Weiss | Von Frankfurt nach Südengland | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Weiss Von Frankfurt nach Südengland


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-9207-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

ISBN: 978-3-7519-9207-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In diesem Roadmovie "von Frankfurt nach Südengland" führen euch meine Abenteuer ins schöne old England, ins verwunschene Dartmoor, nach Indien, Sri Lanka, ins alte Ägypten und sogar nach bella Italia. Auch hier gibt es wahre Begebenheiten und real existierende Personen. Ich entführe euch in eine Welt der Abenteuer, der Phantasie und des, sagen wir einmal, etwas schrägen Humors. Naturalemente alles schön verpackt in einem außergewöhnlichem Roadmovie. Es begegnen euch skurrile Zeitgenossen, romantische Abenteuer, ein Vinschgauer Mafiakiller genauso wie einen Eisvogel,der in Nutella eingelegte Goldfische inhaliert.

Dieter Weiss ist ein frankfurter Objektkünstler der sich der zeitgenössischen Kunst widmet. Parallel schreibt er neben Roadmovies auch Science Fictionromane sowie auch Kinderbücher.
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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1


Es geht los.

Letzter Aufruf für Dieter Weiss gebucht auf Flug Lufthansa LH 540 nach London Heathrow.

Nachdem ich mich zu lange von meiner Frau Anne (die beste Aller) verabschiedet hatte und ihr noch nen tollen Schnusseler (Kuss) gegeben hatte, nahm ich nun die Beine in die Hand und stieg in meine Maschine. Ich sah noch wehmütig auf Frankfurt runter und dachte nicht im entferntesten was mir gleich in der Maschine passieren würde.

An und für sich fing der Tag gut an, da Lufthansa mir einen Platz in der 1. Klasse überlassen hatte, weil die Maschine überbucht war. Ich nahm gut gelaunt hinter einem sehr gut gekleideten älteren Herrn platz.

Nachdem wir in der Luft waren fiel mir ein, dass ich mein Sudokuheft samt Kugelschreiber im Handgepäck über mir vergessen hatte und stand auf um die Klappe zu öffnen. Dass Missgeschick nahm seinen Lauf. Ich öffnete ergo die Gepäckklappe über mir. Mit schier unglaublicher Geschwindigkeit fiel ein sauschwerer Gegenstand in einer Plastiktüte eingewickelt heraus, schier direkt auf das Toupet des Herrn vor mir. Dieser flirtete gerade mit einer gutaussehenden Dame im Gang direkt gegenüber und er versuchte Ihr zu imponieren… Nun was soll ich sagen, das Toupet war auf seine Nase gerutscht und er blutete auf der Kopfhaut. Irgendwie sah er elend aus. Er schrie mich an, was ich mir erlaube und dass ich unfähig sei aufzupassen und was weiß ich noch alles. Selbstverständlich entschuldigte ich mich sofort und sagte dass der schwere Gegenstand nicht von mir sei und man damit ja nicht ahnen konnte, dass das Ding da rausfiel und seinen Kopf traf. Das war ihm aber völlig egal und er prustete sich auf um der Dame neben ihm zu imponieren. Das Toupet hatte er mittlerweile diskret eingesteckt und sagte, er sei eine very Important Person und das würde für mich böse Folgen haben: Dass kommt davon wenn Bauern fliegen. Da kam er bei mir ja genau an den Richtigen. Ich sagte ihm, dass ich erst letzte Woche beim Papst auf dem Petersplatz war und dass er mich gesegnet hatte, und ich nun auch eine very Important Person sei, quasi mit dem lieben Gott irgendwie auf urbi und orbili und schaute dabei mitleidig auf seinen leicht blutenden Kopf. Dabei konnte ich mir die Bemerkung, Narben machen Männer interessanter, nicht verkneifen. Jetzt war aber was los.

Ein HB - Männchen iss schier nix dagegen. Na egal, nachdem die anderen Fluggäste die Sache geschlichtet hatten, saßen wir nun wieder ruhig hintereinander auf unseren Sitzen. Die Stewardess gab (wie sich während unseres kleinen Disputs herausgestellt hatte, hieß der Vip-Mann Tebarz von Selbst), dem leicht Blutenden ein Kinderpflaster mit lustigen Motiven drauf. Aber auch das konnte unseren Vip-Tebarz nicht aufmuntern. Nun versuchte die Dame neben dem VIP - Mann diesem zu imponieren, indem sie ihre super teuren ausgeschnickten Schuhe auf die Armlehne des Vordermannes stellte. Das sah schwer lässig aus und dem VIP - Mann schien es zu gefallen. Ich, mittlerweile schwer sensibilisiert, fand das aber eine mittelschwere Zumutung und machte nun das gleiche mit „meinem VIP-Mann“. Der, not amüst, fauchte mich an: Was ich mir erlauben würde, worauf ich entgegnete, dass er das gleiche bei seiner Begleitung ja doch sehr toll finden würde. Fast hätte er mich erwürgt und die Stewardess musste wieder schlichten. Die hatte nun aber zu allem Unglück gesehen, dass aus der Klappe über dem VIP-Mann noch ein Teil der Plastiktüte von dem sauschweren Gegenstand herausschaute, welche ich naturalemente wieder nach oben bugsiert hatte.

Die Stewardess öffnete die Klappe um die Plastiktüte zurückzuschieben und erneut fiel wieder der schwere Gegenstand heraus und wieder… wie kann´s denn anders sein, auf die Halbglatze unseres VIP-Mann´s. Es gab ne neue Narbe und ich war schon versucht meinen Spruch zu wiederholen, konnte es mir aber doch noch verkneifen. Natürlich war ich mal wieder der Schuldige und alles ging von vorne los. Glücklicherweise war danach auch schon der Flug zu Ende. Der Zufall wollte es, dass ich am Gepäckband direkt neben unserem VIP-Mann stand, als sein Koffer kam. Er hob ihn hoch, rutschte aus und der Riesenkoffer viel ihm auf seinen Fuß. Ich konnte nicht anders und musste lauthals lachen, ging aber von ihm weg um nicht mehr zu provozieren.

Nix wie weg zum Ausgang, wo Haeddy schon mit seinem Luxuswohnmobil mit auflackierterm Union-Jack auf mich wartete. Auch Ben Johnson war da, umarmte mich herzlich und pfiff laut vor Freude durch seine Zahnlücke. Irgendwie fühlte ich mich rundrum wohl und fast wie Zuhause.

Es war schon spät und wir übernachteten in einem schönen Hotel in der Nähe, wo wir anschließend noch den ein oder anderen an der Hotelbar scotchten, bevor wir saumüd ins Bett fielen.

Die Vögel zwitscherten um halb acht als ich aufwachte.

Ich hatte gut geschlafen und zog die Vorhänge auf, um den schönen Blick auf den Hotelpark zu genießen. Die Sonnenstrahlen durchfluteten mein Zimmer und ich war gut gelaunt wie lange nicht mehr. Ich strotzte nur so vor Tatendrang und freute mich auf einen super Tag, wollten wir doch heute nach Midsummer fahren und auf den Spuren von Inspector Barnaby wandeln. Für Leser die Inspector Barnaby nicht kennen sei gesagt, dass es sich hierbei um die erfolgreichste Krimiserie in England handelt. Aber es kam wieder einmal anders als gedacht…..

Beim Frühstücken trafen wir uns dann in dem schönen Wintergarten unseres Hotels, Haeddy, Ben-Johnson und ich. Wir waren in bester Stimmung. Haddy gab mir die Tageszeitung mit den Horoskopen und sagte: Well, du hast heute aber ein super Horoskop, du bist ein echter Glückspilz. Er las mir ausschweifend vor: Gesundheit absolut Top, beruflich strotze ich nur so vor Energie und in der Liebe lass ich´s so richtig krachen. Das Horoskop riet, ich solle den Tag so richtig auskosten. Erfolg auf der ganzen Linie halt, so was sollte so schnell nicht wieder kommen. Irgendwas mit dem 7. Mond zwischen Jupiter und Mars oder in der Richtung. Nun glaube ich ja eigentlich nicht so richtig an Horoskope und mit den englischen war ich noch nicht so bewandert, aber ich freute mich natürlich und dachte mir: Das wird ein Hammertag. Vielleicht begegne ich ja sogar Inspector Barneby oder kann bei einem Filmdreh mal mitspielen…

Gott weis was mir alles im Kopf rumspukte. Ich ging auf mein Zimmer um zu packen. Als ich fertig war ging ich nochmal auf den Balkon, um ein letztes Mal die super Aussicht zu genießen. Fatale Fehlentscheidung.

Noch während meines Falles über den Sims der Balkontür dachte ich an mein Horoskop. Beim Aufprall nicht mehr.

Eine Platzwunde über dem Auge, ne Beule am Kopf und ein Zahn war eingedrückt. Gepflastert und einbandagiert wie eine Mumie fuhr mich dann Ben-Johnson zum Zahnarzt. Dort stand mir eine bildhübsche Zahnarzthelferin, so etwas über die vierzig, gegenüber und lächelte mich an. Sie hatte strahlend blaue Augen und war mir auf anhieb sympathisch. Sofort dachte ich an mein Horoskop und flirtete mit meinem losen Zahn flott drauf los. Sie lächelte mich liebenswürdig an und sagte kess, ob ich denn schon mal auf mein Geburtsdatum auf meiner Krankenkassen-Chipkarte geschaut hätte……..

Na, das war´s dann ja wohl auch mit der Liebe in meinem Horoskop.

Muss ich denn auch rumflirten wo doch meine Anne (die beste Aller) auf mich wartete. Nun, nachdem Dr.

Stringer meinen Zahn einigermaßen in die Senkrechte gebracht hatte, verließ ich die Praxis um zu Ben-Johnson ins Auto zu steigen. Direkt vor der Haustüre aber war vor kurzem ein Yorkshire Terrier zugange gewesen und hatte sich seines „Dinners for Dog“ entledigt, worauf ich einen doppelten Rittberger (Ausrutscher) hinlegte……………..

5 Minuten später saß ich wieder auf dem Stuhl von Dr.

Stringer. Mit coolem Lächeln bekam ich von der blauäugigen Schönheit den Mund abgesaugt. Ein erneutes Goodbye von der Dentalcrew bis Tommorrow zur Nachgucken. Aller guter Dinge sind drei dachte ich so bei mir, da kann ja heute nix mehr passieren. Fix und fertig ließ ich mich auf den Autositz fallen und Ben-Johnson fuhr mich zurück zum Hotel. Ich bezog erneut mein Zimmer und legte mich zum Erholen auf meinen Relaxliege auf den Balkon. Dachte ich. Die Aussicht genießend blickte ich hoch zu den Wolken und sah aus dem Augenwinkel wie ein Eimer aus der Etage über mir genau auf mich zu flog. Mumifiziert und übelst angeschlagen konnte ich leider nicht ausweichen und was soll ich sagen, der Eimer erwischte mich mit seinem Eisenhenkel der in der Seite eingelassen war, genau auf meinem gerade gerichteten Zahn. Nun ging ich zum dritten male zu Dr. Stringer………….. Ärger, Ärger, Ärger.

Als mich die hübsche Blauäugige sah, musste sie so laut und herzlich lachen, dass die Leute aus dem Wartezimmer samt Dr.Stringer rauskamen, der ebenfalls nicht umhin kam mit einzustimmen. Alles lachte und es war eine richtig gute Stimmung in dem Laden, einfach toll. Die Leute vom Wartezimmer kringelten sich vor lachen und wussten nicht warum und die Angestellten von der dermatologischen Praxis von nebenan kamen auch noch vorbei. Alle hatten ihren Spaß nur ich nicht.

Dafür wollte sich aber die Blauäugige...



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