E-Book, Deutsch, Band 9, 177 Seiten
Reihe: Drachengefährten
Williams Drachengeliebter - Die Liebe des Bewahrers
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7396-0827-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Gay Romance / Fantasy
E-Book, Deutsch, Band 9, 177 Seiten
Reihe: Drachengefährten
ISBN: 978-3-7396-0827-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
ACHTUNG - Aus rechtlichen Gründen hat sich der Titel geändert, es handelt sich um den 9. Drachenband! Der Inhalt bleibt gleich! *** Ein letztes Mal begibt sich Marek auf eine Reise, nicht bis nach Hastadoom zum Thing, nein, nur zum Konzil der Geschichtenbewahrer. Die halbtägige Reise zu Pferd ist für den betagten Steppenreiter schon anstrengend genug, ein mehrwöchiger Ritt zum Gefährtentreffen, daran ist gar nicht zu denken. Marek hat bereits vor Jahrzehnten mit der Tatsache seinen Frieden gemacht, dass er allein bleiben und wohl nie den für ihn bestimmten Drachen finden wird. Jerzy fliegt gezwungenermaßen zum Konzil nach Aquadoom, denn der Drachenkönig hat es ihm befohlen und man befolgt die Order seines Oberhauptes. Wenn der zudem auch noch der eigene Großvater ist, widersetzt man sich als Jungdrache nicht. Frust macht sich in ihm breit, weil er den Zweck hinter diesem Befehl nicht versteht. Fehlt ihm doch vollständig die Lebenserfahrung, um die Geschichten der Bewahrer wirklich würdigen zu können. Doch wie das Schicksal so spielt, treffen Marek und Jerzy beim Konzil aufeinander und entdecken, dass das Schicksal auch vor einem gewaltigen Altersunterschied nicht halt macht. Sie gehören zusammen und müssen eine Möglichkeit finden, wie sie gemeinsam ihren Lebensweg beschreiten können. Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist nur für volljährige und aufgeschlossene Leser geeignet. *** Weitere Bände der Drachenreihe: Band 1: Drachenfeuer - Liebe ist universell Band 2: Drachenglut - Liebe bedeutet Freiheit Band 3: Drachenhitze - Liebe überwindet alles Band 4: Drachensiegel - Liebe findet ihren Weg Band 5: Drachenmagie - Von Liebe erweckt Band 6: Drachengefährten Band 7: Drachensohn - Liebe bracht ihre Zeit Band 8: Drachenzauber - Die Liebe des Magiers Bonusbände: Drachenreise und Perlen für den Drachen (kostenlos bei BookRix lesen)
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorbereitung
Sorgfältig zurrte Marek sein Gepäck hinter seinem Sattel fest. Der Rappe stand ruhig und abwartend auf der Stelle und machte es seinem Reiter so leicht wie möglich. Lächelnd streichelte der betagte Steppenreiter sein Pferd und dankte ihm stumm für seine Rücksicht. Mit seinen zweiundsechzig Jahren konnte er nur noch schwer ein aufmüpfiges Reittier bändigen und doch hatte er sich entschlossen, dem Konzil in Aquadoom beizuwohnen. Alle fünfzig Jahre lud der Bürgermeister der großen Flusslandstadt die Geschichtenbewahrer der Steppenreiter ein, um deren Erzählungen und Historien für die Nachwelt auf Papier festzuhalten. Dass es bei den anderen Völkern keine Geschichtenbewahrer gab, begründete sich mit ihrer längst vergangenen Geschichte. Erst vor gut drei Generationen änderten die Steppenreiter ihr Leben, aus Nomaden wurden sesshafte Hirten. Für ein wanderndes Volk gab es natürlich keine Möglichkeit zum Anlegen einer Bibliothek, aber da sie schon immer einen regen Kontakt zu den Flussland-Bewohnern pflegten, übernahmen diese das Aufschreiben und Archivieren ihrer Geschichten und Legenden. Die Flussländer interessierten sich allgemein für Geschichte und Historie, alles wurde erfasst und chronologisch in die Annalen übertragen. In Aquadoom fand man nach längerem Suchen jede benötigte Information, vorausgesetzt man verlor nicht die Geduld. Vor fast fünfzig Jahren, also nach dem letzten Konzil, wurde Marek zum nächsten Geschichtenbewahrer. Eigentlich hatte er bis zu seinem zwanzigsten Geburtstag heiraten und eine Familie gründen sollen, doch diese Möglichkeit zerschlug sich, als er im Zuge der ersten Erweckung ein Drachensiegel erhielt. Als Sohn des Reiterfürsten gedachte man ihm aber mehr zu, als ein einfaches Leben als Reiterhirte. Alle hatten erwartet, dass Marek nach dem ersten Thing nicht mehr in die Heimat zurückkehrte, da er dort seinen Drachen finden würde. Doch dies passierte nicht. Der junge Steppenreiter hielt sich zusammen mit seinen beiden anderen gezeichneten, aber noch nicht gebundenen Geschwistern, die vollen vier Wochen in Hastadoom auf, doch nur seine Schwestern fanden ihre Gefährten. Er ging leer aus. Das Angebot des alten Bewahrers der Geschichte stellte somit eine logische Konsequenz dar. Vermutlich würde Marek erst beim nächsten Thing, also dann in fünfundzwanzig Jahren, auf seine Gefährtin oder seinen Gefährten treffen und konnte sich daher auf diese Aufgabe konzentrieren. Die Position des Bewahrers war perfekt für Marek, da er gleichzeitig als Botschafter für die Fürstenfamilie diente und dem Anführer als Berater zur Seite stand. Nikolay stützte sich oft auf den Rat seines jüngeren Bruders, denn der hatte durch seine Reisen im Laufe der Jahre unzählige Erfahrungen gesammelt und sein Augenmerk lag vorwiegend auf dem Ausbau seiner Bildung und seines Wissens. Marek hatte natürlich im Zuge seiner Ausbildung schreiben und lesen gelernt, doch mittlerweile beherrschte er zudem die Sprache der Drachen und der Magier in Schrift und Wort. So standen ihm alle Bibliotheken ihrer Welt offen und er besuchte in seinen jungen Jahren regelmäßig Palato und Hadar, um in der Eisfeste Wissen zu erwerben. Als er zu alt wurde, um solche Reisen zu unternehmen, schickte ihm Palato regelmäßig Lesematerial, um ihn auf dem Laufenden zu halten. Der weiße Drache hatte sich angewöhnt, für Marek Zusammenfassungen zu schreiben und erwartete dessen Kommentare immer sehnsüchtig. Die drei Männer verband mittlerweile eine tiefe und innige Freundschaft, geschmiedet durch ihre geteilte Wissbegierde. Mit Mitte Vierzig reiste Marek erneut zum Thing. Wieder hielt er sich die komplette Zeit in der Nordlandstadt auf, doch fündig wurde er auch diesmal nicht. Frust und Wut machten sich in ihm breit. Auf der Rückreise in seine Heimat haderte er schwer mit seinem Schicksal, zumal er davon ausging, dass er in fünfundzwanzig Jahren für eine erneute Reise zur Versammlung zu alt war. Natürlich wusste er, dass er nur leer ausging, weil sein Drache vermutlich noch gar nicht geboren oder vor dem ersten Thing verstorben war. Diese Erkenntnis belastete ihn anfangs schwer, denn es bedeutete im besten Fall, dass er noch lange auf das Erscheinen seines Feuerspuckers warten musste. Im schlechtesten Fall hatte ihn das Schicksal ausgebootet und er ging leer aus. Erst im Laufe der Jahrzehnte gab Marek die Hoffnung gänzlich auf und verlagerte sein Interesse vollkommen ins Akademische. Mittlerweile nutzte ihn sogar der Drachenkönig als menschlichen Berater, wenn er Informationen oder Unterstützung brauchte. Zumindest das konnte er für die Geschicke ihres Reiches tun. Viele neue Geschäftsbeziehungen fußten auf Mareks Einfluss und gutem Ruf. Wenn er einen Handelspartner vorschlug, wurde das Geschäft meist auch abgeschlossen, denn Marek wog gewissenhaft ab, bevor er eine Empfehlung aussprach. Dies machte ihn zu einem guten Ratgeber und Schlichter. Auch bei Streitigkeiten in den kompletten Südlanden wurde er zu Hilfe gerufen. Stolz blickte der Steppenreiter auf sein Leben zurück. Die Traurigkeit über sein Alleinsein hatte er schon vor Jahren abgelegt, daher fiel ihm auch die Entscheidung nicht schwer, dieses Thing ausfallen zu lassen. Seine Zeit, ein guter Gefährte zu sein, war vorbei. In seinem Alter neigte man zum Eingefahrensein und zeigte sich wenig flexibel. Da der entsprechende Drache nicht vermisste, was er nicht kannte, würde es für ihn auch keinen sonderlichen Verlust darstellen. Außerdem wäre eine so lange Reise nicht sonderlich zuträglich in seinem Alter. Die Tagesreise nach Aquadoom konnte er aber noch schaffen, also trat er sie gut gelaunt an. Jetzt, mit Anfang Sechzig, hatte Marek alles gesehen, was man in der Steppe erleben und erfahren konnte. Er hatte die Süd- und Nordlande bereist und hatte seinen Bruder auch einmal im Magierland besucht, als dieser zusammen mit seinem Gefährten dort stationiert war. Selbst die Drachenfeste hatte er zeitweise sein Heim nennen können. Rundum betrachtet hatte er ein gutes Leben gehabt, nur fehlte ihm viele Jahrzehnte die Zweisamkeit einer Beziehung. Gerne wäre er zusammen mit einer Partnerin alt geworden, selbst die normalen Zwistigkeiten einer Ehe hätte er in Kauf genommen, wenn ihn denn nur eine Frau hätte nehmen wollen. Doch mit dem Siegel auf der Haut wagte sich keine Menschenfrau an ihn heran. Jede ging davon aus, dass er ihr jederzeit von einem Drachen unter der Nase weggeschnappt werden konnte. Ebenso schreckte die meisten Frauen die Tatsache ab, dass sie mit ihm keine Kinder haben konnten. Drachengefährten konnten nur mit ihren Feuerspuckern Nachwuchs zeugen. Trotzdem war Marek nicht unzufrieden. Sein Leben neigte sich dem Ende entgegen und er trat sein letztes Abenteuer an. Jerzy marschierte zügig durch die große Halle der Drachenfeste. Wie üblich trug der junge Drache nur eine Lederhose, selbst seine Füße zierten keine Schuhe, da er den Schutz nicht brauchte. Stelgard stand neben der großen Tür und unterhielt sich mit Steven über das anstehende Thing. Der gebürtige Mensch aus der Anderswelt hatte sich bereit erklärt, für die Drachen die Organisation der Zusammenfindung zu übernehmen. Wen Pirin, der gewählte König der Nord- und Südlande, schicken würde, wussten sie noch nicht, aber im Grunde spielte es auch nur eine untergeordnete Rolle. Lächelnd begrüßte Stelgard seinen Sohn und stellte ihm dem kleineren Steven vor. „Jerzy, das ist Roomers Gefährte, er stammt aus der Anderswelt. Steven, das ist mein Sohn Jerzy.“ Jerzy nickte dem kleinen Menschen kurz zu und richtete seine Aufmerksamkeit dann wieder auf seinen Vater. In Stevens Richtung ergänzte Stelgard: „Jerzy reist nach Aquadoom zur Versammlung der Geschichtenbewahrer. Es ist eine gute Möglichkeit, sich über die Geschichte der Flusslande und der Steppenreiter zu informieren.“ Innerlich ließ Jerzy die Schultern sinken, er hatte gehofft, etwas Spannenderes machen zu können, bis er in acht Wochen zum Thing aufbrach, um nach seinem Gefährten zu suchen. Er verstand das Aufheben vieler älterer Drachen um dieses Thema nicht, denn er vermisste in keinster Weise jemanden an seiner Seite. Obwohl er immer die Zweisamkeit seiner Eltern vor Augen hatte, brauchte er dies für sich selbst noch nicht so schnell. Aber er war gerade mal zweiundzwanzig Jahre alt und kannte diese Sehnsüchte noch nicht. Einsamkeit stellte für ihn kein Thema dar, zumal er viele Freunde hatte, mit denen er seine Freizeit verbringen konnte. Thoreen näherte sich den drei Männern, legte Jerzy die Hand auf die Schulter und lächelte seinen Ziehsohn aufmunternd an. Der gerade einmal fünfundfünfzigjährige Drache verstand Jerzys latente Abneigung gegen diese Verpflichtungen. Nicht nur, dass er verpflichtet war zum Thing zu reisen, nun musste er auch noch im Namen der Drachen zum Bewahrertreffen nach Aquadoom. Es gefiel Thoreen nicht, dass man dem jungen Drachen so viel Verantwortung aufbürdete. In diesem Alter sollte er eigentlich noch spielen und sich amüsieren. Nun ja, kein Drache konnte seine Jugend so ausleben, wie es Thoreen seinerzeit möglich war, aber nichtsdestotrotz hielt er es für falsch. Neugierig sah Steven zwischen diesen so unterschiedlichen und doch ähnlichen Männern hin und her. Thoreen und...




