E-Book, Deutsch, Band 9, 140 Seiten
Reihe: Play with me
Will Play with me 9: Ich bin hier!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95869-156-8
Verlag: Amrun Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 9, 140 Seiten
Reihe: Play with me
ISBN: 978-3-95869-156-8
Verlag: Amrun Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
'Warum den heißen Typen mit einer anderen Frau teilen, wenn man auch einfach zwei heiße Typen haben kann?' Das ist der Satz, mit dem Julia meistens auf die Frage antwortet: Warum Homoerotik? Denn: Warum auch nicht? Geboren und Aufgewachsen im schönen Bayern, direkt an der Tschechischen Grenze, als Tochter einer Bäckersfamilie, hat sie schon einiges verkauft. Brötchen, neue Frisuren oder Autos; Julia verkauft alles. Und jetzt auch ihre eigene Fantasie, mit einem kleinen, anzüglichen Lächeln auf den Lippen, direkt aus dem Kopf auf den Bildschirm. Inzwischen hat es sie dreimal quer durchs Land verschlagen, bis sie nun schlussendlich mit ihrem Kater in Düsseldorf gelandet ist. Einen Steinwurf vom Rheinufer entfernt wohnt sie nun quasi im Paradies und verkauft keine Brötchen oder Autos mehr, sondern arbeitet in einem wundervollen Team als Sachbearbeiterin in der Lohnbuchhaltung, wenn sie nicht gerade in der Bahn oder im Bus sitzt, und an ihrer nächsten Geschichte schreibt. Auf die Frage: Kommst du dir nicht komisch vor, 'sowas' in der Öffentlichkeit zu schreiben? antwortet sie mit: 'Wer mitliest, ist selbst dran schuld!'
Autoren/Hrsg.
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Mike
Die Polizei erlaubt uns schließlich zu gehen, aber es dauert noch ewig, bis Nick und ich uns endgültig auf den Heimweg machen. Wir haben die Hoffnung, die Sache zwischen Tim und Nick zu klären, wenn erst mal alle Gäste weg sind, aber da ist nichts zu machen. Fiona ist fix und fertig und schlussendlich wirft Tim uns mehr oder weniger raus. Nicht schön.
Jetzt laufen wir schweigend nebeneinander her in Richtung U-Bahn. Es ist schweinekalt. Der Regen, der vor ein paar Minuten eingesetzt hat, macht es nicht gerade besser. Während also meine viel zu dünne Jacke langsam durchweicht, schweifen meine Gedanken immer wieder zu Leon. Ob die Auseinandersetzung mit seinem Vater sehr schlimm war? Kurz bevor wir losgegangen sind, habe ich ihn angeschrieben, aber bisher hat er die Nachricht noch nicht mal gelesen. Ich habe sogar schon kurz darüber nachgedacht zu ihm zu fahren, aber das macht seine Situation vermutlich eher schlimmer als besser.
Doch so beschissen das alles ist, kann ich nicht bereuen, was zwischen Leon und mir passiert ist. Erst dieser unglaubliche Blowjob auf der Treppe und dann der Sex im Büro. Es war einfach der Wahnsinn! Leons vollkommene Hingabe, die Geräusche, die er dabei gemacht hat, dieses tiefe, zufriedene Stöhnen ...
Ich darf nicht zu viel daran denken, sonst werde ich direkt wieder hart. Er ist die Erfüllung meiner sexuellen Phantasien ...? Gut, wir haben im Prinzip nicht viel gemacht und es ist wahrscheinlich dumm, von einmaligem Sex direkt auf alles zu schließen, aber ich glaube, dass da etwas Besonderes zwischen uns ist. Fast wie zwischen Chain und mir, wenn wir unsere Lemons schreiben. Nur, dass es echt ist. Dass ich ihn wirklich sehen, anfassen und vor allem auch riechen und küssen kann. Fuck, Leon riecht echt so gut.
»Alles in Ordnung?«
Ich brauche einen Moment bis ich realisiere, dass ich gemeint bin. Gut, wer auch sonst, außer uns ist um diese Uhrzeit ja keine Sau mehr unterwegs.
»Eh ... Ja, warum?«
»Du hast grade voll komisch das Gesicht verzogen. Wie so ne halb bekiffte Katze, die nicht von ihrer Katzenminze wegkommt.«
»Oh Gott, du bist so blöd!« Leise lachend schüttle ich den Kopf.
»Auch nicht blöder als du.« Wieder wird es still zwischen uns und die bedrückenden Gedanken von vorhin sind wieder da. Vor allem der Streit mit Tim.
»Sag mal ... Meinst du, dass es möglicherweise wirklich Kai gewesen ist, der die Polizei gerufen hat?«
Nick seufzt schwer.
»Ich weiß es nicht. Ich will es nicht glauben. Das wäre selbst für Kai zu extrem, aber komplett ausschließen kann ich es nicht und das frisst mich an. So richtig.« Ich nicke und lehne mich gegen ihn, weil mir inzwischen echt erbärmlich kalt ist, obwohl ich eigentlich eine gute innere Heizung habe.
»Das stimmt. Aber es war auch nicht fair von Tim, dir die Schuld zu geben. Selbst wenn Kai es gewesen sein sollte, bist du dafür nicht verantwortlich.«
»Ich weiß. Den Schuh ziehe ich mir auch nicht an, aber ich wäre selbst von ihm enttäuscht. Und was Tim angeht ... Ich verstehe ihn ja. Die ganze Lage ist richtig beschissen für Fiona, aber ich find´s kacke von ihm, dass er mich mit reinzieht. Am See hat er selbst noch mit Kai getrunken und gefeiert. Ich hab gesagt, dass ich ihn nicht auf der Party haben will.« Er schnaubt wütend, dann wiegt er den Kopf. »Vorrangig, weil ich keinen Bock hatte, dass er wieder Kevin mitschleppt, aber ich wette, Tim hätte kein Problem gehabt, wenn Kai gekommen wäre.« Ich nicke. Die zwei werden wahrscheinlich niemals beste Freunde, aber sie kamen ganz gut miteinander klar.
»Ich glaube, er hat einfach nur Angst um seine Freundin.«
»Ist mir egal. Und hör auf, ihn zu verteidigen. Zu dir war er auch scheiße und man darf einem Freund böse sein, wenn er sich scheiße verhält.«
»Ja, schon, aber ... hm.« Wir erreichen die U-Bahnstation und ich bin heilfroh, dass wir zumindest aus dem Regen raus sind. Die nächste Bahn in meine Richtung kommt laut Anzeige in sieben Minuten.
»Nichts hm. Ihr sollt euch ja nicht auf ewig hassen, aber ihr seid seit hundert Jahren befreundet, und du kannst ja wohl bitte gar nichts für das, was passiert ist.«
Ich nicke langsam, weil ich weiß, dass er eigentlich Recht hat. Aber trotzdem. Es ist Tim. Er hat es bestimmt nicht so gemeint.
»Tut mir leid, dass er dich so angegangen ist.«
»Ey, du musst dich nicht entschuldigen. Auch dafür bist du nicht verantwortlich.«
»Ich weiß.«
»Dann red kein dummes Zeug. Sag mal, kann ich mit zu dir? Daheim fällt mir garantiert die Decke auf den Kopf und dann lieg ich nur ewig wach.«
»Klar, komm.«
Eine Dreiviertelstunde später sind wir endlich bei mir und als ich vor der Tür gerade meinen Schlüssel aus der Hose fische, muss ich niesen. Mir ist so krass kalt …
»Ach fuck. Ich hoffe, ich werde nicht krank.«
»Ich hoff´s auch. Gib her.«
Ich zittere inzwischen so sehr, dass er mir den Schlüssel abnimmt. Er sperrt auf, wir gehen rein und in mein Zimmer. Sofort ziehe ich das nasse Zeug aus und drei trockene Oberteile übereinander an. Fuck, es ist immer noch so kalt! Bibbernd und jammernd krabble ich unter meine Bettdecke und sehe Nick furchtbar leidend an. Es schüttelt mich richtig.
»Kannst du mich liebhaben? Ich erfriere!«
»Ja, warte, lass mich Schlafsachen anziehen!« Er schmunzelt amüsiert und holt sich zielsicher eine weite Jogginghose und ein graues Schlafshirt aus meinem Schrank. Dann legt er sich endlich zu mir. Ich kuschle mich fest in seine Arme, immer noch leicht zitternd, aber langsam geht es wieder.
»Du, sag mal«, fange ich schließlich an und warte, bis er leise brummt. Ich war nicht sicher, ob er vielleicht schon schläft.
»Was denn?«
»Denkst du, Leon ist okay? Ich hab ihm vorhin geschrieben, aber er hat die Nachricht noch nicht mal gelesen.«
»Wegen seinem Dad, meinst du?« Ich nicke.
»Hast du das Gesicht von seinem Dad gesehen? Ich wollte Leon am liebsten festhalten.«
»Shit. Ist es so schlimm bei ihm?«
»Hannah hat hin und wieder mal erwähnt, wie streng und konversativ sein Vater ist.«
»Konservativ.«
»Ist dasselbe«, motze ich und er lacht kurz.
»Meinst du, dass er ihm was tut?«, frage ich leise.
»Glaubst du echt, dass da was passieren könnte?« Er klingt ehrlich schockiert.
»Ich weiß nicht. Ich mach mir halt Sorgen.«
»Hm. Aber was willst du denn machen?«
»Na ja, nichts. Ich kann ja nichts tun.«
»Er wird sich schon melden.«
»Hm.«
Wirklich besser fühle ich mich damit nicht. Aber Fakt ist: Ich kann Leon nicht helfen.
»Mal was anderes. Habt ihr´s jetzt getan? Also wirklich? Oder kam die Polizei euch zuvor?«, fragt er und ich spüre es direkt in meinem Magen kribbeln.
»Nein, wir hatten ...« Eigentlich sollte ich nicht so zufrieden in den Kragen meines Pullis grinsen. Die Lage ist echt beschissen gerade, aber wie könnte ich nicht? Ich meine, der Sex war einfach nur der Oberhammer!
»Uuund?« Nick grinst auch, das höre ich.
»Wahnsinn!«
»Echt? Besser als mit mir?« Bevor ich antworten kann, kichert er los und drückt mich noch etwas fester an sich. »War nur Spaß, wehe, du antwortest da drauf!«
»Du weißt doch gar nicht, was ich sagen will!«
»Trotzdem! Aber du kannst mir sagen, wie geil er war und wie ihr´s gemacht habt.«
»Sehr, sehr, sehr geil und wir waren im Büro von Fionas - oh fuck! Wir konnten nicht saubermachen, weil die Polizei uns quasi direkt eingesackt hat. Shit! Ihr Vater wird nicht glücklich sein. Tim bringt mich um.« Mir wird richtig flau im Magen. Ich muss Fiona morgen unbedingt schreiben und mich entschuldigen! Für den Moment hat sich das mit dem Frieren definitiv erledigt, denn mein Gesicht glüht vor lauter Scham, während Nick amüsiert vor sich hin kichert.
»Ist das dein Ernst? Ihr habt Sauerei gemacht und es einfach so gelassen?«
»Was hatten wir denn für ne Wahl!? Entschuldigung, wir kommen gleich, wir müssen nur schnell noch die Wichse wegwischen?«
»Oh Gott, wie geil!« Es schüttelt ihn richtig vor lauter Lachen und ich muss niesen. Und nochmal. »Gesundheit! Nochmal, dann darfst du dir was wünschen!«
»Geht nicht mehr.« Super. Jetzt läuft mir die Nase.
»Gibst du mir bitte ein Taschentuch?«
»Ja, Sekunde.«
Während Nick in meinem Nachtschränkchen wühlt, ziehe ich den ersten Pullover aus. Anschließend legen wir uns wieder hin, jetzt aber mit etwas Abstand, sodass ich Nick ansehen kann. Er grinst immer noch. Wahrscheinlich wegen der Wichse im Büro von Fionas Vater.
»Hör auf zu grinsen, das ist nicht lustig.«
»Du grinst ja selbst, du Esel. Aber hey, vielleicht kriegt sie´s ja weg, bis ihr Vater wiederkommt.«
»Weil das so viel weniger peinlich ist, wenn Fiona Leons Wichse wegwischen muss ...«
»Oh Mann, wir müssen echt das Thema wechseln, sonst lache ich da die ganze Nacht drüber!«
»Du bist scheiße«, brumme ich, versuche nicht dabei zu lachen, aber das ist gar nicht so einfach. Trotz aller Peinlichkeit.
»Nein, ihr seid scheiße! Das arme Mädchen, ey!«
»Halt die Klappe!«
»Ne, es ist zu lustig! Aber gut ...« Er kichert nochmal kurz, dann hat er sich wieder gefangen und ich muss schon wieder niesen. Mist ...
»Gesundheit. Also ist es jetzt was Ernstes mit Leon und dir?«
»Huh? Warum? Inwiefern,...




