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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2655, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

Wendt Fürsten-Roman 2655

Verlobung auf Milford Castle
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-3236-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Verlobung auf Milford Castle

E-Book, Deutsch, Band 2655, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

ISBN: 978-3-7517-3236-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Anastasia Prinzessin von Rabenstein ist zutiefst unglücklich. Gerade hat sie erfahren, dass sich Prinz Erik, ihr Freund aus Kindertagen, den sie schon lange heimlich liebt, mit einer anderen verlobt hat. Die schöne Prinzessin sucht Abstand und flieht kurzerhand zu ihrem guten Freund Francis Milford nach Cornwall. Sie hofft, dass sie in der herrlichen Landschaft auf andere Gedanken kommen kann.
Doch so ruhig, wie erhofft, wird Anastasias Aufenthalt nicht. Francis tritt mit einer ungewöhnlichen Bitte an sie heran: Sie soll für eine gewisse Zeit seine Verlobte spielen, denn seine Tante will ihm den Besitz nur vererben, wenn er endlich heiratet. Anastasia geht auf die Scheinverlobung ein, weil sie dem Freund aus der Patsche helfen will. Doch die Gewissensbisse lassen sich nicht abstellen.
Inzwischen erfährt auch Prinz Erik von Anastasias Verlobung und nimmt dies mit gemischten Gefühlen auf. Wenige Tage später erreichen den Prinzen erneut Nachrichten aus England: Anastasia ist verschwunden ...

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Verlobung auf Milford Castle

Warum verschwindet Prinzessin Anastasia wenig später?

Von Cora von Wendt

Anastasia Prinzessin von Rabenstein ist zutiefst unglücklich. Gerade hat sie erfahren, dass sich Prinz Erik, ihr Freund aus Kindertagen, den sie schon lange heimlich liebt, mit einer anderen verlobt hat. Die schöne Prinzessin sucht Abstand und flieht kurzerhand zu ihrem guten Freund Francis Milford nach Cornwall. Sie hofft, dass sie in der herrlichen Landschaft auf andere Gedanken kommen kann.

Doch so ruhig, wie erhofft, wird Anastasias Aufenthalt nicht. Francis tritt mit einer ungewöhnlichen Bitte an sie heran: Sie soll für eine gewisse Zeit seine Verlobte spielen, denn seine Tante will ihm den Besitz nur vererben, wenn er endlich heiratet. Anastasia geht auf die Scheinverlobung ein, weil sie dem Freund aus der Patsche helfen will. Doch die Gewissensbisse lassen sich nicht abstellen.

Inzwischen erfährt auch Prinz Erik von Anastasias Verlobung und nimmt dies mit gemischten Gefühlen auf. Wenige Tage später erreichen den Prinzen erneut Nachrichten aus England: Anastasia ist verschwunden ...

Mit einem Seufzer der Erleichterung betrat Anastasia Prinzessin von Rabenstein das altehrwürdige Schloss ihrer Väter, nachdem sie ihren schnittigen Sportwagen vor dem Portal geparkt hatte.

Über die mit weinrotem Velours ausgelegte breite Freitreppe und durch mehrere Gänge gelangte sie in den Südflügel, wo sie sich eine geräumige Wohnung eingerichtet hatte. Es war ein anstrengender Tag gewesen, an dem ihre Tätigkeit als Innenarchitektin ihr wieder einmal alles abverlangt hatte.

Die hübsche junge Prinzessin mit den langen dunkelbraunen Locken freute sich schon auf eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen im Kreis ihrer Familie, doch vorher wollte sie unbedingt noch ausreiten. So zog sie sich rasch um und trabte wenig später auf dem Rücken ihrer Schimmelstute Starlight über den Schlosshof, ritt durch den herrlichen Park mit den uralten Bäumen, verließ ihn schließlich durch einen Seitenweg und bog in den Wald ein.

Märchenhafte Stille herrschte rings um Anastasia herum. Genießerisch zog sie die reine würzige Waldluft in ihre Lungen, dabei erfüllte ihr Innerstes jedes Mal ein angenehmes Gefühl von Ausgeglichenheit und Frieden, denn es gab kaum etwas Schöneres, als auf dem Rücken ihrer treuen Stute den stressigen Alltag zu vergessen.

Der Nadelwald lichtete sich, saftige Wiesen, auf denen es üppig blühte, wechselten sich ab mit sanften Hügeln und grünen Laubwäldern. Prinzessin Anastasia verharrte einen Augenblick, um das wunderschöne Bild auf sich wirken zu lassen, dann galoppierte sie auf den nächsten Waldrand zu.

An ihrem Lieblingsplatz, im Schatten einer alten Burgruine, machte sie Halt, sprang ab und band ihr Pferd an einem der Bäume fest. Dann ließ sie sich auf einer Steinmauer nieder, um die herrliche Aussicht zu genießen, und ihrer Schimmelstute Starlight zuzusehen, wie sie friedlich graste.

Anastasia war so in den Anblick versunken, dass sie den Reiter nicht bemerkte, der eben seinen Rappen hinter ihr zügelte. Der junge Mann sprang vom Pferd und band es ebenfalls an einem der Bäume fest.

Das weiche Gras hatte das Geräusch seiner Schritte gedämpft, sodass Anastasia erst aufblickte, als Eric Prinz von Hohenfels bereits dicht vor ihr stand. Erschrocken zuckte sie zusammen.

»Eric – ich habe dich gar nicht kommen gehört!«, stammelte Anastasia, während ihr das Blut heiß zum Herzen schoss, weil sie ihn so plötzlich vor sich sah, ihn, an den sie öfter dachte, als gut für sie war.

Prinz Eric lachte, und Anastasia blickte fasziniert in sein gebräuntes Gesicht unter den dunklen Locken.

»Ich hoffe, ich habe dich nicht allzu sehr erschreckt, Anastasia.«

»Ich werde es überleben«, gab Anastasia lakonisch zurück, tapfer ihr wild klopfendes Herz ignorierend.

»Ich freue mich, dass ich dich hier treffe. Ich wollte dich in den nächsten Tagen ohnehin anrufen.« Der Prinz ließ sich neben Anastasia auf der Mauer nieder, und sie zwang sich krampfhaft ruhig zu bleiben.

»Ja? Warum denn, Eric?«, gab die Prinzessin sich betont forsch, während in ihrem Inneren ein Chaos der Gefühle tobte.

Sie war schon lange bis über beide Ohren in den gut aussehenden Prinzen verliebt, doch leider schien er nur die gute Freundin, die er bereits seit Kindertagen kannte, in ihr zu sehen.

Wenn sie nur wüsste, wie sie ihn endlich für sich erobern könnte! Wenigstens war er zurzeit solo, was Anastasia wieder mit neuer Hoffnung erfüllte. In knapp zwei Wochen fand auf Schloss Hohenfels der legendäre Sommerball statt, zu dem Anastasia und ihre Familie natürlich geladen waren. Da würde sie sich besonders schön machen, sodass Eric sie einfach nicht mehr übersehen konnte. Das Kleid, einen türkisfarbenen Traum aus glänzendem Satin mit Perlenstickerei, hatte sie sich schon gekauft, und es stand ihr einfach hervorragend.

»Hättest du am Freitag Zeit, zu uns zur Teestunde nach Hohenfels zu kommen? Ich habe nämlich eine riesengroße Überraschung, und da musst du unbedingt anwesend sein«, durchbrach der Prinz Anastasias Gedanken.

Dass Eric sich so geheimnisvoll gab, erstaunte Anastasia. Hingerissen sah sie sein Lächeln, das so seltsam verheißungsvoll wirkte. Prompt fing ihr dummes Herz wieder unvernünftig zu pochen an. Sollte es am Ende etwas mit ihr zu tun haben? Ach, das wäre natürlich zu schön, um wahr zu sein, seufzte Anastasia innerlich.

»Natürlich, Eric, sehr gerne. Für einen Besuch bei euch nehme ich mir doch immer die Zeit. Ich freue mich schon auf einen netten Plausch mit deinen Eltern.«

»Ja, sie freuen sich auch schon sehr, denn sie haben dich in letzter Zeit bereits vermisst. Ich glaube, eine Absage hätten sie nur schwer gelten lassen, ich natürlich auch«, lachte der Prinz.

Anastasia erhob sich. »Möchtest du mich noch ein Stück begleiten, Eric?«

»Sehr gerne. Mein Brauner hat noch lange nicht genug, nicht wahr, Blizzard?«

Anastasia lachte, als der Hengst laut wieherte, als hätte er jedes Wort seines Herrn verstanden.

Die Gegenwart des heimlich geliebten Mannes genießend, ritt Anastasia neben Prinz Eric dahin, wobei sie sich wünschte, es würde ewig so sein. Leise seufzend musterte die Prinzessin ihren Begleiter von der Seite. Anastasia wusste, wie gut sie aussah. Der elegante Reitdress betonte ihre schlanke Figur, und das Grün harmonierte genau mit der Farbe ihrer ausdrucksvollen Augen und passte perfekt zu ihrem kastanienbraunen langen Haar. Ein dezentes Make-up rundete ihr Outfit ab.

Prinz Eric schien ihr gutes Aussehen jedoch so gut wie nie aufzufallen. Diese Tatsache, die Anastasia sogleich wieder einfiel, dämpfte ihr Hochgefühl rasch und entlockte ihr einen erneuten leisen Seufzer.

Eine Weile führte ihr Weg durch einen hohen Tannenwald, dann erreichten sie eine weitläufige Wiese.

»Los, wer als Erster auf der anderen Seite ist!«, rief Eric Anastasia herausfordernd zu.

Sie gaben ihren Pferden beinahe gleichzeitig die Sporen und galoppierten im nächsten Augenblick über die Wiese, dass der Boden nur so unter ihnen dahinflog. Dass sie wie immer nicht gewann, tat Anastasias Begeisterung keinen Abbruch. Zu viel Spaß machte dieses Wettrennen, das sie seit ihrer Jugendzeit veranstalteten, wenn sie zusammen ausritten.

»Das war knapp! Alle Achtung, Anastasia, du hast dich gesteigert!«

»Irgendwann schaffe ich es, dann gewinne aber ich, das sage ich dir, mein Lieber!«

»Wir werden sehen«, lachte der junge Prinz, und seine hübsche Begleiterin nickte ihm bekräftigend zu.

Prinz Eric begleitete seine Jugendfreundin noch durch den Rabensteiner Forst, bis man die Mauern des Schlosses durch die Bäume schimmern sah, dann verabschiedete er sich von ihr. Tief in Gedanken versunken führte Anastasia ihre Stute in den Stall, wo sie von einem der Stallburschen entgegengenommen wurde.

In ihrer Wohnung angekommen, nahm sie endlich die ersehnte heiße Dusche und zog sich dann für das Abendessen um. Bevor sie nach unten in das Speisezimmer ging, holte sie im Ankleidezimmer noch ihr neues Abendkleid aus dem begehbaren Schrank. Verzückt hielt sie sich den türkisgrünen Traum vor den Körper, während sie sich in Gedanken schon mit Eric auf der Tanzfläche zu zauberhafter Musik im Takt wiegen sah. Wie sehr würde sie es genießen, ihm so nahe zu sein.

Prinzessin Anastasias hübsches Gesicht hatte sich vor Eifer zart gerötet, während sie ganz in ihrer Betrachtung aufging. Sie würde wunderschön aussehen in dem herrlichen Kleid.

»Na, warte, mein Traumprinz, nach dem Ballabend wirst du mir endlich verfallen sein, denn ich werde dich verzaubern, wie noch keine zuvor«, schwor Anastasia sich verträumt lächelnd.

Am Freitag stand Prinzessin Anastasia lange vor ihrem Kleiderschrank, weil sie sich nicht entscheiden konnte, was sie anziehen sollte. Schließlich schlüpfte sie in ein modisches pflaumenblaues Kleid, das ihr sehr gut stand. Ihre langen, schlanken Beine kamen in dem knieumspielenden Rock und den farblich passenden Pumps...



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