Wickstead / Hampton / Walker | Romana Extra Band 128 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 128, 448 Seiten

Reihe: Romana Extra

Wickstead / Hampton / Walker Romana Extra Band 128


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0824-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 128, 448 Seiten

Reihe: Romana Extra

ISBN: 978-3-7515-0824-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



LAVENDELNÄCHTE IN DER PROVENCE von RONA WICKSTEAD
Um ihre neue Kollektion vorzustellen, reist Designerin Nicole in die Provence. Als der gut aussehende Modezar Jérôme de Montignac sie irrtümlich für sein Hochzeitsdate hält, nutzt sie die Gelegenheit. Doch in den duftenden Lavendelnächten kommt sie ihm bald viel näher als geplant ...
EIN TRAUMPRINZ FÜR LIBBY von SUSANNE HAMPTON
Ein Blick von Dr. Daniel Dimosa und Krankenschwester Libby fühlt dieselbe Sehnsucht wie damals, als sie ein Paar waren. Dabei ist sie mit ihm auf der Luxusjacht, um einen Milliardär zu betreuen, nicht um zu flirten. Aber dann enthüllt der atemberaubende Arzt ihr etwas Unglaubliches ...
DIE SÜSSE RACHE DES STOLZEN SPANIERS von KATE WALKER
Atemlos sieht Rose, wer ihre Designer-Boutique betreten hat: Nairo Moreno - genauso sexy wie damals. Ist er etwa gekommen, um eine alte Schuld zu begleichen? Sie ahnt nicht, was der stolze Spanier Ungeheuerliches von ihr verlangen wird ...
ZÄRTLICHE TRÄUME IN SYDNEY von MARION LENNOX
Geld, Erfolg im Beruf, ein Traumhaus mit Blick über Sydney - und trotzdem unglücklich? Der attraktive Neurochirurg Bryn Dalton ist ein Rätsel für Tierärztin Kiara. Erst als sie herausfindet, was der Einzelgänger verbirgt, sieht sie ihn plötzlich mit anderen Augen ...



Geschichten über menschliche Beziehungen gehören zu Rona Wicksteads Leben wie die Luft zum Atmen, vor allem wenn sie zu einem Happy End führen. Deshalb war es geradezu unausweichlich, dass sie irgendwann selbst begann, Romances zu schreiben - die natürlich an den traumhaften Orten spielen, zu denen sie mit ihrem Mann gern reist.

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1. KAPITEL


„Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Flugkapitän“, tönte die blecherne Stimme aus den Lautsprechern. „Ich darf Ihnen mitteilen, dass wir unser technisches Problem beseitigt haben und nun auf den nächsten freien Startplatz für unseren Direktflug nach Lyon warten.“

Na endlich, dachte Nicole und schaute auf die Uhr ihres Handys. Die Maschine war schon verspätet in London eingetroffen, sodass sie später als geplant hatte einsteigen können. Mittlerweile hatten sie über zwei Stunden Zeit verloren. Spontan entschied sie sich, noch einmal ihre Chefin anzurufen, denn bisher hatte niemand an Bord angeordnet, dass die Mobiltelefone ausgeschaltet werden mussten.

„Nicole“, rief Barbara aufgeregt. „Sag mir nicht, dass ihr immer noch nicht gestartet seid!“

„Aus der Luft dürfte ich mich wohl kaum melden.“ Nicole seufzte. „Aber immerhin hat der Kapitän gerade angekündigt, dass es demnächst losgeht.“

„Eigentlich solltest du im Landeanflug auf Lyon sein“, jammerte Barbara. „Da haben wir alles so genau durchgetaktet, und jetzt schaffst du es nicht mehr rechtzeitig zur Modenschau.“

„Ja, das fürchte ich auch“, sagte Nicole frustriert. „Im Prinzip könnte ich direkt wieder aussteigen, aber das werden die mir kaum gestatten.“

„Tja, das ist dann das Ende.“ Barbara seufzte. „Am besten werfe ich gleich noch mal einen langen letzten Blick auf mein Atelier und verabschiede mich gedanklich schon mal davon. Und ich hatte so darauf gebaut, du könntest …“

„Beruhige dich, Barbara. Ich fahre auf jeden Fall ins Hauptquartier des Kunden und schaue, was sich machen lässt.“ Ich wäre besser bereits gestern geflogen, dachte Nicole missmutig. Aber da war noch nicht alles fertig, und außerdem hatte ihre Chefin die Hotelkosten sparen wollen.

Nicole verabschiedete sich und schaltete ihr Handy in den Flugmodus, denn nun rollte das Flugzeug tatsächlich rumpelnd in Richtung Startbahn.

„Ach du liebe Zeit“, rief ihre Sitznachbarin aus. „Haben Sie gerade davon gesprochen, dass Sie aussteigen wollen? Ich käme sofort mit.“ Sie umklammerte die Seitenlehnen so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten.

Ihr Englisch hatte einen deutlichen französischen Akzent, sodass Nicole ihr auf Französisch antwortete: „Dafür ist es jetzt leider zu spät, Madame. Aber machen Sie sich keine Sorgen, es wird schon alles gut gehen.“

„Sie sprechen Französisch“, erwiderte die Französin dankbar. „Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Es beruhigt mich. Wissen Sie, ich habe solche Flugangst, ich weiß gar nicht, wieso ich mich zu dieser Reise habe überreden lassen. Nächstes Mal kann meine Freundin zu mir nach Lyon kommen, das schwöre ich.“

Nicole musste lächeln. „Leben Sie in Lyon?“

Die Frau nickte. „Oh ja, ich habe fast mein ganzes Leben dort verbracht. Und Sie? Ich dachte ja erst, dass Sie Engländerin sind, Mademoiselle, doch so perfekt, wie Ihr Französisch ist …“

„Oh, das bin ich. Aber meine Mutter stammt aus Le Havre und hat immer Französisch mit mir gesprochen. Ich heiße Nicole, Nicole Fairfax.“

„Denise Marchand“, murmelte die Frau.

Nicole spürte, dass Denise nicht bei der Sache war, sondern sich zusehends mehr verkrampfte. Ich sollte sie ein bisschen ablenken, damit sie sich nicht so auf ihre Flugangst konzentriert. „Sagen Sie … wenn Sie aus Lyon kommen, dann kennen Sie doch sicher das Kaufhaus ‚Merveilles‘, oder?“

„Natürlich, das ist einer der luxuriösesten Shoppingtempel, die es gibt“, rief die Dame begeistert. „So wie Ihr Harrods in London. Alles nur vom Feinsten. Warum fragen Sie? Möchten Sie dort einkaufen, wenn Sie in der Stadt sind?“

„Eher im Gegenteil.“ Nicole schmunzelte. „Ich möchte denen etwas verkaufen, wissen Sie.“

„Verkaufen?“ Das Gesicht ihrer Nachbarin war ein großes Fragezeichen. „Wie soll ich das verstehen?“

„Nun, ich arbeite für die Londoner Modeschöpferin Barbara Banks“, erklärte Nicole. „In meinem Koffer befinden sich die besten Stücke der nächsten Sommerkollektion. Ich fliege nach Lyon, weil ich den Einkäufer des Hauses überzeugen möchte, diese Kollektion in sein Angebot aufzunehmen.“

„Das ist ja spannend“, rief Denise. Sie musterte ihre Gesprächspartnerin genauer. „Das Kostüm, das Sie tragen – stammt das auch aus dieser Kollektion? Das steht Ihnen nämlich sehr gut.“

„Nicht direkt“, erwiderte Nicole. „Das habe ich für mich entworfen und genäht. Aber wenn ich die Leute von ‚Merveilles‘ überzeugen kann, werde ich im Atelier mehr Mitspracherecht haben, und dann wird es auch solche Kostüme bei uns geben.“ Und wenn nicht, fügte sie in Gedanken hinzu, stehe ich auf der Straße. Es hängt alles von Raoul de Montignacs Entscheidung ab.

„Ich drücke Ihnen die Daumen“, rief Denise aus. Ihr Blick glitt seitwärts zum Fenster. „Das gibt’s ja nicht! Wir sind schon in den Wolken, und ich habe es nicht gemerkt.“

„Dann hat mein Ablenkungsmanöver offensichtlich geklappt.“ Nicole freute sich.

Denise sah sie überrascht an. „Das haben Sie geplant? Ach, Sie sind ein Engel! Ich wünschte, Sie würden im Flugzeug immer neben mir sitzen.“

Nicole lachte. „Und ich dachte, Sie wollten überhaupt nicht mehr fliegen.“

„Ach, wissen Sie“, erwiderte Denise augenzwinkernd, „wenn Sie dabei sind, würde ich es mir noch mal überlegen.“

Jérôme de Montignac schritt ungeduldig in der Empfangshalle der Lyoner Firmenzentrale auf und ab. Wo blieb sie nur? Sie hatten vierzehn Uhr ausgemacht. Erneut blickte er auf die Uhr. Schon zehn Minuten zu spät. Er hasste Unpünktlichkeit grundsätzlich, aber in diesem Fall störte es ihn ganz besonders, dass man ihn warten ließ.

Vermutlich hatte es damit zu tun, dass er sich nach wie vor nicht sicher war, ob es eine gute Idee war, die Dienste von Madame Sylvies Agentur in Anspruch zu nehmen. Vielleicht hätte er einfach seine Schwester anrufen und irgendeinen Vorwand erfinden sollen, weshalb er ohne Begleitung zu ihrer Hochzeit kam. Oder er hätte vorgeben können, einen Termin in New York zu haben, der sich absolut nicht verschieben ließ. Aber dann wäre Désirée sicher sehr enttäuscht gewesen, denn ihr war wichtig, dass ihre gesamte Familie bei ihrem großen Tag dabei war.

Und wenn er einfach die Wahrheit …? Nein. Er würde bei seinem Plan bleiben, denn gerade hielt draußen ein Taxi, dem eine hochgewachsene, schlanke Frau entstieg. Sie trug ein raffiniert geschnittenes Kostüm, das ihre Figur vorteilhaft betonte, und hatte das kastanienrote Haar zu einem strengen Knoten im Nacken zusammengesteckt.

Jérôme runzelte überrascht die Stirn. Hatte er Madame Sylvie nicht erklärt, sie sollte ihm eine dunkelhaarige Begleiterin schicken? Nun, jetzt war es zu spät, um das zu reklamieren. Der Taxifahrer hob einen großen rosafarbenen Schalenkoffer aus dem Kofferraum, den die Frau durch die sich automatisch öffnende Eingangstür ins Foyer zog. Ihre Pumps klapperten im Takt zum Abrollgeräusch über den Marmorboden.

„Sie sind spät dran“, entfuhr es ihm. „Ich warte bereits auf Sie.“

Die Frau warf ihm einen forschenden Blick zu. Ihre Augen waren von einem leuchtenden Grün. Sie sah kein bisschen aus wie Chantal. Dabei hatte er die Agentur doch extra gebeten, ihm eine Escort-Dame zu schicken, die ein ähnliches Äußeres hatte.

„Monsieur de Montignac?“

„Der bin ich.“

„Es tut mir aufrichtig leid wegen meiner Verspätung!“, versicherte sie mit bedauerndem Lächeln. „Ich habe dem Taxifahrer eine Prämie angeboten, wenn er schneller fährt, doch der Stau in der Stadt war nicht zu umgehen.“

„Ich weiß, was Freitagmittag in Lyon für ein Verkehr ist“, erwiderte er brummig. „Aber nun sind Sie ja da. Kommen Sie, dann kann es endlich losgehen.“

Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte sie überrascht, dann packte sie den Koffergriff fester.

„Natürlich. Sehr gern.“

Jérôme ging zu den Aufzügen und drückte den Knopf. Die Tür einer Kabine öffnete sich geräuschlos, und er machte eine einladende Handbewegung. „Bitte nach Ihnen.“

Die Frau rollte ihren Koffer in den Lift. Vermutlich dachte sie, er würde nicht bemerken, wie sie einen kurzen prüfenden Blick in den Spiegel warf. Aber natürlich, sie war eine Frau, deren Kapital ihr gutes Aussehen war. Und davon hatte sie in der Tat reichlich, musste er zugeben. Diese Haarfarbe, die im künstlichen Licht des Fahrstuhls wie Kupfer glänzte, die ausdrucksvollen grünen Augen, sogar die Sommersprossen auf ihrer Nase passten dazu … Er war überrascht, dass sie die nicht überschminkt hatte.

Wenn sie jetzt noch die passenden Umgangsformen an den Tag legte und in der Lage war, angemessen Konversation zu machen, dann würde er sich nicht mit ihr blamieren. Er trat zu ihr in die Kabine und drückte den Knopf für das zweite Untergeschoss.

Ihre Augen weiteten sich in Verwunderung. „Es geht nach unten?“

„Mein Auto steht nun mal in der Tiefgarage“, entgegnete er trocken. „Das ist praktischer, als es mit in den siebzehnten Stock zu nehmen.“

„In der Tat“, bemerkte sie.

Ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Ihre Lippen teilten sich, und zwei Reihen ebenmäßiger Zähne erschienen, was sie noch attraktiver wirken ließ.

„Die ganze Sache findet also gar nicht hier statt?“

„Oh nein, es sollte schon ein bisschen mehr Stil...



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