E-Book, Deutsch, 304 Seiten
Wigand München Reiseführer Michael Müller Verlag
5. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95654-535-1
Verlag: Michael Müller Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)
Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps
E-Book, Deutsch, 304 Seiten
ISBN: 978-3-95654-535-1
Verlag: Michael Müller Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)
E-Book zur 5. komplett überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2017
Kaum eine Stadt Deutschlands bietet ein derart reiches Aktionsfeld wie München. Annähernd verbindlich ist eigentlich nur die klassische Sightseeing-Tour durch die Wittelsbacher Opulenz und die weltberühmten Kunst- und Gemäldesammlungen.
Danach erliegen die einen dem Luxus der Maximilianstraße, andere tauchen ein in die Szene und Subkultur des Westends oder genießen die liberalitas bavariae in den Parks an der Isar. Und am Ende treffen sich dann alle wieder auf eine Maß Helles in den vielen Biergärten und Brauereischwemmen der Stadt.
Und wenn München zu sehr leuchtet: Draußen warten die Hausberge und die Seen des Hinterlands auf all jene, die sich wieder auf Normalmaß einpendeln wollen. Neben Stadtspaziergängen und Abstechern ins Münchner Umland bietet der Guide zahllose Ausflüge in die praktischen Dinge des Reiselebens - Übernachten, Essen, Trinken, Shopping, Nightlife ...
Ab 2017 neu: Die Neuauflage des City-Guides erscheint in komplett neuem Outfit und ist dadurch noch übersichtlicher und griffiger - zahlreiche neue Features (z. B. ein Kapitel für den schmaleren Geldbeutel, ein Kinderkapitel, Top-Listen sowie Restaurants und Museen auf einen Blick) erleichtern die Orientierung. Den Auftakt bilden Themenseiten zu den Stadtvierteln und Sehenswürdigkeiten, zur Kulinarik, zum Nachtleben und zum Shopping.
Die Touren und Ausflüge führen in alle Winkel der Stadt, wobei auch Viertel abseits der Top-Sehenswürdigkeiten berücksichtigt werden. Subjektiv, persönlich und wertend - die MM-Bücher mit ihren Restaurant- und Einkaufstipps, ihren Hintergrundgeschichten und Service-Infos sind, was sie schon immer waren: mehr als 'nur' Reiseführer.
Achim Wigand
Jahrgang 1968, mäanderte nach ausgedehntem Studium durch die deutsche Dienstleistungsgeographie und arbeitete als Gastrojournalist, Boxtrainer, Veranstaltungstechniker und in der Öffentlichkeitsarbeit eines großen Unternehmens.
Ein erstes Reisebuch - Montenegro, 2006 - entstand als eher ungeplantes Beiprodukt eines Theaterprojekts. Die umfangreichen Recherchen für 'München MM-City' diente als Generalqualifikation für seine heutige Hauptbeschäftigung: Achim Wigand ist Tourguide in der bayerischen Metropole.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Spaziergang Mit Valentin-Karlstädt-Musäum Isartor Ausgangspunkt der Tour durch das historische und touristische Herz der Stadt ist der Isartorplatz (S-Bahn und Tram 17/18 Isartor), eine leider vom meist sehr heftigen Verkehr des Altstadtrings weitgehend um ihren Charme gebrachte Freifläche. Dominantes Bauwerk ist das namengebende Isartor an der Westseite des Platzes, nicht nur eines der ältesten Bauwerke Münchens überhaupt, sondern auch das einzige in weitgehend ursprünglicher Gestalt erhaltene Stadttor der ehemals geschlossenen Befestigungsanlage. Der Hauptturm wurde bereits 1337 fertiggestellt, ein knappes Jahrhundert später kamen zwei achteckige Wehrtürme hinzu (alle noch vollständig intakt). Signifikant modifiziert wurde die Anlage erst im 19. Jh., als das seit dem Hochmittelalter stark angestiegene Verkehrsaufkommen eine Anpassung an die neuen Realitäten erforderlich machte. Zwar hätte Kronprinz Ludwig das historische Gemäuer am liebsten mit harter Aristokratenhand abgerissen, aber die beiden großen Baumeister der Stadt, Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner, stemmten sich gegen diesen Kahlschlag, und so wurde das Isartor unter Gärtners Ägide von 1833 bis 1835 umfassend saniert. Zur Besänftigung streichelte man das Haus Wittelsbach mit einem heroisierenden Fresko an der Stirnmauer zwischen den Wehrtürmen - dass der „Siegeseinzug Ludwigs des Bayern nach der Schlacht von Ampfing 1322“ wahrscheinlich eine historische Fiktion ist, hat die noble Herrschaft anscheinend wenig gestört. Im Innenhof des Ensembles wird in der Adventszeit angeblich „der Welt größte Feuerzangenbowle“ ausgeschenkt. Das ist dann auch die einzige Zeit im Jahr, in der das ansonsten etwas verlassen wirkende Baudenkmal wirklich belebt ist. Im südlichen Oktogonalturm befindet sich das dem berühmten Komiker- und Kabarettistenduo Karl Valentin und Lisl Karlstadt gewidmete Valentin-Karlstadt-Musäum mit so hinreißenden Exponaten wie dem Telefon des „Buchbinders Wanninger“, der im gleichnamigen Sketch von der Buchhaltung der Firma Meisl & Companie in den fernmündlichen Wahnsinn getrieben wird. Niedlich auch das zugehörige, wunderbar plüschige Oma-Café im Obergeschoss. Die Öffnungszeiten des Museums sind - natürlich - kurios: Mo/Di/Do 11.01-17.29 Uhr, Fr/Sa 11.01-17.59 Uhr, So 10.01-17.59 Uhr, Mi geschlossen. Eintritt 2,99 €, erm. 1,99 €, Kinder frei. Münchner Urgrund Im Tal Der weitere Weg zum Marienplatz - durch das Isartor und immer geradeaus - führt ebenfalls über Münchner Urgrund: Die Straße mit dem naturverbunden-heimelnden Namen „Tal“ gibt es seit mindestens 1253, wie eine Spendenquittung des Klosters Raitenhaslach belegt. Ehedem die breiteste Straße der Münchner Innenstadt, hat das Tal wenig von der Trubeligkeit der früheren Jahre eingebüßt. Vor allem sind es Niederlassungen der Fast-Food- und Franchise-Fraktion, die das internationale Publikum auf seinem Weg zum Glockenspiel des Neuen Rathauses schnellverköstigen. Kaum zu glauben, dass sich hier einst geschichtlich Bedeutsames zugetragen hat: Im Anwesen mit der Hausnummer 38, das heute harmlose Geschäfts- und Wohnräume beherbergt, befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg das „Leiberzimmer“ der Sterneckerbrauerei, in dem 1919 ein zugereister Österreicher erstmals einer Versammlung einer völlig unbedeutenden Splitterpartei beiwohnte. Der Österreicher wurde später Diktator, die rechte Sektierertruppe (damals noch Deutsche Arbeiterpartei, DAP) avancierte zur omnipotenten Staatspartei. Den oberen Abschluss des Tals markiert die Heiliggeistkirche. Bereits 1208 stiftete Herzog Ludwig der Kehlheimer hier ein Pilgerheim und Spital, das wenig später (1250) um eine Spitalkirche ergänzt wurde. Die brannte schnell wieder ab und wurde durch die 1392 fertiggestellte älteste Hallenkirche Münchens ersetzt. Von der ursprünglich spätgotischen Substanz ist aber nichts mehr zu sehen, die barocke Modernisierungslust unterzog den ganzen Komplex 1723-30 einem sehr weitgehenden Update im Geist des kurz vorher verstorbenen Oberhofbaumeisters Giovanni Antonio Viscardi; der Spitalbau wurde nach einem halben Jahrtausend karitativer Basisarbeit 1885 sogar vollständig abgerissen. Der Innenraum der Heiliggeistkirche besticht vor allem durch die Deckenfresken von Cosmas Damian Asam, besondere Aufmerksamkeit verdient die Darstellung des uralten Münchner Brauchs des „Brezenreiters“ im Mittelschiff. Die Fresken mussten (wie die Kirche selbst) nach dem Zweiten Weltkrieg von Grund auf restauriert werden - nach dem Inferno des Bombenkriegs standen vom ganzen Ensemble nur noch die Außenmauern. Essen & Trinken 3 Toshi 4 Klosterwirt 9 Schubeck 10 Matsushisa 13 Paisano 15 Zum Dürnbräu 16 Weisses Bräuhaus 19 Der Pschorr 21 Tian Cafés 5 Donisl 6 Rathauskantine 12 Café Glockenspiel 14 Café Centrale 17 Turmstüberl 22 Vits Nachtleben 1 Café Kosmos 2 Hearts 11 Cortiina Bar 18 Roy Einkaufen 7 deeply felt 8 Kaufhaus Beck 12 apple-Store 20 Globetrotter Schönster Blick auf die Altstadt Der Alte Peter Bevor man ins Marienplatzgetümmel eintaucht, braucht es erst einmal einen richtigen Überblick, und den hat man fraglos von oben, genauer: vom erklimmbaren Turm der Peterskirche. Um Münchens Vintage-Aussichtspunkt zu erreichen, biegt man an der Heiliggeistkirche links in Richtung Viktualienmarkt ab, passiert die sog. „Metzgerzeile“, hält sich nach knapp 100 m rechts und steigt schließlich einige Schritte das Petersbergerl hinauf. Die Pfarrkirche St. Peter ist Urpunkt der Münchner Baugeschichte. Schon lang bevor Heinrich der Löwe sein Schurkenstück mit dem Freisinger Bischof trieb, das schließlich zur Stadtgründung führte (? „Stadtgeschichte“), stand auf der damals noch namenlosen Anhöhe unweit der Isar ein bescheidenes romanisches Kirchlein, das knapp 250 Jahre später durch einen 1294 geweihten gotischen Neubau ersetzt wurde. Die lang gehegte Vermutung eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 800 gilt heute als widerlegt. Nach erheblichen Schäden durch eine Brandkatastrophe musste schon 1327 der Ostchor komplett neu gebaut werden. Auch die ursprüngliche Doppelturmanlage wurde später durch einen 91 m hohen massiven Hauptturm ersetzt. Der bekam im 1621 ein fesches Renaissance-Hütchen und bietet den wahrscheinlich schönsten Ausblick über die Altstadt - unverbaute 360 Grad! 306 Stufen (kein Aufzug) führen auf die 56 m hoch gelegene Aussichtsgalerie. Der Innenraum wurde anfangs stärker von den wechselnden Moden bestimmt, bis dann im frühen 18. Jh. mit der Rokoko-Gestaltung (u. a. durch Johann Baptist Zimmermann) ein gewisser Endpunkt erreicht war; die weitere kunsthistorische Entwicklung schlug sich nicht mehr so stark nieder. Dominantestes Ausstattungselement ist wohl der gewaltige barocke Hochaltar von Egid Quirin Asam (1734). St. Peter ist eines der Wahrzeichen Münchens - nicht nur wegen seines beinahe biblischen Alters und seines formidablen Aussichtsturms. In den Jahren nach 1945 wurde die Kirche zum Symbol des Wiederaufbaus der zerstörten Stadt: Nach zwei Volltreffern und unzähligen Detonationen im nahen Umfeld schien sie unwiederbringlich verloren,...




