Wilkins / Ferrarella / Bond | Julia Saison Band 65 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 65, 384 Seiten

Reihe: Julia Saison

Wilkins / Ferrarella / Bond Julia Saison Band 65

zum Valentinstag
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0806-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

zum Valentinstag

E-Book, Deutsch, Band 65, 384 Seiten

Reihe: Julia Saison

ISBN: 978-3-7515-0806-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



TAUSEND ROTE ROSEN von MARIE FERRARELLA
Als Theresa am Valentinstag zauberhafte Rosen vor ihrer Tür findet, wagt sie kaum daran zu glauben: Ist Christopher, ihre große Liebe, den sie so sehr enttäuschte, wirklich zu ihr zurückgekehrt?

DER VALENTINO-DIAMANT von STEPHANIE BOND
Damit Carter nicht merkt, wie verliebt sie noch immer in ihn ist, sucht Faith sogar den Verlobungsring für seine neue Freundin mit aus - und kann beim besten Willen nicht erklären, warum sie sich Carter trotzdem leidenschaftlich hingibt...

PRALINEN, ROSEN, DIAMANTEN von GINA WILKINS
Teure Gaben zum Valentinstag - glaubt Richard vielleicht, dadurch sei alles wieder gut? Oh nein! Was Jessica von ihm will, ist ein Geschenk, das sie erkennen lässt, wie sehr er sie wirklich liebt ...



Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Gina Wilkins (auch Gina Ferris Wilkins) hat über 50 Romances geschrieben, die in 20 Sprachen übersetzt und in 100 Ländern verkauft werden! Gina stammt aus Arkansas, wo sie Zeit ihres Leben gewohnt hat. Sie verkaufte 1987 ihr erstes Manuskript an den Verlag Harlequin und schreibt seitdem hauptberuflich. Ihre Romane sind auf allen großen amerikanischen Bestsellerlisten gelandet. Sie glaubt fest daran, dass auch für Autorinnen ein Netzwerk unerlässlich ist, und engagiert sich in verschiedenen Organisationen. Häufig wird sie zu Konferenzen zum Thema 'Verfassen von Romances" eingeladen, aber am liebsten spricht sie vor Schülern, um diese zum Schreiben und Lesen zu motivieren. Sie ist überzeugt, dass ihr lange glückliche Ehe und ihre drei wundervollen Kinder viel zu dem Erfolg ihrer Karriere beigetragen haben.

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1. KAPITEL

„Du sollst dich für mich ausgeben.“

T. J. betrachtete verblüfft den Hörer in ihrer Hand. Also war es wieder einmal soweit! Du lieber Himmel! Einfach unglaublich! Einen Moment glaubte T. J. zu träumen, doch sie erinnerte sich noch ganz genau, was geschehen war, bis sie diesen ominösen Satz hörte …

Das Telefon auf dem Schreibtisch in dem sonnendurchfluteten Büro im siebenten Stock hatte schon dreimal geklingelt, bevor Theresa Jean Cochran es bewusst wahrnahm. Die Zahlenkolonnen auf dem Computerbildschirm nahmen T. J. so gefangen, dass sie nur blindlings nach dem Hörer tastete. Prompt verfehlte sie ihn und drückte stattdessen die Freisprechtaste am Telefon.

„Hallo“, sagte sie zerstreut.

„Hallo, T. J.!“ Das war die Stimme von Theresa Joan Cochran.

Verunsichert betrachtete T. J. das Telefon. Wieso rief Theresa an? Wieso stürmte sie nicht wie üblich ohne anzuklopfen herein? Theresa klopfte nie an. Als Präsidentin der C&C Werbeagentur fegte sie einfach in jeden Raum auf den drei Etagen, die ihre Firma im Endicott-Gebäude belegte. Es gab nur eine Ausnahme, und das war der Waschraum der Männer. Und hätte man Theresa genügend gereizt, wäre sie vermutlich sogar da hineingeplatzt – natürlich ohne anzuklopfen. Bisher hatte allerdings noch niemand ausprobiert, wie weit die Präsidentin gehen würde.

Theresa war nun einmal die Chefin der Werbefirma, die ihr Großvater gegründet und ihr Vater durch seinen Fleiß an die Spitze gebracht hatte. Doch selbst wenn sie nicht die Chefin gewesen wäre, hätte sie nichts dabei gefunden, unangemeldet im Zimmer ihrer Cousine zu erscheinen. Das hatte Theresa schon gemacht, als sie noch Kinder waren, und mittlerweile war es für sie so selbstverständlich geworden wie der nächste Atemzug.

T. J., die nach derselben Großmutter wie ihre Cousine benannt worden war, griff nach dem Hörer. Trotz des Sonnenscheins, der durch die beiden Fenster hinter ihr ins Büro hereinfiel, fröstelte sie plötzlich. Man konnte es eine Ahnung drohenden Unheils nennen, das oft mit Theresa verbunden war.

Den Ton, den ihre Cousine angeschlagen hatte, kannte T. J. nur zu gut. Theresa wollte etwas. Und zwar wollte sie einen Gefallen. Einen „klitzekleinen winzigen Gefallen“, wie sie sich ausdrückte.

Es war stets nur ein klitzekleiner winziger Gefallen gewesen, der sich unweigerlich im Schneeballsystem zu einer Lawine entwickelte, die T. J. einfach mitriss. Als sie noch Kinder und Jugendliche waren, hatte es sich um ziemlich verrückte Dinge gehandelt. In der letzten Zeit drehte es sich hauptsächlich um Arbeit. Meistens musste ein Auftrag auf diplomatische Weise gerettet werden, nachdem Tornado-Theresa einen Pfad der Verwüstung hinterlassen hatten. Diesen Namen hatten Theresa die älteren und bereits von ihr geschädigten Angestellten gegeben.

T. J. vermutete, dass Theresa ihren Spitznamen kannte und ihn sogar als Kompliment verstand, obwohl er absolut nicht so gemeint war.

Altersmäßig lagen sie nur neun Monate auseinander, wobei T. J. die Ältere war. Theresa war extrovertiert und lenkte alle Blicke auf sich. Theresa war auch diejenige, die ständig fotografiert wurde, wenn sie von einem der meistbegehrten Junggesellen des Landes umworben wurde.

T. J. dagegen arbeitete in der Agentur bis weit in die Nacht hinein. Sie war die Kreative, die ihnen neue Verträge verschaffte und half, Stammkunden durch ihre erfrischenden Ideen bei der Stange zu halten. Mit dieser Aufteilung war T. J. zufrieden. Sie blieb lieber im Hintergrund und beschäftigte sich mit wichtigen und schöpferischen Aufgaben. T. J. war das Arbeitspferd, Theresa das feurige Araberpferd. Gemeinsam gaben sie ein großartiges Gespann ab.

Angesichts des unheilverkündenden Tonfalls ihrer Cousine speicherte T. J. ihre Arbeit auf dem Computer und holte tief Atem, um sich gegen das Unvermeidliche zu wappnen. Bestimmt handelte es sich um eine langwierige Geschichte.

„Welchem Umstand verdanke ich das ungewöhnliche Vergnügen?“, fragte sie. Es ging auf neun Uhr. Vermutlich war Theresa noch daheim. Zuspätkommen war ihre Spezialität.

Theresa seufzte dramatisch. Niemand konnte so beeindruckend seufzen wie Theresa. Offenbar handelte es sich diesmal um eine große Sache.

„T. J., ich brauche deine Hilfe.“

Na klar, was denn sonst, dachte sie und lehnte sich im Sessel zurück. „Hilfe bei einer Werbekampagne, einer Werbeidee oder … wobei sonst?“

Theresa ging nicht direkt auf die Frage ein, sondern ließ gleich die Bombe platzen. „Du sollst dich für mich ausgeben.“

So war es also dazu gekommen, dass dieser Satz gefallen war.

T. J. strich sich das kaffeebraune Haar aus der Stirn. „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Zumindest jetzt nicht mehr. Früher war das nicht unüblich gewesen.

Theresa ging auch darauf nicht ein. Sie beherrschte die Kunst, alles zu überhören, das nicht in ihr Konzept passte. „Du bist darin absolute Spitze.“

T. J. fand, dass ihre Cousine mit gutem Recht den Spitznamen Tornado-Theresa trug. Bei ihr musste alles wie ein Wirbelwind über die Bühne gehen. Sie dagegen wollte alles wohlgeordnet und genau erklärt haben.

„Irgendwie komme ich da nicht mit, Theresa. Ich habe zwar schon vier Tassen Kaffee getrunken, aber mein Verstand funktioniert noch nicht richtig.“ Ohne weiter auf den Computer zu achten, widmete sie sich nun ganz dem Telefongespräch. „Würdest du mir bitte erklären, worum es geht?“

Theresa schwieg und suchte vermutlich nach den richtigen Worten. Wenn T. J. sich nicht sehr irrte, wollte ihre Cousine zum Skilaufen fahren oder sich mit einem Mann in eine abgelegene Berghütte zurückziehen. Das bedeutete, dass jemand die Arbeit übernehmen musste, die Theresa liegenließ. Ihre Cousine verstand es, die Firma am Laufen zu halten und sich gleichzeitig prächtig zu unterhalten – natürlich nicht in der Firma.

Doch Theresa war eine sagenhafte, charmante und reiche Frau, weshalb ihr automatisch jeder verzieh. T. J. bildete da keine Ausnahme. Bei ihr kam noch hinzu, dass sie Theresa aufrichtig mochte und sich außerdem als ihre Beschützerin fühlte. Theresa hätte allerdings bei der Vorstellung gelacht, dass jemand sie beschützen wollte.

T. J. seufzte. „Warum sollte ich du sein, wenn du viel besser du sein kannst als ich?“, fragte sie, um des Rätsels Lösung zu erfahren, bevor sie alt und grau wurde.

„Das ist ja gerade das Problem. Ich kann nicht ich sein, weil ich im Krankenhaus bin.“

T. J. zuckte zusammen. „Im Krankenhaus? Lieber Himmel, Theresa, fehlt dir etwas?“ Sie tastete mit nackten Füßen unter dem Schreibtisch nach den Schuhen. „In welchem Krankenhaus bist du? Ich komme sofort zu dir.“ Bestimmt war sie zu schnell gefahren. Theresa fuhr immer zu schnell. Warum konnte sie nicht auf Warnungen hören und langsamer …

„Nein, bleib, wo du bist. Mir ist nichts passiert, nur dem Wagen“, klagte Theresa. „Totalschaden. Und dabei hat mir dieses ganz besondere Blau so gut gefallen.“

T. J. entspannte sich ein wenig. Wenn Theresa den Verlust des Wagens beklagte, war ihr selbst wahrscheinlich nichts passiert. Sie atmete erleichtert auf und beruhigte sich. Allerdings musste sie mehr erfahren. „Du hast einen Autounfall gehabt?“

„Es war nicht meine Schuld“, verteidigte sich Theresa sofort. „Der andere hat ein Rotlicht überfahren.“

Möglich oder auch nicht möglich. Das spielte jetzt keine Rolle. Nur Theresa war wichtig. „Ist dir auch wirklich nichts geschehen?“

„Nein, gar nichts, aber diese Ärzte sind ja so schwierig“, beschwerte sich Theresa, die sich von niemandem etwas vorschreiben ließ. „Sie wollen mich zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Nun ja“, fuhr sie eine Spur fröhlicher fort, „da ist dieser sagenhafte junge Arzt, von dem ich mich sehr gern bei Kerzenschein untersuchen lassen würde …“

Offenbar ging es ihr gut. „Du schweifst vom eigentlichen Thema ab“, mahnte T. J.

„Du hast ja so recht. Also, du musst bei Christopher MacFallon meine Stelle einnehmen.“

„Bei Christopher MacFallon von MacFallon Toys?“

„Genau bei dem.“

Eine Kopie der Präsentation, die T. J. für diesen Mann ausgearbeitet hatte, war in ihrem Computer gespeichert. Erst gestern Abend hatte sie die Zeichnungen eingescannt. Christopher MacFallon war der neue Präsident von MacFallon Toys, Nachfolger seines kranken Vaters. MacFallon Toys war eine Spielzeugfabrik, die seit hundertzwanzig Jahren bestand und unter der Leitung mehrerer Generationen ihren guten Ruf und ihre Profite ständig gesteigert hatte.

Eine Antwort auf die wichtigste Frage hatte T. J. allerdings noch immer nicht erhalten. „Du schweifst schon wieder ab.“

„Christopher MacFallon will sich heute Nachmittag mit mir treffen, um uns einen Auftrag zu erteilen. Er hat einige Fragen zu der Präsentation, und du hast daran gearbeitet.“

Die Bemerkung hätte Theresa sich sparen können. Diese Werbekampagne gehörte zu T. J.s besten Projekten. „Und weiter?“

„Du weißt doch, wie unbeweglich und starrsinnig dieser Mann ist.“

T. J. hatte keine Ahnung, wie er war, weil sie bisher nur mit seinem Produktionsassistenten telefoniert hatte, doch sie ging nicht weiter darauf ein.

„Er beharrt unbeugsam auf seinem Standpunkt und will nur mit dem Mann an der Spitze verhandeln – oder in unserem Fall mit der Frau an der Spitze.“ Trotz ihres unbekümmerten Wesens war Theresa sehr stolz darauf, Chefin einer großen und...



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