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E-Book, Deutsch, Band 0142, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
Wilkins / Brand / Templeton Tiffany Duo Band 142
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-116-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0142, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
ISBN: 978-3-95446-116-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf starken Armen
Fiona Brand
Seit Jahren hat die bezaubernd schone Anna Visionen von einem attraktiven Mann, der sie liebt und aus großer Gefahr rettet. Als sie überfallen wird, ruft sie ihn telepathisch - und er kommt: Blade Lombard bringt Anna in Sicherheit. Er ist der Held aus ihren Träumen...
Darling, sag die Wahrheit!
Karen Templeton
Am liebsten würde Sarah nicht zur Hochzeit ihrer Schwester gehen. Doch das ist unmöglich, und so gibt es keinen Ausweg: Sie wird Dean wieder sehen! Dean, der sie so sinnlich geliebt und dann verlassen hat. Und der nicht ahnt, dass er eine Tochter hat...
Der Fremde in Zimmer 205
Gina Wilkins
Eigentlich sollte eine junge Rechtsanwältin kühler und kontrollierter sein! Aber wenn es um Sam geht, dann ist es für Serena völlig unmöglich, auf die Stimme der Vernunft zu hören. Obwohl sie so gut wie nichts über ihn weiß, will sie nur eins: von ihm geliebt werden...
Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Gina Wilkins (auch Gina Ferris Wilkins) hat über 50 Romances geschrieben, die in 20 Sprachen übersetzt und in 100 Ländern verkauft werden! Gina stammt aus Arkansas, wo sie Zeit ihres Leben gewohnt hat. Sie verkaufte 1987 ihr erstes Manuskript an den Verlag Harlequin und schreibt seitdem hauptberuflich. Ihre Romane sind auf allen großen amerikanischen Bestsellerlisten gelandet. Sie glaubt fest daran, dass auch für Autorinnen ein Netzwerk unerlässlich ist, und engagiert sich in verschiedenen Organisationen. Häufig wird sie zu Konferenzen zum Thema 'Verfassen von Romances" eingeladen, aber am liebsten spricht sie vor Schülern, um diese zum Schreiben und Lesen zu motivieren. Sie ist überzeugt, dass ihr lange glückliche Ehe und ihre drei wundervollen Kinder viel zu dem Erfolg ihrer Karriere beigetragen haben.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Es regnete, als Anna die Bibliothek verließ. Sie zog ihren Regenmantel an, während die schweren Doppeltüren hinter ihr abgeschlossen wurden und der große schweigsame Mann, der so spät die Aufsicht geführt hatte, die Kapuze seines weiten schwarzen Umhangs aufsetzte und in der Nacht verschwand.
Anna strich sich das lange Haar aus dem Gesicht und schritt die Holztreppe hinunter. Sie hielt ihre Aktentasche fest in der Hand und stellte sich darauf ein, bis auf die Haut durchnässt zu sein, ehe sie ihre Wohnung erreichte.
Wie immer ging sie abseits des Lichts der Straßenlaternen, musterte die Straße, die Autos. Alles schien in Ordnung zu sein, doch ihr Gefühl sagte etwas anderes. Sie fühlte sich verfolgt.
Ein Schauder erfasste sie, und das kam nicht von der Kälte allein. Sie dachte daran, was sie heute Morgen in der Zeitung gelesen hatte – eine Notiz, in der sie offiziell für tot erklärt wurde.
Sie hätte mit so etwas rechnen müssen. Ihr Stiefvater Henry de Rocheford hatte wahrscheinlich genau wie sie an ihren bevorstehenden Geburtstag gedacht und daran, was dieser Tag für sie beide bedeutete. Seit Jahren war sie auf der Flucht vor ihm, doch jetzt war Henrys Geduld scheinbar zu Ende.
Er wollte ihren Tod.
Ihr wurde übel. Und sie hatte Angst.
Es war Henry nicht gelungen, sie umzubringen. Noch nicht. Den letzten Versuch hatte er vor sieben Jahren unternommen, danach hatte sie sich versteckt. Jetzt schien er offensichtlich einen anderen Weg gefunden zu haben, sie loszuwerden. Eine legale Möglichkeit, sie für immer vom Hals zu haben. Pünktlich vor ihrem siebenundzwanzigsten Geburtstag, wenn sie die Kontrolle über das Minenunternehmen ihres Vaters bekommen würde. war bisher treuhänderisch für Anna verwaltet worden. Das sollte sich nach ihrem Geburtstag ändern.
De Rocheford war ein kluger und mächtiger Mann, dazu gut aussehend und charismatisch. Er war der Halbbruder ihres Vaters, und obwohl er keine unmittelbaren Ansprüche auf das Erbe seines Bruders besaß, leitete er die Gesellschaft seit seiner Heirat mit Annas Mutter kurz nach Hugh Tarrants Tod.
Ein vorbeifahrendes Auto spritzte kaltes Wasser auf sie. Anna ging schneller. Ihre kurzen Schritte klangen seltsam erstickt, gedämpft von Nebel und Regen. Als sie von der Helligkeit des Parkplatzes der Bibliothek in die schlecht beleuchtete Gasse bog, die den Ambrose Park begrenzte, hatte sie die merkwürdige Ahnung, dass die Nacht sie ganz verschlingen könnte.
Sie hätte nicht so lange in der Bibliothek bleiben sollen. Das würde ihr morgen leid tun, wenn sie in wieder zwölf Stunden auf den Beinen sein musste. Eigentlich hatte sie nur über den Nachmittag in die Bibliothek gehen wollen, um an ihrem Roman weiterzuschreiben. Doch sie war nicht bei der Sache gewesen. Sie hatte nur an diese verdammte Zeitungsnotiz gedacht und an ihren Versuch, ihren Anwalt zu kontaktieren.
Der Versuch war gescheitert.
Emerson Stevens war vor ein paar Wochen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Am Empfang der Kanzlei war man höflich, aber reserviert gewesen: Wenn Anna mit einem Anwalt sprechen wolle, solle sie bitte einen Termin vereinbaren. Das überraschte Anna nicht, immerhin war sie in ihrer Serviererinnenuniform gekommen, mit dem Schriftzug von quer über der Brust, und hatte sich unter dem Namen Johnson vorgestellt. Emerson Stevens war der Einzige gewesen, der wusste, wer sie in Wahrheit war. Und jetzt war er tot. Anna bekam einen Gedanken nicht aus ihrem Kopf: Ging dieser Autounfall auch auf Henrys Konto? Die Dame am Empfang der Kanzlei hatte ihr erzählt, dass der Unfallverursacher Fahrerflucht begangen hatte.
Das schäbige Licht über dem Eingang zum Ambrose Park war die einzige Lampe, die nicht zerbrochen oder gestohlen war. Tagsüber konnte man in diesem Park schön spazieren gehen, doch nachts verfügte er über keinerlei Charme.
Anna hörte ein Geräusch. Leise Schritte direkt hinter ihr. Ihre Nackenhaare sträubten sich.
Sie duckte sich instinktiv, wich aus und fühlte einen kühlen Luftzug, als etwas an ihrem Kopf vorbeisauste. Schnell schlug sie mit ihrer Aktentasche zu. Sie hörte einen leisen Fluch, ein Stöhnen, als die Person, die versucht hatte, sie zu schlagen, auf dem nassen Boden ausglitt, stürzte und sie um ein Haar mit sich gerissen hätte.
Ein Stiefeltritt traf sie schmerzhaft ans Knie. Anna schwankte, versuchte das Gleichgewicht zu halten und ließ beinahe ihre Tasche fallen. Als sie sich umdrehte, sah sie, wie ihr Angreifer wieder aufstand. Er hielt ein Gewehr in der Hand.
Die Zeit schien langsamer zu vergehen, dann stillzustehen. Anna erstarrte. . Da sprang sie instinktiv in die Dunkelheit.
Jetzt galt es schnell zu überlegen. Der Park bot ihr gute Möglichkeiten, sich zu verbergen, die Bäume lagen näher als jedes Gebäude, das Unterholz wucherte dicht. Und es war dunkel. Solange er sie nicht sah, konnte der Mann nicht auf sie schießen.
Anna presste die Tasche an die Brust und rannte noch schneller, doch ihre Schuhe rutschten auf dem nassen Gras.
Sie warf einen Blick zurück. Adrenalin schoss in ihre Adern, als sie sah, dass der Mann sie verfolgte. Sie stolperte und fing sich wieder. Oh Gott, sie war leichtsinnig geworden in dem Bewusstsein, dass ihr siebenundzwanzigster Geburtstag nicht mehr fern lag und dieser ganze Wahnsinn damit endlich vorbei sein würde. Sie hatte sich geirrt, man hatte sie gefunden. Jemand hatte ihr aufgelauert.
Wäre sie weniger geübt, weniger wachsam gewesen, wäre sie jetzt tot. Das war so sicher, wie sie wusste, dass Henry sie aufgespürt hatte.
Sie hatte einen Fehler begangen. Wie dumm.
Die Zeitungsnotiz hatte offensichtlich noch einem anderen Zweck gedient als nur dem juristischen. Die Nachricht war benutzt worden, um Anna aus ihrem Versteck zu locken. Jemand musste die Anwaltskanzlei beobachtet haben und ihr von dort gefolgt sein.
Sie hätte Emerson Stevens anrufen sollen, anstatt einfach unangemeldet dort aufzutauchen. Bei einem Anruf hätte sie erfahren, dass Emerson tot und dass es sinnlos war, die Kanzlei aufzusuchen, denn niemand außer Stevens wusste, wie sie aussah. In der Kanzlei gab es keinen, der nicht davon überzeugt war, dass Anna Tarrant gestorben war, als ihr Wagen vor sieben Jahren von einer Klippe ins Meer stürzte.
Henrys Plan war so einfach wie genial. Ihr Stiefvater ging offenbar sehr sorgfältig vor. Wenn er sie gesetzlich für tot erklären ließ, wäre sein Anspruch auf Tarrant Holdings legal gesichert. Es sei denn, Anna bewies, dass sie noch am Leben war. Das wiederum bedeutete jedoch, dass sie in die Öffentlichkeit treten, ja möglicherweise sogar eine DNA-Analyse machen musste, um zu beweisen, dass sie tatsächlich Anna Tarrant war. Auf jeden Fall würde ihr Leben im Versteck beendet sein. Was es Henry einfach machte, sie zu töten.
Sie hörte Schritte, und erneut machte sich Panik in ihr breit. Der Mann kam näher. Anna rannte noch schneller, hörte den keuchenden Atem ihres Verfolgers, als er versuchte, sie einzuholen, fühlte beinahe seine Finger an ihrem Arm, ihrer Schulter. Wie von einer fremden Kraft aufgezogen lief sie weiter, immer auf die Bäume zu, bis sie sie endlich erreicht hatte. Zweige schlugen gegen ihre Beine, rissen an ihrer Kleidung, als sie blindlings weiterrannte in die Finsternis. Sie schwankte verwirrt, schlug mit dem Kopf gegen einen Baum und stürzte überrascht zu Boden.
Sie drehte sich um und kroch weiter, froh, dass die Blätter zu nass waren, um zu rascheln. Da hörte sie einen Fluch. Licht blendete sie, als der Schein einer Taschenlampe über die Bäume zuckte. Sie presste sich auf den Boden, hielt den Atem an.
Nach einer Ewigkeit ging der Mann weiter. Sie hörte seinen ungleichmäßigen Schritt, als würde er humpeln, fühlte eine Schwellung auf ihrer Stirn, schmeckte Blut.
Nach ein paar Minuten wähnte Anna sich in Sicherheit. Ihr war schwindelig, als sie aufstand und in die Richtung lief, die der des Mannes entgegengesetzt war. Sie tastete sich von Baum zu Baum, setzte auf dem unebenen Boden vorsichtig einen Fuß vor den anderen.
Da hätte sie der Lichtkegel der Taschenlampe um ein Haar gestreift. Schnell bückte sie sich und versteckte sich hinter einem Baumstumpf, hielt den Atem an. Als der Lichtschein weiterwanderte, presste sie die Aktentasche an ihre Brust. Dann nahm sie sich ein Herz und eilte auf die einzige Lichtquelle zu, die sie ausmachen konnte – ein blauroter Schimmer, der von dem Neonlicht in der Nähe ihrer Wohnung herrührte.
Wenige Minuten später trat sie zwischen den Bäumen hinaus – ins Nichts.
Der Fall kam überraschend. Eine ganze Weile lag sie reglos da, in einem Wasserauffangbecken, roch den Schlamm und hörte ihren raschen Herzschlag. Noch immer hielt sie die Aktentasche, die unter ihr lag. Die harten Kanten pressten sich in ihren Bauch, an ihre Brust. Sie würde eine Menge blauer Flecken davontragen.
Sie erhob sich auf Hände und Knie, packte die Tasche und kämpfte gegen das Schwindelgefühl in ihrem Kopf an. Als sie es fast geschafft hatte, aus der Kuhle zu klettern, rutschte sie ab und fiel, gezogen von ihrer schweren Tasche, wieder zurück in das kalte schlammige Nass. Anna schrie leise auf. Schmerz durchzuckte sie, als hätte ihr jemand ein Messer in den Schädel gerammt, und alles um sie herum wurde schwarz.
Kurz bevor sie ohnmächtig wurde, dachte sie an das Geheimnis, in das sie sich als Kind geflüchtet hatte.
Ihr Ritter.
Schemenhaft sah sie sein Gesicht: Das lange nachtschwarze Haar, die dunklen Augen, das scharf geschnittene Gesicht, das so...




