Williams | Drachenmagie - Von Liebe erweckt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 185 Seiten

Reihe: Drachengefährten

Williams Drachenmagie - Von Liebe erweckt

Gay Romance / Fantasy
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7368-2745-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Romance / Fantasy

E-Book, Deutsch, Band 5, 185 Seiten

Reihe: Drachengefährten

ISBN: 978-3-7368-2745-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Hadar lebte mit einer Bürde, die er nicht einmal seinem ärgsten Feind wünschen würde und schon gar nicht dem Drachen, den das Schicksal für ihn ausersehen hatte. Doch unausweichlich finden der leidgeplagte Sklave und der Drache zusammen und müssen gemeinsam ihren Weg finden, verfolgt von den Magiergilden und angeheuerten Meuchelmördern kämpfen sie sich voran.

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Einsamkeit
„Lebt er noch?“, erkundigte sich Gamier Ben Shaffar, der König der Magier, bei seinem engsten Berater, obwohl die Frage durchaus mitfühlend klang, sagte doch der abweisende Tonfall etwas ganz anderes. Der Befragte verneigte sich tief und antwortete mit ehrerbietiger Stimme: „Ja, Majestät. Er lebt noch.“ Nachdenklich klopfte der Magierkönig auf die Armlehne seines Thrones: „Wie geht es ihm?“ Wieder schwang keinerlei Mitgefühl mit, als erkundigte sich der Herrscher nach einem Gegenstand, allerhöchstens nach einem Tier, doch dem war nicht so. Seufzend antwortete Rasul Al Hiera: „Unverändert. Sein Schicksal ist immer noch das Gleiche. Wenn die Wahrsagerin Recht behält, sollte sich aber bald etwas tun. Er erreicht bald sein fünfundzwanzigstes Lebensjahr.“ „Dann werden wir warten. Haltet mich weiter auf dem Laufenden“, mit diesen Anweisungen entließ der Glaubensstifter der Magiery seinen Freund und Vertrauten. Inständig hoffte er, dass die Prophezeiung eintraf. Sie würde alles verändern und wenn Gott wollte, zum Besseren.   Gekrümmt kniete Hadar im Hof und kratzte mit einem großen Nagel Unkraut aus den Fugen des Kopfsteinpflasters. Dieser Tätigkeit ging er seit den frühen Morgenstunden nach und mittlerweile brannte die heiße Mittagssonne auf der nackten Haut seiner Schultern. Sein muskulöser Rücken wölbte sich bei jeder Bewegung seines ebenso gutproportionierten Armes. Sein dunkles Haar hing ihm verschwitzt und zottelig über den halben Rücken. Seufzend richtete er sich etwas auf, streckte sein schmerzendes Rückgrat und hob sein Gesicht in Richtung Sonne. Vorsichtig legte er den Nagel auf dem Pflaster ab und dehnte leicht die verkrampften Finger. Hoffentlich wurde es schnell Abend. Erst mit dem Sonnenuntergang konnte er mit der Plagerei aufhören. Wieder einmal beneidete er seine Mitmenschen um ihr so viel erträglicheres Los. Natürlich hatten es Menschen im Magierreich allgemein nicht leicht, doch im Vergleich zu ihm, lebte jeder besser und auch glücklicher. „Mach‘ weiter, sonst lernst du mich kennen!“ Die scharfe Zurechtweisung tönte laut über den Hof. Hadar ruckte sofort wieder auf alle Viere und griff schnell nach dem rostigen Werkzeug. Mühselig kratzte er erneut an dem verwachsenen Moos und wünschte sich weit weg. Während er so vor sich hinarbeitete, dachte er über die letzten Monate seines Lebens nach.   Erneut hatte er den Besitzer gewechselt und wie es aussah, war dies nun die Endstation. Tiefer konnte es nicht gehen, außer vielleicht noch direkt ins Grab. Wie ein Möbelstück veräußerte man ihn von Einem zum Nächsten und jeder seiner Besitzer schien schlimmer zu sein, als der Vorherige. Resigniert stellte er fest, dass er nun in einem Hurenhaus gelandet war. Hier dienten hübsche Frauen und fesche Burschen der vornehmen Kundschaft. Dieses Amüsierhaus bot einen hohen Standard und hatte Klasse. Hier verkehrten nur die reichsten und mächtigsten Magier und frönten ungehemmt ihren Gelüsten. Magier gehörten zu den promiskuitiven Lebewesen dieser Welt, niemand gab sich mehr der Wollust hin als die Magier. Doch für ihn hatte dies keinen Nutzen, denn er war wohl die einzige Jungfrau im ganzen Magierland. Ihn zu berühren galt als absolutes Tabu, niemals kam er in Kontakt mit fremder Haut. Bei einer Missachtung, hieß es, hätte der Übeltäter sein Leben verwirkt, denn er brächte tödliches Unglück. Hadar fragte sich oft, warum ihn die Magier bei seiner Geburt nicht einfach getötet hatten, doch wie er diese kannte, gingen sie davon aus, dass derjenige, der ihn tötet, ebenfalls sterben würde. Daher ließen sie ihn leben, auch wenn er eher dahin vegetierte. Er verrichtete die niedrigsten Sklavendienste, schrubbte die Böden und Latrinen, grub den Garten um, schleppte schwere Waren durch die Gegend, füllte Badezuber mit heißem Wasser und leerte das schmutzige wieder aus. Dies alles bei geringstmöglicher Verpflegung und Nachtruhe. Sein Besitzer gönnte ihm nur vier Stunden Schlaf in der Nacht und nur zwei spärliche Mahlzeiten am Tag. Apropos Essen, sein knurrender Magen riss ihn aus seinen Erinnerungen. Vorsichtig drückte er den Rücken durch und sah in Richtung Küche. Seufzend akzeptierte er die Tatsache, dass selbst betteln nicht half. Der Koch durfte ihm nichts geben, selbst wenn er wollte.   Palato lag gemütlich auf einem Bärenfell vor dem großen Kamin in der Eisfestung. Nachdenklich blätterte er sein Buch um und überlegte dabei, wann er das letzte Mal etwas gegessen hatte. Er neigte dazu, es zu vergessen, wenn er in seine Studien vertieft war. Nun er hatte wohl schon länger nicht mehr gegessen, also rappelte er sich auf und ging schnurstracks durch die Halle. Bei jedem Schritt legte er ein Kleidungsstück ab, zog eine Stoffspur vom Kamin bis zum niedrigen Eingangsportal. Nackt stieß er es auf und begab sich ins Freie. Eisstürme und arktischer Wind umtoste seine Gestalt, doch er spürte die Kälte gar nicht. Als Drache machten ihm extreme Witterungen und andere Widrigkeiten keine Schwierigkeiten. Er fühlte sich bei Minusgraden ebenso wohl, wie in der Glut eines Schmiedefeuers. Hitze absorbierte sein Körper wie ein Schwamm und gegen die Kälte wirkte seine innere Drachenhitze, die pulsierend durch seinen Körper strömte. Jeder Feuerspucker verfügte zusätzlich über seine ganz eigenen Fähigkeiten, die oft sehr gut zu ihrem Wesen passten und ihre Eigenheiten wiederspiegelten. Palato verharrte kurz im Schnee und genoss den wirbelnden Wind auf seiner Haut, dann sprang er katapultartig in die Höhe und wandelte sich im Sprung. Seine weiß-silberne Drachengestalt erhob sich schnell in den düsteren Himmel. Der Abend kam schnell über die Eiswüsten, doch Palato befand sich gerne in diesen trostlosen Gebieten, denn hier lebten wenige Menschen oder Drachen. Der Weiß-Silberne liebte die Einsamkeit, nicht weil er gerne alleine seine Zeit verbrachte, sondern weil ihn das Abschotten seiner Gedanken so viel Energie kostete. Als stärkster Telepath seiner Generation hatte er eine enorme Verantwortung. Oft wurde er von Killian, dem Drachenkönig, um Hilfe gebeten und wenn er konnte, erfüllte er die Wünsche seines Sohnes gerne. Naturgegeben hatten sie kein sehr enges Verhältnis, denn Kill wuchs bei seiner Mutter Roswean auf. Dies wurde damals mit dem Zeugungspakt so vereinbart und Palato störte sich auch nicht weiter daran. Er verstand sich mit Killian ganz gut und dieser suchte auch ab und an seinen Rat, vor allem, wenn es um seine eigene Telepathie ging. Der König hatte diese Fähigkeit von seinem Erbgutspender geerbt und beherrschte diese meisterlich. Im Vergleich mit Palato hatte er auch kaum Probleme beim Abblocken fremder Gedanken, er fühlte weniger sensibel. Mit langen Flügelschlägen kreiste der kleine Drache über den Eisebenen und suchte nach Beute. Schnell fand er was Schmackhaftes und erlegte es zielsicher. Zügig kehrte er zur Eisfestung zurück, seine Studien erwarteten ihn.   Mitten in der Nacht schreckte Hadar aus dem Schlaf hoch. Was hatte ihn geweckt? Kam jemand zu ihm auf den Dachboden? Seit er im Nobelbordell weilte, hauste der niedere Sklave einsam auf dem niedrigen und staubigen Dachboden. Die Hitze des Tages staute sich unter den Holzbalken. Was musste er auch für ein Glück haben, ausgerechnet in dem einzigen Haus der Straße zu leben, das kein Flachdach hatte. Wahrscheinlich hatte ihn das Rascheln von kleinen Rattenfüßen in den Wänden geweckt. Seufzend legte er sich auf seiner zerschlissenen Wolldecke zurück und entspannte die verkrampfte Muskulatur. Seine Augen fielen zu und er träumte sich fort, zumindest versuchte er es. Eine innere Unruhe machte es ihm schwer, wieder einzuschlafen und er benötigte Ruhe doch so dringend. Sein Körper schrie regelrecht danach. Langsam glitt er in den Schlaf, dort empfing ihn eine bessere Welt, denn er konnte in seine Träume flüchten. Ein brennender Schmerz riss Hadar kurze Zeit später, es war immer noch stockdunkel draußen, aus dem Schlaf. Hitze breitete sich auf seiner Brust aus, direkt im alten Narbengewebe. Es fühlte sich an, als hielte ihm jemand ein glühendes Eisen gegen die empfindliche Haut. Fest kniff er die Augen zusammen und biss sich auf die Lippen, er durfte nicht schreien. Wenn er laut würde, bekäme er dafür Schläge oder wurde mit Nahrungsentzug gestraft. Das durfte auf keinen Fall passieren. Wimmernd und keuchend rollte er sich zu einer Kugel zusammen und versuchte den Schmerz wegzuatmen. Tränen liefen über sein verzerrtes Gesicht und er bekam unheimlich schlecht Luft. So eine Attacke war wieder typisch für sein Leben. Wem sonst würde so etwas passieren, mitten in der Nacht auf diese Art geweckt zu werden? Wenig später ließ die Pein nach und nichts erinnerte mehr an den Anfall. Erleichtert atmete er auf und glitt dann wieder ins erlösende Vergessen. Seine Hand hielt er dabei fest auf die eben noch schmerzende Stelle seiner Brust gedrückt und hoffte, dass es nicht noch einmal passieren würde.    Geweckt wurde er wie jeden Morgen durch einen kräftigen Tritt in die Seite. Dies übernahm täglich der übellaunige Stallbursche, der...



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