Wellen | Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 338 Seiten

Reihe: Rosebay Hope

Wellen Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland

Roman | Rosebay Hope 1 | Eine verträumte Kleinstadt am Meer und eine irische Landklinik voller Herz und Gefühl
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-787-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman | Rosebay Hope 1 | Eine verträumte Kleinstadt am Meer und eine irische Landklinik voller Herz und Gefühl

E-Book, Deutsch, Band 1, 338 Seiten

Reihe: Rosebay Hope

ISBN: 978-3-98952-787-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sanfte, grüne Hügel, bunte Fischerdörfchen und wildromantische Küsten - der perfekte Ort für frischen Wind im Leben! Kurz vor ihrem 30. Geburtstag will die Erfolgsautorin Gigi ihren einsamen Schreiballtag gegen ein Abenteuer eintauschen. Allerdings ist die irische See dann doch etwas zu stürmisch für ihr Kajak und prompt landet Gigi in einem kleinen Landkrankenhaus mitten im Nirgendwo. Doch Gigi entdeckt schnell, dass Rosebay Hope so einiges zu bieten hat: etwa den ebenso rätselhaften wie attraktiven Doktor Callan O'Cleary, der nicht gern über seine Vergangenheit spricht; oder den Krimiautorenclub der »Quill Pens«, die sich nicht nur gern als Hobbydetektive betätigen, sondern auch Gigi überaus herzlich aufnehmen. Schon bald muss Gigi sich fragen, ob sie ihr Londoner Leben eigentlich vermisst - und ob das große Glück nicht gerade auf Umwegen zu finden ist? Der erste Band der turbulenten Irlandreihe um eine kleine Landklinik, in der jeder Roman unabhängig gelesen werden kann. Zum Wohlfühlen und Träumen für alle Fans von Jenny Colgan und Ava Reed!

Jennifer Wellen lebt mit ihrer Familie im Ruhrgebiet und arbeitet als Dozentin im Pflegebereich. Wenn sie neben ihrer Tochter und ihren Tieren noch Zeit findet, schreibt sie mit Begeisterung witzige Romane für Frauen, die wissen, wie das Leben spielt. Die Autorin im Internet: jenniferwellen.com instagram.com/jenniferwellen_autorin/ Bei dotbooks veröffentlichte Jennifer Wellen ihre Liebesromane »Honigkuchentage«, »Sternschnuppenwünsche«, »Kiss me like a Star« und »How (not) to Kiss your Neighbor«. Ihr Roman »Drei Küsse für ein Cottage« erscheint bei dotbooks als eBook- und Printausgabe und als Hörbuch bei Saga Egmont. Ihre »Schottische Herzen«-Trilogie ist bei dotbooks im eBook erhältlich und bei Saga Egmont im Hörbuch: »Das Rosencottage am Meer« »Das Veilchencottage am Meer« »Das Magnoliencottage am Meer« Ihre »Hollywell Hearts«-Reihe erscheint bei dotbooks im eBook und bei Saga Egmont als Printausgaben und Hörbücher: »Hollywell Hearts - Die kleine Farm am Meer« »Hollywell Hearts - Die Glückspension am Meer« »Hollywell Hearts - Der Strickladen am Meer«
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Kapitel 1
Gwyneth – May the road rise to meet you


Es waren genau vier Zeichen, die jedes Mal mein Herz aufs Neue in Erregung versetzten. Nun gut, sagen wir sechs, denn vorn und hinten fügte ich immer noch einen Gedankenstrich dazu. Wohlwollend betrachtete ich schließlich das Wort, das direkt vor mir auf dem Bildschirm prangte: – Ende –

Ich schubste die Maus weg und ließ mich erleichtert aufatmend im Schreibtischsessel zurücksinken. Endlich war er fertig. Mein neuer Krimi. Und ich musste selbst zugeben, dass er mir dieses Mal wirklich mehr als gut gelungen war, auch wenn einer meiner Lieblingsprotagonisten leider ins Gras hatte beißen müssen. Aber hey, im nächsten Teil würde ich schon jemand neuen kreieren. Vielleicht dieses Mal einen hübschen, jungen Arzt, der meiner Ermittlerin auch in Liebesdingen gefährlich werden konnte? Plötzlich kam mir eine Idee, doch bevor ich sie aufschreiben konnte, wurde ich durch ein Klopfen an meiner Arbeitszimmertür abgelenkt.

»Na? Geschafft?« Payden steckte den Kopf hinein.

Aus einem inneren Impuls heraus riss ich die Arme hoch und rief ihr »Yes« zu.

Sie trat ein. »Wurde ja auch langsam Zeit, meine Liebe. Dieses Mal hast du dich aber ganz schön gequält, was?«

Ich sah zurück auf die sechs Zeichen am Ende der letzten Seite und nickte zustimmend. »So schlimm war es tatsächlich noch nie. Keine Ahnung wieso.« Immer schon war der Druck aufgrund der Deadline für mich eine Belastung. Vor allem, wenn die Nachfragemails der Lektorin aus dem Verlag zum Ende hin immer häufiger wurden. Bislang hatte ich dies jedoch meist souverän ausblenden können. Nur dieses Mal nicht. Es war, als hätte mein Gehirn bei jeder Mail seine Leistung ein wenig weiter heruntergefahren.

»Jetzt ist das Manuskript jedenfalls fertig und ich kann es endlich rausschicken.« Die Erleichterung schwappte über mich hinweg wie eine Welle am Strand.

Meine Freundin verschränkte die Arme und lehnte sich an meinen Schreibtisch. »Vielleicht brauchst du mal eine Auszeit. Dieses Jahr ist es immerhin schon der vierte Roman, den du raushaust.« Ich sah zurück auf den Monitor, wo der Cursor aufgeregt blinkte, so als wolle er das Ende nicht akzeptieren.

»Vielleicht hast du recht. Vier Bände in einem Jahr ist wirklich viel.« Seufzend beugte ich mich vor, griff zur Maus und rief mein Mail-Programm auf, um meine Story an den Verlag zu schicken, der schon sehnsüchtig darauf wartete.

Ein paar Klicks und einen Gruß dazu, dann war der 17. Teil meiner Buchreihe Murder at first sight offiziell versendet. Als ich fertig war, stand ich auf und streckte mich.

»Dieses Mal nehme ich mir wirklich eine längere Schreibauszeit. Vielleicht mal einen ganzen Monat. Das kann ich mir als Bestsellerautorin doch durchaus gönnen, oder nicht?« Natürlich wusste ich um die Verpflichtung gegenüber meinen Leserinnen. Aber etwas Abstand war auch nötig. Vor allem, um weiterhin kreativ zu bleiben. Mein Gehirn hatte mir in den letzten Wochen deutlich gezeigt, wie dringend es nach einer Pause lechzte. Was, wenn ich endlich mal das Puzzle, das Payden mir zu Weihnachten geschenkt hatte, in Angriff nahm? Oder einfach nur spazieren ging? Shoppen? Abhängen und eine Serie streamen? All die Dinge, für die ich sonst nie Zeit fand, weil die eine Deadline die nächste jagte.

»Warum fährst du nicht ein paar Tage weg? Meerluft und Sand unter den Füßen sind bestimmt erholsamer als der abgasverpestete Londoner Stadtmief. Und wenn du zu Hause bleibst, arbeitest du ohnehin wieder mir nichts, dir nichts am Exposé für den nächsten Band.« Meerluft, Sand und ein wenig Wind um die Nase wehen lassen – das klang toll.

»Dir könnte frische Luft statt Krankenhausmuff auch guttun«, schlug ich vor. Doch Payden schüttelte sofort den Kopf.

»Sorry, aber bei uns ist gerade die Hölle los. Außerdem ist da noch Elliot …« Sie zögerte. »Gern, aber nächstes Mal.« Schade. Mit Payden wegzufahren, wäre sicher schön gewesen. Denn sie war weit aus mehr als nur meine Freundin und Mitbewohnerin. Sie war wie meine Schwester. Wir hatten uns vor Jahrzehnten im Kinderheim kennengelernt, die gleichen Erfahrungen gemacht, Hoffnungen, Träume und Tränen geteilt. Seitdem waren wir unzertrennlich, bis auf die kurzen Episoden in irgendwelchen Pflegefamilien. Wir zwei waren also wie Zwillinge, nur eben mehr emotional.

»Dieser Elliot …«, setzte ich vorsichtig an, »er ist doch nicht verheiratet, oder so?«

Sie zwinkerte mir zu. »Keine Sorge, das habe ich schon abgeklärt. Er ist definitiv solo.« Seit ein paar Tagen bandelte sie nun schon mit diesem Neurochirurgen auf der Arbeit an. Payden war gelernte OP-Schwester. Leider hatte sie aber auch ein Händchen für schlechte Typen, die etwas verbargen oder es einfach nicht ernst mit ihr meinten.

»Außerdem gehen wir nur essen und zu dieser Kunstausstellung von David Hockney, Bigger and Closer, von der ich dir erzählt habe.« Und von der sie mehr als einmal geschwärmt hatte. Paydens kreative Leidenschaft war nicht wie bei mir das Schreiben, sondern das Malen. Immer schon hatte sie ihren Frust über die schreckliche Zeit im Heim und den Drangsalen der Erzieher in Bildern ausgedrückt. Ich dagegen in Worten. Also kein Wunder, dass sie gerade nicht aus der Stadt rauswollte. David Hockney war eines ihrer Vorbilder. Dazu noch ein Date mit einem ungebundenen Kerl … da könnte vermutlich kein noch so schöner Urlaubsort dagegen anstinken.

Aber mir würde etwas Abstand von der Arbeit guttun. Vor allem, weil mein 30. Geburtstag vor der Tür stand und ich ihn dieses Jahr nicht in einem Nachtclub verbringen wollte. Jedes Jahr schleppte Payden mich aufs Neue gezwungenermaßen irgendwo hin. Dabei war ich gar nicht so der feierfreudigste Mensch und noch viel weniger ein Freund von großen Menschenansammlungen. Vielleicht war ich als Autorin auch genau deshalb so erfolgreich, weil ich die Einsamkeit liebte und mir viele Dinge lieber in Gedanken ausmalte.

»Gut, dann schaue ich jetzt mal nach schönen Reisen. Das Manuskript ist raus und einen neuen Vertrag, den ich erfüllen muss, gibt es zum Glück auch noch nicht. Und du bist ganz sicher, dass du nicht doch ein paar Tage mit willst?«

Payden lächelte. »Tut mir leid, Gigi.« Sie stieß sich vom Schreibtisch ab und ging langsam Richtung Tür. »Und wenn du weg bist, muss ja auch hier jemand die Stellung halten und Sherlock füttern.« Stimmt, an den Kater hatte ich gar nicht mehr gedacht. Vielleicht auch, weil er und ich uns nicht wirklich sympathisch waren. Payden hatte ihn vor Jahren von einer Tierhilfe adoptiert. Da er nur noch drei Beine hatte, war er ein reiner Hauskater. Doch trotz seines fehlenden Beines schaffte er es ständig, auf meiner Tastatur seine eigenen Geschichten zu schreiben, wenn ich mir gerade einen Kaffee oder etwas zu essen holte. So was wie bydvlIWEGBLAKSNöqofh CNHbvölwiegbvlkcjbWUEHDBVÖLnäweiqjwpaihblvx,bcÖLÄJF.

Wenn ich dann zurückkam, sah er mich immer ganz provokant an und trampelte mit den Hinterbeinen noch ein wenig mehr herum. So als wolle er sagen: Siehst du? So schreibt man das. In diesen Augenblicken rutschte mir jedes Mal das Herz in die Hose. Sherlock hatte es nämlich schon mehrmals geschafft, das gesamte Manuskript zu löschen, womit ein ganzer Tag Arbeit ironischerweise für die Katz gewesen war. Zum Glück stets nur ein Tag, denn jeden Abend machte mein Rechner automatisch eine Datensicherung in der Cloud.

»Wir hätten Sherlock zwar auch Nancy aufs Auge drücken können, aber …«, wandte ich vorsichtig ein. Nancy war die Nachbarin unter uns und sie hätte sich bestimmt liebevoll um ihn gekümmert.

Payden nickte. »Hätte, Wenn und Aber.« Sie zwinkerte mir zu. »Ich muss jetzt los, Süße. Hab Nachtdienst. Wir sehen uns dann morgen früh?«

Ich warf ihr einen letzten Blick zu. »Bringst du Scones zum Frühstück mit?«

Sie grinste. »Na klar, ist doch tausendmal besser als Schokolade, oder etwa nicht, Bridget?« Ich grinste nun ebenfalls aufgrund ihrer Anspielung auf eine meiner Bestseller-Kolleginnen. Sharon Maguire und ihre Bridget-Jones-Reihe mochte ich sehr.

Kurz darauf verließ sie mein Arbeitszimmer und ich wandte mich wieder dem Monitor zu. Der Gedanke an warme Scones hatte mich nämlich auf eine Idee gebracht. In Schottland oder in Irland war ich noch nie. Generell war ich noch nie außerhalb von England gewesen. Anfänglich, weil kein Geld dafür da war, danach, weil ich während dem Vorantreiben meiner Schriftstellerkarriere keine Zeit mehr gefunden hatte. Was wäre also mit einer Reise in die weite Ferne? Weit zumindest für meine Verhältnisse. Ich verließ das Arbeitszimmer und kochte mir schnell einen Kaffee. Als ich zurückkam, stand Dreibein-Sherlock auf der Tastatur und sah mich abschätzend an. Er trampelte los und ich hörte die Tasten wild klappern. In diesem Moment rutschte mir allerdings mal nicht das Herz in die Hose. Immerhin hatte ich das Manuskript schon längst abgeschickt. Ätschebätsch!

***

Nachdem ich den Kater von der Tastatur genommen, mein Manuskript wiederhergestellt und mich an die Recherche nach einem schönen Urlaubsziel gemacht hatte, dauerte es nur zwei Stunden, bis ich wirklich völlig verzweifelt war. Es gab so viele tolle Angebote und ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Flugreisen, Städtetouren, Wandern. Wieder klickte ich alle geöffneten Reiter durch und seufzte auf. Einfach nur das Meer in Pendine genießen? Mein Kulturmanko im schönen Edinburgh aufbessern? Oder doch lieber eine Backpackertour durch die atemberaubende Landschaft von...



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