E-Book, Deutsch, Band 2513, 144 Seiten
Reihe: Julia
West Prinz, Playboy - Geliebter?
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0702-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2513, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-0702-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Schnelle Autos, heiße Partys, schöne Frauen: Prinz Alaric ist ein Playboy! Trotzdem muss die schüchterne Archivarin Tamsin dringend mit ihm sprechen. Denn sie hat alte Unterlagen entdeckt, die beweisen, dass er und nicht sein Cousin Anrecht auf den Thron hat. Doch dem lebenshungrigen Aristokraten scheint ihre Entdeckung egal zu sein. Stattdessen flirtet Alaric nonchalant mit ihr und macht ihr ein ebenso skandalöses wie verführerisches Angebot. Darf Tamsin von einem Happy End mit ihm träumen? Doch eine leise Stimme warnt sie ...
Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...
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2. KAPITEL
Alaric verspannte sich, als ihm mit albtraumhafter Klarheit die Bedeutung ihrer Worte bewusst wurde.
Er als Herrscher von Maritz!
Die Idee war absurd.
Raul war der Kronprinz. Er war seit seiner Geburt darauf vorbereitet worden, eines Tages zu herrschen, und hatte sein Leben ganz in den Dienst des Landes gestellt.
Maritz brauchte ihn.
Oder einen Mann wie Alarics Bruder Felix.
Alaric selbst war nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt. Selbst jetzt noch hörte er die kühle, knappe Stimme seines Vaters, wie er seiner endlosen Enttäuschung über seinen leichtsinnigen Sohn Ausdruck verlieh.
Und wie recht der alte Mann gehabt hatte. Alaric konnte nicht die Verantwortung für das ganze Land übernehmen. Es war schon schlimm genug, dass er im Fürstentum in Felix’ Fußstapfen hatte treten müssen. Ihm das Wohl des ganzen Landes anzuvertrauen wäre eine Katastrophe.
Er, der so viele Menschen so schrecklich im Stich gelassen hatte.
Panik kroch seine Wirbelsäule hinauf, krallte sich in seine Schultern. Vertraute, schmerzverzerrte Gesichter stiegen vor seinem inneren Auge auf. Die Gesichter derjenigen, bei denen er versagt hatte. Das Gesicht seines Bruders mit fiebrigen Augen, wie er Alaric vorwarf, ihn verraten zu haben.
Ich kann kein König sein. Das ist undenkbar.
„Ist das ein Witz?“ Die Worte zerrissen harsch die Stille.
„Natürlich nicht!“
Nein. Ein Blick auf ihre erstaunt aufgerissenen Augen verdeutlichte das. Tamsin Connors scherzte nicht.
Noch nie hatte er eine so ernsthafte und zugeknöpfte Frau getroffen. Von ihren angespannten Lippen bis zu der Hornbrille und dem zurückgekämmten Haar war sie das Abbild der spaßfreien alten Jungfer.
Abgesehen von diesem Körper.
Kaum zu glauben, dass sie sich so warm angefühlt hatte. Oder dass sie zu berühren in ihm das neugierige Verlangen geweckt hatte, ihr diese Modesünde abzustreifen, die sie trug, und ihre Weiblichkeit zu erkunden.
Als er sie nun näher musterte, bemerkte er, dass sie erst Mitte zwanzig sein konnte. Und wenn sie nicht missbilligend dreinblickte, waren ihre Lippen erstaunlich voll. Doch er wusste auch, dass er sich mit diesen Überlegungen nur von dem eigentlichen Thema ablenkte. Nämlich der Unmöglichkeit, dass er der neue König war.
„Was genau steht in diesen Papieren?“, fragte er rau.
„Es handelt sich um alte Dokumente von einem Geistlichen namens Tomas. Er hat die königliche Geschichte dokumentiert, vor allem Geburten, Todesfälle und Hochzeiten.“ Sie lehnte sich unwillkürlich ein wenig vor.
Bildete er sich nur ein, dass sie in diesem kalten Raum voller Erinnerungen an den Tod nach Sonnenschein duftete?
Unter Mühen riss er sich zusammen und konzentrierte sich wieder auf das Thema.
„Setzen Sie sich doch bitte und erklären Sie es mir.“ Er zeigte auf einen der Sessel am Kamin und nahm auf dem anderen Platz.
„Laut Tomas gab es eine Heirat zwischen Ihrer Familie und der von Prinz Raul.“
Alaric nickte. „Das war damals üblich.“ Macht wurde durch Allianzen mit anderen adligen Familien erhalten.
„Zu einem Zeitpunkt gab es eine Lücke in der direkten Thronfolge von Maritz. Die Krone konnte nicht vom Vater an den Sohn übergeben werden, weil der Sohn des Königs gestorben war. Es gab zwei Anwärter auf den Thron. Einen aus der Familie von Prinz Raul und …“ Ihre Worte verebbten, als sie ihn ansah, und ihr Enthusiasmus schien zu schwinden.
„Und einen von meiner?“
Sie verlagerte unbehaglich das Gewicht, fuhr aber fort.
Zwei rivalisierende Prinzen aus verschiedenen Zweigen der Familie. Ein altes Testament eines Königs, der einen der beiden zu seinem Nachfolger ernannt hatte. Ein tragischer „Unfall“, der den anderen Erben auf den Thron hievte. Die verzweifelte Entscheidung der Witwe des toten Prinzen, ihren neugeborenen Sohn weit weg in Sicherheit zu bringen. Die Umschreibung des letzten Willens des alten Königs, um den Anspruch des neuen Monarchen auf den Thron zu bestätigen.
Es war eine Sage voller Verrat und gnadenloser Machtverfolgung. Aber in der turbulenten Geschichte seines Heimatlandes durchaus möglich.
Doch wie hatte diese unscheinbare Frau ein so umstrittenes Dokument finden können?
Seit Jahrhunderten hatten Historiker die Familienstammbäume der königlichen Familien aller Fürstenhäuser penibel geführt. Doch die Ernsthaftigkeit der Frau, die ihm gegenübersaß, und ihre absolute Selbstsicherheit bei diesem Thema erregten seine Aufmerksamkeit.
Sie hatte offensichtlich etwas gefunden. Denn trotz ihrer reservierten Art ließ Tamsin Connors sich nicht für dumm verkaufen, das hatte er ihrem Lebenslauf entnommen, als sie sich für die Stelle beworben hatte.
Es war verlockend zu glauben, dass es sich um einen Fehler handelte, dass sie die falschen Schlussfolgerungen gezogen hatte. Doch sie wirkte auf ihn nicht wie eine Frau, die so ein Risiko eingehen würde.
„Sie sind nicht erfreut?“, fragte sie zögernd. „Ich weiß, es ist ein Schock, aber …“
„Sie glauben, ich würde mich freuen, König zu werden?“ Seine Worte klangen schroffer als geplant, weil er gleichzeitig dieses unbekannte Gefühl der Panik unterdrücken musste.
Er schüttelte den Kopf. „Ich bin meinem Cousin gegenüber loyal, Dr. Connors. Er wird der König sein, den unser Land benötigt.“
Alaric auf seinem Platz hingegen wäre ein wahr gewordener Albtraum.
Verdammt! Das Timing hätte nicht schlechter sein können. Das Land brauchte Stabilität. Wenn das hier alles der Wahrheit entsprach …
„Wem haben Sie noch davon erzählt?“ Alaric stand auf und beugte sich über sie, die Hände auf die Armlehnen ihres Sessels gestützt. Sie schrak vor ihm zurück.
Im flackernden Licht des Kaminfeuers sah sie mit einem Mal verletzlich und sehr jung aus.
Sein Herzschlag beruhigte sich, und er richtete sich auf, um ihr Raum zu geben.
Es hatte keinen Sinn, die Frau einzuschüchtern. Zumindest noch nicht.
„Ich habe niemandem davon erzählt.“ Große Augen starrten ihn hinter der hässlichen Brille an, und in seiner Mitte regte sich etwas. „Zuerst wollte ich mit Ihnen darüber sprechen.“
Die Anspannung um seinen Brustkorb löste sich, und er konnte wieder tief atmen. „Gut. Das haben Sie richtig gemacht.“
Sie lächelte zögerlich, und er verspürte einen Anflug von Schuldgefühlen, weil er ihr Angst gemacht hatte.
„Wenn ich die Testergebnisse zurückerhalte, werden wir wissen, ob die Dokumente echt sind.“
„Tests?“ Er hielt inne. „Was für Tests?“
„Verschiedene“, sagte sie vorsichtig.
Alaric fuhr sich mit der Hand durchs Haar, trat einen Schritt zurück und stützte sich mit dem Ellbogen am Kaminsims ab. Sofort sah er, wie ihre Anspannung nachließ.
„Würden Sie mich aufklären?“
Errötend blinzelte sie, und für einen Moment war Alaric abgelenkt von der Art, wie ihre Lippen ein überraschtes O formten. Sie sah so weich und unschuldig aus.
Kurz danach war sie wieder ganz geschäftsmäßig. „Ich habe die Seiten ins Labor geschickt, um zu prüfen, ob sie so alt sind, wie ich glaube, und nicht eine moderne Fälschung.“
Sie hatte die Papiere weggeschickt? Wer hatte sie jetzt? Das wurde ja von Minute zu Minute schlimmer.
„Außerdem ist der Stil des Textes ungewöhnlich, deshalb habe ich ein paar Kopien zur Verifizierung an Kollegen geschickt.“
„Wer hat Ihnen die Erlaubnis dazu gegeben?“ Seine Stimme war ruhig, aber scharf.
Sie riss den Kopf hoch und spannte sich wieder an.
„Als ich hier angefangen hab, wurde mir erklärt, dass ich, solange alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die in den Archiven gefundenen Dokumente testen lassen darf.“
„Aber wenn Sie recht haben, sind das nicht irgendwelche Dokumente.“ Unwillkürlich ballte er die Hände zu Fäusten. Hatte sie denn keine Ahnung, was für ein Pulverfass sie da möglicherweise entdeckt hatte?
„Deshalb war ich ja auch besonders vorsichtig.“ Sie sprang auf und reckte das Kinn. „Auf keiner der Seiten, die ich weggeschickt habe, sind für sich allein genommen sensible Informationen zu finden.“ Sie hielt inne, bevor sie nachdrücklich fortfuhr: „Ich bin mir bewusst, dass diese Informationen vertraulich behandelt werden müssen. Und ich folge bei meiner Arbeit immer den angemessenen Protokollen.“
Alaric stieß langsam den Atem aus. „Und wenn jemand die Seiten zusammenfügt?“
„Nein.“ Sie schüttelte energisch den Kopf. „Das ist nicht möglich.“ Doch sie sah nicht ganz sicher aus.
Alaric war entschlossen, die Papiere so schnell wie möglich in seine Hände zu bekommen.
„Es wäre besser gewesen, sie hier im Haus zu lassen.“ Denn selbst wenn sich die Dokumente als Fälschung erweisen würden, könnten Gerüchte die derzeitige instabile Situation verschlimmern.
Fein geschwungene Augenbrauen schossen in die Höhe.
„Ruvingia hat nicht die Kapazitäten, um solche Tests ‚im Haus‘ durchzuführen.“ Er sah, wie ihr Brustkorb sich heftig hob und senkte. Offensichtlich kämpfte sie mit starken Emotionen.
„Ich entschuldige mich, sollte ich eine Grenze überschritten haben.“ Ihr Ton verriet, dass sie ihn für unvernünftig hielt. „Ich hätte das Ganze gern früher mit Ihnen besprochen, aber es war schwer, einen Termin...




