen konnten. An deren Stelle trat ein „Wir“ oder „Ihr“. So wie ein Kind bis circa drei Jahre noch nicht „Ich“ zu sich sagt, sondern sich mit dem gegebenen Namen anspricht und erst danach mit einem Ich-Einschlag beziehungsweise einem ersten Ich-Erleben und dem daran anschließenden Aufkommen der Trotzphase beginnt, ein seelisches Eigenleben zu entwickeln. Hier zeigt sich also das SeelenIch, das „Ich will“ oder das Ego, wie ich es nenne.
  • Auf der Seelen- oder Astralebene finden wir dann dieses „gefallene“ Ich, also das dem heutigen Menschen wohlbekannte „Ego“, mit dem er sich gerne identifiziert. Astrologisch ist dies ausgedrückt und hervorgerufen im Planeten Mars. Dieses „Ich will“ wird von verschiedenen Seiten beeinflusst und tangiert; meist hat es sich in heutiger Zeit so stark mit äußeren Dingen und inneren Wünschen verbunden, dass es jeglichen geistigen Einschlag negiert. Dieses Ego, dieses gefallene Ich muss sich auf einem spirituellen Schulungsweg allmählich läutern und wandeln.

Das Ego bildet das Zentrum, den Mittelpunkt der Seele und findet sich daher eben auch als Angriffsfläche für bestimmte Kräfte und Wesen, so wie ich diese Problematik im Folgenden schematisch aufzeige. Von Außen, das heißt, aus dem Leiblich-Seelischen wirken dann:

der ahrimanische Doppelgänger
beziehungsweise der geographische Doppelgänger (von unten)

Luziferische Doppelgänger verführen das Ich zum Selbstgenuss, zum egozentrischen Eigenwillen und zum Narzissmus. Sie bewirken damit eine Art Abschnürung, das heißt, sie lenken von der Erdenaufgabe ab. Im Spirituellen wird oftmals nur die persönliche Erlösung gesucht, manchmal sogar mittels Rausch und Ekstase. Das menschliche Ich soll dabei ausgelöscht werden, der Wunsch nach Freiheit von allen Bindungen, so wie dies in manchen Sekten oder mit Drogen erreicht werden soll, beflügelt zwar die Phantasie, doch letztlich bleibt alles im Subjektiven, in der Eigenheit verhaftet, was sogar zu zahlreichen Neurosen hinführen kann. Diese luziferischen Doppelgänger können wir in uns selbst erkennen und damit ihre Verführungskräfte bannen, denn sie wirken ja im eigenen Astralleib.

Ahrimanische Doppelgänger haften sich eher an den Ätherleib an und zwingen zu abstrakten, mechanischen und autoritären Strukturen und Systemen, zum Funktionieren müssen, zur Pflicht, zu Nüchternheit und zu Sachlichkeit. Sie bringen die Erdenschwere und eine Bodenständigkeit. Ja, Erdkräfte fordern uns eben auch heraus und dies bis in die Leiblichkeit hinein.

Der geographische Doppelgänger ist jedoch von Erdgegend zu Erdgegend verschieden. Im asiatischen Raum wirken stärker die luziferischen Doppelgänger, im amerikanischen Raum viel stärker die ahrimanischen. In Europa soll sich eher ein Ausgleich und eine Mitte bilden, in der sich das Ich nämlich am besten ausbilden und entwickeln kann.

Ein Aufgehen im irdischen Sinnesleben, die mechanische und intellektuelle Auffassung der Welt, ohne Gefühl und ohne Moralität, wie auch die Spiegelung und die Vereinnahmung des Ätherischen, des Lebendigen in der Elektrizität und im Magnetismus fördern diese ahrimanischen Kräfte.

Seit dem Mumienkult im alten Ägypten begann eine immer stärker werdende Anhaftung der Seelen an die tote Materie. Jedoch, wir brauchen diese Doppelgängerkräfte, um den Ort und die Menschen aus karmischen Begegnungen finden, wie auch den Umgang mit Besitz und Geld gestalten zu können. Sie sind notwendig zur Entwicklung der Bewusstseinsseele, dürfen jedoch nicht einseitig Überhand nehmen, da sonst zahlreiche chronische Krankheiten auftreten werden. Eine warme Gefühlswelt und ein moralisches Verantwortungsbewusstsein schützen am besten vor diesen kalten, einengenden und sklerotisierenden Kräften.

Auf dem spirituellen Schulungsweg muss man lernen, diesen ahrimanischen Doppelgänger aus sich heraus zu setzen, sich ihm gegenüber zu stellen; da genügt eine reine Erkenntnis nicht mehr, denn wir sind im Erdgeschehen immer mit ahrimanischen Wesenheiten verbunden, und zwar solange wir in einem Leibe sind. Kurz vor dem Tod löst sich der ahrimanische Doppelgänger vom Leibe ab, so dass die Seele frei werden kann vom irdischen Sein.

Während des irdischen Lebens lässt eine Kultur des Herzens die Anhaftung an das Mechanisch-Tote verringern. Wir können diesen Doppelgänger quasi unter die Füße, aus uns herausstellen, damit er uns trägt, aber nicht mehr bestimmt. Die sogenannten Neben-Übungen von Rudolf Steiner und eine spirituelle, meditative Seelenhaltung lassen das Ich mit der Zeit freiwerden von irdischen Anhaftungen und Bedrängungen.

Der karmische Doppelgänger zeigt sich, im Gegensatz zum luziferischen und ahrimanischen Doppelgänger, die für das Ich quasi von oben oder unten einwirken, auf der horizontalen Ebene und zwar ist er das Resultat aus vergangenen Prägungen.

Den karmischen Doppelgänger findet man in den Dispositionen des physischen Leibes, im Temperament, im Charakter, sowie im Geschlecht. Er wurde in früheren Leben gebildet und erfuhr seine frühkindliche Prägung in Erziehung und Kultur.

Alles, was nicht vom Ich integriert und diesem unterstellt ist, kann ein Schattendasein führen. Unverarbeitete Reste aus früheren Leben hängen als Gespenster am Ätherleib oder als Dämonen am Astralleib. Bei Frau und Mann, also im Geschlechtsleben, sind dies die unbewussten Anima- und Animusanteile. Mit diesem luziferisch-karmischen Doppelgänger sind wir auch an das kollektive Karma angebunden, das wiederum aus kulturellen und historischen Begebenheiten innerhalb einer Menschengemeinschaft entstanden ist.

Insgesamt gesehen, prägt dieser Doppelgänger, der eben aus luziferischen und aus ahrimanischen Einflüssen hervorgehen kann, unsere Persönlichkeit, unsere Persona und verbraucht beziehungsweise raubt uns sehr viel Energie und Vitalität, wenn er nicht aufgearbeitet und verwandelt wird.

Der elementarische Doppelgänger ist mehr der ahrimanische Anteil des luziferisch-ahrimanischen Doppelgängers auf der horizontalen Zeitachse und...



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