Wendig | Wanderers Buch 2 - Die weiße Maske | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 480 Seiten

Reihe: Wanderers

Wendig Wanderers Buch 2 - Die weiße Maske


Neuauflage 2021
ISBN: 978-3-7367-9859-5
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 480 Seiten

Reihe: Wanderers

ISBN: 978-3-7367-9859-5
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In einem von Terror und Gewalt erschütterten Amerika setzen die 'Hüter' alles daran, ihre schlafwandelnden Freunde und Angehörigen auf ihrer mysteriösen Wanderung zu beschützen. Zugleich kommt immer mehr über die tödliche Seuche, die die Welt ins Chaos stürzt, ans Tageslicht. Je mehr Details entdeckt werden, umso deutlicher wird es, dass der eigentliche Virus die Menschheit ist und diese 'Krankheit' offenbar kurz vor ihrer endgültigen Ausrottung steht. Doch welche Rolle spielen die Schlafwandler dabei, die unbeirrt ihren Weg gehen?Ein abgehalfterter Rockstar, ein tief religiöser Priester, ein in Ungnade gefallener Wissenschaftler und ein junges Mädchen, das die letzte Hoffnung einer zum Untergang verdammten Welt sein könnte, sind die Hauptfiguren in einer apokalyptischen Saga, die ganz in der Tradition von 'The Stand' und 'Das Licht der letzten Tage' steht.

Chuck Wendig ist New-York-Times- und USA-Today- Bestsellerautor. Er schrieb unter anderem die Star Wars: Nachspiel-Saga sowie mehrere Thriller um die paranormale Ermittlerin Miriam Black. Außerdem hat er jede Menge Scripts zu Comics, Computerspielen und TV-Serien beigesteuert. Viel Kritikerbeifall bekam er auch für seine Sachbücher rund ums Thema Schreiben & Autorenschaft. Er lebt mit seiner Familie in 'Pennsyltucky', was eine - meist liebevoll gemeinte - Bezeichnung für die ländlichen Regionen von Pennsylvania und Kentucky, samt deren illustren Einwohner ist. Diese Eindrücke flossen zu einem ganz erheblichen Teil in seinen Wanderers-Zweiteiler mit ein.
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Autoren/Hrsg.


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2

Die ultimative Antwort

Die Zukunft ist eine Tür. Zwei Kräfte – Kräfte, die wir wie Pferde und Kutschen antreiben mit Peitschen auf den Rücken, den Rädern in den Spurrillen, mit Schaum vor dem Maul und voller Lebenskraft – rasen auf diese Tür zu. Die erste Kraft ist die Evolution. Die Menschheit verändert sich, wächst, lernt dazu. Die zweite Kraft ist die Zerstörung. Die Menschheit setzt alles daran, ihre schlimmsten Eigenschaften zu demonstrieren. Es ist ein Marsch in Richtung Selbstzerstörung. Die Zukunft ist eine Tür, durch die nur eine dieser beiden miteinander wetteifernden Kräfte passt. Wird sich die Menschheit entwickeln und verbessern? Oder werden wir uns mit selbst geschmiedeten Messern die Kehlen aufschneiden?

Futuristin Hannah Stander in ihrer Rede an Studenten
in der Penn State University: »Apokalypse versus Apotheose:
Was birgt die Zukunft?«

13. Juli

Valentine, Nebraska

Sie saßen zu dritt im Wagen und hielten vor einer heruntergekommenen Lagerhalle im Süden der Kleinstadt Valentine, die etwa acht Kilometer von der Herde und elf vom Motel entfernt lag. Kies spritzte wie Popcorn unter den Reifen des Mietwagens hervor.

Benji warf Sadie auf dem Beifahrersitz einen Blick zu.

Sie schenkte ihm ein leises Lächeln. Er erwiderte es nicht.

»Mir ist noch immer nicht klar, was hier eigentlich los ist«, beschwerte sich Arav vom Rücksitz.

»Du wirst es gleich verstehen«, versprach Sadie und stieg aus, um den Verwalter der Anlage zu begrüßen, einen dicken Mann mit pockennarbigen Wangen und einer Kubota-Truckermütze. Er kam mit beschwingten Schritten auf sie zu und reichte Sadie ein Klemmbrett. Benji und Arav blieben im Wagen sitzen und sahen zu, wie sie etwas unterschrieb. Der Mann reichte ihr einen Schlüssel.

»Was geht hier vor?«, fragte Arav. »Dr. Ray, Benji, ich …«

»Ich weiß es nicht«, antwortete Benji, was absolut der Wahrheit entsprach, denn er hatte nicht die geringste Ahnung.

Sadie bedeutete ihnen weiterzufahren, als das Maschendrahttor klappernd hochfuhr. Benji gab Gas.

Sie suchten die neu gemietete Lagereinheit 42-D auf.

Benji hatte sie gefragt: Warum hier? Warum eine Lagereinheit?

Er hatte ihr bereits mitgeteilt, dass sie nicht aus einer Laune heraus nach Atlanta fliegen würden. Was immer sie ihm zu sagen hatte, konnte sie ihm genauso gut vor Ort mitteilen, sodass er in der Nähe der Herde bleiben konnte. Sie hatte zugestimmt und hier angerufen, um eine Lagereinheit zu mieten.

Was das Warum betraf:

Weil sie vier unverbaute Wände für Black Swans Projektionen benötigte. Zudem wollte sie fernab neugieriger Augen und Ohren sein, und diese Lagereinheiten waren im Allgemeinen recht private und nicht überwachte Anlagen. In den Gebäuden gab es zwar meist Überwachungskameras, aber nicht in den einzelnen Parzellen. Dies war die nächste Lagereinheit, die sie hatten finden können, daher waren sie hierhergekommen. Beim Aussteigen schaute Benji sich um. Die Paranoia nagte an ihm. Beinahe rechnete er damit, dass ein Schuss fallen würde oder jemand mit einer schwarzen Maske auf ihn zugefahren kam. (Oder ein Krankenwagen, dachte er, wie der, mit dem die Leichen in Pennsylvania gestohlen worden waren.) Aber im weit offenen Mittleren Westen herrschte nur Totenstille.

Sadie öffnete das Vorhängeschloss vor der Einheit und zog das Tor hoch. Dann holte sie ihren Koffer aus dem Kofferraum – ein weiteres Mysterium, das Benji noch nicht enträtselt hatte, aber als er die Antwort erhielt, war sie dermaßen banal und offensichtlich, dass er sich wunderte, wieso er nicht selbst darauf gekommen war:

Sie nutzte den Koffer, um das Black-Swan-Gerät daraufzustellen.

Der Koffer diente als Behelfsplattform.

Anschließend zog sie rasselnd das Tor wieder herunter. Das Licht wurde dunkler und erlosch. In der Finsternis sagte sie:

»Black Swan, ich bin’s, Sadie.«

Weißes Licht pulsierte an allen Seiten des Geräts. Der Raum schien regelrecht zu wabern. Benji fühlte sich nach Atlanta in die sogenannte Höhle der Maschinenintelligenz im CDC-Gebäude zurückversetzt.

»Bitte ruf Moira und Bill an«, bat sie.

Auf der linken Seite erschien eine Frau, auf der rechten ein Mann. Die Frau schien jünger zu sein, vielleicht in Benjis Alter – kupferrotes Haar, weißer Hosenanzug. Der Mann war älter, vielleicht fünfzig oder sechzig, hatte einen Bürstenhaarschnitt und eine sauertöpfische Miene aufgesetzt, während er unablässig die Lippen und die Kiefer bewegte. Dabei machte es nicht den Anschein, als handele es sich um einen gewöhnlichen Videoanruf (wie bei Skype, FaceTime usw.), eine Projektion, denn man konnte nicht nur Schultern, Kopf und Gesicht sehen – vielmehr erschienen ihre ganzen Körper flach an der Wand. Nicht wie ein Hologramm oder dreidimensional, aber trotzdem erschreckend lebensecht.

Die Frau ergriff als Erste das Wort:

»Ich bin Moira Simone, und das ist William Craddock.«

»Bill«, warf die Projektion des Mannes ein.

»Was hat das hier zu bedeuten?«, verlangte Benji zu erfahren, der auf einmal wütend wurde. »Sie haben einiges zu erklären. Ich vermute, dass Sie ein schwerwiegendes Kapitalverbrechen begangen haben, und zwar gegen die Menschen der Herde, ihre Familien, ihre Freunde … dieses Land …«

»Sie haben ja keine Ahnung«, fuhr Moira ihn an.

»Moira«, tadelte Sadie sie.

Aber die rothaarige Frau sprach weiter. »Wenn Sie nach diesem Treffen zum FBI gehen wollen, ist das Ihr gutes Recht. Aber wir haben hier etwas sehr Fragiles aufgebaut, Dr. Ray, und ich möchte, dass Sie das begreifen, bevor wir richtig anfangen.«

»Das ist von entscheidender Bedeutung«, erklärte Bill.

Benji und Arav sahen einander an. Der jüngere Mann wirkte nicht nur verwirrt, sondern auch recht verängstigt.

»Fahren Sie fort«, bat Benji.

Moira nickte. »Black Swan. Zeig ihm die Karte.«

Sofort erschien eine einfache rote Karte der Vereinigten Staaten.

Dann tauchte ein einzelner gelber Lichtpunkt über Texas auf.

»San Antonio«, sagte Bill.

Die Karte wechselte auf die Wand hinter ihnen – ein verwirrendes Manöver, bei dem sich Benji vorkam wie in einem Fahrgeschäft eines Vergnügungsparks – und wurde durch ein Video ersetzt. Dieses Video kannte er bereits: Darin waren die Ereignisse bei der Garlin-Gardens-Grundsteinlegung zu sehen. Jerry Garlin stand auf der Bühne und schlug wild um sich, während die Fledermäuse um ihn herumflatterten. Menschen ergriffen schreiend die Flucht. Fledermäuse taten, was sie immer taten, wenn man sie aufstöberte: Sie suchten ruhelos nach einem Platz, an dem sie sich niederlassen konnten.

»Das kenne ich bereits«, stellte Benji fest. »Die Sache ist eingedämmt.«

Das Video verschwand, und die Karte tauchte abermals vor ihnen auf …

»Ist sie das?« Moiras Miene blieb ausdruckslos.

Plötzlich erschienen zwei Linien von San Antonio aus und führten zu vier Punkten an anderen Stellen des Landes: zwei in einem anderen Teil von Texas (Austin, Dallas), eine an der Ostküste (Richmond, Virginia) und eine an der Westküste (San Diego).

Benji erinnerte sich daran, dass Cassie von drei weiteren Infizierten gesprochen hatte. »Sind das die anderen drei Betroffenen?«

»Genau«, bestätigte Sadie.

»Sie sollten den Punkt in San Diego im Auge behalten«, sagte Moira.

Das tat...



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