E-Book, Deutsch, Band 1604, 160 Seiten
Reihe: Bianca
Wilkins Gib dem Glück eine Chance
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-361-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1604, 160 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-86349-361-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie aus dem Nichts erscheint eine aufregende Schönheit vor Kyles einsamer Blockhütte - warum stört sie ihn in seinem bitteren Schmerz über die Vergangenheit? Er will sie wegschicken, doch Molly denkt gar nicht daran, einfach zu gehen! Sie ist gekommen, um Kyle zu einem großen Familienfest auf der Ranch ihrer Eltern, wo er aufgewachsen ist, einzuladen. Fünf Minuten gibt er ihr, ihn zu überreden. Wird es Molly gelingen, ihren Jugendschwarm in dieser kurzen Zeit davon zu überzeugen, dass auch er eine zweite Chance verdient hat, glücklich zu werden - mit ihr?
Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Gina Wilkins (auch Gina Ferris Wilkins) hat über 50 Romances geschrieben, die in 20 Sprachen übersetzt und in 100 Ländern verkauft werden! Gina stammt aus Arkansas, wo sie Zeit ihres Leben gewohnt hat. Sie verkaufte 1987 ihr erstes Manuskript an den Verlag Harlequin und schreibt seitdem hauptberuflich. Ihre Romane sind auf allen großen amerikanischen Bestsellerlisten gelandet. Sie glaubt fest daran, dass auch für Autorinnen ein Netzwerk unerlässlich ist, und engagiert sich in verschiedenen Organisationen. Häufig wird sie zu Konferenzen zum Thema 'Verfassen von Romances" eingeladen, aber am liebsten spricht sie vor Schülern, um diese zum Schreiben und Lesen zu motivieren. Sie ist überzeugt, dass ihr lange glückliche Ehe und ihre drei wundervollen Kinder viel zu dem Erfolg ihrer Karriere beigetragen haben.
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1. KAPITEL
„Sechzehn … au … siebzehn … verdammt … achtzehn … verflucht.“
Die Gewichte knallten nach unten, als Kyle Reeves die Füße auf den Boden stellte und die Hantel losließ. Er hatte heute mehr Scheiben als sonst aufgelegt, und der Schmerz war unerträglich. Daher kam seine miserable Laune – nicht, dass daran etwas neu war. Diese finstere Stimmung dauerte jetzt schon acht Monate, drei Wochen und vier Tage.
Ein Donnerschlag ließ die Fensterscheiben klirren. Das Wetter passte zu Kyles seelischer Verfassung. Es regnete, nicht stark, aber unaufhörlich.
Für den Abend war ein Gewitter angekündigt. Obwohl es hier oben in den Bergen wie immer dramatisch ausfallen würde, freute er sich darauf.
Er stemmte sich von der Bank und humpelte durch den weiß gestrichenen Raum und in den kurzen Flur, dessen Wände ebenfalls nackt und weiß waren. Sein Blockhaus in den Smoky Mountains von Tennessee war nicht groß – zwei Schlafzimmer, von denen eines als Kraftraum diente, ein Bad, ein kleines Wohnzimmer und eine Küche mit einem Essplatz. Alles war karg eingerichtet und spartanisch gestaltet. Ohne jeden Luxus.
Das Haus musste renoviert werden – auf der vorderen Veranda waren einige Dielen verrottet, und durch unzählige Risse an den Türen und Fenstern pfiff der kalte Wind. Aber das Dach war dicht, und die rückwärtige Terrasse bot einen spektakulären Ausblick. Am besten fand Kyle allerdings, dass es weit und breit keine Nachbarn gab.
In der Küche griff er nach den Schmerztabletten, die der Arzt ihm verschrieben hatte, und spülte sie mit ein paar hastigen Schlucken aus der Mineralwasserflasche hinunter.
Er fuhr sich durch das verschwitzte braune Haar, bis es ihm vom Kopf abstand. Als er das Wasser wegstellte, fiel sein Blick auf sein Spiegelbild in der Kühlschranktür.
Seit vier Tagen hatte er sich nicht mehr rasiert, aber der dichte Bartwuchs verbarg die Narbe am Kinn nicht ganz. Er trug ein graues T-Shirt, schwarze Shorts, die an seiner viel zu schmalen Gestalt hingen, keine Socken, aber gute Sportschuhe, die ihm Halt gaben. Was er sah, gefiel ihm nicht, aber was machte das schon? Er war allein.
Wie aufs Stichwort klopfte es an der Haustür.
Seine Augenbrauen zuckten hoch. Er erwartete keinen Besuch und bezweifelte, dass Mack McDooley, sein einziger wahrer Freund in der Gegend, sich an diesem Donnerstagnachmittag ausgerechnet bei einem Gewitter in die Berge trauen würde. Noch mehr erstaunte Kyle, dass er keinen Wagen gehört hatte, aber das lag vermutlich am heulenden Wind.
Es klopfte wieder. Seufzend humpelte er ins Wohnzimmer und riss die Tür auf, ohne vorher nachzusehen, wer sich auf der anderen Seite befand. „Was ist?“
Kyle war nicht ganz sicher, wer verblüffter wirkte – er selbst oder die Frau, die, Erscheinung oder Realität?, auf seiner Schwelle stand.
Selbst im Halbdunkel konnte er erkennen, dass sie atemberaubend aussah. Die rötliche, mit glitzernden Tropfen durchsetzte Haarpracht fiel ihr bis auf den Rücken. Dunkle Wimpern umgaben große grüne Augen, die vom leicht verwischten Eyeliner noch betont wurden. Goldbraune Sommersprossen zierten die hinreißende Nase, der Mund war voll, die Lippen glänzend. Sie war nicht zu groß, nicht zu klein, schlank und trug zu einem engen grünen Pullover dunkle Jeans, in denen die Beine endlos wirkten.
Kyle konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was eine solche Frau an seiner Tür wollte. „Haben Sie sich verirrt?“, fragte er mürrisch.
Sie musterte ihn kritisch, und er hatte das beunruhigende Gefühl, dass ihr nichts von seiner wenig einladenden Erscheinung entging. Und wenn schon, dachte er. Sie würde ihres Weges ziehen, sobald er ihr die Richtung beschrieben hatte – wohin sie auch immer wollte.
Doch sie schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht. Sind Sie Kyle Reeves?“
Als er seinen Namen in ihrem unverkennbar texanischen Akzent hörte, vertiefte sich sein Stirnrunzeln. „Ich habe mir wirklich die größte Mühe gegeben, zu Leuten wie Ihnen höflich zu sein, aber jetzt übertreiben Sie. Sagen Sie Shane und Molly, dass es nett von ihnen ist, an mich zu denken, dass ich aber nicht zu ihrem Treffen kommen werde. Und machen Sie ihnen dieses Mal klar, dass ich es mir auch nicht anders überlegen werde – und ich möchte mich nicht noch mal wiederholen müssen.“
Er hatte zwar scharf gesprochen, hätte jedoch weitaus unfreundlicher sein können – und würde es auch sein, wenn sie ihn bedrängte. Selbst ihre hinreißenden Augen und der verführerische Mund stimmten ihn nicht milder. Nur die Tatsache, dass er die Walkers mochte und Molly nicht verletzen wollte, hinderte ihn daran, die Beherrschung zu verlieren – wenigstens für den Moment.
Die Frau stützte die Hände auf die Hüften, legte den Kopf schräg und musterte Kyle ausgiebig. Irgendetwas an ihrer Haltung kam ihm bekannt vor. Doch bevor ihm einfiel, wo er ihr schon mal begegnet sein könnte, sprach sie weiter. „Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich für ein paar Minuten reinkomme? Ich habe nicht damit gerechnet, dass es hier oben so kühl ist, und ich friere.“
Für Dallas war sie in dem Shirt mit langen Ärmeln und den Blue Jeans sicher warm genug angezogen, aber an einem Regentag in dieser Höhe wäre eine leichte Jacke nicht schlecht gewesen. Trotzdem … „Sie brauchen nicht reinzukommen. Fahren Sie einfach nach Texas zurück, wo es warm ist, und sagen Sie Shane und Molly, dass es mir leidtut. So einfach ist das.“
Hinter den Gipfeln in der Ferne zuckte ein Blitz über den violetten Himmel und erhellte ihr feuchtes Haar. Dann wurde es dunkel, und ihr anmutiges Gesicht lag wieder im Schatten. „Alles, was ich von Ihnen will, sind fünf Minuten Ihrer Zeit. Die werden Sie doch sicher erübrigen können, Mr. Reeves.“
Wäre er wirklich so hartherzig, wie er wirken wollte, hätte er das leichte Zittern in ihrer Stimme wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Doch das war er nicht, und auch wenn er nicht wusste, ob ihre Nervosität oder die Kälte dafür verantwortlich war, ging es ihm sofort unter die Haut. Er zögerte einige Sekunden, verfluchte sich für seine Nachgiebigkeit und gab den Weg in seine Blockhütte frei.
„Sie haben fünf Minuten. Sagen Sie, was Sie zu sagen haben, aber verlassen Sie sich darauf, dass ich mich nicht anders entscheiden werde. Und wenn Sie Ihre Nachricht überbracht haben, sorgen Sie dafür, dass ich ab jetzt in Ruhe gelassen werde.“
„Danke.“
Ihm fiel auf, dass ihr nichts in seinem ordentlichen, aber nicht gerade gemütlichen Wohnzimmer zu entgehen schien. Weder der Staub auf den wenigen Möbeln noch die Tatsache, dass der große Kamin kalt und dunkel war.
In den Augen dieses attraktiven Großstadtgeschöpfs wirkte seine Behausung vermutlich kahl und primitiv. Er hoffte es jedenfalls, denn dann würde sie wenigstens nicht in Versuchung kommen, länger als die zugestandenen fünf Minuten zu bleiben.
Obwohl er sie nicht dazu einlud, setzte sie sich auf die braune, gebraucht gekaufte Ledercouch, die ihre besten Tage längst hinter sich hatte. Er spürte ihren neugierigen Blick und versuchte, nicht zu sehr zu humpeln, als er zu einem der beiden braun-gelb karierten Sessel ging und sich hineinsinken ließ.
„Ich werde Ihnen helfen, ein bisschen Zeit zu sparen“, begann er. „Sie wollen mich zur Überraschungsparty für Jared und Cassie Walker in der nächsten Woche einladen. Alle ihre anderen ehemaligen Pflegesöhne werden kommen. Shane und Molly organisieren das Ganze, und die kleine Molly wird sehr enttäuscht sein, wenn ich nicht erscheine. Ist es im Wesentlichen das, was Sie mir sagen wollen?“
Sie legte einen Arm auf die Rückenlehne der Couch und sah plötzlich aus, als wäre sie eine regelmäßige Besucherin in seinem bescheidenen Zuhause. „Ja, Sie haben mein Anliegen sehr gut zusammengefasst.“
„Inzwischen habe ich das so oft gehört, dass ich es auswendig kann.“
„Ich weiß.“
„Molly und Shane sind ziemlich beharrlich, das muss ich ihnen lassen. Auf so aggressive Weise bin ich noch nie zu einer Party ‚eingeladen‘ worden“, sagte er.
„Sie waren für die Familie ein ganz besonderer Mensch, und alle vermissen Sie. Es würde ihnen viel bedeuten, wenn Sie kämen.“
„Die Walkers haben eine ganze Reihe von Pflegesöhnen auf ihrer Ranch aufgenommen. Einer weniger wird nicht auffallen.“
„Natürlich wird die Party nicht ausfallen, wenn Sie wegbleiben“, gab sie zu. „Aber sie wäre noch schöner, wenn Sie dabei wären.“
„Tut mir leid. Es geht nicht.“
Sie betrachtete sein Gesicht einen Moment lang und seufzte leise. „Dann haben Sie wohl recht, und wir sollten Sie nicht länger behelligen.“
Endlich, dachte Kyle erleichtert. Er nickte. „Dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar.“
„Soll ich der Familie etwas ausrichten? Abgesehen davon, dass sie Sie in Ruhe lassen soll?“
Er ertappte sich dabei, wie er auf ihren Mund starrte. Falls sie über seine Absage betrübt war, ließ sie es sich nicht anmerken. Ihre verlockenden Lippen verzogen sich zu einem angedeuteten Lächeln, unter den dichten dunklen Wimpern erwärmte sich ihr Blick, und Kyle spürte, wie sein Körper ebenso heftig auf ihren Anblick reagierte wie eben gerade an der Haustür.
Er presste die Lippen zusammen. Wie lange war er schon nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen? „Eine Nachricht? Dass ich ihnen ein schönes...




