E-Book, Deutsch, Band 2, 243 Seiten
Reihe: Skycity
Williams Eye in the sky - Kein Spiel ohne Risiko
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7368-6266-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Gay Romance
E-Book, Deutsch, Band 2, 243 Seiten
Reihe: Skycity
ISBN: 978-3-7368-6266-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
James Simons ist der Security-Chef des Skycity-Casinos in Reno und ein verdammt harter Hund. Jim tut sich allgemein schwer mit persönlichen Verstrickungen und vor allem bei der Arbeit meidet er sie wie die Pest. Komplikationen geht er gerne und auch gekonnt aus dem Weg. Eiskalt und beherrscht überwacht er sein kleines Reich und erobert dabei ungewollt das Herz des jungen, attraktiven Assistenten des Casino-Inhabers, Thomas Audley. Als die Stelle des stellvertretenden Sicherheitschefs vakant wird, nutzt Tom die sich bietende Gelegenheit, um seinem Schwarm nicht nur beruflich, sondern auch privat näherzukommen. Kann es ihm tatsächlich gelingen, den unterkühlten Sicherheitsexperten aufzutauen? Kein Spiel verläuft ohne Risiko, aber wie hoch darf das Risiko sein, wenn das Herz involviert ist? Die zweite Runde der Skycity-Reihe: Kein Spiel ohne Risiko. Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet.
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Spiel mit Fallstricken
Endlich ging das Besetzungskarussell in die nächste Runde. Thomas Audley wartete schon seit Monaten auf seine Chance. Nicht, dass er in seiner aktuellen Position als Michael Coles Assistent unzufrieden wäre. Ihm gefiel es, die rechte Hand des Casino-Chefs zu sein, doch sein Herz schlug für einen anderen Tätigkeitsbereich und einen anderen Mann. Tom, wie ihn seine Freunde nannten, hatte ursprünglich Mathematik studiert, sattelte aber nach seinen eher negativen Erfahrungen mit diversen zwielichtigen Gestalten auf Betriebswirtschaft um. Ohne seinen jetzigen Boss wüsste er nicht, was aus ihm geworden wäre. Er verdankte ihm alles: vom sicheren Einkommen bis hin zur intakten Gesundheit. Trotzdem wollte er seinen Hut in den Ring werfen, wenn die Stelle des stellvertretenden Security-Chefs neu besetzt werden sollte. Tom erfüllte es immer wieder mit Scham, wenn er darüber nachdachte, wie er Mike damals kennengelernt hatte. Als Student fehlten ihm immer die passenden Barmittel. Mit seinem Nebenjob in einer Anwaltskanzlei kam er gerade so über die Runden. Seine Begabungen für Zahlen und Zusammenhänge luden regelrecht zum Blödsinn ein. Anfangs zählte er beim Black Jack Karten, erkannte jedoch schnell, dass das Risiko erwischt zu werden hier verdammt hoch war. Daher verlagerte er sich auf Poker und Baccara. Leider fiel sein Erfolg den falschen Leuten auf und ohne Michael Coles Hilfe hätte ihn das Ganze damals vermutlich sein Leben – oder zumindest seine körperliche Unversehrtheit – gekostet. Doch der Besitzer des Skycity, eines außergewöhnlichen Casinos in Reno, hatte ihn gerettet und ihm zusätzlich noch einen Job versprochen. Daher wechselte Thomas umgehend das Studienfach, da er als Mikes Assistent mit BWL besser bedient war. Jetzt bot sich ihm die einmalige Chance, seine Fähigkeiten im Verwaltungsbereich mit den mathematischen zu kombinieren. Als rechte Hand von James Simons benötigte man ein Auge für Betrug und Verrat, zumindest im Bereich der Spieltische. Ansonsten verlangte dieser von seinen Kollegen und Untergebenen absolute Loyalität dem Casino gegenüber. In diesem Bereich benahm er sich geradezu fanatisch, aber Tom verstand ihn, ihm ging es da nicht anders. Für ihn bedeutete das Skycity Leben, Erfolg und Familie. Seit die Kündigung von Harvey Riddel, dem bisherigen stellvertretenden Security-Chef, auf Mikes Schreibtisch gelandet war, wartete Tom auf das Pokerspiel – die Chance, seine Qualifikation für diese Stelle unter Beweis zu stellen. Ein zusätzlicher Anreiz stellte für den jungen, schwulen Mann natürlich die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitschef dar. Seine Schwärmerei für ihn konnte er nur schwer unter Verschluss halten. Es kostete Tom alles, damit es nicht zu offensichtlich wurde. Nur Michael wusste von seiner Obsession für James Simons. In einem schwachen Moment hatte er ihm gestanden, dass er Jim extrem anziehend fand und es ihn sehr betrübte, dass dieser nur etwas mit Frauen hatte. Mike hatte dazu nur gemeint, dass Jim Simons für kein Geschlecht wirkliche Präferenzen hätte, sondern es bei ihm immer nur um Triebbefriedigung ginge. Tom sollte, falls er ihn herumbekommen sollte, nicht mit mehr rechnen, denn sonst würde er unweigerlich verletzt und enttäuscht werden. Tom hatte die Worte gehört und auch verstanden, aber sein dummes Herz glaubte sie einfach nicht. Was sollte man machen? Wo die Liebe eben hinfiel! Endlich hatte Michael Cole einen Termin anberaumt. Heute, pünktlich um acht Uhr, sollte es losgehen. Außer ihm hatten sich noch sechs weitere Kollegen beworben und in zweien sah Thomas wirkliche Konkurrenz, die anderen vier dachten wohl, sie könnten es ja mal versuchen. Tom ging diese Sache wie alles andere in seinem Leben an: mit vollem Einsatz und optimal vorbereitet. Am Vorabend hatte er es geruhsam angehen lassen und für ausreichend Schlaf gesorgt. Den heutigen Tag begann er mit einer ausgiebigen Dusche und einem guten Frühstück. Topfit verließ er seine Wohnung, wenn auch drei Stunden früher als gewohnt. Als Assistent des Chefs musste er seine Arbeitszeit an dessen anpassen, was für ihn bedeutete, dass er erst am späteren Vormittag mit der Arbeit begann, dafür aber bis mindestens um acht am Abend ranmusste. Dies machte Tom wenig aus, da er in Reno keine Familie hatte und fast alle seine Freunde hier im Casino arbeiteten. Seine Freizeitgestaltung plante er nach seinem Dienstplan, so einfach ging das. Für die abendliche Zerstreuung gab es das Darkhaven oder das Gay-Lords. Im ersten tummelte sich ein buntes Publikum und im zweiten nur Gleichgesinnte. Tom durchquerte die Lobby und begrüßte den diensthabenden Concierge, Adrian Dobbs, ein älterer, aber sehr gewissenhafter Mann. Im hinteren Bereich der Spielhalle hatte James für das Pokerspiel der Bewerber einen Raum reserviert. Neben den sieben Spielern sollten sich nur noch drei weitere Personen im Raum befinden: der Geber, außerdem James Simons, der Chef der Casino-Sicherheit, und Michael Cole, der Inhaber des Skycity. Als Thomas das Separee betrat, erwarteten ihn dort bereits sein bisheriger Boss und hoffentlich sein zukünftiger, der Sicherheitschef. Freundlich grüßend trat er an die beiden heran. Unbewusst scannte er begierig den Körper des Sicherheitschefs, der in einem eleganten, dunklen Anzug steckte. Mit einem kleinen Lächeln registrierte er die dunkelblonde Haarsträhne, die Jim Simons ungeniert in die Stirn fiel. Die breiten Schultern des 1,80-m-Mannes kamen in dem Sakko gut zur Geltung und die langen Beine wurden durch den feinen Hosenstoff vortrefflich betont. Das einzige Manko dieser Bekleidung bestand in der Tatsache, dass der knackige Hintern von den Schößen des Jacketts verdeckt wurde. Tief durchatmend konzentrierte er sich wieder auf die aktuelle Situation. „Und Tom, gut vorbereitet?“, erkundigte sich Michael Cole bei seinem Noch-Assistenten. Dieser nickte lächelnd und meinte lapidar: „Ein gutes Frühstück nach einer durchschlafenen Nacht – besser geht es nicht.“ Für diesen Kommentar erntete er vom Sicherheitschef eine hochgezogene Augenbraue. „Etwas Ahnung von der Materie wäre ebenfalls sinnvoll.“ Nach dieser unverhohlenen Rüge drehte er ihm den Rücken zu und inspizierte den Spieltisch für die Veranstaltung. Michael sah seine rechte Hand neugierig an, wartete auf seine Reaktion. Anfangs hatte es ihn etwas gewundert, dass Tom sich um die Stelle des zweiten Manns bei der Casino-Sicherheit bewarb, aber nach ihrem Gespräch verstand er dessen Beweggründe. Natürlich verfügte Thomas Audley über die erforderliche Qualifikation, auch wenn James Simons dies anzweifelte. Nun, er kannte ihn auch nur als Mikes Assistenten und hatte ihn nie in Las Vegas in Aktion erleben dürfen. Niemals hätte Mike damals gedacht, dass aus dem gewieften Betrüger so eine verlässliche rechte Hand werden würde. Heute noch könnte er sich für diesen gelungenen Schachzug auf die Schulter klopfen. Herz und Verstand vereinten sich in Thomas Audley und er wusste beides passend und im rechten Maß einzusetzen. Ob sein Herz jedoch mit der unweigerlichen Ablehnung durch James Simons klarkommen würde, wusste Mike natürlich nicht, und es sah tatsächlich so aus, als lehnte der Sicherheitschef Tom schon aufgrund seiner vermeintlich fehlenden Qualifikation ab. Interessiert beobachtete Michael das Gesicht seines Assistenten. Tom sah dem sich entfernenden Mann hinterher. Tief durchatmend und die Zähne zusammenbeißend zählte er innerlich bis zehn. Immer wieder musste er sich vor Augen führen, dass Jim keine Ahnung davon hatte, dass er durchaus mit den Tücken des Glücksspiels und den jeweiligen Betrugsmöglichkeiten bewandert war. Wie sollte dieser auch ahnen, dass sich Thomas vor seinem Wirtschaftsstudium auf der anderen Seite der Gleichung befunden hatte. Kopfschüttelnd sah er seinen Boss an. Michael lächelte sachte und zuckte leicht mit den Schultern. Bei ihm blieb die latente Sorge bestehen, dass Thomas mit der vorprogrammierten Ablehnung nicht zurechtkommen könnte. Trotzdem wollte er seiner rechten Hand diese Möglichkeit lassen. Er sollte sein Glück versuchen. Nickend grüßte er ihn und wünschte ihm viel Erfolg: „Alles Gute, Tom, obwohl ich nicht weiß, ob ich dir das wirklich wünschen soll. Solltest du in die Security wechseln, wirst du mir fehlen.“ Nach und nach trudelten die restlichen internen Bewerber um die Stelle ein. Die Vielfalt der Kandidaten erstaunte den Sicherheitschef, er hatte mit höchstens ein oder zwei Anwärtern gerechnet und nicht mit einer vollständigen Pokerrunde. Nachdenklich musterte er die Angestellten. Da nur einer die Chance auf die Stelle bekam, hatte er beschlossen, sich noch nicht mit deren Personalakten und ihrem Hintergrund zu beschäftigen. Es genügte, wenn er den Gewinner des Pokerspiels durchleuchtete. Um die Qualifikation der Spieler besser beurteilen zu können, hatte Jim auf einen Kniff seiner Branche zurückgegriffen. Er hatte einen Maulwurf eingeschleust, zusätzlich hielt er seinen eigenen Mitarbeiter auch für den Bestqualifizierten für den ausgeschriebenen Job. Doch er musste abwarten. Erneut glitt sein Blick über die Männer und Frauen, mittlerweile waren alle anwesend. Es konnte losgehen. Sein Augenmerk richtete sich nochmals auf Mikes Assistenten. James...




