Will | Lemontree | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Will Lemontree

Gay Romance
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-95869-497-2
Verlag: Amrun Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Romance

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-95869-497-2
Verlag: Amrun Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Vier Junge Männer, vier sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Stille, Abstand, ein Dach über dem Kopf ... und endlich zum ersten Mal miteinander schlafen! Den Sex haben sie immerhin alle bekommen.  Zufall? Nicht in diesem Buch. Heiße Gayromance-Story von Julia Will, der Schöpferin der 'Play with me'-Reihe. 

'Warum den heißen Typen mit einer anderen Frau teilen, wenn man auch einfach zwei heiße Typen haben kann?' Das ist der Satz, mit dem Julia meistens auf die Frage antwortet: Warum Homoerotik? Denn: Warum auch nicht? Geboren und Aufgewachsen im schönen Bayern, direkt an der Tschechischen Grenze, als Tochter einer Bäckersfamilie, hat sie schon einiges verkauft. Brötchen, neue Frisuren oder Autos; Julia verkauft alles. Und jetzt auch ihre eigene Fantasie, mit einem kleinen, anzüglichen Lächeln auf den Lippen, direkt aus dem Kopf auf den Bildschirm. Inzwischen hat es sie dreimal quer durchs Land verschlagen, bis sie nun schlussendlich mit ihrem Kater in Düsseldorf gelandet ist. Einen Steinwurf vom Rheinufer entfernt wohnt sie nun quasi im Paradies und verkauft keine Brötchen oder Autos mehr, sondern arbeitet in einem wundervollen Team als Sachbearbeiterin in der Lohnbuchhaltung, wenn sie nicht gerade in der Bahn oder im Bus sitzt, und an ihrer nächsten Geschichte schreibt. Auf die Frage: Kommst du dir nicht komisch vor, 'sowas' in der Öffentlichkeit zu schreiben? antwortet sie mit: 'Wer mitliest, ist selbst dran schuld!'
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»Es tut mir aufrichtig leid, ich weiß selbst nicht, wie das passieren konnte.«

»Ja, aber … was mache ich denn jetzt?«

Das Gesicht der Rezeptionistin verzieht sich in ehrlichem Bedauern.

»Da kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen, tut mir leid. Aber wir freuen uns, Sie morgen als Gast bei uns begrüßen zu dürfen.«

Mehr hat sie mir offensichtlich nicht zu sagen, denn nach einem letzten mitleidigen Blick wendet sie sich einem Herren zu, der bereits hinter mir wartet. Super. Ganz toll. Und jetzt?

Dabei lief bisher doch alles so gut.

Mit hängenden Schultern verlasse ich das billige Hotel und dann stehe ich da. Mitten in einer Stadt, in der ich niemanden kenne, mit knapp vierzig Euro in der Tasche und … obdachlos. Zumindest für heute Nacht. Und Hunger habe ich auch.

Etwas weiter die Straße runter ist ein Subway, aber ich habe keine Ahnung, ob ich meine letzten Kröten nicht für einen Schlafplatz brauchen werde. Was sagt denn Airbnb?

Zu teuer, zu teuer, zu teuer, zu weit weg …

Zehn Minuten später habe ich immer noch keine Lösung gefunden. Frustriert zerre ich den Rucksack von meiner Schulter, werfe ihn gegen die Hauswand des blöden Hotels und hocke mich daneben auf den schmutzigen Boden. Dreck passt doch zu Obdachlosen.

»Oh, hey! Alles okay?«

Blaue, abgetragene Sneaker treten in mein Sichtfeld. Langsam hebe ich den Kopf und es folgen eine enge graue Jeans und ein grünes Shirt mit Subway Logo, darüber eine offene Lederjacke. Und dann ein schmales, recht attraktives männliches Gesicht mit hellblauen Augen, die mich fragend unter hellblonden Haaren heraus mustern. Jetzt lächelt der Typ. Ich würde ihn auf Anfang bis Mitte zwanzig schätzen. Also in meinem Alter.

Mein erster Impuls ist ein abwehrendes ›Alles gut, danke‹, aber als ich den Mund öffne, kommt nur ein verzweifeltes Stöhnen heraus.

»Oje, so schlimm?«

Er fummelt eine Packung Kaugummi aus seiner Jackentasche, steckt sich einen roten Würfel in den Mund und bietet mir das kleine schwarze Schächtelchen an. Wassermelone. Lecker.

Einen Moment genieße ich den frischen Geschmack in meinem Mund, der den bohrenden Hunger zumindest für die nächsten Minuten unterdrücken wird.

»Danke«, murmle ich etwas verspätet, muss nochmal tief seufzen, bevor ich beschließe, dass ich auch einfach sagen kann, was los ist. »Ich wollte gerade in mein Hotel einchecken und da ist irgendwas bei der Buchung schiefgelaufen. Ich hab erst ab morgen ein Zimmer und für heute Nacht ist sonst auch alles ausgebucht. Tja, und jetzt bin ich so richtig gefickt, weil ich keine Kohle hab, um mir was Neues zu suchen. So kurzfristig ist alles massiv zu teuer und … Scheiße Mann, was mach ich denn jetzt?«

Ich komme mir so dumm vor. Im Nachhinein bin ich nämlich nicht mal mehr sicher, ob nicht sogar ich einen Fehler bei der Buchung gemacht habe, aber ich traue mich nicht, in der Reservierungsbestätigung nachzusehen, ob ich recht habe.

»Was für ein Dreck.« Dazu kann ich nur nicken. »Okay, warte, lass mich kurz mal telefonieren, okay?« Er zieht sein Handy raus, tippt darauf herum und geht ein paar Schritte auf Abstand. Nicht weit genug, dass ich ihn nicht mehr hören könnte.

»Hey Süßer, wie war dein Tag? Hm … sehr cool. Du, sag mal, wäre es für dich okay, wenn ich heute noch jemanden mitbringe? Über Nacht?« Unglauben und Hoffnung lassen mein Herz fast explodieren. Ist das sein Ernst? Aber … wir kennen uns doch gar nicht? »Nein, noch nicht. Sekunde.« Er drückt sich das Handy an die Brust und kommt zu mir zurück. »Wie heißt du?«

»Fabio.«

»Cool. Kolja. Freut mich.« Er grinst so breit und entwaffnend, dass mein Gesicht einfach mitmacht, obwohl ich immer noch nicht sicher bin, was genau ich gerade fühlen soll. »Er heißt Fabio und kann nirgendwo hin. Ja genau.« Jetzt zwinkert er mir auch noch zu und ich beschließe, dass es okay ist. Meine Güte, bei den Leuten auf Airbnb kann ja auch sonst was in den Bewertungen stehen, die können alle gefakt sein. Zögerlich stehe ich auf, während Kolja weiter telefoniert. »Oh, ich denke, du wirst ihn mögen. Richtig. Also gut, dann sehen wir uns gleich. Lieb dich.«

Grinsend steckt er sein Handy weg und deutet auf den Rucksack, der immer noch neben mir auf dem Boden liegt, und den ich vor lauter Aufregung und Überforderung wahrscheinlich einfach liegenlassen hätte.

»Ist das wirklich in Ordnung?«, frage ich, schultere meinen Kram und dann folge ich Kolja energisch Kaugummi kauend die Straße hinunter.

»Ach klar! Ich hab schon öfter auf fremden Sofas geschlafen, als ich zählen kann. Da kann ich auch mal was zurückgeben. Vor allem in so einer Notsituation. Und Miguel sieht das auch locker.«

»Danke. Echt. Ihr rettet mir sowas von den Arsch.«

»Kein Ding.«

***

Eine knappe halbe Stunde später betrete ich hinter Kolja dessen Wohnung und kann mein Glück kaum fassen. Der unfassbar köstliche Geruch nach Chili con Carne, der uns bereits unten im Treppenhaus empfangen hat, kommt tatsächlich von hier. Ich könnte heulen vor Freude.

»Schatz? Wir sind da!«

»Willkommen zu Hause«, antwortet eine verdammt angenehme tiefe Stimme, wahrscheinlich aus der Küche. »Das Essen ist gleich fertig.«

»Perfekt!«

Ich mache es Kolja nach und hänge meine Jacke neben seiner an die kleine Garderobe. Der Flur ist schmal. Ein hoffnungslos vollgestelltes Schuhregal mit bunten Sneakern und Sportschuhen nimmt fast den ganzen Platz ein und auf der anderen Seite stehen etliche Kisten ohne Beschriftung.

»Seid ihr … erst eingezogen?«, frage ich neugierig und Kolja schüttelt den Kopf.

»Ne, das Zeug soll in den Keller, aber ich bin ein fauler Sack und Miguel weigert sich, meinen Kram wegzuräumen. Aber hey, vielleicht hast ja du Lust mir damit zu helfen? Quasi als Bezahlung?«

Wieder zwinkert er mir zu und ich nicke sofort.

»Abgemacht.«

An den grau tapezierten Wänden hängen Schwarzweißaufnahmen verschiedener männlicher Oberkörperteile. Eine nackte Brust, ein angespannter Bizeps und … ein echt netter Hintern. Koljas, oder Miguels?

Auf Socken betreten wir den Wohnbereich. Hier ist gerade genug Platz für eine mittelgroße Couch in L-Form, die übersät ist mit Motivkissen. Batman! Oh, und Deadpool! Ich fühle mich sofort heimisch! Ein Flachbildfernseher hängt an der Wand, und links und rechts stehen zwei Vitrinen mit Büchern und Comicfiguren. Noch mehr Batman. Dafür, dass die beiden keinen Besuch erwartet haben, ist es erstaunlich ordentlich. Könnte mir nicht passieren. Ich brauche bei Besuch immer mindestens zwei Stunden Vorlaufzeit, bevor ich auch nur daran denken kann, die Tür zu öffnen.

»Fabio? Kommst du?«

Oh, da hab ich mich wohl abhängen lassen. Die Küche zu finden ist nicht sonderlich schwer. Immer der Nase nach. Gott, riecht das gut!

Und dann sehe ich ihn. Miguel. Lässig lehnt er an der Küchenzeile und ich bin mir ziemlicher, dass ich gerade rausgefunden habe, wie es sich anfühlt, wenn man vom Blitz getroffen wird. Nur mit weniger sterben.

Lange Beine stecken in einer locker sitzenden schwarzen Sporthose, darüber trägt er ein weit ausgeschnittenes Tank Top, und irgendein dunkelrotes Oberteil hat er sich um die schmale Hüfte gebunden. Er sieht aus wie ein Tänzer. Lang und drahtig mit echt schönen, echt muskulösen Armen und kräftigen Händen.

»Hallo«, schaffe ich immerhin ein einzelnes Wort, bevor ich meinen blitzverbrutzelten Körper kraftlos auf einen der beiden Küchenstühle fallen lasse, die direkt neben der Tür um einen Miniaturklapptisch stehen. »Ich bin …« Meine Güte, wie kann man bitte so ausdrucksstarke Augen haben? »Fabio.«

»Miguel. Angenehm. Ich hoffe, du magst Chili?«

Ein dunkles Schmunzeln legt sich über seine schön geschwungenen Lippen, die so laut küss mich rufen, dass ich mir am liebsten die Ohren zuhalten möchte.

Kolja hat es offenbar auch gehört, denn der geht in diesem Moment zu seinem Freund – SEINEM FREUND – und haucht ihm einen sanften Kuss auf den Mund.

»Riecht echt gut. Aber diesmal bitte ein bisschen weniger Zimt, wenn´s geht.«

Er kneift Miguel in die Nase, der ihn von sich schiebt. Mit einem leisen Lachen, das direkt in meinen Schritt wandert und dort Unruhe stiftet. Ich kann hier unmöglich übernachten. Oder essen. Oder atmen. Nicht mit dieser wandelnden Versuchung direkt vor meiner Nase! Kolja sieht auch gut aus, keine Frage, aber Miguel … wie er sich ein paar schwarze Strähnen hinters Ohr streicht, dann einen kleinen Löffel nimmt, ihn ins Chili taucht, draufpustet und Kolja an die Lippen hält …

»Mmmh, okay, es ist perfekt«, befindet Kolja zufrieden, holt Geschirr aus dem Schrank und kurz darauf dann sitzen wir im Wohnzimmer auf dem Boden um den kleinen Wohnzimmertisch.

»Ich hoffe, das ist okay für dich? Wir haben nur zwei Stühle und in der Küche ist es zu dritt echt eng«, sagt Kolja und beginnt sein Chili mit dem Reis auf seinem Teller zu vermischen.

»Äh ja, klar. Ich hatte nicht mal damit gerechnet, dass ich heute überhaupt noch etwas zu Essen bekomme. Und dann auch noch sowas Geiles. Danke euch.«

Todesmutig sehe ich rüber zu Miguel und spüre wieder das Kribbeln des Einschlags. Angefangen in meinem Nacken, breitet es sich in meinem ganzen Körper aus.

»Sehr gerne.« Bilde ich mir das nur ein, oder klang das gerade mehr nach einem Schnurren? Noch einen Moment lang schaffe ich es, den Blickkontakt zu Miguel zu halten, dann...


'Warum den heißen Typen mit einer anderen Frau teilen, wenn man auch einfach zwei heiße Typen haben kann?'
Das ist der Satz, mit dem Julia meistens auf die Frage antwortet: Warum Homoerotik? Denn: Warum auch nicht?
Geboren und Aufgewachsen im schönen Bayern, direkt an der Tschechischen Grenze, als Tochter einer Bäckersfamilie, hat sie schon einiges verkauft. Brötchen, neue Frisuren oder Autos; Julia verkauft alles. Und jetzt auch ihre eigene Fantasie, mit einem kleinen, anzüglichen Lächeln auf den Lippen, direkt aus dem Kopf auf den Bildschirm.
Inzwischen hat es sie dreimal quer durchs Land verschlagen, bis sie nun schlussendlich mit ihrem Kater in Düsseldorf gelandet ist. Einen Steinwurf vom Rheinufer entfernt wohnt sie nun quasi im Paradies und verkauft keine Brötchen oder Autos mehr, sondern arbeitet in einem wundervollen Team als Sachbearbeiterin in der Lohnbuchhaltung, wenn sie nicht gerade in der Bahn oder im Bus sitzt, und an ihrer nächsten Geschichte schreibt.
Auf die Frage: Kommst du dir nicht komisch vor, 'sowas' in der Öffentlichkeit zu schreiben? antwortet sie mit: 'Wer mitliest, ist selbst dran schuld!'



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