Werber | Problematische Popularität | Buch | 978-3-662-73967-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 201 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

Werber

Problematische Popularität

Die Verteilung von Beachtung als Konfliktdimension
Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-662-73967-9
Verlag: Springer

Die Verteilung von Beachtung als Konfliktdimension

Buch, Deutsch, 201 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

ISBN: 978-3-662-73967-9
Verlag: Springer


Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Dass es viele sind, die eine Position vertreten, eine Partei favorisieren oder eine Meinung ins Spiel bringen, macht für die Anschlusskommunikation einen Unterschied. Auf die Substanz, die Qualität, den Sachgehalt der Argumente, Programme oder Personen kommt es bei der Legitimation durch Popularität weniger an als darauf, dass erfolgreich unterstellt werden kann, die Argumente, Programme oder Personen seien populär. Was viele beachten, habe dann Beachtung verdient, lautet eine Variante der Rechtfertigung dafür, dass auch hochproblematische, polarisierende, polemische und populistische Positionen verbreitet und zur Kenntnis genommen werden. 
So genügt es etwa in Diskussionen um den politischen Populismus nicht, dessen programmatische Elemente zu bestimmen. Vielmehr sind auch die Popularität der Programme und Personen zu berücksichtigen und – umgekehrt – die Effekte der Popularität auf die weitere Entfaltung bzw. Entwicklung dieser Programme und Personen. Problematisch erscheint die Popularität für die publizistische, akademische oder politische Beobachtung, weil es diskursiv schwerfällt, die Nicht-Beachtung von Positionen zu fordern, die empirisch bereits von vielen beachtet werden. Die Rechtfertigung, populäre Positionen nicht zu beachten, scheint heutzutage schwerer zu fallen als in den Zeiten, in denen unerwünschte Popularität als ‚geistlos‘, ‚eindimensional‘, ‚schematisch‘, ‚pöbelhaft‘, ‚niveaulos‘ diskreditiert werden konnte. Die Versuche, diejenigen ‚Vielen‘, die populistischen oder polarisierenden Akteuren und Agenden anhängen, als ‚dumm‘ oder ‚undemokratisch‘ zu stigmatisieren, zeigen die Herausforderung der problematischen Popularität an.
Der Band beleuchtet unterschiedliche Aspekte problematischer Popularität aus kultur-, medien- und sprachwissenschaftlicher Perspektive. Mit Beiträgen von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Nicola Gess, Stephan Habscheid, Maren Lehmann, André Kieserling, Philip Manow und Alexander Gattig, Bernhard Kleeberg, Nils C. Kumkar sowie Niels Werber.

Das Kapitel „Problematische Popularität. Zur Einleitung“ ist unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License über link.springer.com frei verfügbar (Open Access).

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Research


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Weitere Infos & Material


Niels Werber: Problematische Popularität. Zur Einleitung.- Carolin Amlinger / Oliver Nachtwey: Die digitale Infrastruktur autoritärer Propaganda.- Nicola Gess: Populisten, Doppelgänger, Renegaten: Sozialfiguren der Halbwahrheit .- Stephan Habscheid: Zwischen Satire und Populismus: Problematische Popularität in Stadtratssitzungen als Herausforderung in der Bürgermeisterkommunikation .- Maren Lehmann: Der Supercode. Die Unterscheidung Inklusion/Exklusion als populistische Ressource.- Andé Kieserling: Ratgeberjournalismus in gesellschaftstheoretischer Perspektive.- Philip Manow / Alexander Gattig: Der Verteilungskontext populistischer Proteste.- Bernhard Kleeberg: Reaktionäre Epistemologien. Galilei, die Wahrheit und das populäre Bild der Wissenschaften.- Nils C. Kumkar: Formen des Online-Verschwörungstheoretisierens: Agitation und Ermittlung um die Brände von Los Angeles.- Niels Werber: . Zur politischen Dynamik problematischer Popularität.


Niels Werber ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Siegen. Er ist seit 2021 Sprecher des SFB 1472 „Transformationen des Populären“ und Leiter des Teilprojekts A01 „Serienpolitik der Popästhetik: Superhero Comics und Science-Fiction-Heftromane“ (mit Daniel Stein).



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