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West | Die unvergesslichen Küsse des Italieners | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2382, 144 Seiten

Reihe: Julia

West Die unvergesslichen Küsse des Italieners


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1210-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2382, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1210-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Wir sind verheiratet?' Ungläubig starrt Molly den umwerfend attraktiven Mann an. Nach einem Unfall erwacht sie in einem römischen Krankenhaus ohne Erinnerung an ihr bisheriges Leben - das sie offenbar mit diesem Pietro Agosti geteilt hat. Zwar sind ihr Pietros zärtliche Berührungen vertraut, bei ihm fühlt sie sich sicher und geborgen. Aber so sehr sie auch sucht, sie findet keinen Hinweis auf ihre gemeinsame Vergangenheit. Molly kommt ein schrecklicher Verdacht: Sind sie wirklich verheiratet? Oder wer ist der Mann, mit dem sie das Bett teilt?



Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...

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2. KAPITEL

Ihr Puls raste, und sie konnte den Mann nur fassungslos anstarren. Ein Teil ihres Verstands war vor Schock wie gelähmt, während der andere sich wie wild im Kreis drehte und versuchte, zu verarbeiten, was er gesagt hatte.

Ihr Ehemann? Er? Das war unmöglich.

Er war ganz offensichtlich reich. Sein Anzug war maßgeschneidert und saß perfekt, und seine Seidenkrawatte kam garantiert nicht von der Stange. An seinen Handgelenken bemerkte sie unaufdringliche, aber aufwendig verzierte goldene Manschettenknöpfe.

Seine Hände … Ihr Herz machte einen Satz. Sie waren groß und kräftig, aber wohlgeformt. Verführerische Hände von der Art, die einer Frau große Lust bereiten konnten.

Offenbar hatte sie ein Faible für sexy Hände …

Von all den Dingen, die sie über sich wissen wollte, stand das ganz unten auf ihrer Liste. Wobei – während sie Pietro Agostis Hände so betrachtete, schien es ihr von immenser Bedeutung zu sein.

Ihre Wangen wurden heiß. Es kam ihr falsch vor, dass sie sich so heftig zu ihm hingezogen fühlte. Er mochte mit ihr verheiratet sein, aber trotzdem war er ein völlig Fremder für sie.

An einem Finger trug er einen goldenen Siegelring, der antik und kostbar aussah.

Er stammte ganz offensichtlich aus einer Familie mit Geld – und zwar einer ganzen Menge. Dem Ring nach zu urteilen und der Autorität, die Pietro ausstrahlte, war er vermutlich sogar mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen.

Sie hingegen nicht. Sie wusste nicht, warum sie sich so sicher war – sie war es einfach.

Ihre Züge waren eher gewöhnlich. Nicht schön oder fesselnd. Ihr Haar war fein und kraftlos und die Farbe irgendwo zwischen mausbraun und schmutzig blond, die einfach zu gewöhnlich war, um aus der Packung zu kommen. Ihre Hände wirkten nicht ungepflegt, aber sie waren auch nicht manikürt. Und ihr einziger Schmuck bestand in einem Paar winziger goldener Ohrstecker.

Sie und Pietro Agosti passten nicht zusammen. Wie sollten sie da verheiratet sein?

Wenn es wahr wäre, dann musste er auch der Vater ihres Kindes sein. Die Vorstellung stürzte sie in ein Chaos verwirrender Gefühle.

„Signora Agosti.“

Beim Klang der Stimme des Arztes blickte sie abrupt auf. Sie öffnete den Mund, um die Anrede zurückzuweisen, mit der er sie angesprochen hatte.

Das war nicht ihr Name – oder?

Sie schaute den Mann neben ihrem Bett an. Er stand stocksteif da. So als … so als würde er auf etwas warten.

Darauf, dass sie ihn erkannte? Oder darauf, dass sie ihm sagte, dass sie unmöglich seine Ehefrau sein konnte?

Sie runzelte die Stirn, und das dumpfe Klopfen zwischen ihren Schläfen steigerte sich zu einem wütenden Tosen. Rasch eilte der Arzt zu ihr und murmelte etwas auf Italienisch, während er ihren Puls checkte und ihr dann half, sich hinzulegen.

Die ganze Zeit über war sie sich der Gegenwart von Pietro Agosti überdeutlich bewusst.

„Sind Sie ganz sicher, dass ich mit diesem Mann verheiratet bin?“

Es erschien ihr nicht sonderlich wahrscheinlich. Sicher verbrachte er seine Zeit in anderen Kreisen als denjenigen, in denen sie als Au-Pair verkehrte.

Die Augen des Arztes wurden groß, und er warf dem anderen Mann einen entschuldigenden Blick zu. War Pietro Agosti so wichtig, dass niemand seine Worte je infrage stellte?

Ein Zittern durchlief ihren Körper. Aus irgendeinem Grund, den sie nicht näher definieren konnte, scheute sie vor dem Gedanken zurück, ihm ausgeliefert zu sein.

Ausgeliefert? Das war es doch sicher nicht, wie eine Ehefrau über ihren Ehemann denken sollte – oder?

„Signora Agosti. Es gibt keinen Zweifel an Ihrer Identität. Ihr Ehemann war in der Lage, Sie bis ins kleinste Detail zu beschreiben, bis hin zu ihrer Blinddarmnarbe.“

Was nur bedeutete, dass er ihren Körper sehr gut kannte.

Bei dem Gedanken fing ihre Haut an zu prickeln. War das so etwas wie eine Erinnerung? Ein Echo der Intimität mit ihm? Oder war es die Erwartung, in naher Zukunft diese starken Hände auf ihrer nackten Haut zu spüren?

„Ich versichere Ihnen, dass Ihr Ehemann höchst respektabel und angesehen …“

„Ich denke, das reicht für den Augenblick.“ Seine tiefe Stimme fiel dem Doktor ins Wort. „Molly ist offensichtlich zu erschöpft für das alles. Es war ein Schock für sie. Vielleicht sollten wir sie jetzt ausruhen lassen.“

Er wollte gehen?

Sie riss die Augen auf. Was, wenn er ging und nicht wieder zurückkam? Wenn er sie wieder allein ließ, wie ein verlorenes Gepäckstück? Was, wenn sie morgen erwachte und das alles nur ein Traum war? Wenn es niemanden gab, der wusste, wer sie wirklich war?

Ihr Verstand sagte ihr, dass das nicht geschehen würde. Dass er sie identifiziert hatte und das Krankenhauspersonal wissen würde, wie sie ihn erreichen konnten.

Und doch war da eine instinktive Furcht davor, zurückgelassen zu werden.

„Nein! Bitte, gehen Sie nicht!“

Ewas blitzte in seinen Augen auf, das wie Mitgefühl aussah.

„Vielleicht könnten Sie uns einen Augenblick allein lassen?“, bat er den Arzt. „Ich weiß, es gibt noch jede Menge Papierkram zu erledigen. Ich komme zu Ihnen, wenn Molly und ich uns unterhalten haben.“

„Natürlich. Ja, das ist eine hervorragende Idee.“ Ihn schien es nicht zu stören, einfach so hinauskomplimentiert zu werden. Entweder war er froh, dass sich nun jemand anderes um sie kümmerte, oder Pietro Agosti war jemand mit gewaltigem Einfluss. Der Arzt nickte Molly zu, versicherte ihr, dass alles in Ordnung kommen würde, und verließ das Zimmer.

Jetzt, wo sie allein mit dem Mann war, der behauptete, mit ihr verheiratet zu sein, löste die Erleichterung, die sie empfunden hatte, sich rasch in Luft auf. Doch anstatt weiterhin über ihr emporzuragen, zog er sich einen Besucherstuhl heran und setzte sich zu ihr ans Bett.

„Das ist schon besser. Jetzt musst du dir nicht mehr den Hals verdrehen, um zu mir aufzusehen.“

Seine Mundwinkel zuckten leicht. Es war ein winziges Lächeln, doch zu ihrer eigenen Überraschung reagierte sie darauf. Ihre Muskeln entspannten sich, und erst jetzt bemerkte sie, dass sie die Schultern fast bis zu den Ohren hinaufgezogen und die Hände fest zu Fäusten geballt hatte.

Sie öffnete ihre Fäuste und legte ihre Hände auf der Bettdecke ab.

Sie war schrecklich bleich. Zerbrechlich in einer Weise, die er nicht erwartet hatte. Nicht einmal, nachdem er von ihren Verletzungen gehört hatte. Er war sofort aufgebrochen, als ihn die Nachricht erreichte, dass sie gefunden worden war, getragen von einer Woge aus Schock und Erleichterung.

Das, war ihn sofort an ihr fasziniert hatte, war ihr warmes, sonniges Gemüt. Ihr Lächeln, die Art und Weise, wie ihre Augen strahlten. Sie so verängstigt zu sehen, machte ihn so unsagbar wütend, dass er auf etwas einschlagen wollte. Am liebsten auf den Motorradfahrer, der sie umgefahren hatte. Und der es vermutlich nur auf ihre Handtasche samt Geldbörse und Pass abgesehen gehabt hatte.

Seine Angestellten arbeiteten eng mit den Behörden zusammen. Wenn der Verantwortliche gefasst wurde, würde er für sein Handeln teuer bezahlen.

Bei dem Gedanken an Molly, die bewusstlos auf der Straße lag, daran, dass sie aufgewacht war, ohne auch nur ihren eigenen Namen zu wissen, presste er die Lippen zusammen.

Der Doktor sagte, dass der Gedächtnisverlust zum Teil auf den Schock zurückzuführen war.

Wegen des Sturzes?

Oder wegen dem, was vorgefallen war, bevor sie nach Rom kam?

Eine eisige Welle der Schuld rollte über ihn hinweg. Pietro schluckte hart. Für den Unfall oder Angriff war er nicht verantwortlich. Das konnte man von dem, was zuvor geschehen war, allerdings nicht behaupten …

„Ich bin froh, dass Sie mich gefunden haben.“ Ihr Blick war ernst. „Es ist … beunruhigend, nicht zu wissen, wer man ist.“

Sie sah so verloren aus und zugleich so entschlossen und mutig. Sie spielte die Furcht herunter, die sie mit Sicherheit empfand. Und er wollte nichts mehr, als sie zu beschützen.

Pietro erstarrte. Er hatte eigentlich angenommen, immun gegenüber der weiblichen Verletzlichkeit zu sein. Die Vergangenheit hatte ihm in dieser Hinsicht eine brutale Lehre erteilt. Aber die Umstände hier waren anders.

Er streckte die Hand aus, um Mollys zu ergreifen, stoppte sich aber im letzten Moment. Es war besser, wenn er auf Abstand blieb. Sie wirkte so zerbrechlich, ihre Augen riesig in ihrem bleichen Gesicht.

„Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen mag, sich an nichts zu erinnern“, gestand er. „Aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich werde gut für dich sorgen.“

„Werden Sie?“

Er konnte nicht sagen, ob sie erfreut darüber aussah oder entsetzt.

Machte er ihr Angst? Er wusste, dass seine Größe einschüchternd wirken konnte …

„Natürlich. Du kannst dich auf mich verlassen. Alles kommt in Ordnung, Molly. Gib der Sache einfach ein bisschen Zeit. Du brauchst dir um nichts Sorgen zu machen. Ich versuche, deine Schwester in Australien zu erreichen, damit sie herkommt.“

Die Anspannung in ihren Zügen ließ nach, und auf ihre Wangen kehrte ein bisschen Farbe zurück. Langsam sah sie wieder mehr wie die Frau aus, die er kannte.

„Ich habe eine Schwester?“ Sie klang glücklich, sehnsüchtig.

„Ihr Name ist...



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