E-Book, Deutsch, 415 Seiten
Wiegartz Antike Bildwerke im Urteil mittelalterlicher Zeitgenossen
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-95899-249-8
Verlag: VDG Weimar - Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 415 Seiten
ISBN: 978-3-95899-249-8
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Statuen und Reliefs mit der Wiedergabe der menschlichen Gestalt gehören zum umfangreichen Fundus antiker Artefakte, die als Spolien Eingang in die mittelalterliche Kultur gefunden haben. Als eigenständige Gruppe wurden sie von der Forschungsliteratur jedoch kaum berücksichtigt. Ihre Bedeutung gilt aufgrund der geringen Anzahl an überlieferten Beispielen als marginal, das Verhältnis des mittelalterlichen Betrachters zur antiken Statuarik als indifferent bis ablehnend. Die vorliegende Studie zeichnet ein anderes Bild. Erstmals werden hier die Grundlagen der mittelalterlichen Aneignung antiker Bildwerke auf breiter Basis systematisch untersucht. Anhand von schriftlichen Quellen gelingt der Nachweis, dass ein Interesse am inhaltlichen Verständnis antiker Bildwerke während des Mittelalters ohne Frage wach geblieben ist. Von einem christlichen Weltbild geprägte Deutungsversuche folgen Mustern, die sich auch in der modernen Wissenschaft finden. Kenntnisse über die antiken Gattungen der Portrait- und Idealplastik blieben stets gewahrt, ebenso wie das Bewusstsein, dass es sich bei den Bildwerken um Relikte einer vergangenen Epoche handelte, die ihre religiöse Kraft eingebüßt hatten. Diese Einsichten wiederum öffneten den Weg nicht nur für eine ästhetische Wertschätzung. Antike Bildwerke wurden als Trophäen, Zeugnisse einer ruhmvollen Vergangenheit und Herrschaftszeichen vereinnahmt. Fehlbenennungen dürfen nicht ausschliesslich als Tribut an eine vermeintliche Unkenntnis gewertet werden, sondern folgen der antiken Praxis einer bewusst vollzogenen Umtaufe. Umgearbeite Sepulkralskulptur erweist sich als Geburtshelfer der mittelalterlichen Ehrenstatue. Und auch Spolien im Kontext von Heiligenfiguren veranschaulichen den Versuch, den geschichtlich und künstlerisch geschätzten Relikten einen Platz in der eigenen Kultur zuzuweisen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Cover;1
2;INHALT;7
3;Impressum;5
4;Vorwort;10
5;I. EINFÜHRUNG;11
6;II. ZUTREFFENDE DEUTUNGEN ANTIKER STATUEN;21
6.1;II.1 Mythologische Figuren;21
6.1.1;I. Tiber/„Marforio“ (Rom);21
6.1.2;II. Atlas (Ort unbekannt);22
6.1.3;III. Herkules (Venedig);26
6.1.4;IV. Venus (Rom);29
6.1.5;V. Venus (Florenz);33
6.1.6;VI. Hermaphrodit (Rom/Florenz);36
6.1.7;VII. Ru¨ckblick;39
6.2;II.2 Portraitplastik;40
6.2.1;I. Reiterstandbild des Theoderich (Aachen);41
6.2.2;II. „Homo mortuus“ (Aquino);44
6.2.3;III. Ru¨ckblick;47
7;III. FEHLDEUTUNGEN ANTIKER BILDWERKE;48
7.1;III.1 Mythologische Figuren;48
7.1.1;III.1.A Ikonographisch-bildliche Vorlagen und Analogieschlu¨sse– Herkules (Mailand); Sol/Roma (Rom); Roma/Ecclesia (Rom); Sonderfall Mars(Florenz) –;48
7.1.1.1;II. Sol/Roma (Rom);58
7.1.1.2;III. Roma/Ecclesia (Rom);67
7.1.1.3;IV. Sonderfall Mars (Florenz);69
7.1.2;I. Herkules (Mailand);49
7.1.3;III.1.B Wesensmerkmale mythologischer Gestalten– Flußgötter (Rom); Dornauszieher (Rom) –;75
7.1.3.1;I. Flußgötter (Rom);78
7.1.3.2;II. Dornauszieher (Rom);83
7.1.4;III.1.C Toponomastische Deutungsansätze– Marskopf (Meaux); „Marforio“ (Rom) –;88
7.1.4.1;I. Marskopf (Meaux);88
7.1.4.2;II. „Marforio“ (Rom);90
7.1.5;III.1.D Ru¨ckblick;92
7.2;III.2 Antike Bildwerke in der Bedeutung von Personifikationen;94
7.2.1;I. Sonderfall Athena: Scientia, Ecclesia (Rom);95
7.2.2;II. Togatus und Relief mit Attis: Kardinaltugenden (Pavia);99
7.2.3;III. Ru¨ckblick;103
7.3;III.3 Portraitstatuen;104
7.3.1;I. Reiterstatue des Marc Aurel: Konstantin, Waffenträger, Theoderich, Hadrian (Rom);106
7.3.2;II. Rossebändiger: die Philosophen Phidias & Praxiteles (Rom);118
7.3.3;III. Grabmal der Secundinier: Helena und Constantius I. Chlorus (Igel bei Trier);124
7.3.4;IV. Standbild des Augustus: P. Peruc/„Pépézuc“ (Béziers);129
7.3.5;V. Spätantike Kaiserstatue: Ratchis, Herakleios (Barletta);132
7.3.6;VI. Ru¨ckblick;139
7.4;III.4 Biblische Gestalten: Christlich-Alttestamentarische Deutungen;144
7.4.1;I. Fru¨hchristlicher Exkurs: Christus und die Blutflu¨ssige Frau, Moses und Aaron;145
7.4.2;II. Byzantinischer Exkurs: Salomo, Adam und Eva, Josua;148
7.4.3;III. Benjamin von Tudela und Magister Gregorius: Absalom, Samson, Salomo;151
7.4.4;IV. Ru¨ckblick;155
8;IV. ZWISCHENERGEBNISSE;159
9;V. ZUR FUNKTIONALISIERUNG ANTIKER BILDWERKE;172
9.1;V.1. Neuaufstellungen antiker Bildwerke ohne ikonographische Anbindung;172
9.1.1;I. Relieffragment, sog. „Chinzica Gismondi“ (Pisa);173
9.1.2;II. Imperatoren-Bu¨ste und Torso eines Satyrn (S. Matteo, Genua);177
9.1.3;III. „Regisole“ (Pavia);183
9.1.4;IV. Brunnenstatue (Siena);190
9.1.5;V. Simulacrum Veronae (Verona);196
9.1.6;VI. Ru¨ckblick;203
9.2;V.2 Zutreffende Deutungen;204
9.2.1;I. Tetrarchengruppe und spätantiker Kopf eines Kaisers (Venedig);204
9.2.2;II. Reiterstandbild des Theoderich und „Nudus“ (Aachen);211
9.2.3;III. Ru¨ckblick;216
9.3;V.3 Fehldeutungen oder bewußte Umtaufen – eine Hypothese;217
9.3.1;I. Exkurs: Gemmen;219
9.3.2;II. Zwischen Wunsch, Wille und Überzeugung;229
9.3.3;III. Ru¨ckblick;236
10;VI. DIE UMARBEITUNG ANTIKER BILDWERKE;238
10.1;VI.1 Portraits;239
10.1.1;I. Heinrich von Kärnten (Aquileia);239
10.1.2;II. Heinich IV. und Bertha (Padua);242
10.1.3;III. „Uomo di Pietra“ (Mailand);249
10.1.4;IV. Ru¨ckblick;253
10.2;VI.2 Heilige und andere christliche Gestalten;258
10.2.1;I. Erzengel Michael (Parma);259
10.2.2;II. Madonna am Grabmal des Guillaume de Braye (Orvieto);261
10.2.3;III. Hl. Petrus (Rom);264
10.2.4;IV. Hl. Clara und Hl. Franziskus am Grabmonument des Rolando da Piazzola (Padua);268
10.2.5;V. „Todaro“ (Venedig);271
10.2.6;VI. Hl. Georg (Venedig);278
10.2.7;VII. S. Giusto (Triest);280
10.2.8;VIII. Ru¨ckblick;283
11;VII. ZUSAMMENFASSUNG;286
12;Die als Übersetzung zitierten Quellen im Original;289
13;Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur;315
14;Abbildungsnachweis;347
15;Register;348
16;Abbildungen;359




