E-Book, Deutsch, Band 2, 377 Seiten
Reihe: »Catch Me«-Reihe
Weiler Catch My Breath (»Catch Me«-Reihe 2)
21001. Auflage 2021
ISBN: 978-3-646-60808-3
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sports Romance über verbotene Gefühle der Kapitänin der Eishockeymannschaft kurz vor der Meisterschaft
E-Book, Deutsch, Band 2, 377 Seiten
Reihe: »Catch Me«-Reihe
ISBN: 978-3-646-60808-3
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rebekka Weiler, 1986 geboren, schrieb bereits in jungen Jahren ihren ersten Roman. Er war ganze vier Seiten lang und ein Weihnachtsgeschenk für ihre Mama. Seither begleitet sie die Faszination für das geschriebene Wort und ihre Geschichten wurden länger und länger. Meistens widmet sie sich Liebesgeschichten, in denen sie ihre Protagonisten vor allerlei Herausforderungen stellt. Rebekka wohnt in Süddeutschland, reist gerne und liebt guten Kaffee.
Autoren/Hrsg.
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Prolog
Sarina
Der Abend schien perfekt. Obwohl es inzwischen dunkel war, hatte die Luft nach wie vor um die fünfundzwanzig Grad und ich liebte es, am Rand des Pools zu sitzen und meine Beine im kühlen Wasser baumeln zu lassen. In der Hand hielt ich ein mittlerweile warmes Bier, doch das war mir egal. Es gab nichts Besseres als laue Sommernächte und einen Feiertag, an dem ich mit all meinen Freunden feiern konnte. Die Party war großartig. Und sie würde noch besser werden, wenn der Kerl, den ich seit geraumer Zeit im Auge hatte, endlich auf mich reagieren würde. Groß, blond, blauäugig. Eigentlich nicht mein Typ, doch irgendetwas an seiner Ausstrahlung fesselte mich. Er erinnerte mich an jemanden, aber ich kam einfach nicht drauf an wen.
Gedankenverloren nippte ich an meinem Bier. Vom Haus dröhnte der Beat schlechter Musik herüber. Zum Glück störte das längst niemanden mehr. Weder die Nachbarn noch die vielen Studierenden, die Beau aus dem Footballteam eingeladen hatte. Bloomville glich am Vierten Juli einer einzigen riesigen Party – in Blau, Weiß und Rot. Natürlich gab es einen Dresscode und jeder trug Klamotten in den amerikanischen Flaggenfarben. Ich hatte mich für ein weißes Kleid entschieden, weil Rot und Blau zu meinen kupferfarbenen Haaren meistens furchtbar aussahen.
»Hey.« Gut gelaunt ließ sich meine beste Freundin neben mich fallen und steckte ihre Füße ebenfalls ins Wasser. »Hier bist du.«
Ich nickte und sah Toni dabei zu, wie sie von dem kleinen Muffin abbiss, den sie sich vom Buffet geschnappt hatte. Es gab Fingerfood, was bedeutete, dass ständig jemand von uns am Essen war. Suchend blickte ich mich nach dem Rest meines Teams um. Ich war die Kapitänin der Frauen-Eishockeymannschaft von Bloomville und wir waren heute alle hier. Weil im Sommer die wenigen Wochen im Jahr waren, in denen wir spielfrei hatten, und es unsere einzige Aufgabe war, uns um unsere Fitness zu kümmern. Und das würden wir auch nach dem Partywochenende des Vierten Juli wieder tun.
»Gott, ich liebe Sommernächte.« Seufzend legte Toni den Kopf in den Nacken und starrte in den Sternenhimmel. Gleichzeitig plantschte sie mit den Füßen im Wasser. Für einen Moment schwieg sie, dann richtete sie sich auf und sah mich ernst an. »Wir sollten das öfter machen«, sagte sie eindringlich.
»Was genau?« Ich trank einen weiteren Schluck Bier. »Auf Partys gehen?«
»Ja, das auch.« Sie grinste. »Aber eigentlich meine ich das hier. Das Draußensitzen. Am besten, bis die Sonne aufgeht und die Wolken leuchten und kein Mensch mehr unterwegs ist.«
»Bist du betrunken?« Ich tätschelte ihr leicht den Arm. Meistens war sie nicht so sentimental, sondern eher praktisch veranlagt.
»Nein.« Sie musterte mich ernst und schob sich demonstrativ den Rest ihres Muffins in den Mund. »Ich sorge dafür, dass der Alkohol direkt aufgesaugt wird«, mampfte sie.
»Aha.« Ich lachte leise und drehte den Becher in meiner Hand hin und her. »Aber du hast recht«, fügte ich schließlich hinzu. »Es ist wirklich schön.« Langsam bewegte ich meine Beine im Wasser und erneut fiel mein Blick auf den blonden Kerl. Er stand mir gegenüber auf der anderen Seite des Pools und war mit Caleb und Jonah aus dem Männer-Eishockeyteam ins Gespräch vertieft. Auch sie hielten rote Pappbecher in den Händen und waren in den passenden Farben gekleidet. Weiße T-Shirts und blaue Jeans. Immer wieder drang ihr Lachen zu mir herüber und ich kam einfach nicht drauf, woher ich ihn kannte. Ich studierte seit einem Jahr in Bloomville, doch ich war mir sicher ihm noch nicht am College begegnet zu sein. Was durchaus nicht ungewöhnlich war. Bloomville war zwar eine Kleinstadt, das College war jedoch riesig. Es gab zigtausend Studentinnen und Studenten. Natürlich konnte ich nicht alle kennen.
Aber er … Ich kniff die Augen zusammen. Da war dieses Gefühl in mir. Eine Erinnerung. Ich wusste, dass ich ihn schon einmal gesehen hatte.
»Wer von den drei Jungs ist es?« Tonis Stimme riss mich aus meinen Gedanken.
»Hm?«
»Auf wen stehst du? Miles, Caleb oder Jonah?«
»Auf gar keinen.« Ich schüttelte den Kopf und nippte wieder an meinem Getränk. Miles … Der Name sagte mir nichts.
»Lügnerin.« Toni stieß mich mit dem Ellbogen in die Seite. »Soll ich raten?«
»Nur zu.« Ich war mir sicher, dass sie auf Caleb oder Jonah tippen würde. Beide waren groß, trainiert und leidenschaftliche Eishockeyspieler. Eigentlich genau das, was ich mochte. Doch es waren nicht die beiden, die ich seit geraumer Zeit beobachtete.
Für einen Moment tat sie so, als müsste sie überlegen. Dann griff sie nach meinem Becher und trank den Rest meines Biers. Ich protestierte nur deshalb nicht, weil das Zeug mittlerweile echt furchtbar schmeckte.
»Mr Wallace«, verkündete sie, nachdem sie geschluckt hatte, und sah mich triumphierend an. »Hab ich recht?«
»Wer ist Mr Wallace?« Verständnislos betrachtete ich sie.
»Na, Miles«, grinste sie und nickte mit dem Kopf in die Richtung der drei. »Miles Wallace. Studiert Bio.«
Diese Information erklärte mir immerhin, warum sie ihn kannte. Toni war für Pre-Med eingeschrieben und hatte einige Kurse gemeinsam mit den Biologiestudenten. Doch es war etwas anderes, das mich die Stirn runzeln ließ.
»Miles Wallace sagst du?«
»Jup.« Sie nickte und stellte den Becher zwischen uns ab. »Er ist cool. Ich mag ihn.«
»Weißt du, wo er herkommt?«
»Keine Ahnung.« Sie zuckte mit den Schultern. »Nicht weit von hier, meine ich.«
»Zufällig auch Bangor?« Wie ich?
»Weiß nicht. Kann sein.« Im nächsten Moment hob sie die Hand und winkte den Jungs, die sich in unsere Richtung gedreht hatten. Als hätten sie gespürt, dass wir über sie sprachen. Und während ich ihm nun über den Pool hinweg ins Gesicht sah, wusste ich, dass sich mein Verdacht bestätigt hatte.
Miles Wallace.
Ich kannte ihn tatsächlich. Aber nicht, weil wir dasselbe College besuchten. Sondern weil wir als Kinder zusammen gespielt hatten. Zum letzten Mal war ich ihm vor acht oder neun Jahren begegnet, unsere Väter waren Anwaltskollegen gewesen. Bis ein Vorfall alles zerstört und mein Dad seinen Job verloren hatte.
Ich schluckte.
Das hieß dann wohl, dass ich mich von ihm fernhalten musste.
»Gehen wir rüber zu ihnen? Ich kann euch einander vorstellen.« Toni war bereits im Begriff aufzustehen, als ich ihr eine Hand auf den Unterarm legte.
»Lass mal.« Ich versuchte mich an einem Lächeln. Es funktionierte nur so halb. »Ich find’s schön hier.« Demonstrativ wackelte ich mit den Füßen im Wasser.
»Okay, dann …«, sie seufzte, »hol ich uns mal neue Getränke. Wieder Bier?«
Ich nickte. Mischen war keine gute Idee, das hatten wir alle auf die harte Tour gelernt. Toni verschwand, ich blieb sitzen. Und weil Miles, Caleb und Jonah mir immer noch genau gegenüberstanden, fiel mein Blick erneut auf sie. Oder vielmehr auf einen der drei.
Er war riesig geworden. Miles war zwar schon damals ein paar Zentimeter größer gewesen als ich, doch in den vergangenen Jahren … Ich tippte auf mindestens ein Meter neunzig. Und obwohl er nicht wie die anderen beiden Eishockey spielte, zeichneten sich trotzdem deutlich definierte Muskeln unter seinem Shirt ab. Ich konnte nicht leugnen, dass er heiß war. Sexy. Und absolut verboten.
Kopfschüttelnd zwang ich mich den Blick von ihm abzuwenden und stattdessen auf das Wasser zu starren. Der Pool war angenehm warm, vorhin waren sogar ein paar Partygäste hineingehüpft.
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich dort saß, bis Toni zurückkam. Und sie war nicht allein. Elle und Mia aus unserem Team befanden sich in ihrem Schlepptau.
»Rinaaaa«, trällerte Elle und allein die Art, wie sie meinen Namen rief, verriet mir, dass sie ziemlich gut dabei war.
»Hey.« Ich grinste zu ihnen hoch und schüttelte den Kopf, als Mia mir ihre Hand entgegenstreckte und mich hochziehen wollte. »Nein, ich bleib hier. Das Wasser ist …«
Ich kam nicht dazu, meinen Satz zu beenden. Elle ließ sich direkt neben mich fallen. »Tolle Aussicht«, bemerkte sie und blickte wie ich vor wenigen Minuten zu den drei jungen Männern auf der anderen Poolseite. »Caleb ist heiß.«
»Das sind sie alle«, erklang es zustimmend von meiner...




