Wilkins | Grimoire - Das magische Buch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 694 Seiten

Wilkins Grimoire - Das magische Buch

Mystery-Thriller
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-445-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Mystery-Thriller

E-Book, Deutsch, 694 Seiten

ISBN: 978-3-96655-445-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Buch, das grenzenlose Macht verspricht ... der packende Mystery-Thriller: »Grimoire - Das magische Buch« von Kim Wilkins als eBook bei dotbooks. Eine Universität im Bann dunkler Mächte: Prudence und Holly studieren an der Melbourner Universität unter Professor Aswell. Doch plötzlich beginnt ihr Tutor, sich merkwürdig zu verhalten, und rätselhafte Ereignisse in dem alten Gebäude künden von einem kommenden Grauen ... Gemeinsam mit Justin, dem Neffen des Dekans, stellen sie Nachforschungen an - und stoßen auf einen Geheimbund in den höchsten Reihen der Universität, der schwarze Magie betreibt und nach der Macht des Teufels selbst strebt! Die Mitglieder stehen kurz davor, alle Teile des jahrhundertealten »Grimoires« zusammenzufügen, das ihnen ewiges Leben verschaffen soll. Was sie nicht wissen: Sie beschwören damit uralte, unkontrollierbare Mächte herauf ... Werden die drei Studenten es schaffen, das unheilvolle Ritual zu stoppen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: der fesselnde Mystery- Thriller »Grimoire - Das magische Buch« von Kim Wilkins wird alle Fans von Stephen King begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Kim Wilkins ist in London geboren und in Australien aufgewachsen. Sie ist Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben und Buchkultur an der University of Queensland. Wenn sie gerade nicht schreibt oder lehrt, liebt sie es, durch nebelverhangene Landschaften zu spazieren, Led Zeppelin zu hören und über das England der Wikingerzeit oder pagane Mythologie zu lesen. Sie lebt mit ihrem Partner und ihren Kindern in Brisbane. Die Webseiten der Autorin: kimberleyfreeman.com/about/ Die Autorin auf Facebook: facebook.com/KimAuthorPage/ Bei dotbooks erscheinen von Kim Wilkins: »Grimoire - Das magische Buch« »Infernalis - Das Teufelsmal«
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Kapitel 1


Das Gefühl der Lust war unglaublich.

Heiße, feuchte Spuren der Ekstase liefen in Bögen und Spiralen über ihre Haut. Tiefer, tiefer. Sie stöhnte im Schlaf auf. Die federleichte Berührung warmer Finger auf ihren Schenkeln – weich, langsam, nach oben wandernd, an Intensität zunehmend.

Holly erzitterte und wachte nach Atem ringend auf. Einen Augenblick lang war sie völlig desorientiert, wusste nicht, wo sie war; die Lampe über ihrem Schreibtisch warf ihr Licht auf in der Ecke kauernde Schatten. Sie war allein in ihrem Büro im College, es war sehr spät, und sie hatte gerade einen Orgasmus gehabt, während sie über einem Buch eingedöst war.

»Großartig«, murmelte sie, »feuchte Träume, wie ein Teenager.« Sie drehte sich auf dem Stuhl um. Außer ihrem standen noch zwei weitere Schreibtische im Büro. Einer war für Prudence, dem gelangweilt wirkenden Mädchen mit den lila Haaren, das sie am Nachmittag kurz kennen gelernt hatte. Den anderen sollte jemand namens Justin bekommen, der aber noch nicht im College eingetroffen war.

Holly sah auf ihre Uhr. Sie musste nach Hause; der bloße Gedanke daran deprimierte sie zugleich. Wieder eine schlaflose Nacht, gestört vom kalten Luftzug und krabbelnden Schaben, dazu der muffige Geruch der Wohnung und die lauten Geräusche der Leitungen. Sie schalt sich zum wiederholten Male dafür, die Wohnung nicht besichtigt zu haben, bevor sie den Mietvertrag unterschrieben hatte – aber sie war in solcher Eile gewesen, dass sie wahrscheinlich alles genommen hätte. Sie freute sich auf ihr Stipendium und wollte nur noch fort aus Daybrook und ein neues Leben beginnen.

Am äußeren Rand ihres Blickfelds schien sich ein Schatten zu bewegen. Rasch drehte sie sich um, sah aber nichts.

»Angst vor dem Dunkeln, Holly?«, fragte sie sich laut, und in dem leeren Raum klang ihre Stimme sehr hohl. Es war der Traum, der ihr Angst machte – die Berührung ihres Traum-Geliebten schien wirklich.

Ja, eindeutig Zeit, nach Hause zu gehen.

Sie beugte sich vor, um die Schreibtischlampe auszuschalten, hielt jedoch inne, als ihr klar wurde, dass sie dann in völliger Dunkelheit dastand. Es machte sicherlich nichts aus, wenn sie das Licht über Nacht anließ.

Ihre Schlüssel klimperten in der Tasche, als sie ihre Jacke anzog. Das Geräusch beruhigte sie, zerbrach die Stille. Sie sah zum Telefon und überlegte sich, ein Taxi zu rufen. Lächerlich – sie wohnte nur zwei Häuserblocks entfernt, und es war erst neun, also noch lange hin bis zur Geisterstunde.

Der Flur lag im Dunkeln, und Holly blieb eine Weile stehen, bis sich ihre Augen an die Finsternis gewöhnt hatten. Der wunderbare Geruch, den dieser Ort verströmte – altes Holz und verstaubte Bücher –, beruhigte sie etwas. Sie hatte alles im Stich gelassen, ihre Familie, ihre Freunde, einen sicheren Job und ein gemütliches Heim, um in einem schabenverseuchten Loch im Souterrain zu hausen – all das für die Gelegenheit, an einem der renommiertesten Institute Australiens eine Dissertation über viktorianische Literatur zu schreiben ...

Sie schloss die Bürotür ab und ging zum Treppenhaus, nahm dabei zwei Stufen auf einmal, bis sie vor der Eingangstür stand. In der Dunkelheit glühte schwach das rote Licht des Cola-Automaten in der Cafeteria. Die Klinke lag kalt in ihrer Hand, als sie die Tür aufdrückte und hinaustrat. Mit einem dumpfen Schlag fiel sie hinter ihr zu, und erleichtert blickte sie zu den beruhigend glitzernden Sicherheitslampen über dem Eingang hinauf.

Die zwei alten Feigenbäume, die zu beiden Seiten des Hauptwegs Wache standen, warfen Schatten in das Mondlicht. Holly blieb unter ihnen stehen und drehte sich zur Vorderfront des Humberstone Colleges um, dessen schmale gewölbte Fenster und bröckelnde Balkone von unten durch zwei starke Scheinwerfer erhellt wurden. Das massive, altersgraue viktorianische Sandsteingebäude stand am höchsten Punkt der Eildon Street, in einem der von altem Geld geprägten Vororte Melbournes. Vom Westturm hatte man freie Sicht auf die vom Dunst verhüllte Stadt. Das Haus hatte angeblich eine fantastische, interessante Geschichte. Professor Aswell, ihr Tutor, hatte einer etwas unwilligen Prudence das Versprechen entlockt, Holly in den nächsten Tagen, sobald sie sich eingerichtet hatte, davon zu erzählen.

Wieder bewegte sich am Rand ihres Blickfelds ein Schatten. Holly spürte, wie ihr Herz klopfte, als sie herumwirbelte. Tatsächlich bewegte sich eine Gestalt von der Straße her auf sie zu. Sekundenlang blieb Holly wie gelähmt stehen.

»Reiß dich zusammen, Mädchen«, murmelte sie schließlich. Sie starrte in die Dunkelheit, bis sie erkannte, dass es ein junger Mann war, der sich ihr näherte. Wenn sie weiterging, würde sie direkt auf ihn treffen. Wenn sie zurücklief und sich im Gebäude einschloss, würde sie wie ein Idiot dastehen. Also entschied sie sich, stehen zu bleiben und ihn zu beobachten, während er näher kam.

»Hi«, sagte er, als er nahe genug war, um ihn gut zu erkennen.

»Hi«, entgegnete sie nervös.

»Hab ich dich erschreckt? Tut mir Leid. Ich wollte mir nur das College ansehen. Ich heiße Justin Penney.« Er streckte seine Hand aus.

Justin. Der andere Student, mit dem sie sich ein Büro teilte. »Oh, Justin, ich bin Holly Beck – wir sind im gleichen Zimmer.« Sie schüttelte seine Hand, nicht sehr fest, und ließ sie gleich wieder los. Holly fiel auf, dass er nicht lächelte; dafür lächelte sie um so breiter, als müsse sie es für ihn mit übernehmen, doch er zeigte keine Reaktion. Das fand sie seltsam, weil er ansonsten nicht unfreundlich wirkte.

Er sah zum Gebäude hinauf. »Wow, das ist ja großartig.«

»Ja, aber du solltest es erstmal von innen sehen. Und es riecht fantastisch.«

»Darauf werde ich wohl bis morgen warten müssen.«

Fast hätte Holly gesagt, dass sie einen Schlüssel hatte, aber dann hielt sie sich lieber zurück; mit einem Fremden wollte sie das dunkle Haus nicht betreten.

»Ja, du kriegst einen Schlüssel für den Haupteingang und für dein Büro, wenn du die Kaution bezahlt hast.«

»Warum bist du so spät noch hier?«, fragte er und schaute sie fragend an. Er war nur ein paar Zentimeter größer als sie, trug eine Brille mit kleinen, runden Gläsern und einen fast schulterlangen Mop aus braunen Locken.

»Ich bin über einem Buch eingeschlafen.« Sie spürte, wie ihr warm wurde, als sie sich an ihren Traum erinnerte, und war froh, weil es so dunkel war, dass Justin nicht sah, wie sie errötete. »Ich schlafe zu Hause in letzter Zeit so schlecht, deshalb nicke ich dauernd an den unmöglichsten Orten ein. Und wo kommst du her?«

»Ich bin vor etwa zwei Stunden aus dem Flugzeug gestiegen. Ich war bei meiner Tante und meinem Onkel und brauchte etwas Platz zum Atmen. Ich wohne bei ihnen.«

»Und wo ist das?«

»Einfach die Straße rauf, Mayberry Street«, antwortete er.

»Ich wohne in der Lincoln, gleich um die Ecke. Ich wollte gerade nach Hause gehen.«

Er zögerte kurz und sagte dann leise: »Ich gehe mit dir, wenn du willst.«

»Danke. Es ist zwar nicht weit, aber ...« Sie zuckte mit den Schultern und ließ den Satz unbeendet, weil sie nicht zugeben wollte, dass ihr etwas mulmig war.

Er warf noch einen Blick auf das Gebäude. »Bist du hier aus der Gegend?«, fragte er, als er sich umgedreht hatte und sie auf die Straße zugingen.

»Nein, ich komme aus einer kleinen Zuckerrohrstadt namens Daybrook, etwa fünfzig Kilometer von Townsville entfernt. Und du?«

»Aus Sydney.«

»Hast du ein Magnus Humberstone-Stipendium?

Er schüttelte den Kopf. »Nein. Es ist ein bisschen schwierig zu erklären, warum ich hier bin.« Er schwieg, und Holly fühlte sich unbehaglich, als habe sie das Falsche gefragt.

»Ich habe ein Stipendium«, sagte sie leise.

»Wirklich? Du musst gut sein – sie vergeben ja nur noch zwei pro Jahr. Worüber schreibst du deine Prüfungsarbeit?«

»Tennysons In Memoriam. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, unter welchem Aspekt. Und du?«

Er vergrub die Hände noch tiefer in den Taschen. »Ich denke noch darüber nach. Die Entscheidung, hierher zu kommen, ist sozusagen in letzter Minute gefallen. Vor einem Monat sah meine Welt noch ganz anders aus.«

Erneut schwieg er, und Holly hielt es für besser, ihm keine weiteren Fragen zu stellen. Sie kam sich schon jetzt vor wie ein biederes Landei und wollte nicht in weitere Fettnäpfchen treten.

Sie kamen an die Kreuzung Lincoln. »In unserem Zimmer arbeitet noch ein Mädchen«, sagte sie, um das Schweigen zu beenden.

»Ja, Prudence, ich hab schon von ihr gehört.«

»Oh.« Holly fragte sich, woher, aber wenn sie gefragt hätte, wäre vielleicht wieder ein peinliches Schweigen die Folge gewesen.

»Sie hat voriges Jahr mit ihrer Arbeit angefangen – ob sie die neuen Studenten wohl bewusst mit den alten zusammenstecken? Na ja, jedenfalls soll sie uns offenbar helfen, zurechtzukommen, wie ein Tutor.« Seine Lippen deuteten ein Lächeln an, aber sofort wurde seine Miene wieder ernst.

»Nun, sie sieht nicht aus wie ein Tutor. Sie hat lila Haare und trägt einen Ring in der Nase.« Kaum hatte Holly den Satz beendet, merkte sie, wie konservativ sie klang. »Nicht, dass ich irgendwas komisch daran fände ...«

»Ist das hier deine Straße?« Justin blieb stehen.

»Ja, das ist mein Haus.« Sie deutete auf eine große, renovierte Villa im edwardianischen Stil.

»Hübsch.«

»Dachte ich anfangs auch. Aber meine Wohnung liegt nach hinten raus – es ist mehr eine umgebaute Garage. Es zieht, und Kakerlaken gibt’s auch.« Ihr fröstelte, aber alles erzählte sie ihm nicht, zum Beispiel, dass es in...



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