Whitten | The Nightshade God - Ein Hauch von Gift | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 592 Seiten

Reihe: Nightshade Crown

Whitten The Nightshade God - Ein Hauch von Gift

Roman - Die opulente und düstere neue Romantasy-Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin!
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-32691-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman - Die opulente und düstere neue Romantasy-Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin!

E-Book, Deutsch, Band 3, 592 Seiten

Reihe: Nightshade Crown

ISBN: 978-3-641-32691-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kann Lore dem toxischen Einfluss der Götter entkommen, bevor er ihr Verderben wird?
+++Jetzt zum Einführungspreis sichern! (Befristete Preisaktion des Verlages)+++


Lores Anstrengungen sind gescheitert: König Bastian erlag der finsteren Stimme der Gottheit, die seinen Verstand vergiftete, sie selbst musste ihre Heimat verlassen. Im Exil setzt sie alles ein, was ihre Vergangenheit sie gelehrt hat, um jene, die sie liebt, aus den Klauen der dunklen Macht zu befreien. Lore fasst den riskanten Plan, die verstreuten Teile eines Artefakts – angeblich die Quelle der göttlichen Kraft – zu finden und wieder zusammenzufügen. Nur so kann der zerstörerische Einfluss der Götter auf das Land beendet werden. Doch wer sich einem Gott in den Weg stellt, braucht mächtige Verbündete …

Gothic Vibes treffen auf den Trope Unlikely Allies – das Finale der opulenten Romantasy-Reihe von SPIEGEL-Bestsellerautorin Hannah Whitten bei Blanvalet.

Hannah Whitten schreibt, seit sie einen Stift halten kann. Kein Wunder, dass sie als Autorin des romantischen Bestsellers »Für den Wolf«, mit dem sie von 0 auf Platz 10 der »New York Times«-Bestsellerliste einstieg, heute unzählige Leser*innen zum Träumen bringt. Auch ihre »Nightshade Crown«-Trilogie wurde zu einem internationalen Bestsellererfolg. Sie lebt in Tennessee mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem Haus, das von einer temperamentvollen Katze regiert wird.

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Weitere Infos & Material


Kapitel eins


Lore

Lass meine Demütigungen dem Ruhm dienen, der Erhöhung derer, die über mir stehen.

Buch der Gebete, 367. Traktat

Lore war ein außerordentlich schlechter Sträfling.

Wenn man sie in einem Gefängnis hätte schmachten lassen, theatralisch über eine Pritsche in einer kahlen Zelle drapiert, und sie nichts anderes hätte tun müssen, als sich in der Gefangenschaft zu suhlen, dann hätte sie in ihrer neuen Lage vielleicht Großes vollbracht. Sie konnte nicht so gut vor sich hinbrüten wie Gabe – Götter, das konnte niemand –, aber sie hätte es auf einen Versuch ankommen lassen. Dann hätten wenigstens nicht immer ihre Augen getränt wegen der Asche in der Luft, sie hätte keine aufgescheuerten Blasen an den Händen gehabt und auch keinen verrenkten Nacken, von dem sie nicht mehr glaubte, dass er jemals wieder besser würde.

Nein. In derlei war Lore nicht gut.

Aber sie bemühte sich nach Kräften, es sich nicht anmerken zu lassen, denn die Wärter auf den Verbrannten Inseln wollten ihr das Dasein so schwer wie möglich machen. Und wenn Lore etwas noch mehr hasste als ihre derzeitige Lage, dann war es, jemand anders gewinnen lassen.

Sie richtete sich so weit auf, wie es ihr der schmerzende Rücken gestattete, und wischte sich mit dem Handgelenk über die Stirn. Die Riffelung ihrer Stirn überraschte sie jedes Mal aufs Neue. Eine Narbe als Andenken an den Tag, als sie das Nördliche Heiligtum hatte einstürzen lassen, um sich beinahe umzubringen und die Götter aus den Köpfen von ihr und Bastianzu verbannen.

An ihn zu denken, schmerzte. An Gabe zu denken, schmerzte ebenso. Sie versuchte, beides möglichst zu vermeiden. Zum Glück musste sie an viele andere Dinge denken, zum Beispiel daran, wie, in allen Höllen, sie von dieser verdammten Insel entkommen konnte. Wie sie in noch mehr als allen Höllen zu Apollius’ Körper auf dem Güldenen Berg gelangen konnte.

Wie sie Ihn töten konnte.

Doch obwohl sie pausenlos daran dachte, war sie der Antwort auf die Frage, wie sie es bewerkstelligen sollte, keinen Schritt näher gekommen.

Und bei all der Grübelei durfte sie trotzdem nicht vergessen, dass sie noch mindestens drei Edelsteine oder Goldklumpen finden musste, wenn sie heute Abend eine Mahlzeit und einen Schlafmatte wollte.

Wieder wischte Lore sich die Stirn ab. Ihre neue Narbe zu betrachten, war nicht so einfach, denn auf den Verbrannten Inseln gab es nur wenige Spiegel. Aber sie hatte ihr Spiegelbild immerhin in dem Trog gesehen, aus dem sie täglich viermal fünf Minuten lang mit einem Zinnbecher Wasser schöpfen und trinken durften, so viel sie konnten, ehe der Becher leer und die Zeit aufgebraucht war. Vom Haaransatz zogen sich rote Linien am Auge vorbei bis zu ihrem Wangenknochen. So schlimm war es gar nicht, aber Lore war eitel, und deshalb hätte sie am liebsten geheult.

Doch sie tat es nicht. Sie behielt das Wasser lieber bei sich.

Die Spitzhacke hatte einen gesplitterten Griff, und sie wickelte verstohlen den Stoff um ihre blutenden Handflächen, bevor sie ihn umfasste. Bastians Boxertrick stellte sich als sehr nützlich heraus. Keine der Spitzhacken war in sonderlich gutem Zustand, aber manche waren besonders heruntergewirtschaftet, und die besseren waren stillschweigend für die ältesten Häftlinge reserviert.

Allerdings war Lore überzeugt, dass sie auch nach fünfzig Jahren Haft noch die miserabelste Spitzhacke würde benutzen müssen.

Erneut holte sie aus und ließ die Spitzhacke auf den Fels niedersausen. Sie prallte ab, ohne auch nur eine kleine Delle zu verursachen. Doch der Kratzer, den das Axtblatt hinterlassen hatte, schimmerte schwach golden.

»Dann kriegen wir heute Abend wohl doch etwas zu essen«, murmelte Lore und verabscheute ihren plötzlichen Eifer. Auf dem Boden zu schlafen, flößte ihr nach allem, was sie erlebt hatte, keinen besonderen Schrecken mehr ein, Hunger jedoch schon. In den ersten Tagen auf den Inseln, als sie kaum etwas gefunden und abends meistens kein Essen bekommen hatte, hatte sich ihr Magen in ein wildes Tier verwandelt, das sie von innen mit seinen Krallen zu zerfetzen drohte. Auch Verzweiflung besaß Krallen, und wenn sie andere Häftlinge beobachtete, die wegen eines Fundstücks, das sie gegen Rationen eintauschen konnten, übereinander herfielen, hatte sie dafür Verständnis.

Viel war hier nicht mehr zu finden – die Zweite Insel war praktisch leergeschürft worden –, aber es gelang Lore trotzdem, täglich mindestens einen Fund zu machen. Vor allem, weil sie nicht darüber nachdenken wollte, wie weit sie dieses Verständnis strapazieren konnte, ehe daraus ein Plan wurde.

Die Hauptmine auf der Zweiten Insel war im Grunde nur ein einziges großes Loch von schwindelerregender Tiefe. Nach unten verjüngte sich das Loch stufenweise, und auf der Suche nach den Edelsteinen und dem Gold, die während des Göttersturzes aus den Blutstropfen Apollius’ und Nyxaras entstanden waren, als wären es die Samen von Schätzen, gruben die Häftlinge sich immer tiefer hinab. Je tiefer man kam, desto mehr konnte man finden.

Dürftige Geländer sollten die Gefangenen vor einem Sturz in den Tod bewahren, aber sie waren genauso gesplittert wie die Axtgriffe. Es kam nicht selten vor, dass Gefangene in die Tiefe fielen, entweder aus Versehen oder weil sie geschubst wurden. Oder weil sie sich dafür entschieden.

Offenbar waren die Geländer auf der Ersten Insel besser. Dort kamen die Gefangenen mit Geld hin, die nur ein paar Jahre einzusitzen hatten und nicht das ganze Leben. Die Zweite Insel war für Giftschieber, Hinterhofmörder und einfache Diebe. Hier landete man nur, wenn man dem Gebenedeiten König egal war oder ihn äußerst wütend gemacht hatte.

Lores Ankunft war also zwangsläufig Anlass zur Belustigung.

Etwas stieß sie in den Rücken, sodass sie beinahe Kopf voraus in das Loch gefallen wäre. »« Lore ließ ihre Spitzhacke fallen – sofort löste sich der Stoff von ihren blutenden Händen – und hielt sich an einem Felsbrocken neben ihr fest, um nicht nach vorn zu kippen. Die Kanten, die sie heute früh geschlagen hatte, schnitten ihr in die Handflächen, und eine dünne Blutschicht überzog den ans Licht gebrachten Goldschimmer.

Unten blitzten hier und da aus den zerklüfteten Steinen Juwelen hervor. Gefangene wimmelten um sie herum wie Ameisen auf dem Weg zu ihrem Hügel. Alles leuchtete verschwommen vor Lores Augen, denn Wassermangel und Erschöpfung verwandelten das Innere der Mine in ein Kaleidoskop.

»Entschuldige, Majestät.« Götter, das musste echt Spaß machen. Lore hatte gehofft, ihre Identität geheim halten zu können, aber diese Hoffnung hatte sich als ganz besonders töricht erwiesen. Alle Häftlinge der Zweiten Insel wussten, wer sie war, und alle hassten sie. »Ich dachte, du könntest besser das Gleichgewicht halten, wo du doch in den Ballsälen geübt hast.«

»Du weißt aber schon, dass ich nur ungefähr sechs Monate meines Lebens mit Ballsälen zu tun hatte, Jilly?« Nachdem Lore sich wieder gefangen hatte, drehte sie sich um und bedachte die Frau hinter ihr mit einem finsteren Blick. »Die übrige Zeit war ich Giftschieberin. Genau wie du.«

Jilly konterte mit einem ebenso finsteren Blick. Sie war vermutlich vierzig, hatte aber von jahrelanger Minenarbeit einen krummen Rücken, und trotz der Asche und des Nebels in der Luft wirkte ihre Haut sonnengegerbt. Lore fand, dass der Griff ihrer Spitzhacke, mit der sie in ihre Richtung wedelte, geradezu seidenweich aussah. »Du warst nie genau wie ich.«

Da steckte mehr Wahrheit drin, als Jilly wissen konnte.

»Und jetzt bist du hier, mit deiner großmächtigen Todesmagie«, fuhr Jilly fort. »Aber du willst sie nicht benutzen, um uns zu befreien. Du taugst wirklich zu gar nichts, Majestät.«

Lores leinenumwickelte Finger zuckten unwillkürlich auf der Suche nach Mortemfäden, die sie herbeirufen wollte. Sie spürte die Fasern des Todes, die alles hier durchzogen, den Fels und die Erde, und in den Menschen verliefen sie näher an der Oberfläche, als sie eigentlich sollten.

Aber sie ließen sich nicht rufen. Mortem gehorchte ihr nicht.

Auch das konnte sie Jilly nicht sagen. »Wie genau sollte das denn gehen? Ich verwandle alle Wachen zu Stein, und wir kapern die Schiffe, nur um hingerichtet zu werden, sobald wir das Festland erreichen? Ich weiß, dass der viele Staub hier schlecht fürs Gehirn ist, aber du hast doch bestimmt noch eins.«

Die ältere Frau zog die Lippen zu einem höhnischen Lächeln hoch, das die von Belladonna schwarzen Zähne entblößte. »Das wäre doch was«, sagte sie leise mit einer Spur Verzweiflung. »Etwas anderes als das hier. Hauptsache Hoffnung, auch wenn sie sinnlos ist.«

»Bewegt euch!«

Die Wachen auf den Verbrannten Inseln waren in gewisser Weise noch schlimmer als die Blutmäntel in der Zitadelle. Genauso aufgeblasen, dazu aber eine ordentliche Schippe Dummheit und stumpfe Gewalt. Der hier, Fulbert, war so groß wie Gabe und vermutlich doppelt so schwer und hatte so viel gesunden Menschenverstand wie eine benommene Kuh.

»Du bist zu weit oben, Jilly. Geh runter auf deine Ebene und lass die Königin.« Fulbert grinste Lore anzüglich an und scheuchte Jilly mit einer für Faustkämpfe gemachten Hand fort. »Willst du hier Hof halten, Majestät? Fehlt dir die Aufmerksamkeit der Zitadelle?«

»Ihr solltet euch unbedingt mal ’ne neue Nummer einfallen lassen«, grummelte Lore, während sie ihre Hände wieder umwickelte und zur...


Whitten, Hannah
Hannah Whitten schreibt, seit sie einen Stift halten kann. Kein Wunder, dass sie als Autorin des romantischen Bestsellers »Für den Wolf«, mit dem sie von 0 auf Platz 10 der »New York Times«-Bestsellerliste einstieg, heute unzählige Leser*innen zum Träumen bringt. Auch ihre »Nightshade Crown«-Trilogie wurde zu einem internationalen Bestsellererfolg. Sie lebt in Tennessee mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem Haus, das von einer temperamentvollen Katze regiert wird.



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