Williams | Drachengefährten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 223 Seiten

Reihe: Drachengefährten

Williams Drachengefährten

Gay Romance / Fantasy
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7368-3610-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Romance / Fantasy

E-Book, Deutsch, Band 6, 223 Seiten

Reihe: Drachengefährten

ISBN: 978-3-7368-3610-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Oft ist es mehr Irrung und Wirrung als erkennbares Schicksal und doch finden die meisten Drachen irgendwann ihren Gefährten oder ihre Gefährtin. Mancher Drache muss erst seine bessere Hälfte aus den Fängen eines Ehemanns oder Verlobten befreien, andere laufen regelrecht ineinander hinein und die letzten bringen Aufträge ihrer Herren und Könige zusammen. Es ist ein besonderes Vergnügen zu sehen, wie sich Heraldin, Martin, Eivian, Wisches und Zarok dabei anstellen. Diese Buch ist nur für volljährige und aufgeschlossene Leser, da es homoerotische Szenen enthält. Für alle anderen gilt: Finger weg!

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Martin und Dimateon
Martin sprintete zwischen den Häusern hindurch. Gott, war Kerviel angepisst. Was hatte er sich nur gedacht? Es kam ihm so einfach vor, als Jutrier, der menschliche Kommandant von Hastadoom und Prinz des Herrscherhauses, den Vorschlag gemacht hatte, Kerviel eifersüchtig zu machen. Nun, es hatte funktioniert. Wie ein wildgewordener Stier war der weiße Drache auf sie losgestürmt, wobei jedem klar war, dass Martin sein Ziel war und nicht Jutrier. Wenn er ihn erwischte, würde er sterben. Dieses Risiko wollte er nicht eingehen, daher eilte er so schnell vorwärts, wie er konnte. Suchend warf er einen Blick zurück über die Schulter, konnte aber keinen Verfolger erkennen. Hatte Jutrier ihn aufhalten können? Wurde er überhaupt verfolgt? Martin ruckte wieder herum und prallte mit voller Wucht gegen eine Backsteinmauer – zumindest fühlte es sich so an, nur dass die Wand warm war. Die Wucht warf ihn zurück und er knallte zu Boden. Die Luft wurde explosionsartig aus seinen Lungen gepresst und er japste verzweifelt. Sterne flimmerten vor seinen Augen und ihm schwanden die Sinne.   Dimateon hatte eigentlich nur die Straße überqueren wollen. Im Nachhinein betrachtet hätte er dies wohl besser in seiner menschlichen Gestalt tun sollen. Der kleine Mensch rannte mit voller Wucht in ihn hinein, doch ein Drache seines Kalibers stand felsenfest und unerschütterlich. Der Mann prallte ab und ging zu Boden. Neugierig blickte der braune Drache auf den Gefallenen nieder und beobachtete ihn. Er hörte das Japsen und sah, wie der kleine Mensch das Bewusstsein verlor – ausgeknipst, weggetreten, Lichter aus. Der Drache lachte leise, dann beugte er den großen Echsenkopf nach vorne, wölbte den Hals und kontrollierte die Atmung des Gestürzten. Er atmete sehr flach und scheinbar recht angestrengt. Sorge befiel den Drachen. Was sollte er tun? Vorsichtig stupste er den Ohnmächtigen an. Dabei nahm er unbewusst dessen Witterung auf. Wie ein Faustschlag durchdrang ihn der Duft nach Herbstlaub mit einer Note würzigen Rauchs. Gefährte, schrie sein Innerstes. Ein Zittern erfasste seinen großen Drachenleib. Blinzelnd versuchte er sich klar zu werden, wie er jetzt weiter vorgehen wollte und sollte. Nachdenklich betrachtete er den Mann. Sein langes, dunkles Haar ergoss sich über das Pflaster und seine helle Haut hob sich stark von der dunklen Unterlage ab. Langgliedrig und schmal präsentierte sich sein Gefährte. Erst einmal musste er den Ausgeknockten von der Straße schaffen. Er wandelte sich schnell in seine Menschengestalt und hob den schlanken, jungen Mann auf seine starken Arme. Fest an seine muskulöse Brust gepresst wirkte der Menschenmann noch zarter und zerbrechlicher. Dimateon befiel Sorge. Wie sollte er es vermeiden, ihn zu zerbrechen, ihm nicht wehzutun? Er war so groß und stark und hatte schon immer das Problem gehabt, mit seinen Kräften zu haushalten. Mit nachdenklich gerunzelter Stirn marschierte er los. Blitzschnell traf er seine Entscheidung, wohin er ihn bringen würde. Als Drache benötigte er keine Unterkunft und schlief in Echsengestalt im Freien. Zwar wäre jetzt ein Dach über dem Kopf nicht das Schlechteste, aber was nicht vorhanden war, konnte auch nicht herbeigezaubert werden. Der Hübsche in seinen Armen hatte sicher ein Zimmer, doch er hatte keine Ahnung, wo das sein konnte. Es half ja nichts, er folgte mangels Alternativen seinem Beschluss. Zielstrebig marschierte er durch die Straßen von Hastadoom und näherte sich dem Ortsrand. Schnellen Schrittes verließ er die Stadt und marschierte auf den buntbelaubten Herbstwald zu. Wunderschöne Muster malte die Sonne durch das spärliche Laub auf die glatte Haut seines Gefährten. Das lange, glatte Haar ergoss sich wie ein Wasserfall über Dimateons kräftigen Oberarm und umspielte seine Hüfte. Bei jedem Schritt strichen die mitternachtsschwarzen Strähnen über die nackte Körpermitte des Feuerspuckers und entzündeten ein lustvolles Feuer in dessen Inneren. Seine Erregung zeigte sich mittlerweile durch sein steil aufgerichtetes Geschlechtsteil. Dieser Zustand wurde langsam zur Qual und die Echse hoffte bald die große Lichtung zu erreichen, auf der sie nächtigte. Normalerweise flog er dorthin, aber er wollte diesen zierlichen Körper nicht in seine riesigen Klauen nehmen. Er wollte ihn auf keinen Fall verletzen, denn bei seiner riesigen Drachengestalt bestand das Risiko. Heute verfluchte er erstmals die Tatsache, dass seine Talente im Kampf und in der Kriegsführung lagen. Viele seiner Drachenfreunde beherrschten auch feinfühligere Dinge, wie das Spielen eines Instruments, oder studierten in Bibliotheken, blätterten stundenlang in alten Folianten und handhabten geschickt antike Schriftrollen. Er jedoch schmiedete in seiner Freizeit Schwerter und Streitäxte und fertigte Schilde an. In Kriegszeiten beschäftigte er sich, im Auftrag des Drachenkönigs, mit der Ausbildung der Drachenkrieger und half bei der Befestigung verschiedener Siedlungen, befestigte Bergpässe oder baute Überwachungsstellungen für Menschen oder Drachen. Das waren alles grobe und zupackende Tätigkeiten, die so typisch für sein Wesen waren. Seufzend fügte er sich in sein Schicksal und akzeptierte, dass er im Umgang mit seinem Menschen immer passiv würde bleiben müssen und nur mit Bedacht vorgehen durfte, wenn er seinen Gefährten nicht verletzen wollte. Hoffentlich sprang der Kleine gut auf verbale Befehle an und lehnte seine Art nicht ab. Dimateon hatte eine dominante Ader und lebte sie auch gerne aus. Als Ausbilder und Kommandant gehörte dies gewissermaßen zu seiner Jobbeschreibung und stand dem nicht im Wege. Ob es aber bei seinem Gefährten gut ankommen würde, war fraglich.   Langsam erwachte Martin. Weich lag sein Körper auf irgendetwas gebettet, doch er konnte nicht erkennen, was es war. Er tastete mit der Hand nach der Unterlage und fühlte knisterndes Laub unter sich, was ihm auch der aufsteigende Geruch des herbstlichen Fallgutes bestätigte. Seine Ohren verrieten ihm ebenfalls, dass er auf keinen Fall mehr in der ehemaligen Garnisonsstadt sein konnte. Es herrschte eine natürliche Ruhe. Die einzigen Geräusche, die an seine Ohren drangen, waren das Zwitschern von Vögeln und ab und an ein Rascheln, wenn Blätter zu Boden segelten. Wie kam er hierher und warum befand er sich überhaupt hier? Seine letzte Erinnerung zeigte ihm seine Flucht vor Kerviel. Aus vollem Lauf war er gegen etwas gerannt und dieser Aufprall hatte ihn umgehauen – dann nichts mehr! Tief durchatmend konzentrierte er sich darauf, seine Panik niederzukämpfen. Erst einmal musste er abchecken, wo er war und in welcher Lage er sich befand. Sollte sich dabei etwas Negatives ergeben, blieb ihm sicher noch genug Zeit, um in Panik zu geraten. Ohne sich zu bewegen, hob er seine Lider um wenige Millimeter an und linste durch seine Wimpern. Das Gesehene überraschte ihn, versetzte ihn regelrecht in Erstaunen. Einen Meter neben ihm brannte ein kleines Feuer, sicher abgegrenzt vom belaubten Boden durch einen kleinen Steinring. Dahinter saß ein nackter Mann. So einen hatte er noch nie gesehen. Wenn er stand, maß er mindestens zwei Meter, wenn nicht mehr, und unter seiner Haut wölbten sich massige Muskelberge. Sein ausgeprägter Stiernacken ging in muskulöse Schultern über. Die Arme strotzten ebenso vor Kraft wie die Berge und Täler auf Brust und Bauch. Baumstammartige Oberschenkel verjüngten sich zu kantigen Knien und führten weiter zu strammen, gewölbten Waden. Nachdenklich blickte der braunhaarige Mann in die Flammen. Sein Gesicht passte perfekt zu seiner Statur. Die tiefliegenden Augen wurden von zwei stark gewölbten, braunen Brauen beschattet. Die markanten Wangenknochen gaben, zusammen mit dem breiten Kiefer und dem energischen Kinn, ein stimmiges Gesamtbild. Einzig das Haar wollte sich nicht in diese Harmonie von Kraft und Stärke einreihen. Zwar hielt der Mann es kurz, aber trotzdem bogen sich die Spitzen in alle Richtungen. Trüge er es lang, würde es sich wahrscheinlich locken. Wollte er unbedingt das einzig Weiche an sich verbergen oder tat er dies aus pflegetechnischen Gründen? Martin wusste aus Erfahrung, dass langes Haar viel Arbeit machte. Dieser Gegensatz machte den sitzenden Muskelmann extrem attraktiv. Blinzelnd gab Martin zu erkennen, dass er wach war. Wenn er mehr erfahren wollte, musste er mit dem Nackten interagieren. Hoffentlich ging das gut, denn dem Kerl war er heillos unterlegen. Wahrscheinlich konnte er ihm nicht einmal davonlaufen, denn seine Nacktheit wies ganz deutlich darauf hin, dass es sich bei ihm vermutlich um einen Drachen handelte. Abwartend sah er ihn an. Ein Kribbeln zog sich durch Dimateon, eine Gänsehaut bildete sich auf seinen Armen und seine Brustwarzen zogen sich zusammen, stellten sich begehrlich auf. Er wurde beobachtet! Langsam hob er den Kopf und sah zu dem zuvor Bewusstlosen hinüber. Dieser sah ihn an, sein Gesicht verriet nichts von seinen Emotionen, doch die strahlend blauen Augen trafen den Feuerspucker wie ein Vorschlaghammer. Was für ein Kontrast, diese helle Haut und das nachtschwarze Haar! So wie es aussah, hatte sein Mensch nicht vor, den ersten Schritt zu tun. Also musste er den Anfang machen, ihn anzusprechen und dabei akribisch darauf achten, dass er sein dominantes Wesen unter Kontrolle hielt. „Du bist in Hastadoom mit Wucht in mich hineingerannt. Beim Sturz hast du dich selbst k. o. geschlagen. Wie geht es dir?“,...



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